Non-entry due to lack of reasoning in residence permit appeal

2C_649/2011Federal Supreme Court / Public Law Division IIAug 29, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

A Tunisian national challenged the cantonal judgment confirming the revocation of his residence permit and removal order. He filed a federal submission asking for review but gave no reasons. The Federal Supreme Court held that the filing did not meet the reasoning requirements of Art. 42 BGG and that a deficient appeal cannot be cured after the deadline. The court therefore did not enter into the matter in simplified procedure under Art. 108 BGG. Because of the circumstances, it waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 42 BGG; Art. 108 BGG; Art. 66 Abs. 1 BGG: a federal appeal must contain, within the appeal period, a concise but substantiated statement of how the challenged decision violates law. A mere request for review without reasoning is manifestly insufficient and cannot be cured by a later submission. In such a case the court may decide in simplified procedure not to enter into the appeal. Costs may be waived where the circumstances so justify.

Full text

{T 0/2}
2C_649/2011

Urteil vom 29. August 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht, Fremdenpolizei, des Kantons Graubünden,
Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden, 1. Kammer,
vom 28. Juni 2011.

Erwägungen:

1.
Der 1985 geborene tunesische Staatsangehörige X.________ reiste am 29. Februar 2009 in die Schweiz ein; am 20. Mai 2009 heiratete er eine 1962 geborene Schweizer Bürgerin, woraufhin er am 3. Juni 2009 im Familiennachzug eine Aufenthaltsbewilligung erhielt, zuletzt gültig bis zum 19. Mai 2011. Die Eheleute lebten seit November 2010 getrennt, und die Ehe wurde am 2. Februar 2011 geschieden.

Am 17. Februar 2011 widerrief das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht des Kantons Graubünden die Aufenthaltsbewilligung und verfügte die Wegweisung. Das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden wies die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde am 26. April 2011 ab. Ebenso blieb eine Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erfolglos. Mit Eingabe vom 26. August 2011 bittet X.________ das Bundesgericht "dringend", das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 28. Juni 2011 noch einmal zu prüfen. Er erklärt, für Fragen jederzeit gerne zur Verfügung zu stehen.

2.
Gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG muss die Rechtsschrift die Begehren und deren Begründung enthalten, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletze. Eine diesen Anforderungen genügende Rechtsschrift muss innert der gesetzlichen Beschwerdefrist von 30 Tagen (Art. 100 Abs. 1 BGG; s. auch Art. 46 Abs. 1 lit. b BGG) erhoben werden; eine Beschwerdebegründung kann nicht nachträglich nachgeschoben werden.

Die Rechtsschrift vom 26. August 2011 enthält einzig einen Antrag (auf Überprüfung des angefochtenen Urteils), jedoch keine Begründung; sie genügt den gesetzlichen Formerfordernissen nicht, und es ist darauf mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten. Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass die Erwägungen des angefochtenen Urteils nicht erkennen lassen, inwiefern Recht (namentlich die einschlägigen Bestimmungen von Art. 42 und 50 AuG) verletzt sein könnten.

Die Umstände rechtfertigen es, auf die Erhebung von Kosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, 1. Kammer, und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. August 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller

Keywords

immigrationresidence permitfamily reunificationdivorcereasoning requirementinadmissibilitynon-entrycost waiver

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Key legal question

Whether the federal appeal met the formal requirements of reasoning under the Federal Supreme Court Act.

Extracted holding

The filing contained only a request for review and no legal reasoning showing how the challenged judgment violated law.

Extracted reasoning

Under Art. 42 BGG, a brief but specific reasoning is required within the appeal period; a reasoning cannot be supplemented later. The filing therefore did not satisfy the formal requirements.

Key legal question

Whether court costs should be charged despite the inadmissibility of the appeal.

Extracted holding

No costs were charged in view of the circumstances.

Extracted reasoning

The court exercised its discretion under the Federal Supreme Court Act to waive costs.

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