Non-entry for insufficiently reasoned social assistance appeal

8C_407/2010Tribunal fédéral / IVe division de droit public25 mai 2010Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

M.__________ appealed a Zurich administrative court decision concerning social assistance. The Federal Supreme Court held that the appeal did not satisfy the strict reasoning requirements for complaints based on cantonal law and fundamental rights. As the appellant failed to show, with reference to the lower-court reasoning, which constitutional rights had been violated, the court found no valid remedy and refused to set a deadline for curing the defect. The appeal was therefore not entered upon, and no court costs were charged.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 1 und 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Begründungsanforderungen bei Beschwerden gegen kantonalrechtliche Entscheide. Eine Beschwerde muss in gedrängter Form darlegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt; bei Rügen betreffend Grundrechte und willkürliche Anwendung kantonalen Rechts gilt eine qualifizierte Rügepflicht. Es ist anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids klar und detailliert aufzuzeigen, welche verfassungsmässigen Rechte verletzt sein sollen. Eine Nachfrist zur Behebung einer mangelhaften Begründung ist praxisgemäss ausgeschlossen; sie kommt nur für fehlende Beilagen in Betracht (vgl. Art. 42 Abs. 5 und 6 BGG). Bei Nichterfüllung dieser Anforderungen ist auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten (consid. 1).

Texte intégral

{T 0/2}
8C_407/2010

Urteil vom 25. Mai 2010
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
M.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Stadt Winterthur, vertreten durch die Sozialbehörde, Lagerhausstrasse 6, 8400 Winterthur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Sozialhilfe (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich
vom 24. Februar 2010.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des M.________ vom 30. April 2010 (Datum des Poststempels) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 24. Februar 2010,

in die nach Erlass der Verfügung vom 3. Mai 2010 betreffend fehlende Beilage (vorinstanzlicher Entscheid) am 10. Mai 2010 erfolgte Nachreichung des angefochtenen Entscheides,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt; Art. 95 ff. BGG nennen dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass bei Beschwerden, die sich - wie vorliegend - gegen einen in Anwendung kantonalen Rechts ergangenen Entscheid richten, die Verletzung blossen kantonalen Rechts keinen selbstständigen Beschwerdegrund bildet; vielmehr hat die Beschwerde führende Person darzulegen, inwiefern der beanstandete Akt gegen verfassungsmässige Rechte verstossen soll (BGE 135 V 94 E. 1 S. 95),
dass hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten (einschliesslich der willkürlichen Anwendung von kantonalem Recht und Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung; BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255) der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht gilt, weshalb insofern eine qualifizierte Rügepflicht besteht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254; vgl. auch BGE 133 IV 286 ff.),
dass es daher der Beschwerde führenden Person obliegt (entsprechend den altrechtlichen Begründungsanforderungen, die nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG für die staatsrechtliche Beschwerde gegolten haben), klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den kantonalen Entscheid verletzt worden sind (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit weiteren Hinweisen),
dass die Beschwerde vom 30. April 2010 den vorerwähnten Anforderungen offensichtlich nicht genügt, indem namentlich nicht anhand der vorinstanzlichen Erwägungen aufgezeigt wird, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern diese durch das angefochtene Urteil des kantonalen Gerichts verletzt worden sein sollen, wobei die Beschwerde insbesondere die gesetzlichen Erfordernisse der qualifizierten Rügepflicht nicht erfüllt,
dass deshalb kein gültiges Rechtsmittel vorliegt, obwohl der Beschwerdeführer den angefochtenen vorinstanzlichen Entscheid gemäss Verfügung des Bundesgerichts vom 3. Mai 2010 nachgereicht hat,

dass das Ansetzen einer Nachfrist zur Verbesserung der mangelhaften Rechtsschrift im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG - im Gegensatz zur Nachreichung der fehlenden Beilagen (Art. 42 Abs. 5 und 6 BGG; vgl. BGE 130 I 312 E. 1.3.1 S. 320; 123 II 359 E. 6b/bb S. 369; 118 Ib 134 E. 2; je mit Hinweis) - praxisgemäss ausser Betracht fällt (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247 f. mit weiteren Hinweisen),

dass somit auf die - offensichtlich unzulässige - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,

dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren ausnahmsweise abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 25. Mai 2010
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Mots-clés

social assistanceinadmissibilityreasoning requirementsfundamental rightsqualified duty to arguecost waiver

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal met the formal reasoning requirements of Art. 42 and 106 BGG.

Solution extraite

The appeal did not contain sufficient reasoning and failed to show, in a detailed way and with reference to the cantonal court's reasons, which constitutional rights had been violated.

Motifs extraits

For appeals against decisions based on cantonal law, mere violation of cantonal law is not an independent ground. Alleged fundamental-right violations must be specifically and clearly substantiated; the appellant did not satisfy this qualified duty to argue.

Question juridique clé

Whether the deficient appeal could be cured by setting an additional deadline.

Solution extraite

No additional deadline for curing the deficient reasoning was available; such a remedy applies only to missing annexes, not to a defective pleading.

Motifs extraits

The Federal Supreme Court reiterated its practice that a reasoning defect under Art. 42(1)-(2) BGG cannot be corrected by a grace period, unlike missing enclosures under Art. 42(5)-(6) BGG.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged in the federal proceedings.

Solution extraite

No court costs were levied in view of the circumstances.

Motifs extraits

The court exercised its discretion under Art. 66(1) sentence 2 BGG to refrain exceptionally from imposing costs.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.