Nichterwerbstätigenbeiträge on pension back payments upheld

9C_342/2010Tribunal fédéral / IIIe division de droit public5 juil. 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed an appeal against a cantonal judgment confirming non-employed AHV/IV/EO contributions for 2003. The claimant had received substantial retroactive occupational pension payments in 2003, and the tax report also showed minor employment income of CHF 200. The court held that the payments had to be fully included in the 2003 contribution base, that interest on those payments did not change the result, and that the discrimination and set-off arguments were insufficiently substantiated. Court costs of CHF 1,000 were charged to the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 10 AHVG; Art. 28, 28bis, 29 AHVV; retroactive occupational pension back payments and interest in the calculation of contributions for non-employed persons: back payments are to be taken into account in full in the year of actual receipt; interest on such payments constitutes asset income and not pension income, but its exclusion is irrelevant if it cannot affect the contribution level. The annual contribution of a non-employed person is determined by the effective economic circumstances as reflected in the tax reports; a minor employment income does not preclude qualification as non-employed where it does not reach the minimum contribution threshold (consid. 3-5).

Texte intégral

{T 0/2}
9C_342/2010

Urteil vom 5. Juli 2010
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Seiler, Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiber Traub.

Verfahrensbeteiligte
M.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Zug,
Baarerstrasse 11, 6300 Zug,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Alters- und Hinterlassenenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 25. Februar 2010.

Sachverhalt:

A.
Die Ausgleichskasse des Kantons Zug verpflichtete den 1945 geborenen M.________ mit Nachtragsverfügung vom 17. Juni 2008 zur Bezahlung von AHV/IV/EO-Beiträgen für Nichterwerbstätige über Fr. 10'352.60 (Verwaltungskosten eingeschlossen) für das Jahr 2003 (abzüglich bereits geleistete provisorische Beiträge von Fr. 728.-). Grundlage dieser Forderung ist unter anderem die im Jahr 2003 erfolgte, sich auf die Jahre 1993 bis 2003 beziehende rückwirkende Auszahlung von Rentenbetreffnissen der beruflichen Vorsorge über Fr. 468'373.-. Auf Einsprache des M.________ hin bestätigte die Ausgleichskasse des Kantons Zug die Beitragsverfügung mit Entscheid vom 6. Mai 2009.

B.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug wies die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde ab (Entscheid vom 25. Februar 2010).

C.
M.________ führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und beantragt sinngemäss, seine Beitragspflicht für das Jahr 2003 beschränke sich auf einen auf dem Erwerbseinkommen zu bezahlenden Mindestbeitrag; Beiträge für Nichterwerbstätige seien nicht zu erheben.

Erwägungen:

1.
Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen und Grundsätze über die Festsetzung der Sozialversicherungsbeiträge Nichterwerbstätiger (Art. 10 AHVG; Art. 28, 28bis und 29 AHVV) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.

2.
Der Beschwerdeführer rügt unter anderem, die strittige Beitragsveranlagung verletze das Diskriminierungsverbot (Art. 8 Abs. 2 BV und Art. 14 EMRK). Art. 14 EMRK ist akzessorischer Natur, das heisst kann nur in Verbindung mit der Umsetzung von in der EMRK garantierten Rechten und Freiheiten angerufen werden. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten gilt eine qualifizierte Rügepflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254, 396 E. 3.1 S. 399). Die Frage, ob der Beschwerdeführer hinreichend dargetan hat, worin die spezifischen Grundrechtsverletzungen liegen sollen, kann offen bleiben. Denn einerseits hat sich die Vorinstanz mit der entsprechenden Rüge ausführlich auseinandergesetzt; ihren Erwägungen ist nichts beizufügen. Anderseits befasst sich der Beschwerdeführer in der Beschwerdebegründung kaum, jedenfalls nicht den Anforderungen von Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG entsprechend, mit den diesbezüglichen Erwägungen des kantonalen Gerichts. Letzteres gilt auch hinsichtlich des Begehrens, die Beitragsforderung sei mit einem Schaden zu verrechnen, den ihm die Invalidenversicherung zugefügt habe.

3.
Hauptsächlicher Streitpunkt im vorinstanzlichen Verfahren war die Frage, ob der Beschwerdeführer im Jahr 2003 beitragsrechtlich zutreffend als Nichterwerbstätiger qualifiziert worden war.

Nach Art. 10 Abs. 1 AHVG bemessen sich die Beiträge Nichterwerbstätiger nach deren sozialen Verhältnissen. Gemäss der Rechtsprechung richtet sich der jährliche Beitrag nach den effektiven wirtschaftlichen Verhältnissen, wie sie aus den Steuermeldungen für das betreffende Jahr hervorgehen (BGE 124 V 1 E. 3a in fine S. 5). Der Beschwerdeführer bringt letztinstanzlich zu Recht nicht mehr vor, die Qualifikation sei rechtswidrig. Das kantonale Gericht hat dafür zutreffenderweise auf den Umstand abgestellt, dass die Steuerverwaltung des Kantons Zug der Ausgleichskasse nebst den Rentenauszahlungen ein Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit von Fr. 200.- gemeldet hatte (vgl. Art. 29 Abs. 7 in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1, 2 und 4 und Art. 27 AHVV). Daraus resultiert offensichtlich kein Beitrag vom Erwerbseinkommen, welcher den Mindestbeitrag nach Art. 28 Abs. 1 AHVV erreichen würde (vgl. Art. 10 Abs. 1 AHVG). Es ist davon auszugehen, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers für die Stiftung X.________ jedenfalls im Jahr 2003 grösstenteils ehrenamtlicher Natur war. Auf die eingehenden Erwägungen der Vorinstanz kann vollumfänglich verwiesen werden.

4.
Rückwirkend ausgerichtete Rentennachzahlungen der beruflichen Vorsorge werden für die Ermittlung der Beiträge als Nichterwerbstätiger gesamthaft im Jahr der tatsächlichen Auszahlung erfasst (Urteil H 311/03 vom 7. Dezember 2004). Auch insoweit hat die Vorinstanz zu Recht erkannt, dass die 2003 erfolgte Rentennachzahlung vollumfänglich in die Berechnungsgrundlage des Nichterwerbstätigenbeitrages für das Beitragsjahr 2003 einzubeziehen war.

5.
Zinsen auf den Rentennachzahlungen stellen Vermögensertrag dar und fallen daher nicht unter den Begriff des Renteneinkommens (erwähntes Urteil H 311/03 E. 3.3). Die Abrechnungen bezüglich der Leistungen aus beruflicher Vorsorge für die Jahre 1993 bis 2003 zeigen, dass die Nachzahlungen auch Zinsen umfassten. Dies ändert aber nichts an der Richtigkeit der verfügten Beiträge: Die Obergrenzen der Nichterwerbstätigenbeiträge (Fr. 8400.- [AHV], Fr. 1400.- [IV] und Fr. 300.- [EO]) werden bei einem Vermögen (einschliesslich des mit Faktor 20 multiplizierten jährlichen Renteneinkommens) von vier Millionen Franken erreicht (Art. 28 Abs. 1 AHVV, Art. 1bis Abs. 2 IVV und Art. 23a Abs. 2 EOV, je in der ab 1. Januar 2003 geltenden Fassung). Der Anteil der mit Faktor 20 multiplizierten Rentennachzahlungen (von insgesamt Fr. 468'373.-) an dem für die Beitragsbemessung massgebenden Vermögen von Fr. 10'144'240.- beträgt Fr. 9'367'460.-. Es ist offensichtlich, dass eine Ausscheidung von Zinsen aus den Nachzahlungsbetreffnissen keinen Einfluss auf die Höhe der Beitragsforderung gehabt hätte.

6.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Die Gerichtskosten werden dem Verfahrensausgang entsprechend verlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 5. Juli 2010

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Meyer Traub

Mots-clés

social insurance contributionsnon-employed personspension back paymentstax reportsminimum contributioninterest incomediscriminationcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appellant was correctly qualified as a non-employed person for contribution purposes in 2003

Solution extraite

Yes. The qualification as non-employed was upheld; the small reported wage did not generate an employment-income contribution reaching the minimum contribution.

Motifs extraits

Contribution assessment for non-employed persons follows their economic circumstances as shown by tax reports. The cantonal court correctly relied on the tax authority's report, including only CHF 200 in employment income, which did not change the non-employed contribution status.

Question juridique clé

Whether the 2003 pension back payments had to be fully included in the contribution base for 2003

Solution extraite

Yes. Retroactively paid occupational pension benefits are counted in full in the year of actual payment for contribution purposes.

Motifs extraits

Under settled case law, back payments are attributable to the year of payment, regardless of the periods to which they relate.

Question juridique clé

Whether interest included in the back payments had to be excluded from the contribution calculation

Solution extraite

No. Even if interest is excluded, it would not affect the contribution amount in this case.

Motifs extraits

Interest on pension back payments is asset income and not pension income. But excluding it would not change the contribution calculation because the maximum contribution threshold had already been exceeded by the relevant wealth figure.

Question juridique clé

Whether the contribution claim should be offset against alleged damage caused by invalidity insurance

Solution extraite

No. The appellant did not sufficiently develop this argument on appeal.

Motifs extraits

The complaint did not meet the federal pleading requirements and therefore did not warrant further examination.

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