Late federal criminal complaint; no entry

6B_519/2009Federal Supreme Court / Criminal DivisionJul 23, 2009Inadmissible

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

X. filed a complaint to the Federal Supreme Court against a St. Gallen indictment chamber decision concerning the non-opening of criminal proceedings. The complaint was lodged after the 30-day statutory deadline under Art. 100(1) BGG. The court held that the importance of the matter did not permit consideration of an untimely filing and therefore issued a non-entry decision. It exceptionally waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 100 Abs. 1 BGG; Beschwerdefrist und Folgen verspäteter Eingabe: Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids einzureichen. Nach Fristablauf eingereichte Rechtsmittel sind grundsätzlich unzulässig; die Bedeutung des Falles vermag die Nichteintretensfolge nicht zu beseitigen. Ausnahmsweise kann von einer Kostenauflage abgesehen werden.

Full text

{T 0/2}
6B_519/2009

Urteil vom 23. Juli 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Ferrari,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichteröffnung eines Strafverfahrens,

Beschwerde gegen den Entscheid der Anklagekammer des Kantons St. Gallen vom 15. April 2009 (AK.2009.83_AK).

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Eine Beschwerde ans Bundesgericht ist innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen (Art. 100 Abs. 1 BGG). Der angefochtene Entscheid vom 15. April 2009 wurde den Parteien am 24. April 2009 zugestellt. Da die Beschwerdeführerin bzw. deren Eltern zu Hause nicht angetroffen werden konnten, lief ihnen eine Frist bis zum 4. Mai 2009, um die Sendung auf dem Postamt abzuholen. Die Beschwerde hätte somit, um rechtzeitig zu sein, bis zum 3. Juni 2009 eingereicht werden müssen. Die am 19. Juni 2009 auf die Post gegebene Eingabe ist verspätet. Dies wird denn auch anerkannt.

Die Beschwerdeführerin macht im Zusammenhang mit der Frage der Fristwahrung geltend, die Angelegenheit sei für sie von erheblicher Bedeutung. Das Vorbringen kann nicht gehört werden. Auf verspätete Eingaben kann auch nicht eingetreten werden, wenn sie einen Fall betreffen, der für die Partei wichtig ist.

2.
Ausnahmsweise kann auf eine Kostenauflage verzichtet werden.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Anklagekammer des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Juli 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Keywords

time limitinadmissibilitynon-entrycriminal complaintcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal criminal complaint was filed within the 30-day time limit under Art. 100(1) BGG.

Extracted holding

No. The complaint was filed late, so the Federal Supreme Court could not consider it.

Extracted reasoning

The challenged decision was served on 24 April 2009, with a pickup deadline until 4 May 2009; the complaint therefore had to be filed by 3 June 2009, but it was posted only on 19 June 2009. The alleged importance of the case does not justify entering on an untimely filing.

Key legal question

Whether costs should exceptionally be waived despite the non-entry decision.

Extracted holding

Yes. The court waived the costs exceptionally.

Extracted reasoning

The court found an exceptional reason to refrain from imposing court costs.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.