No standing for former ex officio counsel without current authorization

6P.52/2007Tribunal fédéral / Division pénale7 juin 2007Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The defendant was convicted by the Basel-Stadt Appellate Court and his ex officio counsel filed a state constitutional complaint and a federal nullity complaint. The Federal Court asked for proof of current authorization. After the defendant replied that he generally rejected any anticipatory authorization, the court held that the former ex officio counsel was not authorized to continue acting. It therefore did not enter into either complaint and ordered that no costs be charged.

Regeste Omnilex

Art. 29 Abs. 1 OG; Art. 36a OG: Beschwerdebefugnis und Vertretung vor Bundesgericht; fehlt dem früheren Offizialverteidiger eine aktuelle Vollmacht und verweigert der Betroffene die nachträgliche Genehmigung ausdrücklich, ist auf die von jenem eingereichten Rechtsmittel nicht einzutreten. Bei Nichteintreten werden keine Kosten erhoben, wenn das Bundesgericht dies ausdrücklich anordnet.

Texte intégral

{T 0/2}
6P.52/2007
6S.114/2007 /hum

Urteil vom 7. Juni 2007
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Ferrari, Mathys,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, Postfach, 4001 Basel,
Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Bäumleingasse 1, 4051 Basel.

Gegenstand
Strafverfahren,

Staatsrechtliche Beschwerde und eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 20. Dezember 2006.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Mit Urteil vom 20. Dezember 2006 wurde X.________ durch das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt wegen verschiedener Straftaten zu 18 Monaten Zuchthaus und einer Busse verurteilt. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und X.________ in eine Heil- und Pflegeanstalt eingewiesen.

Gegen dieses Urteil führte sein für das kantonale Verfahren ernannter Offizialverteidiger staatsrechtliche Beschwerde und eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde. Gestützt auf Art. 29 Abs. 1 OG wurde der Offizialverteidiger aufgefordert, eine aktuelle Vollmacht nachzureichen. Mit Schreiben vom 19. April 2007 teilte der Offizialverteidiger mit, er habe die beiden Rechtsmittel vorsorglich eingereicht, da X.________ sich mündlich und in seinen Korrespondenzen entsprechend geäussert habe. Ein kürzlicher Besuch habe ergeben, dass X.________ mit dem Weiterzug ans Bundesgericht grundsätzlich einverstanden sei. In Bezug auf die Frage der aktuellen Mandatierung habe das Gespräch allerdings keine Klarheit ergeben, ihn - den Offizialverteidiger - indessen bewogen, das Mandat zu beenden.

Das Bundesgericht teilte X.________ den Inhalt dieses Schreibens am 25. April 2007 mit. Es ersuchte ihn um Mitteilung, ob er an den Beschwerden seines Offizialverteidigers festhalte oder sie zurückziehe. Ohne seinen Gegenbericht werde davon ausgegangen, dass er an den Beschwerden festhalte.

X.________ hat sich mit einem Schreiben vom 18. Mai 2007 geäussert. Das Schreiben ist nicht in allen Teilen verständlich, aber es enthält klar die Feststellung, dass er eine "vorweggenommene" Bevollmächtigung "generell" ablehne.

Unter den gegebenen Umständen muss davon ausgegangen werden, dass X.________ es ablehnt, seinen früheren Offizialverteidiger für das bundesgerichtliche Verfahren zu bevollmächtigen. Auf die beiden vom früheren Offizialverteidiger eingereichten Beschweden kann folglich nicht eingetreten werden.
2.
Es sind keine Kosten zu erheben.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde und die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 7. Juni 2007
Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

admissibilityauthorizationex officio counselnon-entrycriminal appealcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the state constitutional complaint and federal nullity complaint filed by former ex officio counsel were admissible without current authorization from the defendant.

Solution extraite

No. Because the defendant refused to authorize the former ex officio counsel for the federal proceedings, the complaints could not be entertained.

Motifs extraits

The Federal Court requested proof of current authority under Art. 29(1) OG. The defendant's reply clearly indicated that he generally rejected any anticipatory authorization, so the prior counsel was no longer empowered to act.

Question juridique clé

Whether court costs should be imposed despite the non-entry.

Solution extraite

No costs were charged.

Motifs extraits

The court expressly decided that no costs would be levied.

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