Requirements for non-admission complaint; liquidation loss under § 17 EStG

BFH IX B 157/10Bfh / Division 9Jun 8, 2011Dismissed

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Omnilex summary

The BFH dismissed a non-admission complaint against an FG judgment concerning the tax recognition of a liquidation loss from a capital company under § 17 EStG. It held that the relevant principles are settled and that the complainant failed to meet the substantiation requirements for alleging a procedural defect, because he did not show why his evidentiary request was sufficiently specific or why the omitted evidence could have changed the result.

Omnilex headnote

§ 115 Abs. 2 Nr. 1, Nr. 3, § 116 Abs. 3 S. 3 FGO; § 76 FGO; § 17 EStG: The requirements for admitting a non-admission complaint are not met where the asserted legal question is already settled in supreme-court case law and the complaint against an alleged failure to take evidence does not sufficiently explain both the substantiation of the evidentiary request and the relevance of the omitted evidence under the substantive view of the FG. A liquidation loss under § 17 EStG generally arises only upon completion of liquidation; an earlier realization is exceptional only if no material change in the loss remains to be expected and it is foreseeable whether further acquisition or disposal costs will accrue.

Full text

BFH — IX B 157/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-06-08

Aktenzeichen: IX B 157/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 76 FGO, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 3 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO, § 17 EStG 1997

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Rheinland-Pfalz, 13. September 2010, Az: 5 K 1835/09, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Anforderungen an die Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde - Grundsätze zur Berücksichtigung eines Auflösungsverlusts einer Kapitalgesellschaft sind geklärt - Rüge mangelnder Sachaufklärung bei Übergehen eines Antrags auf Erhebung eines Ausforschungsbeweises

Leitsatz

  1. NV: Die Grundsätze, nach denen ein Verlust aus der Auflösung einer Kapitalgesellschaft nach den Bestimmungen des § 17 EStG zu berücksichtigen ist, sind in der höchstrichterlichen Rechtsprechung geklärt .

  2. NV: Hat das FG einen Beweisantrag des Klägers mangels konkret benannter Tatsachen als Ausforschungsbeweisantrag behandelt und deshalb unbeachtet gelassen, muss der Kläger zur Darlegung einer Rüge mangelnder Sachaufklärung im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren ausführen, aus welchen Gründen sein Beweisantrag als hinreichend substantiiert hätte beurteilt werden müssen und aus welchen Gründen unter Zugrundelegung der materiell-rechtlichen Auffassung des FG ein anderes Ergebnis möglich gewesen wäre .

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg.

2 Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Denn die Grundsätze, nach denen ein Verlust aus der Auflösung einer Kapitalgesellschaft nach den Bestimmungen des § 17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu berücksichtigen ist, sind in der höchstrichterlichen Rechtsprechung geklärt (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 10. Februar 2009 IX B 196/08, BFH/NV 2009, 761). Der BFH geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass ein Auflösungsverlust i.S. des § 17 Abs. 1, 2 und 4 EStG regelmäßig erst im Zeitpunkt des Abschlusses der Liquidation entsteht. Ausnahmsweise kann der Zeitpunkt, in dem der Auflösungsverlust realisiert ist, schon vor Abschluss der Liquidation liegen, wenn mit einer wesentlichen Änderung des Verlustes nicht mehr zu rechnen ist. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn mit Zuteilungen und Rückzahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen nicht mehr gerechnet werden kann und "feststeht" oder jedenfalls "absehbar ist", ob und in welcher Höhe noch nachträgliche Anschaffungskosten oder sonstige im Rahmen des § 17 Abs. 2 EStG zu berücksichtigende Veräußerungs- oder Aufgabekosten anfallen werden (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 27. November 2001 VIII R 36/00, BFHE 197, 394, BStBl II 2002, 731; vom 28. Oktober 2008 IX R 100/07, BFH/NV 2009, 561). Das Finanzgericht (FG) hat seine Einzelfallentscheidung im Einklang mit dieser Rechtsprechung getroffen.

3 Die Rüge des Klägers und Beschwerdeführers (Kläger), das FG habe den von ihm angetretenen Zeugenbeweis übergangen, entspricht nicht den Darlegungsanforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO. Bei einer solchen Rüge mangelnder Sachaufklärung (§ 76 FGO) muss u.a. schlüssig dargelegt werden, inwiefern das angefochtene Urteil --ausgehend von der materiell-rechtlichen Auffassung des FG-- auf der unterlassenen Beweisaufnahme beruhen kann und was das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme gewesen wäre (vgl. BFH-Beschluss vom 15. Oktober 2010 II B 39/10, BFH/NV 2011, 206). Diesen Anforderungen genügen die Ausführungen des Klägers nicht. Das FG hat den Beweisantrag des Klägers mangels konkret benannter Tatsachen als Ausforschungsbeweisantrag behandelt und deshalb unbeachtet gelassen. Der Kläger hätte insoweit ausführen müssen, aus welchen Gründen sein Beweisantrag als hinreichend substantiiert hätte beurteilt werden müssen und aus welchen Gründen unter Zugrundelegung der materiell-rechtlichen Auffassung des FG ein anderes Ergebnis möglich gewesen wäre. Solche Ausführungen fehlen.

Keywords

non-admission complaintliquidation losscapital companyburden of substantiationfailure to take evidencetax procedure

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Key legal question

Whether the complaint showed a ground for admission based on fundamental importance regarding § 17 EStG liquidation losses.

Extracted holding

No. The legal principles governing recognition of a liquidation loss under § 17 EStG are settled in supreme-court case law.

Extracted reasoning

The court held that its settled case law already answers when an Auflösungsverlust arises, generally only upon completion of liquidation, exceptionally earlier if no material change is expected and it is foreseeable whether further costs or returns will occur.

Key legal question

Whether the complaint adequately supported a procedural objection that the FG ignored an evidentiary request and failed to clarify the facts.

Extracted holding

No. The complaint did not meet the substantiation requirements for a complaint based on lack of factual clarification.

Extracted reasoning

A party must explain why the evidentiary request was sufficiently substantiated and why, on the FG's substantive view, the omitted evidence could have led to a different outcome. Those explanations were missing.

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