Constitutional complaint inadmissible for lack of standing and reasoning

5D_65/2013Tribunal fédéral / IIe division civile25 mars 2013Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court dealt with a constitutional complaint in a debt-enforcement matter. It held that the complainant, an inheritance community, was not directly affected because the cantonal decision had been issued against another person, and therefore lacked standing. In addition, the complaint did not satisfy the strict reasoning requirements and was considered abusive. The Court therefore did not enter into the complaint, dismissed the request for free legal aid as hopeless, and imposed court costs of CHF 200 on the complainant. The request for suspensive effect became moot.

Regeste Omnilex

Art. 115 lit. b, Art. 116, 117, 106 Abs. 2, 42 Abs. 7, 64 Abs. 1, 66 Abs. 1, 108 Abs. 1 lit. a-c BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde: Eintreten setzt rechtlich geschütztes Interesse und hinreichende, an den massgeblichen Erwägungen anknüpfende verfassungsrechtliche Begründung voraus. Wer durch den angefochtenen kantonalen Entscheid nicht selbst betroffen ist, ist nicht beschwerdeberechtigt. Die Verfassungsbeschwerde ist ferner unzulässig, wenn sie die behaupteten Verfassungsverletzungen nicht substanziiert darlegt oder prozessmissbräuchlich erhoben wird. Bei offensichtlicher Aussichtslosigkeit entfällt die unentgeltliche Rechtspflege; die Kosten folgen dem Unterliegerprinzip. Im vereinfachten Verfahren kann das präsidierende Mitglied auf die Eingabe nicht eintreten (vgl. Art. 108 Abs. 1 BGG).

Texte intégral

{T 0/2}
5D_65/2013

Urteil vom 25. März 2013
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
Erbschaft des X.________ ("Erbengemeinschaft X.________"),
Beschwerdeführerin,

gegen

Einwohnergemeinde Y.________,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 7. Februar 2013 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft (Abteilung Zivilrecht).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 7. Februar 2013 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft (410 13 2), das androhungsgemäss auf eine Beschwerde von A.________ gegen einen erstinstanzlichen Rechtsöffnungsentscheid mangels Leistung des Kostenvorschusses von Fr. 225.-- innerhalb der Nachfrist nicht eingetreten ist (Art. 101 Abs. 3 ZPO),
in die Gesuche der Beschwerdeführerin um aufschiebende Wirkung und unentgeltliche Rechtspflege,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Kantonsgerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführerin als solche entgegengenommen worden ist,
dass zur Verfassungsbeschwerde nur berechtigt ist, wer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen kantonalen Entscheids hat (Art. 115 lit. b BGG),
dass der Entscheid des Kantonsgerichts vom 7. Februar 2013 nicht gegenüber der Beschwerdeführerin, sondern gegenüber A.________ ergangen ist,
dass somit die Beschwerdeführerin durch den angefochtenen Entscheid nicht beschwert ist und daher kein Interesse im Sinne von Art. 115 lit. b BGG an dessen Aufhebung hat,
dass die Verfassungsbeschwerde im Übrigen auch deshalb unzulässig wäre, weil die Beschwerdeführerin (entgegen den Begründungsanforderungen von Art. 116 und 117/106 Abs. 2 BGG) nicht klar und detailliert anhand der entscheidenden Erwägungen des Kantonsgerichts aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Kantonsgerichts vom 7. Februar 2013 verletzt sein sollen,
dass die Beschwerdeführerin ausserdem missbräuchlich prozessiert (Art. 42 Abs. 7 BGG),
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende und überdies missbräuchliche - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. a bis c BGG nicht einzutreten ist,
dass das Gesuch um aufschiebende Wirkung mit dem Beschwerdeentscheid gegenstandslos wird,
dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und das präsidierende Abteilungsmitglied zuständig ist,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, allfällige weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche ohne Antwort abzulegen,

erkennt das präsidierende Mitglied:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. März 2013
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Escher

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Mots-clés

constitutional complaintstandinginadmissibilityreasoning requirementsabuse of processlegal aidcourt costsdebt enforcement

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the constitutional complaint was admissible despite the complainant not being the addressee of the cantonal decision.

Solution extraite

The complainant lacked standing because the challenged decision was rendered against another person, so no legally protected interest existed.

Motifs extraits

Under Art. 115 lit. b BGG, constitutional complaint requires a legally protected interest; a person not directly affected by the cantonal ruling is not entitled to challenge it.

Question juridique clé

Whether the complaint met the reasoning requirements for constitutional complaints.

Solution extraite

The complaint was insufficiently reasoned.

Motifs extraits

It did not clearly and specifically, by reference to the decisive cantonal reasoning, show which constitutional rights were violated and how, as required by Art. 116 and 117 in conjunction with Art. 106 para. 2 BGG.

Question juridique clé

Whether the filing was abusive.

Solution extraite

The complaint was abusive.

Motifs extraits

The Federal Court found the manner of litigation abusive within the meaning of Art. 42 para. 7 BGG.

Question juridique clé

Whether free legal aid should be granted.

Solution extraite

Free legal aid was denied because the complaint had no prospect of success.

Motifs extraits

Given the manifest inadmissibility of the complaint, the requirement of non-appearing prospects under Art. 64 para. 1 BGG was not met.

Question juridique clé

Who bears the court costs.

Solution extraite

The complainant was ordered to pay the court costs of CHF 200.

Motifs extraits

Costs follow the losing party under Art. 66 para. 1 BGG.

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