OGH 1Präs.2690-3666/11w

1Präs.2690-3666/11wSupreme CourtJul 27, 2011

Full text

OGH 1Präs.2690-3666/11w

  • Dokumenttyp: Entscheidungstext
  • Entscheidungsdatum: 27.07.2011

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Rohrer über die Anzeige der Ausgeschlossenheit des Präsidenten des Oberlandesgerichts Graz, des Vizepräsidenten des Oberlandesgerichts Graz und sämtlicher Senatspräsidentinnen und Senatspräsidenten, Richterinnen und Richter des Oberlandesgerichts Graz im Verfahren über die Beschwerde des S***** P***** gegen den Beschluss des Landesgerichts Leoben vom 25. Mai 2011, AZ 30 Bl 26/11z, AZ 10 Bs 231/11p des Oberlandesgerichts Graz, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Präsident des Oberlandesgerichts Graz, der Vizepräsident des Oberlandesgerichts Graz und sämtliche Senatspräsidentinnen und Senatspräsidenten, Richterinnen und Richter des Oberlandesgerichts Graz sind von der Entscheidung über die Beschwerde des S***** P***** gegen den Beschluss des Landesgerichts Leoben vom 25. Mai 2011, AZ 30 Bl 26/11z, ausgeschlossen.

Die Entscheidung über die Beschwerde wird dem Oberlandesgericht Wien übertragen.

Gründe:

Begründung

Das aufgrund einer Anzeige des Beschwerdeführers gegen die Senatspräsidentin des Oberlandesgerichts Graz Dr. M***** K*****, den Vorsteher des Bezirksgerichts Deutschlandsberg Dr. L***** P*****, die Richterin des Bezirksgerichts Deutschlandsberg Mag. V***** L*****, den Oberstaatsanwalt der Oberstaatsanwaltschaft Graz Dr. G***** K***** und zahlreiche weitere Beschuldigte eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Leoben am 28. Februar 2011 gemäß § 190 Z 1 StPO eingestellt. Das Landesgericht Leoben hat mit Beschluss vom 25. Mai 2011, AZ 30 Bl 26/11z, den Antrag des Beschwerdeführers auf Fortführung des Ermittlungsverfahrens zurückgewiesen. Dagegen hat der Einschreiter Beschwerde erhoben; das Verfahren darüber ist zu AZ 10 Bs 231/11p des Oberlandesgerichts Graz anhängig.

Wie bereits im Verfahren 10 Bs 96/11k des Oberlandesgerichts Graz hat der Präsident des Oberlandesgerichts Graz seine Ausgeschlossenheit und jene sämtlicher Richterinnen und Richter des Gerichtshofs wegen beruflicher und persönlicher Beziehungen zu den Beschuldigten angezeigt.

Gemäß § 43 Abs 1 Z 3 StPO ist ein Richter vom Verfahren ausgeschlossen, wenn andere (als die in § 43 Abs 1 Z 1 und 2 StPO genannten) Gründe vorliegen, die geeignet sind, seine volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit in Zweifel zu ziehen.

Die beruflichen und persönlichen Beziehungen des Präsidenten, des Vizepräsidenten, der Senatspräsidentinnen, Senatspräsidenten, Richterinnen und Richter des Oberlandesgerichts zu den Beschuldigten könnten Zweifel an ihrer Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit erwecken. Sie sind daher von der Entscheidung über die Beschwerde des Beschwerdeführers ausgeschlossen.

Die Übertragung der Entscheidung auf das Oberlandesgericht Wien gründet sich auf § 45 Abs 2 StPO.

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