Non-entry for insufficiently reasoned complaint

2C_531/2012Federal Supreme Court / Public Law Division IIJun 4, 2012Inadmissible

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Omnilex summary

X. filed a 341-page complaint to the Federal Court challenging the Zurich High Court's dismissal of his supervisory complaint alleging denial and delay of justice by the Zurich District Court in state-liability matters. The Federal Court held that it is not a general supervisory authority over cantonal courts and that the filing did not meet the statutory reasoning requirements because it failed to address the High Court's decisive considerations. As the complaint lacked a minimal substantiation, no opportunity to cure the defects was granted. The President, sitting as single judge, therefore did not enter into the complaint, waived court costs, and rejected legal aid and counsel insofar as the request remained relevant.

Omnilex headnote

Art. 42 and Art. 106(2) BGG; requirements for the reasoning of a federal complaint and consequences of non-compliance; the complaint must, in a concise and case-specific manner, engage with the decisive reasoning of the challenged decision and show which federal rights were violated. A mere repetition of one's own version of events or general criticism of cantonal authorities is insufficient. Where the minimum reasoning is lacking, the court may not set a time limit to cure the defect (consid. 2.4.2). The Federal Court is not a general supervisory authority over cantonal courts and may intervene only within the limits of the BGG.

Full text

{T 0/2}
2C_531/2012

Urteil vom 4. Juni 2012
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Gemeinde Zürich,
Bezirksgericht Zürich.

Gegenstand
Rechtsverweigerung/Staatshaftung (Sozialhilfewesen),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts
des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 17. April 2012.

In Erwägung,
dass X.________ am 8. November 2011 beim Obergericht des Kantons Zürich eine "Allgemeine Aufsichtsbeschwerde" und "Beschwerde wegen diverser willkürlicher Rechtsverweigerungen/Rechtsverzögerungen am Bezirksgericht Zürich in Sachen diverser Haftungsklagen gegen die Gemeinde Zürich" eingereicht hat,
dass das Obergericht diese am 17. April 2012 abwies, soweit es darauf eintrat, da X.________ entgegen seiner Begründungspflichten nicht hinreichend klar dargelegt hatte, auf welche Haftungsverfahren sich seine Eingabe bezog, und es nicht an ihm liege, abzuklären, welche Klagen eine Partei bei welchem Gericht anhängig gemacht habe sowie ob und in welchen Fällen dieses Gericht allenfalls widerrechtlich untätig geblieben sei,
dass in einer Situation wie jener des Beschwerdeführers, bei dem wegen der persönlichen Umstände Zustellprobleme aufgetreten seien, nicht ohne Weiteres in allen Fällen bereits von einer Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung durch das Bezirksgericht ausgegangen werden könne, weshalb er die einzelnen Fälle, in denen es nach seiner Ansicht zu einer solchen gekommen sei, hätte bezeichnen und im Einzelfall die Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung hätte begründen müssen, ansonsten nicht geprüft werden könne, ob tatsächlich keine Prozesshandlungen durch das Gericht vorgenommen worden seien, wie dies geltend gemacht werde,
dass X.________ hiergegen mit einer 341 Seiten umfassenden Beschwerde bzw. Dokumentation an das Bundesgericht gelangt ist, in der er seine schwierige Situation schildert, gegen die kantonalen Behörden in diesem Zusammenhang zahlreiche Vorwürfe erhebt und das Bundesgericht darum ersucht, "gegenüber den offensichtlich politisch verfilzten" Gerichten im Kanton Zürich den "Rechtsstaat" korrekt durchzusetzen,
dass das Bundesgericht keine allgemeine Aufsichtsinstanz über die kantonalen Gerichte ist und nur in konkreten Fällen sowie im Rahmen der Vorgaben des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 172.20) tätig werden kann,
dass die Rechtsschriften an das Bundesgericht die Begehren und die Begründung zu enthalten haben, wobei in gedrängter Form, sachbezogen und in Auseinandersetzung mit den Ausführungen im angefochtenen Entscheid darzulegen ist, inwiefern dieser Recht verletzt (Art. 42 i.V. m. Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 II 244 E. 2.1 - 2.3),
dass die Eingabe des Beschwerdeführers dieser gesetzlichen Anforderung nicht genügt, da er ausschliesslich seine Sicht der Dinge wiederholt, sich jedoch nicht mit der einzig Verfahrensgegenstand bildendenden Frage der Anforderungen an die Begründungspflicht nach dem kantonalen Recht, wie sie das Obergericht in seinem Entscheid dargelegt hat, auseinandersetzt und insbesondere nicht dartut, dass und inwiefern dessen Ausführungen diesbezüglich verfassungswidrig wären (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG),
dass ihm - mangels der erforderlichen Minimalbegründung - unter diesen Umständen auch keine Nachfrist für eine Verbesserung angesetzt werden kann (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.4.2),
dass auf seine Eingabe nicht einzutreten ist, was durch den Präsidenten als Einzelrichter im Verfahren nach Art. 108 BGG geschehen kann,
dass es sich rechtfertigt, keine Gerichtskosten zu erheben (vgl. Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos wird,
dass das Gesuch um Verbeiständung wegen Aussichtslosigkeit der Eingabe abzuweisen wäre (Art. 64 BGG),
dass keine Parteientschädigungen geschuldet sind (Art. 68 Abs. 3 BGG),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
2.1 Es werden keine Kosten erhoben.

2.2 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Juni 2012
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Hugi Yar

Keywords

non-entryreasoning requirementdenial of justicelegal aidcourt costssupervisory complaint

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal complaint satisfied the reasoning requirement under Art. 42 and Art. 106(2) BGG.

Extracted holding

No. The filing merely repeated the appellant's own view and did not engage with the cantonal court's reasoning on the pleading requirements.

Extracted reasoning

The Federal Court is not a general supervisory body. A complaint must, in concise and case-specific form, explain how the challenged decision violates the law; this was not done here.

Key legal question

Whether a grace period should be granted to improve the deficient complaint.

Extracted holding

No. Because the minimum reasoning was absent, no deadline for correction could be set.

Extracted reasoning

The lack of a minimal substantiated argument precluded later rectification.

Key legal question

Whether court costs should be charged and legal aid granted.

Extracted holding

No costs were charged; the request for legal aid became moot, and legal assistance was otherwise refused as the complaint had no prospect of success.

Extracted reasoning

The court waived costs under Art. 66(1) second sentence BGG, but legal aid was not warranted for an unsuccessful filing; no party compensation was due.

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