Non-entry on constitutional complaint against definitive debt enforcement

5D_87/2014Federal Supreme Court / Civil Division IIJul 2, 2014Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The Swiss Federal Court dealt with a subsidiary constitutional complaint against a cantonal decision confirming definitive debt enforcement for CHF 70 plus interest and costs. It held that the filing did not meet the strict reasoning requirements for such a complaint because it did not address the decisive appellate reasons. The complainant’s reliance on welfare dependence and his challenge to tax liability were insufficient, particularly since the enforceability of income is assessed in debt enforcement proceedings. The complaint was therefore not entered into, free legal aid was refused as hopeless, and court costs of CHF 50 were charged to the complainant.

Omnilex headnote

Art. 113 ff., 116, 117, 106 Abs. 2 and 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde: The complaint must, by reference to the contested reasoning, clearly and specifically allege which constitutional rights were violated and why. A mere repetition of earlier objections or a general denial of the underlying debt or tax liability does not satisfy the pleading burden. Where the submission lacks such substantiation, the Federal Supreme Court does not enter into the matter in the simplified procedure. Hopeless complaints do not justify legal aid under Art. 64 BGG.

Full text

{T 0/2}

5D_87/2014

Urteil vom 2. Juli 2014

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Einwohnergemeinde Y.________,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 22. Mai 2014 des Obergerichts des Kantons Uri (Zivilrechtliche Abteilung).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 22. Mai 2014 des Obergerichts des Kantons Uri, das eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an die Beschwerdegegnerin für Fr. 70.-- (nebst Zins) abgewiesen und den erstinstanzlichen Entscheid bestätigt hat,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Entscheid vom 22. Mai 2014 erwog, zu Recht habe die Vorinstanz auf Grund der rechtskräftigen und vollstreckbaren definitiven Veranlagungsverfügung des Amtes für Steuern Uri die definitive Rechtsöffnung erteilt, auch die Beurteilung der Zinsen und Kosten sei zutreffend, der Beschwerdeführer erhebe keine Einwendungen nach Art. 81 Abs. 1 SchKG, die Beschwerdevorbringen gegen die Steuerpflicht als solche hätte der Beschwerdeführer (als Sozialhilfebezüger) mit Einsprache gegen die definitive Steuerveranlagung geltend machen müssen, der angefochtene Rechtsöffnungsentscheid sei zu bestätigen,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht rechtsgenüglich auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass es insbesondere nicht genügt, auch vor Bundesgericht unter Berufung auf die Unterstützungsbedürftigkeit die Steuerpflicht zu bestreiten, zumal die Pfändbarkeit des Einkommens des Beschwerdeführers durch das Betreibungsamt zu beurteilen sein wird (Art. 92 f. SchKG),
dass der Beschwerdeführer erst recht nicht anhand der obergerichtlichen Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, inwiefern der Entscheid des Obergerichts vom 22. Mai 2014 verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und das präsidierende Abteilungsmitglied zuständig ist,

erkennt das präsidierende Mitglied:

1.

Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.

Die Gerichtskosten von Fr. 50.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Uri schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. Juli 2014
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Escher

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Keywords

debt enforcementconstitutional complaintadmissibilityreasoning requirementfree legal aidcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned and admissible.

Extracted holding

The complaint did not engage with the decisive cantonal reasoning and lacked the required specific constitutional substantiation.

Extracted reasoning

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional rights violations must be clearly and specifically argued with reference to the challenged reasoning; merely disputing tax liability or invoking welfare dependence was insufficient.

Key legal question

Whether the complainant was entitled to free legal aid.

Extracted holding

Free legal aid was denied because the complaint had no prospects of success.

Extracted reasoning

Since the complaint was obviously insufficiently reasoned and therefore inadmissible, it was deemed hopeless within the meaning of the Federal Supreme Court Act.

Key legal question

Allocation of court costs.

Extracted holding

Court costs were imposed on the losing complainant.

Extracted reasoning

The complainant failed in the proceedings and therefore had to bear the costs.

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