Non-entry for lack of standing in fraud dismissal appeal

6B_588/2009Federal Supreme Court / Criminal DivisionAug 20, 2009Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court held that the complaint against the Zurich prosecution's discontinuance of a fraud investigation was timely, but the complainant lacked standing as a mere injured party. Her arguments on fraud law, arbitrary fact-finding, pending civil proceedings, and alleged account freezes could not confer admissibility. The request for suspensive effect became moot. The court did not award compensation to the respondent and charged the complainant with court costs of CHF 1,000.

Omnilex headnote

Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG; standing of the injured party in criminal matters: a mere injured party who is not a victim under the OHG is, as a rule, not entitled to lodge a criminal complaint before the Federal Supreme Court. This lack of standing also excludes complaints directed solely against the substantive application of the criminal norm and against fact-finding, including allegations of arbitrariness. Civil proceedings pending between the parties or the possible use of the criminal decision in civil litigation do not create standing. Where the appeal is not entered into, requests for suspensive effect become moot (consid. 2).

Full text

{T 0/2}
6B_588/2009

Urteil vom 20. August 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt Dominik Baeriswyl,
Beschwerdeführerin,

gegen

A.________, vertreten durch Rechtsanwältin Alessandra Perrella,
Beschwerdegegner,
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einstellung der Untersuchung (Betrug),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 2. Juni 2009 (UK080292/U/mp).

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
In einer unverlangt eingereichten Stellungnahme macht der Beschwerdegegner geltend, die Beschwerde sei verspätet (act. 9). Dies trifft nicht zu, denn gemäss Empfangsbestätigung der Gerichtsurkunde wurde diese nicht am 5., sondern am 8. Juni 2009 zugestellt. Unter dem Gesichtswinkel der Rechtzeitigkeit ist auf die Beschwerde somit einzutreten.

2.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich eine Strafuntersuchung wegen Betrugs am 9. Juli 2008 einstellte und die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid einen dagegen gerichteten Rekurs abwies, soweit darauf eingetreten wurde. Die Beschwerdeführerin macht unter Hinweis auf Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG geltend, sie habe als Geschädigte ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids (Beschwerde S. 5-10). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts, von der abzuweichen kein Anlass besteht, ist die Geschädigte, die nicht Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes ist, indessen grundsätzlich nicht legitimiert, Beschwerde in Strafsachen zu erheben (BGE 133 IV 228). Sie ist insbesondere nicht legitimiert zur Rüge einer unhaltbaren, willkürlichen und damit gegen ein Grundrecht der Verfassung verstossenden Anwendung der Betrugsstrafnorm von Art. 146 StGB (Beschwerde S. 7). Dasselbe gilt für die Rüge einer willkürlichen Feststellung des Sachverhalts (Beschwerde S. 8). Daran, dass die Geschädigte grundsätzlich nicht legitimiert ist, Beschwerde in Strafsachen zu erheben, vermag nichts zu ändern, dass sie gegen den Angeschuldigten einen Zivilprozess führt und dieser den hier angefochtenen und angeblich falschen Strafentscheid beim Zivilgericht eingereicht hat (Beschwerde S. 8/9). Aus § 10 der Strafprozessordnung des Kantons Zürich (Beschwerde S. 9) kann die Geschädigte im Übrigen für die Beantwortung der Frage, wer vor Bundesgericht zur Beschwerde in Strafsachen legitimiert ist, nichts herleiten. Und schliesslich ist nicht ersichtlich, inwieweit vom vorinstanzlichen Entscheid pendente Kontosperren betroffen sein könnten (Beschwerde S. 10), weshalb dieses Vorbringen schon mangels hinreichender Begründung nicht gehört werden kann. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos geworden.

3.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdegegner hat eine kurze Stellungnahme eingereicht (act. 9). Da er dazu nicht aufgefordert worden und das Vorbringen auch noch verfehlt ist (s. oben E. 1), kommt eine Entschädigung von vornherein nicht in Betracht.

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. August 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Keywords

standinginadmissibilityfrauddiscontinuanceinjured partycostssuspensive effectarbitrariness

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the criminal complaint was filed in time

Extracted holding

The complaint was timely because service occurred on 8 June 2009, not 5 June 2009.

Extracted reasoning

The respondent's lateness objection was rejected based on the delivery confirmation.

Key legal question

Whether the complainant had standing to challenge the dismissal of the fraud investigation

Extracted holding

A non-victim injured party generally lacks standing in criminal matters and could not rely on the requested grounds to obtain review.

Extracted reasoning

Under settled case law, a mere injured party not qualifying as an OHG victim is not entitled to complain; this also excludes complaints about arbitrary application of fraud law and arbitrary fact-finding, and civil proceedings or alleged effects on account freezes do not change this.

Key legal question

Whether the request for suspensive effect remained pending

Extracted holding

It became moot once the court decided the case on the merits of admissibility.

Extracted reasoning

The non-entry decision disposed of the matter, so interim relief was no longer needed.

Key legal question

Allocation of court costs and compensation

Extracted holding

Court costs were imposed on the complainant, and no compensation was awarded to the respondent.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome; the respondent's unsolicited and unfounded submission did not justify an indemnity.

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