Non-entry on subsidiary constitutional complaint

4D_102/2009Tribunal fédéral / Ire division civile31 août 2009Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The appellant challenged a cantonal decision transferring a small civil claim of CHF 465.10 from the Greyerz district court to the president of the Sense district court. The Federal Supreme Court held that an appeal in civil matters was unavailable because the amount in dispute was below the statutory threshold and no fundamental legal question was invoked. It treated the filing as a subsidiary constitutional complaint, but found that it did not identify any violated fundamental rights or engage with the cantonal court’s reasoning. The court therefore did not enter into the complaint and waived court costs.

Regeste Omnilex

Art. 74 Abs. 1, Art. 51 Abs. 1 lit. c, Art. 113 ff., Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 und Art. 117 BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde: Zulässigkeit und Begründungsanforderungen. Ist die Beschwerde in Zivilsachen mangels Erreichens des Streitwerts unzulässig und wird keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung dargetan, ist die Eingabe als subsidiäre Verfassungsbeschwerde zu behandeln. Dafür genügt eine bloss appellatorische Kritik nicht; erforderlich ist die substantiierte Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids. Fehlen solche Rügen, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG).

Texte intégral

{T 0/2}
4D_102/2009

Urteil vom 31. August 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

B.________und C.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Überweisung einer Forderungsklage,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Freiburg, Zivilrechtliche Abteilung,
vom 15. Juni 2009.
Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass die Beschwerdegegner am 7. Mai 2009 beim Zivilgericht des Greyerzbezirks eine auf Deutsch abgefasste Forderungsklage über den Betrag von Fr. 465.10 gegen den Beschwerdeführer einreichten;
dass die Beschwerdegegner sich beim Kantonsgericht Freiburg gegen die Aufforderung des Zivilgerichts des Greyerzbezirks zur Übersetzung der Klage ins Französische beschwerten und das Kantonsgericht die Sache mit Urteil vom 15. Juni 2009 in Gutheissung ihres entsprechenden Antrags an den Präsidenten des Zivilgerichts des Sensebezirks zur weiteren Behandlung überwies;
dass der Beschwerdeführer gegen dieses Urteil mit Eingabe vom 8. Juli 2009 an das Bundesgericht gelangte und sein Nichteinverständnis mit der Überweisung an den Zivilgerichtspräsidenten des Sensebezirks kundtat;
dass die Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG angesichts des im Hauptverfahren strittigen Betrages unzulässig ist (Art. 74 Abs. 1 und Art. 51 Abs. 1 lit. c BGG) und nicht geltend gemacht wird, dass die Beschwerde dennoch zulässig sei, weil sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellen würde (Art. 42 Abs. 2 BGG);
dass die Eingabe des Beschwerdeführers unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne der Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;
dass in einer solchen Beschwerde dargelegt werden muss, welche Grundrechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);
dass die Eingabe des Beschwerdeführers keinerlei Rügen enthält, die diesen Begründungsanforderungen zu genügen vermögen;
dass somit auf die Beschwerde mangels rechtsgenügender Begründung nicht einzutreten ist;
dass es sich unter den gegebenen Umständen rechtfertigt, auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);
im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Freiburg, Zivilrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 31. August 2009
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Widmer

Mots-clés

non-entrysubsidiary constitutional complaintreasoning requirementsamount in disputecost waivertransfer of case

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal in civil matters was admissible despite the amount in dispute.

Solution extraite

The civil-law appeal was inadmissible because the amount in dispute was below the statutory threshold and no legal question of fundamental importance was invoked.

Motifs extraits

The dispute amount did not satisfy Arts. 74(1) and 51(1)(c) BGG, and the appellant did not claim an exception under Art. 74(2)(a) BGG.

Question juridique clé

Whether the filing could be treated as a subsidiary constitutional complaint and met its reasoning requirements.

Solution extraite

The filing was treated as a subsidiary constitutional complaint, but it contained no constitutionally sufficient reasoning and therefore could not be considered.

Motifs extraits

A constitutional complaint must specify which fundamental rights were violated and engage with the reasoning of the challenged decision; the submission did neither.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged.

Solution extraite

No court costs were levied.

Motifs extraits

The court found it justified, in the circumstances, to waive costs under Art. 66(1) second sentence BGG.

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