No qualifying “large quantity” for attempted drug transit

BGH 2 StR 89/14Bgh / Criminal Chamber IIApr 29, 2014Partially Granted

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Omnilex summary

The Federal Court of Justice partly upheld the defendant’s appeal against a Frankfurt Regional Court judgment. It held that attempted unlawful transit of narcotics has no aggravated form based on a 'large quantity,' so the conviction had to be amended. The sentence of four years and six months' imprisonment was nevertheless upheld, because the trial court had sentenced within the mitigated framework and the drug quantity remained a proper sentencing factor. The remainder of the appeal was dismissed, and the appellant had to pay the costs.

Omnilex headnote

§ 29 Abs. 1 S. 1 Nr. 5 BtMG; § 29a Abs. 1 BtMG; attempted unlawful transit of narcotics cannot be qualified by a 'large quantity' element. The BtMG contains no aggravated form for the attempted transit offence; where the conduct fulfills only the attempt of transit, the offense remains a misdemeanor under § 29(1) no. 5 BtMG. An erroneous addition of such a qualification in the conviction formula does not require interference with the sentence if the trial court demonstrably based sentencing on the correct mitigated framework and the factual circumstances, especially the drug quantity, would have supported the same sanction (consid. 3-5). § 265(1) StPO is not violated if the accused had confessed and no different defense would have been available.

Full text

BGH — 2 StR 89/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-04-29

Aktenzeichen: 2 StR 89/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 29 Abs 1 S 1 Nr 5 BtMG, § 29a Abs 1 BtMG

Vorinstanz: vorgehend LG Frankfurt, 11. Dezember 2013, Az: 5/27 KLs 21/13

Spruchkörper: 2. Strafsenat

Titelzeile

Unerlaubte Durchfuhr von Betäubungsmitteln: Qualifikation „in nicht geringer Menge"

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 11. Dezember 2013 dahin abgeändert, dass der Angeklagte der Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Versuch der unerlaubten Durchfuhr von Betäubungsmitteln schuldig ist.

  2. Die weiter gehende Revision des Angeklagten wird verworfen.

  3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Versuch der unerlaubten Durchfuhr von Betäubungsmitteln „in nicht geringer Menge" zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt und sichergestelltes Rauschgift nebst Verpackung eingezogen. Hiergegen richtet sich die Revision des Angeklagten mit der Sachbeschwerde. Das Rechtsmittel führt zu der aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Änderung des Schuldspruchs; im Übrigen ist es unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.

2 Nach den Feststellungen des Landgerichts wollte der Angeklagte im Auftrag eines unbekannt gebliebenen Hintermanns auf dem Luftweg 15.843,7 g Kokaingemisch mit einem Wirkstoffanteil von 51,4 % (7.709,7 g Kokain-Hydrochlorid) in seinem Gepäck von Brasilien nach Indien transportieren, damit es dort verkauft werden sollte. Bei der Zwischenlandung in Frankfurt am Main, bei welcher der Angeklagte keinen Zugriff auf das Gepäck hatte, wurde er festgenommen.

3 Die Verurteilung wegen Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge weist keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten auf. Auch die Annahme eines tateinheitlich begangenen Versuchs der unerlaubten Durchfuhr von Betäubungsmitteln ist rechtsfehlerfrei; jedoch kennt das Betäubungsmittelgesetz keine Qualifikation bei (versuchter) unerlaubter Durchfuhr von Betäubungsmitteln „in nicht geringer Menge" (vgl. Patzak in Körner/Patzak/Volkmer, BtMG, 7. Aufl., § 29 Teil 14 Rn. 16). Es bleibt insoweit bei einem Vergehen gemäß § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 BtMG.

4 Der Senat ändert den Schuldspruch entsprechend. § 265 Abs. 1 StPO steht nicht entgegen, weil sich der Angeklagte, der die Tat eingeräumt hat, nicht anders als geschehen hätte verteidigen können.

5 Der Senat schließt aus, dass die Strafzumessung auf der rechtsfehlerhaften Annahme eines tateinheitlich begangenen Versuchs der unerlaubten Durchfuhr von Betäubungsmitteln „in nicht geringer Menge" beruht. Das Landgericht hat die Strafe dem gemäß § 27 Abs. 2 Satz 2 StGB, § 49 Abs. 1 StGB gemilderten Strafrahmen des § 29a Abs. 1 BtMG entnommen. Dabei hat es in zulässiger Weise die tateinheitliche Erfüllung zweier Tatbestände strafschärfend berücksichtigt, dabei aber betont, dass dies „nur wenig ins Gewicht fiel". Die erhebliche Menge des mitgeführten Rauschgifts - rund das 1540fache der nicht geringen Menge - ist in diesem Rahmen (vgl. auch § 29 Abs. 3 Satz 1 BtMG) jedenfalls als Strafzumessungstatsache zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund ist sicher davon auszugehen, dass das Landgericht bei rechtlich richtiger Fassung des Schuldspruchs nicht zu einem für den Angeklagten günstigeren Strafausspruch gelangt wäre.

Appl Krehl Eschelbach

Ott Zeng

Keywords

drug transitlarge quantityattemptaiding and abettingsentencingconviction amendmentappeal costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether attempted unlawful transit of narcotics can be qualified as transit in a large quantity

Extracted holding

No. The Narcotics Act contains no qualification for attempted unlawful transit 'in a large quantity'; it remains an offence under § 29(1) no. 5 BtMG.

Extracted reasoning

The statute does not provide a large-quantity qualifier for the attempted transit offence, so the aggravated form used by the trial court was legally incorrect.

Key legal question

Whether the incorrect qualification required setting aside the sentence

Extracted holding

No. The court excluded that the sentence was based on the erroneous qualification; the sentence could stand.

Extracted reasoning

The trial court sentenced within the mitigated framework of § 29a BtMG and expressly treated the concurrent offences only as a minor aggravating factor. The very large drug quantity remained a relevant sentencing factor, so a more lenient sentence was not to be expected.

Key legal question

Whether the remaining appeal had merit

Extracted holding

The appeal was otherwise unfounded.

Extracted reasoning

Apart from the corrected conviction wording, no reversible error to the accused's detriment was found.

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