Appeal against detention for removal dismissed

2A.284/2006Federal Supreme Court / Public Law Division IIMay 26, 2006Dismissed

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Omnilex summary

X., detained in Zug pending removal after his asylum application had been rejected, sought release from detention. The Federal Supreme Court found the detention lawful because the risk of absconding existed and removal steps had been taken promptly. His diabetes did not preclude detention or removal. The Court also held that no counsel had to be appointed for the initial detention review, given the lack of special legal or factual difficulty. The appeal was dismissed, no court fee was charged, and legal aid was refused as the appeal had no prospect of success.

Omnilex headnote

Art. 13b ANAG; removal detention and legal aid in initial judicial review; detention is lawful where a concrete risk of absconding exists and removal enforcement is promptly prepared. A detainee’s medical condition bars detention only if it makes detention or removal impossible or unlawful. At the first judicial review of detention, appointed counsel is constitutionally required only in cases presenting particular legal or factual complexity. For federal proceedings, free legal representation is refused where the appeal is manifestly without prospects; court fees may nevertheless be waived under the circumstances.

Full text

{T 0/2}
2A.284/2006 /vje

Urteil vom 26. Mai 2006
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Betschart, Müller,
Gerichtsschreiber Merz.

Parteien
X.________, zzt. Strafanstalt Zug, Abteilung Ausschaffungshaft, an der Aa 2, Postfach 157, 6301 Zug,
Beschwerdeführer,

gegen

Kantonales Amt für Ausländerfragen Zug (KAFA), Postfach 857, 6301 Zug,
Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Haftrichter, Postfach 760, 6301 Zug.

Gegenstand
Ausschaffungshaft gemäss Art. 13b ANAG,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug, Haftrichter, vom 5. Mai 2006.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Am 13. Januar 2006 wies das Bundesamt für Migration das Asylgesuch des im Dezember des Vorjahres illegal in die Schweiz eingereisten X.________, der eigenen Angaben zufolge aus Algerien stammt und 1987 geboren ist, ab. Gleichzeitig forderte es ihn unter Androhung von Zwangsmassnahmen im Unterlassungsfalle auf, das Land bis zum 10. März 2006 zu verlassen. Mit Verfügung vom 5. Mai 2006 genehmigte der Haftrichter am Verwaltungsgericht des Kantons Zug die vom Kantonalen Amt für Ausländerfragen Zug zwei Tage zuvor gegen X.________ angeordnete Ausschaffungshaft bis zum 3. August 2006. Mit an das Bundesgericht adressiertem Schreiben vom 18. Mai 2006 (Poststempel 22. Mai 2006) beantragt X.________ sinngemäss, ihn aus der Haft zu entlassen. Das Verwaltungsgericht übermittelte dem Bundesgericht am 23. Mai 2006 per Telefax seine Verfügung, das Protokoll der Haftrichterverhandlung sowie die Stellungnahme des Kantonalen Amtes für Ausländerfragen vom 4. Mai 2006.
2.
Die als Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Haftrichterentscheid entgegenzunehmende Eingabe erweist sich als offensichtlich unbegründet. Sie kann daher ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG mit summarischer Begründung und unter Bezugnahme auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung erledigt werden. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die Rechtmässigkeit der Ausschaffungshaft in Frage stellen könnte.
2.1 Insbesondere ist der Haftgrund der Untertauchensgefahr gemäss Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG (SR 142.20) erfüllt (vgl. BGE 130 II 377 E. 3.2.2 und 3.3.3 S. 382 f. und 386 f. mit Hinweisen). Auch haben die Behörden die für den Ausschaffungsvollzug notwendigen Vorkehrungen umgehend an die Hand genommen (vgl. Art. 13b Abs. 3 ANAG). Die vom Beschwerdeführer am Ende der Haftrichterverhandlung erwähnte Zuckerkrankheit steht weder der Haft noch der Ausschaffung entgegen. Der Beschwerdeführer sei zudem nochmals darauf hingewiesen, dass er zur Verringerung der Haftdauer beitragen könnte, wenn er sich die nach seinen Angaben bei seiner Grossmutter in der Heimat hinterlegten Ausweispapiere alsbald zukommen lassen würde.
Die Frage der Gewährung des Asyls und der Rechtmässigkeit der Wegweisung bilden nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (vgl. Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 OG; BGE 128 II 193 E. 2 S. 196 ff.).
2.2 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich das Fehlen anwaltlicher Unterstützung anführt, ist ihm entgegenzuhalten, dass vorliegend bei der erstmaligen richterlichen Haftprüfung eine Verbeiständung von Verfassungs wegen nicht notwendig war, da sein Fall keine besonderen Schwierigkeiten rechtlicher oder tatsächlicher Natur aufweist. Somit musste das Haftgericht dem Beschwerdeführer weder von Amtes wegen noch auf einen etwaigen Antrag hin einen (unentgeltlichen) Rechtsanwalt beigeben. Im Falle einer Haftverlängerung über den 3. August 2006 hinaus werden die kantonalen Stellen ein entsprechendes Gesuch des Beschwerdeführers allerdings im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu prüfen haben, wonach eine unentgeltliche Verbeiständung dann grundsätzlich nicht verweigert werden darf (vgl. BGE 122 I 49 E. 2c/cc S. 52 f., 275 E. 3 S. 276 ff.; Urteil 2A.148/1997 vom 6. Mai 1997, E. 4).
3.
3.1 Bei diesem Verfahrensausgang wären die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens an sich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 156 OG). Es rechtfertigt sich jedoch, von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (Art. 154 und 153a OG). Soweit der Beschwerdeführer auch für das bundesgerichtliche Verfahren unentgeltliche Verbeiständung begehrt haben sollte, ist dieses Gesuch abzuweisen. Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, konnte der Beschwerdeführer nicht ernsthaft mit einer Gutheissung seiner Beschwerde rechnen, womit sich diese als aussichtslos erweist (vgl. Art. 152 OG).
3.2 Das Kantonale Amt für Ausländerfragen Zug hat sicherzustellen, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abgewiesen.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Kantonalen Amt für Ausländerfragen Zug (KAFA) und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Haftrichter, sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 26. Mai 2006
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Keywords

removal detentionflight riskasylumlegal aidappointed counselcourt feessummary procedure

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the order of removal detention under Art. 13b ANAG was lawful and the detainee had to be released.

Extracted holding

The detention was lawful; the appeal raised nothing that could call its legality into question.

Extracted reasoning

The flight risk ground under Art. 13b(1)(c) ANAG was met, removal arrangements had been initiated without delay, and the medical condition invoked did not prevent detention or removal.

Key legal question

Whether the detainee was entitled to appointed counsel in the initial judicial review of detention.

Extracted holding

No constitutional right to appointed counsel existed on the facts of this first detention review because the case presented no particular legal or factual difficulty.

Extracted reasoning

Only in a case with special complexity would counsel be required ex officio or on request; that threshold was not met, though a later prolongation could require renewed assessment.

Key legal question

Whether court fees should be charged and legal aid granted for the federal proceedings.

Extracted holding

No court fee was levied, but legal aid was denied because the appeal had no prospect of success.

Extracted reasoning

Although costs would normally be imposed on the appellant, the court waived the fee; the request for free legal representation failed due to lack of prospects.

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