Reasonable Expert Fees and Additional Traffic-Accident Damages

67 C 578/11Court of First InstanceFeb 21, 2012Civil lawDismissed

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Omnilex summary

The plaintiff sought further compensation from the defendant following a traffic accident, with the dispute principally concerning whether the expert’s invoiced charges were customary and reasonable. The Bochum District Court dismissed the claim, holding that any damages claims had already been extinguished by payment. For its estimate under § 287 ZPO, the court relied on the Gesprächsergebnis V. schedule, which adds average ancillary costs to a basic fee, and rejected the BVSK survey as an adequate basis. It considered distance-based travel fees potentially avoidable where local experts were available. The plaintiff was ordered to pay the costs.

Omnilex headnote

§§ 249 BGB, 287 ZPO; estimation of necessary expert costs after a traffic accident. In estimating customary and reasonable expert fees, the court may use a schedule that combines a basic fee with average ancillary expenses. A survey presenting separate ancillary charges by tariff zone is not necessarily a suitable estimation basis. In particular, kilometer-based travel charges may not reflect necessary costs where the injured party could have instructed an expert in the vicinity and the additional travel resulted from choosing a more distant expert. The court considered the Gesprächsergebnis V. schedule suitable because it incorporates average ancillary expenses as a supplement to the basic fee.

Full text

Amtsgericht Bochum — 67 C 578/11 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2012-02-21

Aktenzeichen: 67 C 578/11

ECLI: ECLI:DE:AGBO:2012:0221.67C578.11.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: 67. Abteilung des Amtsgerichts

Tenor

hat das Amtsgericht Bochum

im vereinfachten Verfahren gemäß § 495a ZPO ohne mündliche Verhandlung am 21.02.2012

durch den Richter am Amtsgericht

für Recht er¬kannt:

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden dem Kläger auferlegt.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Der Streitwert wird auf 138,11 Euro festgesetzt (§§ 3-5 ZPO).

Entscheidungsgründe:

Die Klage ist unbegründet.

Der Kläger hat aus keinem rechtlichen Gesichtspunkt weitere Schadensersatzansprüche gegen die Beklagte aus dem streitgegenständlichen Verkehrsunfall vom 04.07.2011. Etwaige Schadensersatzansprüche sind hier durch Erfüllung untergegangen.

Dies gilt besonders auch für die hier streitigen Sachverständigenkosten.

Hier streiten die Parteien im Wesentlichen nur darum, ob die von dem Sachverständigen Bernhardt in seiner Rechnung vom 05.07.2011 eingesetzten Werte ortsüblich und angemessen sind.

Nach der ständigen Rechtsprechung des angerufenen Gerichts in Übereinstimmung mit nahezu allen Abteilungen des Amtsgerichts Bochum, schätzt das Gericht hier die angemessenen und ortsüblichen Sachverständigenkosten gem. § 287 ZPO nach den Grundsätzen der Werte im Gesprächsergebnis V. vom 01.11.2009.

Die darin befindlichen Werte setzen sich differenziert aus den Werten der BVSK Honorarbefragung 2008/2009 und weiteren Nebenkosten zusammen.

Die vom Kläger vorgebrachte BVSK Honorarbefragung 2008/2009 ist dagegen nach der ständigen Rechtsprechung des angerufenen Gerichts gerade nicht geeignet als Schätzungsgrundlage gemäß § 287 ZPO. Die zuletzt genannte Tabelle enthält nämlich ein Grundhonorar und dann im Einzelnen noch unterschiedliche Nebenkosten geordnet nach verschiedenen Tarifzonen.

Soweit dort z.B. Fahrtkosten je Kilometer eingesetzt sind bestehen schon deshalb Bedenken, weil die erforderlichen Kosten im Sinne des § 249 BGB nicht beinhalten, dass der Geschädigte einen Sachverständigen ortsfern je nach seiner Wahl beauftragen kann. Hier sind sehr wahrscheinlich die Fahrkosten von 60,00 Euro in der Rechnung des Sachverständigen C. gerade deshalb entstanden, weil der Sachverständige möglicherweise von Werdohl aus nach Bochum fahren musste.

Im näheren Bereich der Stadt Bochum existieren allerdings ausreichend Sachverständige, bei denen z.B. derartige Fahrtkosten gerade nicht entstehen. Bereits an diesem Beispiel lässt sich feststellen, dass die vom Kläger vorgelegte Tabelle nicht als Schätzungsgrundlage ausreicht.

Vielmehr ist die vom Gericht angewandte Tabelle geeignet, weil hier Nebenkosten pauschal zum Grundhonorar hinzugefügt werden und dabei durchschnittliche Werte eingerechnet sind.

Nach der vom Gericht angewandten Tabelle ist daher als ortsüblich und angemessen zu schätzen genau der von der Beklagte gezahlte Betrag von 379,00 Euro ausgehend von einem Reparaturschaden in Höhe von bis 1.750,00 Euro.

Die Nebenentscheidungen ergeben sich aus §§ 91 I, 708 Ziff. 11, 713 ZPO.

Keywords

traffic accidentexpert feesdamagescost estimationreasonable expenses

No further damages were recoverable because any such claims had been extinguished by performance; €379 was a reasonable and customary amount for the repair damage in question.

The court estimated reasonable local expert costs under § 287 ZPO using the Gesprächsergebnis V. schedule, which combines a basic fee with average ancillary costs. It rejected the BVSK survey as an adequate estimation basis, including because distance-based travel charges could reflect an unnecessary choice of a remote expert.

The plaintiff must bear the costs of the proceedings.

The plaintiff's claim was dismissed.

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