Subsidiary constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

5D_64/2008Tribunal fédéral / IIe division civile5 juin 2008Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court held that the subsidiary constitutional complaint against the Basel-Stadt appellate president’s refusal of legal aid was inadmissible because the complainants did not address the decisive reasons of the cantonal decision and did not properly substantiate any violation of constitutional rights. The court therefore declined to enter into the complaint and, as the unsuccessful parties, ordered the complainants to pay court costs of CHF 500 jointly and severally.

Regeste Omnilex

Art. 117 in conjunction with Art. 106(2) and Art. 108(1)(b) BGG; subsidiary constitutional complaint: admissibility requires specific substantiation of constitutional violations. In a subsidiary constitutional complaint, the appellant must, with reference to the decisive reasoning of the cantonal decision, set out clearly and in detail which constitutional rights were infringed and in what respect. A mere repetition of allegations or failure to engage with the challenged reasoning is insufficient; absent such reasoning, the court will not enter into the complaint (consid. 2). Costs are borne by the unsuccessful parties, and solidarity may be ordered (Art. 66(1) and (5) BGG).

Texte intégral

{T 0/2}
5D_64/2008/don

Urteil vom 5. Juni 2008
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Raselli, Präsident,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Appellationsgerichtspräsidentin Basel-Stadt.

Gegenstand
Unentgeltliche Rechtspflege (Stockwerkeigentümerbeiträge, Pfandrecht nach Art. 712i ZGB).

Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 15. April 2008 der Appellationsgerichtspräsidentin
Basel-Stadt.

Nach Einsicht
in die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 15. April 2008 der Appellationsgerichtspräsidentin Basel-Stadt, die den Beschwerdeführern den Kostenerlass für deren Appellation gegen ein (sie in contumaciam zur Zahlung von Stockwerkeigentümerbeiträgen von Fr. 5'841.25 und Fr. 7'732.20 verpflichtendes und die definitive Eintragung eines Pfandrechts nach Art. 712i ZGB verfügendes) Urteil des Zivilgerichts Basel-Stadt verweigert hat,

in Erwägung,
dass gegen die in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangene Verfügung der Appellationsgerichtspräsidentin Basel-Stadt mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführer als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. (entsprechend den altrechtlichen Anforderungen des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG: Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4207ff., Ziff. 4.1.2.4 zu Art. 39 Entwurf, S. 4294) anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261f.), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass die Appellationsgerichtspräsidentin in der Verfügung vom 15. April 2008 den Kostenerlass mit der Begründung verweigerte, die Appellation der Beschwerdeführer erscheine als aussichtslos, weil die Beschwerdeführer, nachdem sie der Aufforderung zur Verbesserung ihrer (den gesetzlichen Anforderungen nicht genügenden) Klageantwort nicht nachgekommen seien, hätten kontumaziert werden müssen, weshalb die erste Instanz die Begründetheit der Klage allein auf Grund der Klageschrift selbst habe bejahen dürfen und die (gegen die Klagegutheissung erhobene) Appellation kaum als ernsthaft bezeichnet werden könne,
dass die Beschwerdeführer in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht auf die entscheidenden Erwägungen der Appellationsgerichtspräsidentin eingehen,
dass sie erst recht nicht anhand dieser Erwägungen aufzeigen, inwiefern die angefochtene Verfügung der Appellationsgerichtspräsidentin vom 15. April 2008 verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass die unterliegenden, solidarisch haftenden Beschwerdeführer kostenpflichtig werden (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden den Beschwerdeführern unter Solidarhaft auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern und der Appellationsgerichtspräsidentin schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 5. Juni 2008
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Raselli Füllemann

Mots-clés

constitutional complaintadmissibilityreasoning requirementlegal aidcourt costsnon-entry

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the subsidiary constitutional complaint met the reasoning requirements.

Solution extraite

No. The complainants failed to engage with the decisive reasons of the cantonal decision and did not show, with reference to those reasons, which constitutional rights were violated and how.

Motifs extraits

A subsidiary constitutional complaint must clearly and specifically allege and substantiate constitutional violations; otherwise the court will not enter into the matter.

Question juridique clé

Whether court costs should be imposed on the unsuccessful complainants.

Solution extraite

Yes. The losing complainants must bear the court costs jointly and severally.

Motifs extraits

Under the Federal Supreme Court Act, costs are charged to the unsuccessful parties, and solidarity was ordered.

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