200 Strafgesetzbuch. N° 45.
suppose que l'inculpe 'soit reellement le pere de l'enfant.
Mais l'existence d'un veritable lien de parente ou de filia-
tio:Q. ne peut etre eta.blie que par une reconna.issance for-
melle ou
un jugement declara.tif de paternite, alors que
l'art. 217 al. 2 entend punir deja la violation des engage-
ments decoulant d'une simple promesse. Le Iegislateur
est ici parti de l'idee que celui qui assume des obligations
pecuniaires envers
un enfant naturel, alors qu'il est -.ou
pourrait etre -en butte a une recherche de la patermte,
est repute etre le pere de l'enfant, sans pouvoir etre ans
a. faire la preuve du contraire (cf. RO 44 II p. 6). Ce deb1-
teur a seulement, le cas echeant, le droit de faire etat du
caractere non obligatoire que son engagement peut avoir,
par ex. en ra.ison d'un vice du comrentement (infra, consid.
2).
Or, en l'espece, c'est parce que Detienne avait ete
l'amant de dame Chauvet et qu'il pouvait etre le pere de
Ia jeune Jacqueline-Dolly que le Tuteur general s'est mis
en rapport avec lui et lui a fait signer l'engagement du
7 novembre 1944. Le recourant n 'est donc pas recevable 8.
pretendre qu'il n'est pas le veritable pere de l'enfant.
2. -En revanche, Detienne, comme il vient d'etre dit,
peut soutenir que son engagement serait nul pour cause
d'erreur,
de dol ou de crainte fondee (art. 23 sv. CO). En
effet, si l'inculpe s'est engage sous l'empire d'un vice du
consentement et qu'il s'en prevale ou s'en soit prevalu
dans le delai d'une annee (art. 31 CO), il cesse d'etre oblige
et ne saurait etre condamne pour violation d'une obli-
gation
d'entretien. Le juge penal doit donc prendre un
tel moyen en consideration ; par ailleurs, il appa.rtient a
la procedure cantonale de dire s'il peut statuer lui-meme
18.-dessus a titre prejudiciel, ou s'il doit suspendre le proces
penal jusqu'a ce que le juge civil se soit prononce.
En l'espece, les juridictions cantonales ont implicitement
interprete la procedure genevoise da.ns le premier de ces
deux sens et admis la validite de l'enga.gement pris par
Detienne le 7 novembre 1944, en considerant que l' aveu
qu'impliquait cet engagement n'a nullement ete infirme
Strafgesetzbuch. N° 46.
par l'instruction . La Cour de cassation penale federale
peut donc a son tour examiner cette question.
Le recourant pourrait invoquer l'art. 24 CO s'il etait
fonde a alleguer qu'il s'est engage envers Jacqueline-Dolly
Debugnon
en croyant, par erreur, qu'il etait. son pere
ainsi qu'il l'a declare. Or i1 resulte clairement du dossier
que Detienne
ne saurait soutenir cela. Car il a dit devant
le Tribunal de police de Geneve, le 26 juillet 1945 : Quand,
chez le
Tuteur, j'ai signe la declaration (du 7 novembre
1944), je savais que je n'ewis pas le pere, mais j'ai fait cela
pour avoir l'enfant. Dans son memoire, le recourant
confirme qu 'il a signe les deux declarations ( tout en
sachant qu'il n'eta.it point le pere . Cela etant, Detienne
ne ut pas pretendre que, s'il a promis les presta.tions
pecuniaires
dont il est question dans son engagement du
7 novembre 1944, c'est parce qu'il se serait trouve dans
l'erreur lorsqu'il a declare que Jacqueline-Dolly Debugnon
eta.it sa fille.
D'autre part, un autre vice du consentement n'entre
pas en ligne de compte au regard des circonsta.nces de la
cause.
Des lors, l'engagement pris par Detienne est, pour lui,
obligatoire.
Peu importe, en l'eta.t, le sort qui sera reserve
a l'action civile intentee par le recoura.nt.
3. -
Par ces motifs, le Tribunal fedbal
Rejette le pourvoi.
46. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 7. Dezember
1945 i. S. Oppllger gegen Staatsanwaltsehaft des Kantons Zug.
Art. 217 Aba. 1 StGB. Die Unterhaltspflicht der Eltern gegenüber
dem minderjährigen Kinde (Art. 272 Abs. 1 ZGB) umfSBSt
auch die Pflicht, dem Gemeinwesen die Kosten der zum Zwecke
der Erziehung erfolgten Versorgung des Kindes zu ersetzen,
gleichgü1tig ob diese durch die Vormundscha.ftsbehörde (Art. 284
292 Strafgeeetzbuoh. No 46.
Abs. 1 ZGB) oder ob sie durch eine Verwaltungsbehörde ange-
ordnet worden ist.
Arl. 217 al.1 OP. Le devoir d'entretien des parents envers l'enfant
mineur (art. 272 aJ. 1 CC) embrasse aussi l'obligation de rem-
bourser a. la collectivite les frais occasionnes par le placement
de l'enfant aux fins d'education, que ce placement soit ordonne
par l'autorite tutelaire (art. 284 al. 1 CC) ou qu'il le soit par une
autorite administrative.
Arl 217 cp. 1 OP. L'obbligo di mantenimento del figlio minorenne
ehe incombe ai genitori (art. 272 cp. 1 CC) comprende anche
l'obbligo. di rimborsare a1la collettivita. le spese occasionate
da1 ricovero di questo fi.glio a. fi.ni educativi, ehe questo ricovero
sia ordinato dall'autorit tutoria (art. 284 cp. 1 CC) o da
un'autorita amministrativa.
Der am 22. Juli 1925 geborene Sohn des Friedrich Oppli-
ger wurde vom Regierungsrat seines Heimatkantons Bern
auf Ersuchen der Vormundschaftsbehörde der Stadt Zug
wegen verschiedener
Diebstähle in die Erziehungsanstalt
Tessenberg eingewiesen. Dort blieb er vom 1. März 1941
bis 2. April 1943. Vater Oppliger hatte sich am 9. Januar
1941 damit einverstanden erklärt und zuhanden der Vor-
mundschaftsbehörde für sich und im Namen seiner. Ehe-
frau eine Vereinbarung und Zahlungsverpflichtung
unterzeichnet, welche unter anderem bestimmt : Unter
der Voraussetzung, dass mein Kind an einem Ort unter-
gebracht
wird; mit dem wir auch einverstanden sind;
verpflichten wir
uns zur Bezahlung eines monatlichen
Kostgeldes von
Fr. 30.-mindestens. Wir wünschen, dass
die Versorgung auch auf die Kenntnisse des Knaben
(Mechaniker) Rücksicht nimmt. Oppliger bezahlte jedoch
nichts.
Am 17. Juli 1945 verurteilte ihn das Strafober-
gericht des Kantons Zug wegen Vernachlässigung der
Unterstützungspflicht im Sinne des Art. 217 StGB. Der
Vormund des Verurteilten erklärte die Nichtigkeitsbe-
schwerde mit dem Antrag auf Freisprechung.
Am den Erwägungen :
Die Armendirektion des Kantons Bern ist in ihrer enflefi
Strafanzeige da.von ausgegangen, dass die Pflicht Opplige:rs,
die Kosten der Versorgung . seines Sohnes zu tragep., auf
Strafgeeetzbuoh. No 46.
Z03
Art. 328 ZGB beruhe. Solange das Kind unmündig ist,
haben seine Eltern indes die weitergehende und unbe-
dingte Unterhaltspflicht nach Art. 272 ZGB, welche der
Unterstützungspflicht im Sinne des Art.. 328 vorgeht.
Letztere besteht
nur, wenn niemand unterhaltspflichtig
ist oder die Pflichtigen nicht leisten können. Die Unter-
haltspflicht
der Eltern gegenüber dem unmündigen Kinde
aber umfasst auch die Kosten einer gemäss Art. 284 ZGB
angeordneten Versorgung. Das ergibt sich schon da.raus,
dass
das Kind in der Anstalt seinen Unterhalt erhält.
Art. 284 Abs. 3 ZGB geht denn auch ausdrücklich davon
aus,
dass die Versorgungskosten in erster Linie von den
Elte1(11 oder vom Kinde selbst zu bestreiten sind, nicht vom
Gemeinwesen.
Dem ist auch so, wenn die Versorgung ihren
Grund
in einer kriminellen Veranlagung des Kindes hat.
Art. 284 ZGB ist anwendbar, wenn das Kind in seinem
leiblichen oder geistigen Wohl dauernd
gefährdet oder
wenn es
verwahrlost ist. Eine dauernde Gefährung im
geistigen Wohl oder eine Verwahrlosung kann gerade in der
Begehung strafbarer Handlungen zum Ausdruck kommen.
Dass das Gesetz auf diesem Boden steht, ergibt sich aus
Art. 373 StGB, der unter Hinweis auf Art. 284 ZGB vorsieht,
dass die Kosten einer nach den Bestimmungen des Straf-
gesetzbuches angeordneten Versorgung von Kindern und
Jugendlichen vor allem vom Versorgten selbst und seinen
Eltern zu tragen sind. Gelten aber Art. 272 und 84 ZGB
sogar
für die Versorgungskosten, welche durch eine nach
dem Strafgesetzbuch ausgesprochene Massnahme ent.,.
stehen, so müssen diese Bestimmungen umsomehr an-
wendbar sein, wenn die kriminelle Veranlagung Anlass
m eitter administrativen Versorgun gegeben ha.t.
Dieser
Fall liegt hier vor. Der Sohn Oppliger wurde, als
er nc;ch :minderjährig war, vom Regierungsrat des Heimat-
kantons in der Erziehungsanstalt versorgt. Sein Vater
hat ftir die Kosten einzustehen. Ob der Sohn seinen
te'b nsunterhalt selber hätte verdienen können, wenn er
nicht versorgt worden wäre, spielt keine Rolle. Allerdings
204 Strafgesetzbuch .. N° .46.
hört die Unterhaltspflicht der Eltern schon vor der Mün-
digkeit des Kindes auf, wenn es sich selber unterhalten
kann. Ist ihm dies aber nachträglich aus irgend einem
Gnde, z.B. wegen Krankheit oder Versorgung in einer
Erziehungsanstalt,
nicht mehr möglich, so lebt die Unter-
haltspflicht der Eltern wieder auf und dauert bis zur
Mündigkeit des Kindes weiter. Auch
kommt nichts darauf
an, dass die Erziehungsmassnahme nicht, wie Art. 284
Abs. 1 ZGB es vorsieht,
durch die zuständige zugerische
Vormundschaftsbehörde, sondern
auf deren Antrag durch
den Regierungsrat des Kantons Bern angeordnet worden
ist. Administrative Versorgungen
zum Zwecke der Er-
ziehung müssen mit Bezug auf die Pflicht der Eltern zur
Tragung der Kosten den vormundschaftlichen nach Art.
ZGB gleichgestellt werden. Das Gemeinwesen über-
nimmt die Erziehungsaufgabe an Stelle der Eltern, wes-
halb diese
auf Grund ihrer Unterhaltspflicht die Kosten
zu tragen haben. Dass . zunächst das Gemeinwesen dafür
aufkommt, ist nicht erheblich. Es tritt, soweit der Unter-
haltspflichtige leistungsfähig ist, in gleicher Weise in die
Ansprüche des Berechtigten gegenüber
dem Pflichtigen
ein, wie dies bei
der Unterstützung nach Art. 329 Abs.
3 ZGB
der Fall ist. Die Gründe, die nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichtes
für die Subrogation des Unter-
stützungsanspruches gegenüber Verwandten sprechen
(BGE
41 III 411, 42 I 347, 42 II 539, 58 II 330), gelter
auch für die Su,brogation des Unterhaltsanspruches gegen-
über den leistungsfähigen Eltern eines Minderjährigen.
Die Nichtleistung
der Zahlungen, welche Oppliger für
die Versorgung seines Sohnes schuldet, ist demnach Nicht-
erfüllung der Unterhaltspflicht im Sinne des Art. 217 StGB.
Strafgesetzbuch. N 47.
- Urteil des KassQ.tionshofes vom 19. Oktober 1945 i. S.
Behrensta.mm und Sennhauser gegen Staatsanwaltsehaft des
Kantons Ztlrleh.
- Art. 2/H, 148 StGB. Wer eine Urkunde fälscht und damit
betrügt, ist sowohl wegen Urkundenfälschung als auch wegen
Betruges zu bestrafen. .
- Art. 21, 137 StGB. Beginn der Ausführung des Verbrechens bei
versuchtem Einbruchsdiebstahl.
- Art. 251, 148 OP. Celui qui falsifie un titre et s'en sert pour
escroquer quelqu'un doit etre A la fois puni pour faux dans les
titres et pour escroquerie.
- Art. 21, 137 OP. Debut de l'execution du crime dans le cas de
tentative de vol par effraction.
l. Art. 251 148 OP. Chi falsifica un documento e se ne serve per
truffare 'qualcuno, dev'essere punito tanto per fiftsificazione
d'un documento quanto per truffa. .
Art. 21, 137 OP. Inizio dell'esecuzione d'un reato nel caso d1
tentativo di furto mediante scasso.
.A. -Am 25. Mai 1944 schrieben HermannBehrenstamm
und Rudolf Sennhauser auf einen von Max Epstein blanko
unterzeichneten Briefbogen,
den Sennhauser seinerzeit
entwendet hatte, den Text eines erfundenen Schuld-und
Darlehensvertrages , wonach Epstein versprochen hätte,
dem Inhaber der Urkunde am 26. Mai 1944 zur Rück-
zahlung eines Darlehens samt Zins Fr. 11,200.-zu
leisten. Die
Fälscher hatten die Absicht, die vorgetäuschte
Forderung gegenüber den Erben Epsteins geltend zu
machen.
Gemäss Verabredung mit Sennhauser brachte
Behrenstamm die Urkunde am gleichen Tage einem
Rechtsanwalt und beauftragte ihn mit dem Inkasso. Die
Bemühung des Rechtsanwaltes bei der Schwester des Ver-
storbenen hatte nicht Erfolg.
In den Nächten vom 27. auf den 28. und vom 28. auf
den 29. Juli 1944 versuchte Björn Smith mittels eines
Dietrichs,
in zwei Filialgeschäfte des Lebensmittelvereins
Zürich einzudringen, in der Absicht, dort Lebensmittel
und andere Waren zu stehlen. Behrenstamm und Senn-
hauser standen beide Male abmachungsgemäss Schmiere.
Beide
Taten des Smith misslangen, weil sein Dietrich sie
nicht eignete.