Art. 269 al. 1 PPF; Art. 270 al. 2 PPF; no federal rule obliges a cantonal appellate court to decide an appeal lodged by a convicted person after the appellant's death. The cited federal provision on continuation of the federal nullity complaint by certain relatives is a specific procedural rule limited to federal cassation proceedings and cannot be generalized. Whether death extinguishes the pending cantonal appeal is a matter for cantonal procedural law; the Federal Court does not review the application of such cantonal rules in nullity review.
Strafgesetzbuch. N° 8. Art. 365 GP. Il diritto federale non prescrive ehe il ricorso canto- nale presentato da un condannato debba essere deciso anche se questi e morto nel frattempo. A. -Le Q septembre 1952, Pierre Guex a recouru a la Cour de cassation penale du canton de Neuchatei contre un jugement du Tribunal de police du Val-de-Travers, qui l'avait condamne, pour vol, a trois jours d'emprison- nement. 11 est decede le 24 octobre 1952, alors que son recours etait encore pendant. B. -Le 12 novembre 1952, la Cour de cassation a considere que l'action penale etait eteinte par. le deces de l'accuse et a ordonne le classement de la cause. 0. -Le Ministere public du canton de Neuchatel forme un pourvoi en nullite, dans lequel il conclut a l'annulation de l'arret de la Cour de cassation cantonale et au renvoi de la cause a cette juridiction pour qu'elle statue a nouveau. Le recourant soutient qu'en classant l'affaire, la Cour cantonale a viote un principe de droit fäderal selon lequel le condamne qui, daris les formes prescrites, a manifeste sa volonte de faire examiner sa condamnation en deuxieme instance a le droit d'obtenir justice meme s'il meurt avant l'audience ou son recours sera juge. Extrait des considerants : L'arret attaque ne peut etre annule que s'il viole le droit fäderal (art. 269 al. 1 PPF). Or le principe ) invoque par le recourant n'est pas consacre par une prescription expresse du droit fäderal. 11 ne decoule pas non plus implicitement d'une de ses dispositions. Sans doute l'art. 270 al. 2 PPF permet-il a certains parents et allies d'exercer le pourvoi en nullite apres le deces de l'accuse. Mais il s'agit la d'une regle de procedure qui ne concerne que le pourvoi en nullite a la Cour de cassation du Tribunal föderal. C'est au droit cantonal qu'il appartient de dire si un principe seniblable doit s'appliquer aux recours cantonaux et si le deces de l'accuse n'empeche pas le r Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer. No 9.
tribunal de deuxieme instance de statuer sur son recours. En rendant l'arret attaque, la Cour de cassation du canton de Neuchatel s'est donc fondee uniquement sur des regles de procedure cantonale, dont le Tribunal föderal ne saurait revoir l'application. II. AUFENTHALT UND NIEDERLASSUNG DER AUSLÄNDER SEJOUR ET ETABLISSEMENT DES ETRANGERS 9. Urteil des Kassationshofes vom 8. Mai 1953 i. S. Polizei- richteramt der Stadt Zürich gegen Sehirer. Art. 2 Abs.1 BG über Aufent,halt und Niederlassung der Ausländer, Art. 3 Abs. 1 und 8 Vollz. Vo. hiezu. a) Selbst wenn der Ausländer in der Schweiz keine Wohnung mietet, darf er hier nur mit Bewilligung eine Stelle antreten oder über die achttägige Anmeldefrist hinaus anderswie erwerbstätig sein (Erw. 1). b) Erwerbstätigkeit (Erw. 2, 3). c) Subjektiver Tatbestand unerlaubter Erwerbstätigkeit (Erw. 4). Art. 2 al. 1 de la loi sur le sejour et l'etablissement des etrangers, art. 3 al. 1 et 8 de l'ordonnance d'execution. a) Meme s'il ne loue pas 'un appartement en Suisse, l'etranger doit avoir une autorisation pour prendre un emploi ou exercer une activite lucrative apres le delai de huit jours prevu pour la declaration d'arrivee (consid. 1). b) Activite lucrative (consid. 2 et 3). c) Element subjectif de l'infraction consistant en une activite lucrative (consid. 4). Art. 2 cp. 1 della legge concernente la dimora e il domicilio degli stranieri, art. 3 cp. 1 e 8 dell'ordinanza di esecuzione. a) Anche se non affitta un appartamento in Isvizzera, lo straniero dev'essere in possesso d'un perznesso per assumere un impiego o esercitare un'attivitA lucrativa dopo il termine di otto giorni per la notificazione del suo arrivo ( consid. 1). b) Attivita lucrativa (consid. 2 e 3). c) Elemento soggettivo dell'infrazione ehe consiste in un'attivita lucrativa illecita (consid. 4). A. -Das Polizeirichteramt der Stadt Zürich büsste am 5. April 1952 den Österreicher Hermann Schirer
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer. No 9. wegen Übertretung des Art. 3 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931/8. Oktober 1948 (ANAG) und Art. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 zu diesem Gesetz (ANAV) mit Fr. 80.-. Es führte aus, er habe vom Juli 1950 bis 6. März 1952 in Zürich gewohnt und während dieser Zeit unter dem Namen Josef Spitz mit der Zürcher Firma Born grössere Transitgeschäfte über Lebensmittel verschiedener Herkunft getätigt, mit der Zürcher Firma Grob ein Pelzgeschäft erledigt und mehrmals bei der Futura Watch G.m.b.H. in Zürich Uhren gekauft und sie nach Wien senden lassen, ohne die für diese Erwerbs- tätigkeit nötige fremdenpolizeiliche Bewilligung zu haben. Am 23. Januar 1953 sprach der Einzelrichter des Be- zirksgerichtes Zürich den Verzeigten, der gerichtliche Beurteilung verlangt hatte, frei. Zur Begründung führte er aus, Schirer habe bestritten, in der Schweiz wohnhaft gewesen zu sein, und der Polizeirichter ha über diesen Punkt keine weiteren Erhebungen durchgeführt. Da aus dem Polizeirapport überdies nicht zu ersehen sei, worauf sich die Angabe über die Miete einer Wohnung in Zürich gründe, könne nicht als erstellt erachtet werden, dass der Verzeigte in Zürich Domizil hatte. Unbestritten sei, dass dieser in der Schweiz verschiedene Geschäfte getätigt habe ; doch bestünden keine Anhaltspunkte, dass er dafür von einer in der Schweiz niedergelassenen Firma entschä- digt worden sei. Somit habe er keine gegen das Gesetz verstossende Erwerbstätigkeit ausgeübt .. B. -Das Polizeirichteramt der Stadt Zürich führt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Einzelrichters sei aufzuheben und die Sache zur Bestäti- gung der Bussenverfügung vom 5. April 1952 zurückzu- weisen. Es macht geltend, die Begründung des Einzel- richters verletze Art. 3 ANAG und Art. 3 ANA V, da für die Anwendung dieser Bestimmungen auf die Domizil- und Entschädigungsfrage nichts ankomme. Schirer sei bedeutend länger als während der achttägigen Anmelde-
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer. No 9.
frist des Art. 2 ANAG in der Schweiz unerlaubterweise erwerbstätig gewesen. G. -Schirer beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen. Es sei nicht richtig, dass nichts darauf ankomme, ob er in der Schweiz Domizil gehabt habe und von einer schwei- zerischen Firma entschädigt worden sei. Ein in der Schweiz nicht domizilierter Ausländer könne hier gar keine Nieder- lassungsbewilligung erhalten. Zudem wäre es für die schweizerische Volkswirtschaft unhaltbar, wenn alle Aus- länder, die sich zum Abschluss von Geschäften, zum Einkauf von Waren usw. mehr als acht Tage in der Schweiz aufhalten, wegen unerlaubter Erwerbstätigkeit gebüsst werden müssten. Wer kurzfristig in der Schweiz weile, um für ausländische Rechnung einzukaufen, sei nicht erwerbstätiger Ausländer im Sinne von Art. 3 Abs. 8 ANAV. Übrigens habe der Beschwerdegegner sich regel- mässig vor Ablauf des achten Tages beim Kreisbüro Zürich 8 angemeldet mit dem Bemerken, dass er hier länger als acht Tage zu geschäftlichen Zwecken weile. Hätte er vom neunten Tage an nicht mehr Waren einkaufen dürfen, so hätte ihn diese Amtsstelle darauf aufmerksam machen müssen. Das habe sie nicht getan. Eventuell habe er nicht schuldhaft gehandelt. Da ihn das Kreisbüro nicht darauf aufmerksam gemacht habe, dass er zuerst eine Bewilligung für die Erwerbstätigkeit abwarten müsse, bevor er mit den geschäftlichen Verhandlungen weiter- fahre, habe er glauben dürfen, er sei seiner Pflicht nach- gekommen und habe alles Erforderliche getan, um seine Geschäfte hier abzuschliessen. Der Kassationshof zieht in Erwägung :
40 Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer. No 9. ligung erwerbstätig sein, wenn er es ohne Stellenantritt tut ; nach Ablauf der Anmeldefrist dagegen ist auch die ohne Stellenantritt sich abwickelnde Erwerbstätigkeit bewilligungspflichtig (Art. 3 Abs. 8 ANAV). Keinen fremdenpolizeilichen Beschränkungen unterworfen ist bloss die Erwerbstätigkeit eines Ausländers, dem die Niederlas- sung bewilligt worden ist (Art. 3 Abs. 10 ANAV). Darnach kommt für die Frage, ob der Beschwerde- gegner - der keine Niederlassungsbewilligung besessen hat -auch nach Ablauf der achttägigen Anmeldefrist ohne Bewilligung in der Schweiz hat Geschäfte abschlies- sen dürfen, nichts darauf an, ob er hier in einer Miet- wohnung oder, wie vom Verteidiger im kantonalen Ver- fahren behauptet worden ist, in einer Pension gelebt hat. Jeder Ausländer, der sich ohne Niederlassungsbewilligung in der Schweiz aufhält (hier anwesend ist), bedarf einer Bewilligung, wenn er hier eine Stelle antreten oder nach Ablauf der achttägigen Anmeldefrist anderswie erwerbs- tätig sein will. 2. -Erwerbstätigkeit ist ( Stellenantritt sowie jede andere ihrer Art nach normalerweise auf Erwerb gerichtete Tätigkeit (Art. 3 Abs. 1 ANAV). Erwerbstätigkeit setzt somit nicht voraus, dass der Ausländer von einer in der Schweiz niedergelassenen Person oder Gesellschaft eine Vergütung erhalte. Auch wer die Vergütung aus dem Ausland bezieht oder den Erwerb in Form eines Gewinnes aus den auf eigene Rech- nung abgeschlossenen Geschäften findet, ist erwerbstätig, ja Art. 3 Abs. 1 ANA V verlangt nicht einmal den Nachweis, dass der Ausländer tatsächlich einen Erwerb gehabt habe und woher er ihm zugeflossen sei, sondern begnügt sich mit dem Nachweis einer Tätigkeit, die normalerweise)) auf Erwerb gerichtet ist, d. h. nach den Erfahrungen des Lebens um des Erwerbes willen ausgeübt wird. 3. - Ob im Sinne dieser Bestimmung erwerbstätig ist, wer als Inhaber oder Angestellter eines ausländischen Fabrikations-oder Handelsunternehmens in der Schweiz Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer. N° 9.
Einkäufe besorgt, kann dahingestellt bleiben. Dem Be- schwerdegegner wird nicht solche Tätigkeit vorgeworfen, sondern er hat in der Schweiz als selbständiger Agent Käufe und Verkäufe vermittelt. Das geschieht normaler- weise mit Erwerbsabsicht und ist übrigens auch im vor- liegenden Falle in dieser Absicht geschehen, hat doch der Beschwerdegegner im kantonalen Verfahren zugegeben, er sei für seine Bemühungen bezahlt worden. Da des weitem nicht bestritten ist, dass der Beschwerde- gegner diese Tätigkeit jeweilen auch nach Ablauf der achttägigen Anmeldefrist noch ausgeübt hat, hat er sich objektiv gegen Art. 3 Abs. 8 ANAV vergangen. Denn die Erwerbstätigkeit ist ihm nicht bewilligt worden. Der Beschwerdegegner behauptet das übrigens auch nicht, sondern vertritt lediglich die unzutreffende Ansicht, er habe mit der Anmeldung beim Kreisbüro Zürich 8 seine Pflicht getan und diese Amtsstelle hätte ihm seine Tätig- keit ausdrücklich verbieten müssen. 4. -Die Widerhandlung gegen Art. 3 Abs. 8 ANA V fällt unter Art. 23 Abs. 3 ANAG, wonach, ausgenommen in besonders leichten Fällen, in denen von Bestrafung Umgang genommen werden kann, Busse bis zu 2000 Franken auszusprechen ist. Es liegt eine Übertretung vor (Art. 24 Abs. 1 ANAG in Verbindung mit Art. 101 StGB), die gemäss Art. 333 Abs. 3 StGB Strafe sogar nach sich zöge, wenn der Beschwerdegegner bloss fahrlässig gehan- delt hätte. In erster Linie wird jedoch die Vorinstanz, die zum subjektiven Tatbestand nicht Stellung genommen hat, zu prüfen haben, ob die zum Vorsatz gehörenden Tatsachen vorgelegen haben, insbesondere ob der Be - schwerdegegner sich bewusst gewesen ist, dass er keine Bewilligung der kantonalen Fremdenpolizei besessen hat. Falls das bejaht wird, stellt sich die Frage, ob der Beschwerdegegner im Sinne des Art. 20 StGB aus zurei- chenden Gründen angenommen hat, er sei zur Tat berech- tigt, d. h. er dürfe ohne Bewilligung erwerbstätig sein. Die Vorinstanz wird zur Beantwortung dieser Frage fest-
Verfahren. No 10. stellen müssen, ob richtig ist, dass der Beschwerdegegner, wie vom Verteidiger schon im kantonalen Verfahren behauptet worden ist, die Anmeldungen beim Kreisbüro 8 mit der Bemerkung zu geschäftlichen Zwecken versehen hat, und ob die Behörde ihm auf das hin die Anwesenheit in der Schweiz bedingungslos bewilligt oder wie sie allenfalls die Bedingungen seiner Anwesenheit s. Art. 2 Abs. 1 ANAG) umschrieben hat. Demnach erkennt der Kassationshof: Die Nichtigkeitsbeschwerde wird gutgeheissen, das Ur- teil des Einzelrichters des Bezirksgerichtes Zürich vom 23. Januar 1953 aufgehoben und die Sache zur Neube- urteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. III. VERFAHREN PROCEDURE 10. Extrait de I'arret de Ia Cour de cassation penale du 20 mai 1953 dans la cause Bernheim contre Ministere public de la ConfMeration.
timbre sur les coupons et d'impöt anticipe. Aussi !'Admi- nistration fäderale des contributions, apres avoir notifie a dame Bernheim, en sa qualite de fondee de pouvoir, un proces-verbal de contravention, lui a-t-elle inflige, le 22 octo- bre 1951, une amende equivalente, en lui reclamant simulta- nement paiement des impöts arrieres. La decision, expediee SOUS pli recommande, a ete remise le 23 octobre a dame Bernheim personnellement, qui n'a pas ouvert l'enveloppe qui la contenait. Elle fut transmise avec d'autres docu- ments a l'avocat d'Etudes et Constructions S. A., qui convoqua dame Bernheim le 28 octobre et lui apprit qu'elle etait impliquee dans une grave a:ffaire fiscale. Elle s'adressa alors a son avocat, qui ne rei;ut de son confrere que le 2 novembre le prononce de l' Administration fäde- rale des contributions. II signifia .. le meme jour a cette derniere que sa cliente s'y opposait et demandait a etre jugee par un tribunal. Le Tribunal de police de Geneve a declare l'opposition irrecevable, parce que tardive. La Cour de justice ayant confirme ce jugement, dame Bernheim s'est pourvue en nullite au Tribunal fäderal. Le pourvoi a ete rejete. Extrait des motif s :