Art. 49 lit. d CP féd.; art. 5 loi fédérale du 17 juillet 1874 sur la votation populaire; signature d’un référendum par une personne exclue du droit de vote: absence d’infraction. La notion de « Verhandlung » au sens de l’art. 49 lit. d ne saurait être étendue, même par interprétation téléologique, à l’apposition d’une signature sur une requête de référendum, acte accompli individuellement et non dans un concours procédural de plusieurs personnes (consid. 1). En matière pénale, l’analogie défavorable est exclue. La renvoi de l’art. 5 de la loi sur la votation populaire ne permet pas d’inférer une incrimination non exprimée clairement, d’autant que la clause vise seulement la fausse signature et n’implique pas nécessairement l’art. 49 CP (consid. 2).
resultent. Le canton requerant. lui. n'a pas de choix, il doit s'incliner devant la decision du canton requis; on ne peut done pas dire qu'il eonfie a l'Etat requis le soin de le remplacer pour l'exeeution de la peine. n n'a donne aucune mission et n'a des lors pas a supporter des frais qu'il ne Iui appartenait pas. d'eviter. Le eanton de Geneve objecte a tort que, le cas eche- ant, l'Etat requis devrait faire subir une peine. qui n' est pas en harmonie avee sa loi. Rien ne l' oblige a se charger de l'execution de la peine; il peut se sou traire a cette obligation en extradant le eondamne. On pourrait se 4emander si la loi ne l'autorise pas aussi a recommencer toute la procedure et a juger et punir ä teneur de ses propres -lois le delinquant malgre la condamnation dejä pro noncee (RO 25 I p. 347). Mais du moment que lecanton de Geneve n'a pas revendique cette faculte, on peut laisser la question sans solution. Le principe d'equite. invoque par le canton de Geneve. n'exige nullement que le canton de Beme paie les frais de la detention a Geneve. Si l'Etat requisestime qu'il n'est pas equitable de lui faire supporter ces frais. il n'a qu'ä accorder l'extradition pour echapper a cette obligation. L'argument tire de l'art. 15 hiff. 1 de la loi ne parle pas non plus en faveur de la these du canton de Geneve. Cette disposition ne vaut que pour le cas de l'extra- dition, mais non pour le cäs exceptionnel OU l'extra- dition est refusee. Au reste, le fait que le canton re- querant, qui obtient l'extradition. doit indemniser le canton requis montre que le canton qui se charge de la repression en assume aussi les frais. n va naturellement de soi que le canton . de la re- pression peut faire valoir contre le condamne les droits prevus par la loi cantonale quant au paiement des frais. Le Tribunal jidiral prononce: La demande est admise dans ce sens que les frais
resultant de l'execution de la peine prononcee contre Gavairon sero nt . supportes par le canton de Geneve, sous reserve de ses droits contre le condamne. IX. ORGANISATION DER BUNDESRECHTSPFLEGE ORGANISATION JUDICIAffiE FEDERALE Vgl. Nr. 31, 35, 36, 42 und 47. Voir nOS 31, 35, 36, 42 et 47. B. STRAFRECHT -DROIT PENAL BUNDESSTRAFRECHT CODE PENAL FEDERAL 50. Urteil des Xasaationshofes vom 99. September 1999 i. S. Schweiz. Bundesanwaltschaft gegen Arnold. Bundesgesetz betreffend Volksnstimmun über Bundes- gesetze und Bundesbeschlüsse vom 17. JuUl 1874,Art. 5 und 10' Bundesstrafrecht Art; 49 litt. d: Wer, obwohl vom Aktivbürgerrecht ausgeschlossen, ein Referendumsbegehren unt erzeichnet, macht sich dadurch nicht strafbar. S h für Bedeutung der Gesetzestexte verschiedener prac en das Strafrecht. A. -Am 26. Mai 1922 hnt das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt den Emil Amold freigesprochen, welcher gestützt auf Art. 10 des Bundesgesetzes be- treffend Volksabstimmung über. Bundesgesetze und Bundesbeschlusse vom 17. Juni 1874 und Art. 49 litt. d
des Bundesstrafrechts angeklagt war, weil er, obwohl durch Urteil des Territorialgerichtes 5 vom 8. September 1919 für drei Jahre im Aktivbürgerrecht eingestellt, im März 1922 das Referendum gegen das Bundesgesetz vom 31. Januar 1922 betreffend Abänderung des Bundes- gesetzes über das Bundesstrafrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 4. Februar 1853 unterzeichnet hatte. B. -Gegen dieses Urteil hat die. Bundesanwalt- schaft Kassationsbeschwerde eingelegt, mit dem Antrag auf Aufhebung desselben und Rückweisung zu neuer Beurteilung. Der Kassationshof ziehl in Erwägung: . 1. -Gemäss Art. 1Q des Bundesgesetzes betreffend Volksabstimmung über Bundesgesetze und Bundes- beschlüsse von 1874 ist derjenige nicht stimmberechtigt, welcher vom Aktivbürgerrecht ausgeschlossen ist. und daher nicht befugt, die Volksabstimmung über Bundes- gesetze usw. zu verlangen (Art. 1 leg. eil.). Schliesst er sich einem Verlangen nach der Volksabstimmung den- noch an, so macht er sich nach Auffassung der Kassations- klägerin strafbar gemäss Art. 49 litt. d des Bundes- strafrechts, der denjenigen mit Strafe bedroht, welcher unbefugter Weise an einer solchen (d. h. gemäss der Bundesgesetzgebung stattfindenden ) Wahl oder an deren (richtig: anderen)' Verhandlung teilnimmt . Diesem Standpunkt kann nicht beigetreten werden. Der Umstand freilich, dass das Institut der Volksabstimmung über Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse erst nach Er- lass jenes Strafgesetzes in das öffentliche Recht des Bun- des eingeführt worden ist, würde dessen Anwendung auf das Verlangen der Volksabstimmung über ein Bundes- gesetz oder einen Bundesbeschluss an sich nicht ent- gegenstehen. zumal sich die Unterzeichnung eines solchen Begehrens in keiner für die vorliegende Frage wesent- lichen Beziehung von der Unterzeichnung eines Volks-
H3 begehrens um Revision der Bundesverfassung unter- scheidet, das schon in der Verfassung von 1848 vor- gesehen war. Allein die Unterzeichnung des Verlangens einer Volksabstimmung kann schlechterdings nicht unter den Begriff der ( Verhandlung subsumiert werden. Zwar muss diesem Ausdruck eine über den Wortsinn hinausgehende Auslegung gegeben werden, die z. B. die Urnenabstimmung mitumfasst, nachdem auch die speziell hervorgehobene Art der Verhandlung, die (eid- genössische) Wahl, zur Hauptsache nicht mehr in eigent- lichen Wahlverhandlungen, sondern in der Form der Urnenwahl stattfindet. Doch setzt eine Verhandlung- auch in diesem weiteren Sinn -das Zusammellhandeln Mehrerer miteinander voraus, wie es bei der von der Behörde auf einen bestimmten Zeitpunkt angeordneten Wahl zwischen den Wählern einerseits und dem Wahl- bureau anderseits stattfindet. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus Art. 46 und 47 leg. eil., welche die Kassationsklägerin zur Auslegung des Art. 49 heran- ziehen will, spricht doch insbesondere Art. 47 geradezu VOll der durch die Bundesgesetze vorgeschriebenen Verhandlung. Bei der Unterzeichnung eines Begehrens um Volksabstimmung aber handelt jeder, der die Eingabe an den Bundesrat unterzeichnet, für sich allein, und es hängt nur die Wirkung seines Handeins davon ab, dass ausser ihm eine bestimmte Anzahl anderer, wiederum jeder für sich, ebenso gehandelt haben. Zuzugeben ist freilich, dass die Unterzeichnung eines Begehrens um Volksabstimmung von den in den romanischen Gesetzes- texten verwendeten Ausdrücken operation, operazione umfasst wird. Allein unter dem Gesichtspunkt des deutschen Textes betrachtet, auf den sich jedenfalls die Angeklagten deutscher Muttersprache zu ihrer Verteidigung berufen können, würde die Bestrafung der unbefugten Teilnahme an einer anderen Handlung (als der Verhandlung im erwähnten Sinn), welche in Ausübung des Stimmrechts vorgenommen wird, auf A 18 I -1 ):22
einem Analogieschluss dem Zurückgehen auf ein der Vorschrift des Art. 49 litt, d zu Grunde liegendes all- gemeineres Prinzip -beruhen, der bei der Auslegung der Strafgesetze nicht zulässig ist (AS 44 I S. 213). 2. -Zu Gunsten der Auffassung der Kassationsklä- gerin kann auch nichts aus der Verweisung des Art. 5 des Bundesgesetzes betreffend Volksabstimmung über Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse hergeleitet werden, wonach derjenige, welcher unter ein Begehren um Volksabstimmung über ein Bundesgesetz oder einen Bundesbeschluss eine andere Unterschrift als die sei- nige setzt, de Anwendung der Bestimmungen der Strafgesetze unterliegt. Abgesehen davon, dass es zweifel- haft erscheint, ob damit überhaupt auf Art. 49 des Bundesstrafrechts und. nicht vielmehr auf kantonale Strafgesetze verwiesen werden wollte (vgl. Botschaft des Bundesrates, BBI 1874 I S. 1005 unten), lässt die Nichtübernahme der allgemeinen Klausel des Bundes- gesetzes betreffend die eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen von 1872 (Art. 44), wonach Über- tretungen der Vorschriften dieses Gesetzes nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über das Bundes- strafrecht bestraft werden, und die Beschränkung der Verweisung auf eine ganz bestimmte Verletzung des Gesetzes den Schluss zu, dass man das Verbot der Teil- nahme njcht stimmberechtigter Personen an einem Volksbegehren nicht unter Strafe stellen wollte, von der Überlegung ausgehend, dass das Erfordernis der amt- lichen Bescheinigung der Stimmberechtigung der Unter- zeichner einen genügenden Schutz gegen Missbräuche vorliegender Art darstelle. Demnach erkennt der Kassationshof: Die Kassationsbeschwerde wird abgewiesen. OFDAG Offset ; Formular . und Fotodruck AG 3000 Bem A. STAATSRECHT -DROIT PUBLIC 'I. GLEICHHEIT VOR DEM GESETZ (RECHTSVERWEIGERUNG) EGALITE DEVANT LA LOI (DENI DE JUSTICE) 51. Urteil vom 27. Oktober 1922 i. S. Bel'llische ltraftwerke gegen Bern Verwaltungsgericht. . Kantonales Wasserbaupolizeirecht. Behandlung der Leitung eines Elektrizitätswerkes als schwellenpflichtiges Grund- eigentum Keine Willkür. A. - 12 des bernischen Gesetzes betreffend de Unterhalt und die Korrektion der Gewässer vom 3. April 1857 (Wasserbaupolizeigesetz) bestimmt: ( Die Pflicht zur Uferversicherung und zum Schutze gegen Überschwemmung (Schwellen-und Dammpflicht) lastet auf dem beteiligten Eigentum. . Als beteiligt ist dasjenige Eigentum anzusehen, welches. durch die Bauten unmittelbar oder mittelbar geschützt wird. Je direkter und grösser die von einem Grundstück abgewendete Gefahr, desto grösser ist das Beteiligungs- verhältnis und die zu tragende Last des betreffenden Grundstücks.
Zur Durchführung des Uferunterhalts und der nötigen Schutzbauten ist der Kanton in Schwellenbezirke ein- geteilt, die in der Regel mit den Gemeindegrenzen Ui;:' .. sammenfallen ( 18). Für jeden SchwellenbeZIrk WIrd ein ( Reglement erlassen, welches namennlich bezeichnen soll: die Gewässerstrecke, welche der BeZIrk zu, unterhal- AS 48 I -1922