Unsubstantiated constitutional complaint against reduced social assistance

2P.308/1999Federal Supreme Court / Public Law Division IIJan 6, 2000Dismissed

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Omnilex summary

A resident challenged a Solothurn social welfare case before the Federal Supreme Court by way of constitutional complaint, seeking additional assistance for June 1999, compensation, and legal aid. The Court held that the complaint did not satisfy the substantiation requirement and that no equality violation was shown. It also noted that June 1999 was outside the scope of the cantonal department decision, and the compensation claim was insufficiently reasoned. The request for free legal aid was denied because the complaint was hopeless. The complaint was dismissed insofar as it could be examined, and a court fee of CHF 200 was charged to the appellant.

Omnilex headnote

Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; substantiation of a constitutional complaint. The complainant must set out, with precision, which constitutional rights were violated and in what respect; mere assertions are insufficient. A complaint that does not address the decisive inadmissibility reasoning of the cantonal court is not admissible in that respect. A request for legal aid under Art. 152 Abs. 1 OG is to be refused where the legal remedy lacks prospects of success. Court costs follow the outcome under Art. 156 Abs. 1, 153 and 153a OG.

Full text

[AZA 0]
2P.308/1999/leb

II. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG


  1. Januar 2000

Es wirken mit: Bundesrichter Wurzburger, Präsident der II. öffentlichrechtlichen Abteilung, Hungerbühler, R. Müller und Gerichtsschreiberin Müller.


In Sachen

A.X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Einwohnergemeinde Y.________, Sozialhilfekommission,
Departement des Innern des Kantons Solothurn,
Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn,

betreffend
Art. 4 BV (Sozialhilfe),
zieht das Bundesgericht in Erwägung:

1.- Mit Verfügung vom 7. Juli 1998 beschloss die Sozialhilfekommission der Einwohnergemeinde Y.________, die bisherigen Unterstützungsleistungen für die Familie X.________ zu kürzen und auf einen monatlichen Betrag von Fr. 900. -- festzusetzen. Im Rechtsmittelverfahren hob das Departement des Innern des Kantons Solothurn die Leistungskürzung auf, sprach der Familie ab Juli 1998 den ordentlichen Unterstützungsbetrag in der Höhe von Fr. 1'424. -- zu und wies die Gemeinde an, der Familie X.________ unter Anrechnung der bereits geleisteten Zahlungen für die Monate Juli 1998 bis Mai 1999 den Differenzbetrag von Fr. 5'060. -- zusätzlich Zins zu 5 % zu entrichten. Gegen diese Verfügung erhob A.X.________ Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn, mit der er im Wesentlichen beantragte, für die Zeitspanne vom 1. Juli 1998 bis 31. Mai 1999 sei seiner Familie der Betrag von Fr. 5'330. -- plus Zinsen auszurichten. Mit Entscheid vom 20. September 1999 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut, soweit sie die Unterstützungsleistungen für die Periode vom 1. Juli 1998 bis 31. Mai 1999 betraf, und sprach dem Beschwerdeführer einen zusätzlichen Betrag von Fr. 270. -- nebst Zinsen zu. Soweit der Beschwerdeführer auch für den Monat Juni 1999 Sozialhilfe verlangt hatte, trat es auf die Beschwerde nicht ein, und die weiteren Begehren wies es ab, soweit darauf einzutreten war.

Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 1. November 1999 verlangt A.X.________ sinngemäss die Aufhebung des Entscheids des Verwaltungsgerichts. Er beantragt, für den Monat Juni 1999 sei der Familie X.________ der Betrag von Fr. 110. -- auszurichten und die Gemeinde Y.________ sowie der Kanton Solothurn seien zu verpflichten, ihm eine angemessene Entschädigung auszubezahlen. Ferner ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

2.- Gemäss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG ist in der Beschwerdeschrift namentlich darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind und inwiefern dies der Fall sein soll. Die vorliegende Beschwerde genügt dieser Anforderung, wenn überhaupt, nur zu einem geringen Teil. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, der angefochtene Entscheid verstosse gegen Art. 4 BV, indem die seiner Familie zugesprochene Sozialhilfe niedriger sei, als es für eine Schweizer Familie der Fall wäre. Er legt aber nicht dar, inwiefern dies der Fall sein soll. Eine Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot ist im Übrigen auch nicht erkennbar, ganz abgesehen davon, dass der dem Beschwerdeführer zugesprochene Betrag der Höhe nach dessen eigenen Anträgen entspricht. Auf das Begehren bezüglich der Unterstützung für den Monat Juni 1999 ist das Verwaltungsgericht deswegen nicht eingetreten, weil dieser Zeitraum nicht Gegenstand des angefochtenen Departementsentscheids bildete. Mit dieser Begründung setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Er begründet auch nicht näher, weshalb die Verweigerung einer Entschädigung seine verfassungsmässigen Rechte verletzen soll. Schliesslich ist auch keine Verletzung von Art. 6 EMRK ersichtlich, wobei offen bleiben kann, ob diese Konventionsgarantie vorliegend zum Zuge kommt. Die Beschwerde ist daher als offensichtlich unbegründet abzuweisen, soweit überhaupt darauf eingetreten werden kann.

3.- Dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege kann wegen Aussichtslosigkeit des Rechtsbegehrens nicht entsprochen werden (Art. 152 Abs. 1 OG). Die Kosten sind daher, dem Ausgang des Verfahrens entsprechend, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1,153 und 153 aOG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:

1.- Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.- Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

3.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 200. -- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Einwohnergemeinde Y.________, Sozialhilfekommission, dem Departement des Innern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

______________

Lausanne, 6. Januar 2000

Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Keywords

social assistanceconstitutional complaintsubstantiation requirementequalitylegal aidcourt costsinadmissibility

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the constitutional complaint sufficiently alleged a violation of equality and other constitutional rights regarding social assistance.

Extracted holding

The complaint did not meet the substantiation requirements and no violation was apparent.

Extracted reasoning

Under Art. 90(1)(b) OG, the appellant had to specify the constitutional rights allegedly violated and explain how. He merely asserted unequal treatment without substantiation; the court also noted the awarded amount matched his own request.

Key legal question

Whether the appellant could challenge the refusal to grant social assistance for June 1999.

Extracted holding

No review was possible because June 1999 was not part of the cantonal department decision.

Extracted reasoning

The complaint did not engage with the administrative court's admissibility reasoning that this period fell outside the scope of the challenged decision.

Key legal question

Whether the request for compensation and reliance on Article 6 ECHR justified relief.

Extracted holding

No constitutional or Convention violation was shown.

Extracted reasoning

The appellant did not explain why the refusal of compensation infringed his rights; no Art. 6 ECHR violation was discernible.

Key legal question

Whether legal aid should be granted.

Extracted holding

Legal aid was denied because the appeal was hopeless.

Extracted reasoning

Art. 152(1) OG requires non-frivolous prospects of success, which were absent.

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