resultent. Le canton requerant. lui. n'a pas de choix,
il doit s'incliner devant la decision du canton requis;
on ne peut done pas dire qu'il eonfie a l'Etat requis le
soin de le remplacer pour l'exeeution de la peine. n
n'a donne aucune mission et n'a des lors pas a supporter
des frais qu'il ne Iui appartenait pas. d'eviter.
Le eanton de Geneve objecte a tort que, le cas eche-
ant, l'Etat requis devrait faire subir une peine. qui
n' est pas en harmonie avee sa loi. Rien ne l' oblige a
se charger de l'execution de la peine; il peut se sou
traire a cette obligation en extradant le eondamne.
On pourrait se
4emander si la loi ne l'autorise pas aussi
a recommencer toute la procedure et a juger et punir
ä teneur de ses propres -lois le delinquant malgre la
condamnation dejä pro noncee (RO 25 I p. 347). Mais
du moment que lecanton de Geneve n'a pas revendique
cette faculte, on
peut laisser la question sans solution.
Le principe d'equite. invoque par le canton de Geneve.
n'exige nullement que le canton de
Beme paie les frais
de la detention
a Geneve. Si l'Etat requisestime qu'il
n'est pas equitable de lui faire supporter ces frais. il
n'a qu'ä accorder l'extradition pour echapper a cette
obligation.
L'argument
tire de l'art. 15 hiff. 1 de la loi ne parle
pas non plus en faveur de la
these du canton de Geneve.
Cette disposition ne vaut que pour le cas de l'extra-
dition, mais non pour le cäs exceptionnel OU l'extra-
dition est refusee. Au reste, le fait
que le canton re-
querant, qui obtient l'extradition. doit indemniser
le canton requis montre que le canton qui se charge
de la repression en assume aussi les frais.
n va naturellement de soi que le canton . de la re-
pression peut faire valoir contre le condamne les droits
prevus
par la loi cantonale quant au paiement des frais.
Le Tribunal jidiral prononce:
La demande est admise dans ce sens que les frais
resultant de l'execution de la peine prononcee contre
Gavairon sero
nt . supportes par le canton de Geneve,
sous reserve de ses droits contre le condamne.
IX.
ORGANISATION
DER BUNDESRECHTSPFLEGE
ORGANISATION JUDICIAffiE FEDERALE
Vgl. Nr. 31, 35, 36, 42 und 47.
Voir nOS 31, 35, 36, 42 et 47.
B. STRAFRECHT -DROIT PENAL
BUNDESSTRAFRECHT
CODE
PENAL FEDERAL
50. Urteil des Xasaationshofes vom 99. September 1999
i. S. Schweiz. Bundesanwaltschaft gegen Arnold.
Bundesgesetz betreffend Volksnstimmun über Bundes-
gesetze und Bundesbeschlüsse vom 17. JuUl 1874,Art. 5 und
10' Bundesstrafrecht Art; 49 litt. d: Wer, obwohl vom
Aktivbürgerrecht ausgeschlossen, ein Referendumsbegehren
unt
erzeichnet, macht sich dadurch nicht strafbar.
S
h
für
Bedeutung der Gesetzestexte verschiedener prac en
das Strafrecht.
A. -Am 26. Mai 1922 hnt das Appellationsgericht
des Kantons Basel-Stadt den Emil Amold freigesprochen,
welcher gestützt auf Art.
10 des Bundesgesetzes be-
treffend Volksabstimmung über. Bundesgesetze und
Bundesbeschlusse
vom 17. Juni 1874 und Art. 49 litt. d
des Bundesstrafrechts angeklagt war, weil er, obwohl
durch Urteil des Territorialgerichtes 5 vom 8. September
1919 für drei Jahre im Aktivbürgerrecht eingestellt, im
März 1922 das Referendum gegen das Bundesgesetz
vom 31. Januar 1922 betreffend Abänderung des Bundes-
gesetzes über das Bundesstrafrecht der Schweizerischen
Eidgenossenschaft vom 4. Februar 1853 unterzeichnet
hatte.
B. -Gegen dieses Urteil hat die. Bundesanwalt-
schaft Kassationsbeschwerde eingelegt, mit dem Antrag
auf Aufhebung desselben und Rückweisung zu neuer
Beurteilung.
Der Kassationshof ziehl in Erwägung:
. 1. -Gemäss Art. 1Q des Bundesgesetzes betreffend
Volksabstimmung über Bundesgesetze und Bundes-
beschlüsse von 1874 ist derjenige nicht stimmberechtigt,
welcher vom Aktivbürgerrecht ausgeschlossen ist. und
daher nicht befugt, die Volksabstimmung über Bundes-
gesetze usw. zu verlangen (Art. 1 leg. eil.). Schliesst er
sich einem Verlangen nach der Volksabstimmung den-
noch an, so macht er sich nach Auffassung der Kassations-
klägerin strafbar gemäss Art. 49 litt. d des Bundes-
strafrechts, der denjenigen mit Strafe bedroht, welcher
unbefugter Weise an einer solchen (d. h. gemäss
der Bundesgesetzgebung stattfindenden ) Wahl oder
an deren (richtig: anderen)' Verhandlung teilnimmt .
Diesem Standpunkt kann nicht beigetreten werden. Der
Umstand freilich, dass das Institut der Volksabstimmung
über Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse erst nach Er-
lass jenes Strafgesetzes in das öffentliche Recht des Bun-
des eingeführt worden ist, würde dessen Anwendung auf
das Verlangen der Volksabstimmung über ein Bundes-
gesetz oder einen Bundesbeschluss an sich nicht ent-
gegenstehen. zumal sich die Unterzeichnung eines solchen
Begehrens in keiner für die vorliegende Frage wesent-
lichen Beziehung von der Unterzeichnung eines Volks-
H3
begehrens um Revision der Bundesverfassung unter-
scheidet, das schon in der Verfassung von 1848 vor-
gesehen war. Allein die Unterzeichnung des Verlangens
einer Volksabstimmung kann schlechterdings nicht unter
den Begriff der ( Verhandlung subsumiert werden.
Zwar muss diesem Ausdruck eine über den Wortsinn
hinausgehende Auslegung gegeben werden, die z. B.
die Urnenabstimmung mitumfasst, nachdem auch die
speziell hervorgehobene
Art der Verhandlung, die (eid-
genössische)
Wahl, zur Hauptsache nicht mehr in eigent-
lichen
Wahlverhandlungen, sondern in der Form der
Urnenwahl stattfindet. Doch setzt eine Verhandlung-
auch in diesem weiteren Sinn -das Zusammellhandeln
Mehrerer miteinander voraus, wie es bei der von der
Behörde auf einen bestimmten Zeitpunkt angeordneten
Wahl zwischen den Wählern einerseits und dem Wahl-
bureau anderseits stattfindet. Etwas anderes ergibt
sich auch nicht aus Art. 46 und 47 leg. eil., welche die
Kassationsklägerin zur Auslegung des Art. 49 heran-
ziehen will, spricht doch insbesondere Art. 47 geradezu
VOll der durch die Bundesgesetze vorgeschriebenen
Verhandlung. Bei der Unterzeichnung eines Begehrens
um Volksabstimmung aber handelt jeder, der die Eingabe
an den Bundesrat unterzeichnet, für sich allein, und
es hängt nur die Wirkung seines Handeins davon ab,
dass ausser ihm eine bestimmte Anzahl anderer, wiederum
jeder für sich, ebenso gehandelt haben. Zuzugeben ist
freilich, dass die Unterzeichnung eines Begehrens um
Volksabstimmung von den in den romanischen Gesetzes-
texten verwendeten Ausdrücken operation, operazione
umfasst wird. Allein unter dem Gesichtspunkt des
deutschen Textes betrachtet, auf den sich jedenfalls
die
Angeklagten deutscher Muttersprache zu ihrer
Verteidigung berufen können, würde die Bestrafung
der unbefugten Teilnahme an einer anderen Handlung
(als der Verhandlung im erwähnten Sinn), welche in
Ausübung des Stimmrechts vorgenommen wird, auf
A 18 I -1 ):22
einem Analogieschluss dem Zurückgehen auf ein der
Vorschrift des Art. 49 litt, d zu Grunde liegendes all-
gemeineres Prinzip -beruhen,
der bei der Auslegung
der Strafgesetze nicht zulässig ist (AS 44 I S. 213).
2.
-Zu Gunsten der Auffassung der Kassationsklä-
gerin
kann auch nichts aus der Verweisung des Art. 5
des Bundesgesetzes betreffend Volksabstimmung
über
Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse hergeleitet werden,
wonach derjenige, welcher
unter ein Begehren um
Volksabstimmung über ein Bundesgesetz oder einen
Bundesbeschluss eine andere
Unterschrift als die sei-
nige setzt,
de Anwendung der Bestimmungen der
Strafgesetze unterliegt. Abgesehen davon, dass es zweifel-
haft erscheint, ob damit überhaupt auf Art. 49 des
Bundesstrafrechts
und. nicht vielmehr auf kantonale
Strafgesetze verwiesen werden wollte (vgl.
Botschaft
des Bundesrates, BBI 1874 I S. 1005 unten), lässt die
Nichtübernahme
der allgemeinen Klausel des Bundes-
gesetzes betreffend die eidgenössischen Wahlen
und
Abstimmungen von 1872 (Art. 44), wonach Über-
tretungen der Vorschriften dieses Gesetzes nach den
Bestimmungen des Bundesgesetzes
über das Bundes-
strafrecht bestraft werden, und die Beschränkung der
Verweisung auf eine ganz bestimmte Verletzung des
Gesetzes den Schluss zu, dass
man das Verbot der Teil-
nahme
njcht stimmberechtigter Personen an einem
Volksbegehren nicht
unter Strafe stellen wollte, von der
Überlegung ausgehend, dass das Erfordernis der amt-
lichen Bescheinigung der Stimmberechtigung der Unter-
zeichner einen genügenden Schutz gegen Missbräuche
vorliegender
Art darstelle.
Demnach erkennt der Kassationshof:
Die Kassationsbeschwerde wird abgewiesen.
OFDAG Offset ; Formular . und Fotodruck AG 3000 Bem
A. STAATSRECHT -DROIT PUBLIC
'I. GLEICHHEIT VOR DEM GESETZ
(RECHTSVERWEIGERUNG)
EGALITE DEVANT LA LOI
(DENI DE JUSTICE)
51. Urteil vom 27. Oktober 1922 i. S. Bel'llische ltraftwerke
gegen Bern Verwaltungsgericht. .
Kantonales Wasserbaupolizeirecht. Behandlung der Leitung
eines Elektrizitätswerkes als schwellenpflichtiges Grund-
eigentum Keine Willkür.
A. - 12 des bernischen Gesetzes betreffend de
Unterhalt und die Korrektion der Gewässer vom 3. April
1857 (Wasserbaupolizeigesetz)
bestimmt:
( Die Pflicht zur Uferversicherung und zum Schutze
gegen Überschwemmung (Schwellen-und Dammpflicht)
lastet auf dem beteiligten Eigentum. .
Als beteiligt ist dasjenige Eigentum anzusehen, welches.
durch die
Bauten unmittelbar oder mittelbar geschützt
wird.
Je direkter und grösser die von einem Grundstück
abgewendete Gefahr, desto grösser
ist das Beteiligungs-
verhältnis
und die zu tragende Last des betreffenden
Grundstücks.
Zur Durchführung des Uferunterhalts und der nötigen
Schutzbauten ist der Kanton in Schwellenbezirke ein-
geteilt, die
in der Regel mit den Gemeindegrenzen Ui;:' ..
sammenfallen ( 18). Für jeden SchwellenbeZIrk WIrd
ein ( Reglement erlassen, welches namennlich bezeichnen
soll: die Gewässerstrecke, welche der BeZIrk zu, unterhal-
AS 48 I -1922