Inadmissibility of constitutional complaint over rental deposit

4D_48/2013Tribunal fédéral / Ire division civile18 sept. 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X.________ GmbH challenged a cantonal judgment dismissing its claim for repayment of a rental deposit of CHF 553.15 against Y.________ AG. The Federal Court held that the filing contained inadmissible new requests, that a civil appeal was unavailable because the amount in dispute was too low, and that the submission was insufficiently reasoned to qualify as a subsidiary constitutional complaint. It therefore did not enter into the complaint. The request for legal aid and free legal representation was denied because the case was hopeless. No court costs were imposed, and no party compensation was awarded to the respondent.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 2, Art. 75 Abs. 1, Art. 99 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 113 ff., Art. 117, Art. 64 Abs. 1 and Art. 66 Abs. 1 BGG; inadmissibility of a filing against a cantonal civil judgment where the appellant formulates new requests, the civil appeal threshold is not met, and the subsidiary constitutional complaint lacks a sufficiently reasoned fundamental-rights challenge. The Federal Court examines admissibility ex officio; new claims are barred, and the constitutional complaint must identify the allegedly violated rights and engage with the reasoning of the challenged decision in a concrete and detailed manner (consid. 1-4). Legal aid is refused where the proceeding is manifestly devoid of prospects. If no work was caused to the respondent, no party compensation is due.

Texte intégral

{T 0/2}

4D_48/2013

Urteil vom 18. September 2013

I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________ GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________ AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mieterkaution,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des
Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
4. Kammer, vom 17. Juni 2013.

Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass das Obergericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 17. Juni 2013 in zweiter Instanz eine Klage der Beschwerdeführerin gegen die Beschwerdegegnerin auf Bezahlung von Fr. 553.15 abwies, mit der die Beschwerdeführerin die Rückzahlung der Mieterkaution aus einem Mietvertrag zwischen ihr als Mieterin und der Beschwerdegegnerin als Vermieterin über die Parzelle Nr. zzz.________ in Q.________ verlangt hatte, welche die Beschwerdegegnerin sich mit dem von der Beschwerdeführerin unterzeichneten Formular zur Freigabe der Kaution hatte auszahlen lassen;
dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 8. August 2013 beim Bundesgericht Beschwerde erhob, in der sie unter anderem sinngemäss die Rückerstattung der Kaution verlangt;
dass die Beschwerde an das Bundesgericht einzig gegen Entscheide der in Art. 75 BGG genannten Vorinstanzen, unter anderem gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen, zulässig ist und neue Begehren im bundesgerichtlichen Verfahren unzulässig sind (Art. 99 Abs. 2 BGG);
dass im kantonalen Verfahren in der Sache einzig die Rückzahlung der Mieterkaution beantragt wurde und nur diese Frage Gegenstand des angefochtenen kantonal letztinstanzlichen Entscheids vom 17. Juni 2013 bildet, weshalb auf die Beschwerde von vornherein nicht eingetreten werden kann, soweit die Beschwerdeführerin anderes beantragt, als die Aufhebung dieses Entscheids und die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung der eingeklagten Forderung (Art. 75 Abs. 1 und Art. 99 Abs. 2 BGG);
dass die Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG angesichts der Höhe des Streitwerts im vorliegenden Fall unzulässig ist (Art. 74 Abs. 1 und Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG) und nicht geltend gemacht wird, dass die Beschwerde dennoch zulässig sei, weil sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellen würde (Art. 42 Abs. 2 BGG);
dass die Eingabe der Beschwerdeführerin unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne der Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;

dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht dargelegt werden muss, welche Grundrechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids detailliert zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);
dass die Eingabe der Beschwerdeführerin diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügt, indem sie keine sachdienlichen Ausführungen enthält, in denen rechtsgenügend dargelegt würde, welche Rechte die Vorinstanz mit ihrem Entscheid verletzt haben soll;
dass somit auf die Beschwerde, soweit sich diese gegen den Entscheid vom 17. Juni 2013 richtet, mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist;
dass das sinngemäss gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung, über das unter den gegebenen Umständen nicht vorgängig separat entschieden werden musste (vgl. Urteil 4A_20/2011 vom 11. April 2011 E. 7.2.2), abzuweisen ist, weil die Beschwerde als von vornherein aussichtslos erscheint (Art. 64 Abs. 1 BGG);
dass ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);
dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand entstanden ist (Art. 68 Abs. 1 BGG);

im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG erkannt:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen.

3.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. September 2013

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Mots-clés

rental depositinadmissibilitysubsidiary constitutional complaintlegal aidnew claimsamount in disputereasoned pleadingcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether new requests beyond the cantonal proceedings were admissible before the Federal Court

Solution extraite

No. Only the cancellation of the cantonal judgment and payment of the claimed amount could be considered; other requests were inadmissible as new claims.

Motifs extraits

The Federal Court may only review decisions of lower courts under Art. 75 BGG, and new requests are barred under Art. 99(2) BGG.

Question juridique clé

Whether a civil appeal was admissible given the amount in dispute

Solution extraite

No. The amount in dispute did not meet the threshold for a civil appeal, and no question of fundamental importance was invoked.

Motifs extraits

Under Arts. 72 ff., 74(1), and 51(1)(a) BGG, the appeal in civil matters was unavailable; Art. 74(2)(a) BGG was not relied upon.

Question juridique clé

Whether the filing could be treated as a subsidiary constitutional complaint and meet its reasoning requirements

Solution extraite

It could be treated as a subsidiary constitutional complaint, but it was insufficiently reasoned and therefore inadmissible.

Motifs extraits

A subsidiary constitutional complaint must identify the violated fundamental rights and argue them specifically with reference to the challenged reasoning; the filing did not do so.

Question juridique clé

Whether legal aid and free legal representation should be granted

Solution extraite

No, because the complaint was hopeless from the outset.

Motifs extraits

Under Art. 64(1) BGG, legal aid is denied where the case has no prospects of success.

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