Validity of an eight-week freight-payment term in standard conditions

70 C 14/10Court of First InstanceMay 12, 2010Civil lawDismissed

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Omnilex summary

The plaintiff sought default interest and pre-litigation legal fees connected with freight charges totaling EUR 1,439.90 for two freight orders. The Bochum Local Court held that the defendant’s standard-term provision making freight payable eight weeks after receipt of all original documents was effective. The term was neither surprising nor unfair, and the parties could agree on a different payment due date because the relevant HGB rules were dispositive. The documents arrived on 15 September 2008, so payment was due on 15 November. The defendant sent a cheque on 13 November, meaning it paid on time. The court dismissed the claims and ordered the plaintiff to pay the costs.

Omnilex headnote

Sections 307 and 308 BGB; contractual deferral of freight-payment maturity through standard terms. Where the applicable HGB rules are dispositive, parties may agree on a different maturity date. A term making freight payable eight weeks after complete receipt of original documents is not, without more, surprising or unreasonably disadvantageous where the term is legible and not concealed, the documents are customarily required in commercial dealings, and the creditor no longer needs them after performance. The possibility that an original document might be lost does not itself render the term unfair: under § 242 BGB, the debtor may not rely on non-maturity or retention rights if the missing original causes no further disadvantage. Timely payment precludes default interest and related pre-litigation legal costs.

Full text

Amtsgericht Bochum — 70 C 14/10 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2010-05-12

Aktenzeichen: 70 C 14/10

ECLI: ECLI:DE:AGBO:2010:0512.70C14.10.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: 70. Abteilung des Amtsgerichts

Tenor

hat das Amtsgericht Bochum

gemäß § 495 a ZPO im schriftlichen Verfahren

durch den Richter am Amtsgericht

am 12.05.2010

für R e c h t erkannt:

I.

Die Klage wird abgewiesen.

II.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Klägerin.

III.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Die Darstellung des Tatbestandes entfällt gemäß § 313 a ZPO bei einem Streitwert bis 300,00 €.

Entscheidungsgründe:

Der Klägerin stehen weder Verzugszinsen noch vorgerichtliche Anwaltskosten für die Geltendmachung einer Frachtforderung in Höhe von insgesamt 1.439,90 € für zwei Frachtaufträge zu.

Die Beklagte zahlte vielmehr rechtzeitig. Nach § 6 der unstreitig zugrunde liegenden AGB der Beklagten sind vereinbarte Frachten acht Wochen nach vollständigem Eingang der Originalunterlagen fällig. Entgegen der Auffassung der Beklagten kann eine Unwirksamkeit dieser AGB-Klausel nicht festgestellt werden. Die Klausel ist nicht nach §§ 307, 308 BGB unwirksam. Die Regelungen des HGB sind disponibel. Die Parteien konnten danach grundsätzlich eine anderweitige Fälligkeitsregelung treffen. Die Klausel ist nicht überraschend. Es ist vielmehr im Handelsverkehr üblich, dass Originaldokumente verlangt werden. Die Klausel ist auch nicht unbillig und belastet die Klägerin nicht übermäßig. Die Klägerin benötigt nach Abschluss des Vertrages die Dokumente nicht mehr. Die Klausel ist auch nicht unangemessen. Sie ist im Vertragswerk nicht versteckt. Die darin überschaubare Anzahl von AGB, die alle in gleicher Schriftgröße gehalten sind, sind ohne Probleme lesbar. Die Klägerin hat die Klausel auch nicht übersehen, da sie die Originalbelege übersandt hat. Durch die Klausel wird auch die Fälligkeit nicht in unbilliger Weise auf Unzeiten hinausgeschoben. In dem von der Klägerin angesprochenen Fall des Verlustes eines Originaldokumentes dürfte die Beklagte sich nicht weiter auf ihr Zurückbehaltungsrecht bzw. auf die mangelnde Fälligkeit berufen nach § 242 BGB, wenn durch die fehlenden Originale keine Nachteile mehr entstehen könnten. Danach führt die Klausel auch nicht dazu, dass die Klägerin im Zweifelsfall für unabsehbare Zeit nicht oder überhaupt nicht durchsetzbare Frachtforderungen hätte, wenn nur ein einziges Original fehlte.

Nach unstreitigem Eingang der Originalunterlagen am 15.09.2008 waren die Forderungen danach am 15.11.2008 fällig. Die Beklagte übersandte unstreitig am 13.11.2008 einen Verrechnungsscheck, der mit einem Zahlungsvorbehalt versehen war, den die Beklagte aber auf Telefonat aufgegeben hatte. Somit liegt eine rechtzeitige Zahlung vor. Ein Anspruch auf Verzugszinsen und vorgerichtliche Kosten entfällt danach.

Die Klage war danach, ohne dass es noch auf aufrechenbare Gegenforderungen der Beklagten und Einwendungen zur Höhe des geltend gemachten vorgerichtlichen Anwaltshonorars ankommt, abzuweisen mit den Nebenentscheidungen aus §§ 91, 708 Nr. 11 in Verbindung mit § 713 ZPO.

Keywords

standard termsfreight chargespayment maturitydefault interestpre-litigation legal feescommercial contracts

The clause was valid and the defendant paid before the charges became due; no default interest or pre-litigation legal fees were owed.

The HGB rules were dispositive, so the parties could agree on a different due date. The clause was neither surprising nor unfair or unreasonably burdensome: it was legible, not hidden, and obtaining original documents was customary in commercial dealings. The defendant received the documents on 15 September 2008, making payment due on 15 November 2008; it sent a cheque on 13 November 2008.

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