Art. 106 ff. SchKG; Beginn der Beschwerdefrist gegen die Klageaufforderung im Widerspruchsverfahren. Die Frist zur Anfechtung setzt erst mit der Klageaufforderung nach Art. 107 SchKG ein; die Ansetzung der Bestreitungsfrist nach Art. 106 SchKG betrifft nur Gläubiger und Schuldner und begründet für den Drittansprecher noch kein schutzwürdiges Anfechtungsinteresse. Die Frage des Gewahrsams wird für ihn erst rechtlich erheblich, wenn der Anspruch bestritten ist und die Widerspruchsklage unvermeidlich wird (consid. 1).
142 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 39; pour les poursuites fondees sur une creance de droit public nee dans un autre canton. Le debiteur Guinand n'est des lors pas dans le cas de se plaindre d'une violation des regles de for. S'il avait recouru contre la notification du commandement de payer. sa plainte aurait du tre ecartee. L'acte de pour- suite ne lui a pas ete notifie par un office incompetent. Ort si l'office de Geneve etait competent pour notifier le commandement de payer. il l'est aussi pour proceder a la saisie, le domicile du debiteur n'ayant pas change; La decision de l'autorite cantonale de surveillance ne trouve par consequent pas sa justification dans les regles sur le for de la poursuite. 2. -Le prononce attaque ne peut pas se justifier non plus par la consideration que la decision en vertu de laquelle le debiteur est astreint a l'impöt reclame par la Commune de Bienne, n'est pas executoire dans le canton de Geneve. Si le debiteur entendait se prevaloir de cette circons- tance, il aurait du former opposition au commandement de payer. Ne l'ayant pas fait. il a contre lui un comman- dement de payer passe en force, qui tient lieu de titre executoire et autorise la continuation de la poursuite. Il n'y a aucun motif de ne pas reconnaitre a ce comman- dement de payer la meme force executoire que. par exemple, a un commandement de payer non frappe d'opposition fonde sur uri jugement civil rendu dans un autre canton par un juge incompetent ou sur un jugement etranger non declare executoire. C'est un prinnipe fondamental de la LP que le commandement de payer reste sans opposition a la meme valeur qu'un commandement de payer dont l'opposition a ete levee : iI passe en force et vaut comme titre executoire pour la poursuite. . Ce principe s'applique aux poursuites pour impöts comme aux autres. Il ne se heurte pas a la reserve que l'art. a al. 2 fait en faveur du droit cantonal. Cette Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N0 40.
reserve s'oppose seulementa l'admission d'une demande de mainlevee fondee sur une decision administrative d'un autre canton, a moins que la loi du canton du for de la poursuite ne permette d'accueillir la demande. mais elle est sans portee aucune lorsque le debiteur ne forme pas opposition. Dans ce cas, la poursuite peut suivre son cours parce que le debiteur n'a pas fait ce qu'il devait faire pour l'arreter. L'office de Geneve n'a par consequent commis aucune illegalite en operant la saisie requise par la recourante et c'est a tort que l'autorite cantonale de surveillance a annule cette saisie. La Chambre des Poursuites et des Faillites prononce: Le recours est admis et la decision attaquee est annulee. 40. Entscheid vom 30. September 1922 i. S. Bürer. SchKG Art. 106 ff.: Beginn der Beschwerdefrist für Anfechtung der Klageaufforderung im Widerspruchsverfahren. A. -In der von den Eheleuten Wirth, in Frick. gegen die Ehefrau des Rekurrenten angehobenen Be- treibung wurden in der Wohnung des Rekurrenten vom Betreibungsamt Wallenstadt eine Anzahl Fahrnisse ge- pfändet, die zum Teil vom Rekurrenten, zum Teil von dessen Tochter als Eigentum angesprochen wurden. Das Betreibungsamt setzte den Glänbigern und dem Rekurrenten als Vertreter seiner Ehefrau gemäss Art. 106 SchKG am 3. u. 4. August zur Bestreitung dieser An- sprüche Frist an. Die Gläubiger bestritten die Ansprüche, worauf das Betreibungsamt den Rekurrenten für sich und als Vertreter seiner Tochter am 14. August gemäss Art. 107 SchKG aufforderte. die erhobenen Eigentums- anspruche binnen zehn Tagen durch gerichtliche Klage
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N0 40. geltend zu machen. Hiergegen beschwerte sich der Rekurrent 3m 22. August mit dem Begehren, das Betrei- bungsamt sei anzuweisen, die Klageaufforderung gemäss Art. 109 SchKG an die Gläubiger ergehen zu lassen, da sich die angesprochenen Sachen nicht im Gewahrsam der Schuldnerin, sondern in dem der Drittansprecher hefänden. B. -Mit Entscheid vom 8. September 1922 hat die kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons St. Gallen die Beschwerde ab- gewiesen. e. . -Diesen Entscheid hat der Rekurrent an das Bundesgericht eitergezogen. Die Schuldbelreibungs-und Konkurskammer zieht in Erwägung: Die Vorinstanz ist auf die materielle Prüfung der Beschwerde mit der Begründung nicht eingetreten, der Rekurrent habe bereits durch die Verfügung des Betrei.:. bungsamtes vom 3. u. 4. August als Vertreter seiner betriebenen Ehefrau davon Kenntnis gehabt, wie das l;3' treibungsamt die Frage des Gewahrsams an den an- gnsprochenen Sachen gelöst habe und in welche Partei- .stellung er daher als Drittansprecher in der Wider- sVruchsklage gelangen werde; da er diese Verfügung I;Ucht innert zehn Tagen angefochten habe. sei sie in jedem Falle konvalesziert. . gleichgültig, ob dabei die Frage des Gewahrsams vom Betreibungsamt richtig gelöst worden' sei oder nicht. Ohne Zweifel kommt das Widerspruchsverfahren nach Art. 106 SchKG nur zur Anwendung bei Dritt- ansprüchen an Pfändungsobjekten. die sich im Gewahr- sam des Schuldners befinden. sodass das Betreibungs- amt, wenn es dem Gläubiger und dem Schuldner die in Abs. 2 dieses Artikels vorgesehene Bestreitungsfrist ansetzt, zu erkennen gibt, dass sich die angesprochenen Gegenstände nach seiner' Aufnassung . im Gewahrsam SeIiuIdbetre1bungs-und Konkursrecht. NO 40.
des Schuldners befinden. Allein die AnsetzuIig der Be- streitungsfrist nach Art. 106 Abs. 2 SchKG betrifft den Drittansprecher nicht, sondern sie bezweckt nur fest- zustellen, ob der Anspruch von den dadurch Betroffenen, dem Gläubiger und dem Schuldner, bestritten werde; wird er nicht bestritten, so gilt er als.. anerkannt. und es findet keine Klageaufforderung nach Art. 107 SchKG statt. Der Drittansprecher hat daher bei der Ansetzung der Bestreitungsfrist gar kein Interesse daran, das im Sinne von Art. 106 eröffnete Widerspruchsverfahren anzufechten, selbst wenn er den Standpunkt vertritt, dass sich die angesprochenen Sachen nicht im Ge- wahrsam des Schuldners befinden. Die Gewahrsams- frage hat für ihn erst dann rechtliche Bedeutung, wenn sein Anspruch bestritten wird; denn erst von diesem Zeitpunkt an wird die Wid,erspruchsklage, für deren ParteisteIlung die Lösung der Gewahrsamsfrage ent- scheidend ist, unvermeidlich. ,Die Bestreitung des An- spruchs ist im vorliegenden Fall am 14. August mitge- teilt worden ; die am 22. August erhobene Beschwerde gegen die mit dieser Mitteilung verbundene Klageauf- forderung nach Art. 107 SchKG ist daher rechtzeitig erfolgt, und die Vorinstanz ist zu Unrecht auf die ma- terielle Prüfung der Beschwerde nicht eingetreten. Demnach erkennt die Schuldbetr. und Konkurskammer :' Der Rekurs wird gutgeheissen und die Sache zur materiellen Entscheidung an die Vorinstanz zurück- gewiesen.