Gegenvorstellung against BFH cost decision inadmissible

BFH II S 18/14Bfh / Division 2May 8, 2014Dismissed

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Omnilex summary

The BFH dealt with a filing labeled as a complaint against its earlier order rejecting an objection to a cost bill. It interpreted the filing as a motion for reconsideration, held that no complaint remedy exists against BFH decisions, and found that reconsideration is not available against a non-amendable decision. The absence of BFH-admitted counsel did not bar the filing, but the motion was still inadmissible. The court also rejected any suggestion that the debtor’s personal circumstances or the Social Court Düsseldorf’s orders affected the statutory cost allocation. The decision was issued free of court fees.

Omnilex headnote

§ 128 FGO; Gegenvorstellung gegen BFH-Entscheidungen über eine Erinnerung: Eine Beschwerde ist gegen BFH-Beschlüsse nicht statthaft und als Gegenvorstellung auszulegen; diese ist jedoch nur gegen noch abänderbare Entscheidungen eröffnet. Für die Einlegung der Gegenvorstellung gegen den Erinnerungsbeschluss besteht beim BFH kein Vertretungszwang. Eine gegenvorstellungsweise Korrektur kommt im Übrigen nur ausnahmsweise bei substantiiert dargelegten schwerwiegenden Grundrechtsverstößen oder offensichtlicher gesetzeswidriger Unhaltbarkeit in Betracht; bloße abweichende Würdigung persönlicher Verhältnisse oder sozialgerichtlicher Feststellungen genügt nicht. Die Kostenfolge des erfolglos betriebenen Rechtsmittels richtet sich nach § 135 Abs. 2 FGO; finanzielle Leistungsfähigkeit ist bei der Gebührenerhebung nicht zu berücksichtigen.

Full text

BFH — II S 18/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-05-08

Aktenzeichen: II S 18/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 62 Abs 4 FGO

Vorinstanz: vorgehend BFH, 10. April 2014, Az: II E 1/14, Beschluss

Spruchkörper: 2. Senat

Titelzeile

Gegenvorstellung gegen BFH-Beschluss über Erinnerung nicht statthaft

Leitsatz

NV: Eine Gegenvorstellung gegen einen Beschluss, durch den der BFH eine Erinnerung gegen eine Kostenrechnung zurückgewiesen hat, kann zwar ohne Beachtung des beim BFH bestehenden Vertretungszwanges eingelegt werden, ist aber nicht statthaft.

Tatbestand

1 I. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat durch Beschluss vom 10. April 2014 II E 1/14 die Erinnerung des Kostenschuldners, Erinnerungsführers und Rügeführers (Kostenschuldner) gegen die Kostenrechnung des BFH --Kostenstelle-- vom 23. Januar 2014 KostL 54/14 zurückgewiesen. Dagegen hat der Kostenschuldner mit Schreiben vom 2. Mai 2014 "Beschwerde" eingelegt.

Entscheidungsgründe

2 II. 1. Da Beschwerden gemäß § 128 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nur gegen bestimmte Entscheidungen der Finanzgerichte, nicht aber gegen Entscheidungen des BFH vorgesehen sind, ist die "Beschwerde" des Kostenschuldners als Gegenvorstellung auszulegen, die allerdings unzulässig ist.

3 2. Der Zulässigkeit der Gegenvorstellung steht zwar nicht entgegen, dass der Kostenschuldner nicht durch einen beim BFH gemäß § 62 Abs. 4 Sätze 1 bis 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 1 FGO zugelassenen Prozessbevollmächtigten vertreten wird. Für die Einlegung der Erinnerung besteht nämlich beim BFH kein Vertretungszwang (BFH-Beschlüsse vom 21. Juni 2012 X E 3/12, BFH/NV 2012, 1618, und vom 26. Juni 2012 X E 4/12, BFH/NV 2012, 1622). Gleiches gilt auch für eine Gegenvorstellung gegen den Beschluss des BFH über eine Erinnerung.

4 3. Die Gegenvorstellung ist aber nicht statthaft. Gegenvorstellungen können nur noch gegen abänderbare Entscheidungen des Gerichts erhoben werden (BFH-Beschluss vom 14. Februar 2012 IV S 1/12, BFH/NV 2012, 967, Rz 8). Die Entscheidung über eine Erinnerung gehört nicht zu den abänderbaren Entscheidungen.

5 4. Würde man demgegenüber die Statthaftigkeit von Gegenvorstellungen unterstellen, wären sie allenfalls dann zulässig, wenn substantiiert dargelegt würde, die angegriffene Entscheidung beruhe auf schwerwiegenden Grundrechtsverstößen oder erscheine unter keinem denkbaren Gesichtspunkt vertretbar und entbehre jeder gesetzlichen Grundlage (BFH-Beschluss vom 14. Februar 2012 X S 4/12 (PKH), BFH/NV 2012, 967, Rz 8).

6 Das Vorliegen dieser Voraussetzungen hat der Kostenschuldner nicht substantiiert dargelegt. Entgegen seiner Ansicht ergibt sich weder aus der Gewährung von Prozesskostenhilfe durch Beschluss des Sozialgerichts Düsseldorf vom 9. April 2014 S 23 SB 2198/13 für ein bei diesem Gericht anhängiges Verfahren noch aus dem laut weiterem Beschluss dieses Gerichts vom 9. April 2014 S 23 SB 2198/13 beim Kostenschuldner gegebenen "Gesamt-GdB von 40", dass der BFH-Beschluss vom 10. April 2014 II E 1/14 derartige schwere Fehler aufweist. Dass der Kostenschuldner die Kosten des von ihm erfolglos betriebenen Beschwerdeverfahrens II B 115/13 zu tragen hat, ergibt sich aus § 135 Abs. 2 FGO. Die Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Kostenschuldners ist weder in dieser Vorschrift noch in den der Berechnung der Gerichtsgebühren zugrunde liegenden Vorschriften vorgesehen. Ob pfändbares Vermögen des Kostenschuldners vorhanden ist, ist gegebenenfalls im Rahmen der Beitreibung der Gerichtskosten zu prüfen.

7 5. Die Entscheidung ergeht gerichtsgebührenfrei (BFH-Beschlüsse vom 14. Februar 2012 X S 1/12, BFH/NV 2012, 1149, Rz 13, und vom 24. April 2012 IX E 4/12, BFH/NV 2012, 1798, Rz 9).

Keywords

cost billreconsiderationinadmissibilityrepresentation requirementprocedural remedycourt costs

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Key legal question

Whether a complaint lies against a BFH order rejecting an objection to a cost bill.

Extracted holding

No; a complaint under § 128 FGO is available only against certain decisions of the finance courts, not against BFH decisions.

Extracted reasoning

Because the remedy is not provided for BFH decisions, the filing had to be treated as a reconsideration request, which was inadmissible.

Key legal question

Whether a reconsideration request against a BFH order on an objection requires representation by a BFH-admitted lawyer.

Extracted holding

No; such a request may be filed without compliance with the BFH representation requirement.

Extracted reasoning

There is no representation requirement for filing an objection before the BFH, and the same applies to a reconsideration request against the BFH's ruling on that objection.

Key legal question

Whether a reconsideration request is statutorily available against a BFH order on an objection to a cost bill.

Extracted holding

No; reconsideration is only available against decisions that are still amendable, and a ruling on an objection is not one of them.

Extracted reasoning

The challenged decision is not an amendable decision of the court, so reconsideration is not competent.

Key legal question

Whether the alleged serious fundamental-rights violations justified entertaining the reconsideration request.

Extracted holding

No; the debtor did not substantiate any serious constitutional defect or manifest unlawfulness.

Extracted reasoning

The social-court orders on legal aid and disability degree did not show grave error in the BFH order; the cost burden followed from § 135 Abs. 2 FGO, and personal financial circumstances are irrelevant to the fee calculation stage.

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