Non-entry for lack of reasoning; stay request denied

4A_366/2009Federal Supreme Court / Civil Division ISep 11, 2009Dismissed

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Omnilex summary

X.________ GmbH appealed to the Federal Supreme Court against a Bernese appellate decision that had declared its cantonal appeal lapsed for failure to pay the court-cost advance, and also against the earlier first-instance judgment. It requested a stay pending a criminal proceeding. The Federal Supreme Court denied the stay, held that the first-instance judgment was not a final decision and thus not open to appeal, and found the submissions against the appellate decision insufficiently reasoned because they did not identify any violated rights. The Court therefore did not enter on the appeal and imposed court costs of CHF 500 on the appellant.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 2, Art. 75 Abs. 1, Art. 95, Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 1 lit. a/b BGG; Art. 6 Abs. 1 BZP i.V.m. Art. 71 BGG: Eintreten auf die Beschwerde; Begründungsanforderungen; Nichtigerklärung des kantonalen Rechtsmittels wegen Kostenvorschuss. Das Bundesgericht tritt auf eine Beschwerde nicht ein, soweit sie sich gegen einen nicht letztinstanzlichen kantonalen Entscheid richtet. Soweit ein kantonaler Entscheid angefochten wird, hat die Beschwerdeschrift in Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzutun, welche Rechte verletzt worden sein sollen; bei Rügen betreffend Bundesverfassungsrecht gilt qualifizierte Rügepflicht. Die blosse Bezugnahme auf die Vorakten oder eine generelle Kritik genügt nicht. Ein Sistierungsgesuch ist abzuweisen, wenn das behauptete Parallelverfahren den Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens nicht beeinflussen kann. Bei ungenügender Begründung ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten.

Full text

{T 0/2}
4A_366/2009

Urteil vom 11. September 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
X.________ GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

A.________,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Fürsprech Beat Muralt.

Gegenstand
Kaufvertrag,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts
des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer,
vom 26. Juni 2009.
In Erwägung,
dass der Gerichtspräsident 1 des Gerichtskreises V Burgdorf-Fraubrunnen die Aberkennungsklage der Beschwerdeführerin mit Urteil vom 20. Februar 2009 abwies und die im Entscheid des Appellationshofes des Obergerichts des Kantons Bern in der Betreibung Nr. 20705745 des Betreibungs- und Konkursamtes Emmental-Oberaargau, Dienststelle Fraubrunnen, erteilte Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 100'000.-- nebst 4 % Zins seit 1. März 2006 bis 30. Juni 2007 und Verzugszins zu 5 % ab 1. März 2006 für definitiv erklärte;

dass die Beschwerdeführerin an das Obergericht des Kantons Bern appellierte, dessen Appellationshof das Rechtsmittel mit Beschluss vom 26. Juni 2009 in Anwendung von Art. 286 und 353 ZPO BE als dahingefallen erklärte, weil die Beschwerdeführerin den verlangten Gerichtskostenvorschuss nicht geleistet hatte;

dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht eine vom 6. August 2009 datierte Eingabe einreichte, in der sie erklärte, beide kantonalen Entscheide mit Beschwerde anzufechten, und das Gesuch stellte, das bundesgerichtliche Verfahren sei bis zum Entscheid über ein Strafverfahren vor dem Untersuchungsrichteramt Burgdorf zu sistieren;

dass das Gesuch um Sistierung abzuweisen ist, weil das von der Beschwerdeführerin behauptete Strafverfahren den Entscheid des Bundesgerichts nicht beeinflussen kann (Art. 6 Abs. 1 BZP in Verbindung mit Art. 71 BGG);

dass von vornherein auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit sie sich gegen das Urteil des Gerichtspräsidenten vom 20. Februar 2009 richtet, da es sich dabei nicht um einen letztinstanzlichen Entscheid im Sinne von Art. 75 Abs. 1 BGG handelt;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Anwendung des kantonalen Zivilprozessrechts durch den Appellationshof vom Bundesgericht einzig unter dem Blickwinkel eines Verstosses gegen Bundesrecht bzw. gegen Bundesverfassungsrecht überprüft werden könnte (Art. 95 BGG; BGE 133 III 462 E. 2.3 S. 466; BGE 134 II 349 E. 3 S. 351), was aber - wie bereits festgehalten - das Vorbringen entsprechender Rügen in der Beschwerdeschrift voraussetzen würde;

dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 6. August 2009 diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügt, weshalb auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist, soweit damit der Beschluss des Appellationshofs vom 26. Juni 2009 angefochten wird;

dass aus diesen Gründen im Verfahren gemäss Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG auf die Beschwerde insgesamt nicht einzutreten ist;

dass die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Das Gesuch um Sistierung des bundesgerichtlichen Verfahrens wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. September 2009
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Keywords

non-entryreasoning requirementstay of proceedingsfinal decisioncourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal proceedings should be stayed pending a criminal case

Extracted holding

The request for a stay was denied because the alleged criminal proceeding could not affect the Federal Supreme Court's decision.

Extracted reasoning

A stay under the cited procedural rules requires a relevant influence on the judgment; that prerequisite was absent.

Key legal question

Whether the appeal was admissible against the first-instance judgment of 20 February 2009

Extracted holding

The appeal was not admissible because the first-instance judgment was not a final decision within the meaning of the Federal Supreme Court Act.

Extracted reasoning

Only final cantonal decisions may be challenged in this posture; the judgment lacked that character.

Key legal question

Whether the appeal against the appellate judgment of 26 June 2009 was sufficiently reasoned

Extracted holding

The appeal was inadmissible because it did not set out, with reference to the reasoning of the challenged decision, which rights had allegedly been violated.

Extracted reasoning

The submission contained no adequate constitutional or federal-law grievances and therefore failed the statutory reasoning requirements.

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