Federal appeal dismissed for lack of reasoning and abuse

5A_819/2012Tribunal fédéral / IIe division civile8 nov. 2012Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court did not enter on the complainant’s challenge to the Aargau High Court decision concerning release of deposited inheritance-settlement funds. It held that the filing failed to address the cantonal reasoning in a legally sufficient manner and was abusive because it served only to delay proceedings. The request for free legal aid was denied for lack of prospects of success. Court costs of CHF 500 were imposed on the complainant.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 1-2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b-c BGG; admissibility of a complaint to the Federal Supreme Court and consequences of insufficient reasoning and abusive litigation conduct. A federal complaint must, in a manner tailored to the contested reasoning, show specifically which legal norms were violated and why; constitutional grievances must likewise be expressly invoked and substantiated. Where the filing does not engage with the determinative considerations of the cantonal decision, the Court will not enter into it. A complaint filed solely for delay is abusive and likewise justifies non-entry. If the complaint is hopeless, free legal aid is refused; costs are borne by the losing party (consid. 1).

Texte intégral

{T 0/2}
5A_819/2012

Urteil vom 8. November 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

  1. Y.________,
    vertreten durch Rechtsanwalt Wilhelm Boner,
  2. Z.________ AG,
    vertreten durch Proceed Collection Services GmbH,
    Beschwerdegegener.

Gegenstand
Hinterlegung (Forderung aus Erbteilung),

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 22. August 2012 des Obergerichts des Kantons Aargau (Zivilgericht, 4. Kammer).

Nach Einsicht
in die Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 22. August 2012 des Obergerichts des Kantons Aargau, das auf eine Berufung der Beschwerdeführerin gegen die erstinstanzliche Anordnung der Auszahlung eines bei der Gerichtskasse A.________ hinterlegten Betrags von Fr. 140'271.40 (Forderung aus Erbteilung) an die Beschwerdegegnerin Nr. 2 nicht eingetreten ist und der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege verweigert hat,

in Erwägung,
dass das Obergericht erwog, auf das haltlose und unzulässige Gesuch der Beschwerdeführerin um Ablehnung von mehreren Oberrichtern sei nicht einzutreten, die Beschwerdeführerin sei durch die Parteibezeichnung der Beschwerdegegnerin Nr. 2 nicht beschwert, weshalb kein Grund zur Abänderung bestehe, mit der Begründung der erstinstanzlichen Verfügung setze sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander, weshalb auf die Berufung mangels Begründung nicht einzutreten sei, im Übrigen wäre sie abzuweisen gewesen, weil der hinterlegte Betrag zu Recht freigegeben worden sei, nachdem die Beschwerdeführerin trotz Fristansetzung den Prätendentenstreit nicht eingeleitet habe, schliesslich könne der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit nicht gewährt werden,
dass die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG nebst einem Antrag eine Begründung zu enthalten hat, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 f. BGG) verletzt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass m.a.W. in der Beschwerdeschrift auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287),
dass auch Verfassungsrügen in der Beschwerdeschrift vorzubringen und zu begründen sind (Art. 106 Abs. 2 BGG), dass m.a.W. in der Beschwerdeschrift klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den kantonalen Entscheid verletzt sind (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88 mit Hinweisen; 133 IV 286 E. 1.4 S. 287 f.),
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass sie erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen anhand der obergerichtlichen Erwägungen aufzeigt, inwiefern der Entscheid des Obergerichts vom 22. August 2012 rechts- oder verfassungswidrig sein soll,
dass die Beschwerdeführerin ausserdem allein zum Zweck der Verfahrensverzögerung und damit missbräuchlich prozessiert (Art. 42 Abs. 7 BGG),
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende und überdies missbräuchliche - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b und c BGG nicht einzutreten ist,
dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, allfällige weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche ohne Antwort abzulegen,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. November 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Mots-clés

admissibilityreasoning requirementabusive litigationlegal aidcourt costsnon-entry

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the federal complaint was sufficiently reasoned to be heard

Solution extraite

The complaint did not meet the statutory reasoning requirements and could not be examined.

Motifs extraits

The filing did not engage with the decisive reasons of the cantonal decision or show, in a concrete and detailed manner, how federal or constitutional law was violated.

Question juridique clé

Whether the complaint was abusive and filed only to delay proceedings

Solution extraite

The filing was abusive within the meaning of the Federal Supreme Court Act.

Motifs extraits

The complainant acted solely to delay the proceedings, which justified non-entry on the complaint.

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings

Solution extraite

Legal aid was refused because the complaint had no prospects of success.

Motifs extraits

Given the inadmissibility and lack of arguable merits, the request for legal aid was hopeless.

Question juridique clé

Allocation of court costs

Solution extraite

Court costs were imposed on the losing complainant.

Motifs extraits

Costs follow the outcome of the proceeding.

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