Non-entry for lack of substantiated criminal complaint

6B_555/2014Federal Supreme Court / Criminal DivisionJun 30, 2014Inadmissible

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The complainant sought annulment of a cantonal non-entry decision concerning alleged fraud in connection with a bank's license exclusion and liquidation and asked for a criminal investigation to be opened. The Federal Supreme Court held that the complaint itself did not show any punishable conduct; mere references to the case file were insufficient. Because the merits were not adequately argued, the court did not address the alternative limitation reasoning and did not enter into the complaint. Costs of CHF 800 were charged to the complainant.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 2, Art. 66 Abs. 1 BGG; admissibility of a complaint against a non-entry decision in criminal matters. A federal complaint must contain reasoning in the complaint itself; mere references to file materials or other pleadings do not satisfy the duty to state reasons. Where the challenged decision rests on a main and an alternative ground, both must be successfully attacked if each independently supports the outcome. If the complaint fails to show prima facie punishable conduct, the court may leave open subsidiary issues such as limitation and will not enter into the matter.

Full text

{T 0/2}

6B_555/2014

Urteil vom 30. Juni 2014

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Postfach 3439, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichtanhandnahme (Betrug usw.),

Beschwerde gegen den Beschluss des Kantonsgerichts Luzern, 1. Abteilung, vom 2. Mai 2014.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.

Der Beschwerdeführer reichte am 12. September 2013 bei den Behörden des Kantons Luzern eine Strafklage ein, in welcher er geltend machte, im Zusammenhang mit dem "Geschäftsgebaren bei der Lizenzausschliessung und der anschliessenden Liquidation" einer Bank sei es zu strafbaren Handlungen gekommen. Am 29. Januar 2014 nahm die Staatsanwaltschaft 1 Luzern die Klage nicht an die Hand. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Kantonsgericht Luzern am 2. Mai 2014 ab.

Der Beschwerdeführer beantragt beim Bundesgericht, der Beschluss vom 2. Mai 2014 sei aufzuheben. Auf seine Klage sei einzutreten und eine Strafuntersuchung zu eröffnen.

2.

Der Beschwerdeführer forderte in seiner Strafklage die Auszahlung seines angeblich veruntreuten Vermögens in der Höhe von Fr. 1'945.110.15 durch eine der Beschuldigten (Beschluss S. 3 E. 2.2). Es kann offenbleiben, ob er gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG zur Beschwerde legitimiert ist.

3.

Die Vorinstanz kommt zum Schluss, es sei kein strafbares Verhalten der Beschuldigten ersichtlich (Beschluss S. 5). Ein solches Verhalten ergibt sich auch aus der Eingabe vor Bundesgericht nicht. Inwieweit z.B. die angebliche Streichung des Beschwerdeführers aus einem Kollokationsplan strafbar gewesen sein könnte, folgt aus der blossen Erwähnung dieses Umstandes nicht. Soweit der Beschwerdeführer auf "sämtliche Akten inkl. Klageschrift" hinweist, ist er nicht zu hören, weil die Begründung in der Beschwerde selber enthalten sein muss (Art. 42 Abs. 2 BGG).

Wie es sich mit der Verjährung verhält, kann offenbleiben. Die Vorinstanz hat nur in einer Eventualerwägung darauf verwiesen, dass die Vorwürfe "im Übrigen" verjährt wären (Beschluss S. 5). Enthält der angefochtene Entscheid eine Haupt- und eine Eventualbegründung, die je für sich den Ausgang der Sache besiegeln, müssen für eine Gutheissung der Beschwerde beide Begründungen das Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzen (BGE 136 III 534 E. 2; 133 IV 119 E. 6). Nachdem der Beschwerde in Bezug auf die Vorwürfe als solche kein Erfolg beschieden ist, muss sich das Bundesgericht mit der Frage der Verjährung nicht befassen.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

4.

Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 30. Juni 2014

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Mathys

Der Gerichtsschreiber: Monn

Keywords

criminal complaintnon-entrysubstantiationadmissibilitylimitationscourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint against the cantonal ruling refusing to enter on the criminal complaint is admissible before the Federal Supreme Court.

Extracted holding

The complaint is inadmissible; the court does not enter into the merits.

Extracted reasoning

The alleged criminal conduct is not sufficiently substantiated even in the federal complaint. References to file materials cannot cure the lack of reasoning in the complaint itself. The court therefore does not need to examine limitations issues.

Key legal question

Who bears the federal court costs.

Extracted holding

The complainant must bear the court costs.

Extracted reasoning

As the complaint is not entered into, costs are imposed on the complainant under the Federal Supreme Court Act.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.