Health insurance cost sharing for old accident follow-up treatment

9C_887/2010Tribunal fédéral / IIIe division de droit public9 déc. 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed the husband’s public-law appeal against the Bern administrative court’s confirmation that the insured woman had to pay statutory health-insurance cost sharing for treatment linked to a 1992 accident from 1 January 2009 onward. The Court held that previous insurers’ waiver practices, based on former recourse rules, did not create a binding exception for the new insurer, and no enforceable reliance interest under Article 9 BV was shown. The appellant’s objections were largely inadmissible criticism of the facts. Court costs of CHF 500 were charged to him.

Regeste Omnilex

Art. 64 KVG, Art. 9 BV, Art. 105 BGG; cost-sharing for follow-up treatment of an old accident after change of insurer. Statutory cost-sharing in compulsory health insurance applies according to the legal situation existing under the current insurance relationship. A previous insurer’s voluntary waiver or practice, based on then-existing recourse rules, does not in itself create a continuing exemption vis-à-vis a successor insurer. Protected reliance requires a concrete assurance by the competent insurer for the relevant period; mere silence, administrative tolerance, or the acceptance of transfer documents is insufficient. The Federal Supreme Court is bound by the cantonal findings unless they are manifestly incorrect or based on a federal-law violation (consid. 2).

Texte intégral

{T 0/2}
9C_887/2010

Urteil vom 9. Dezember 2010
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Kernen, Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiberin Amstutz.

Verfahrensbeteiligte
F.________,
Beschwerdeführer,

gegen

aerosana Versicherungen AG, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
Beschwerdegegnerin,

G.________,

Gegenstand
Krankenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 22. September 2010.

in Erwägung,
dass G.________ (geb. 1936) im Jahre 1992, als sie einen Unfall mit haftpflichtigem Dritten erlitt, bei der Helsana Versicherungen AG unter Einschluss der Unfalldeckung obligatorisch krankenpflegeversichert war und diese die Versicherte in den Folgejahren gestützt auf damals geltendes Regressrecht von der Beteiligung an den unfallbedingten Behandlungskosten befreit hatte,
dass die - nach zwischenzeitlichem Kassenwechsel zur progrès Versicherungen AG (2007/2008) - ab 1. Januar 2009 für die obligatorische Krankenpflegeversicherung zuständige aerosana Versicherungen AG (nachfolgend: aerosana) mit Verfügung vom 21. Januar 2010 und Einspracheentscheid vom 18. Mai 2010 festhielt, die Versicherte sei ab Versicherungsbeginn am 1. Januar 2009 für die Folgebehandlungen des Unfalls aus dem Jahre 1992 von Gesetzes wegen kostenbeteiligungspflichtig und die seitherigen Kassenrechnungen seien korrekt erstellt worden,
dass das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die vom solidarisch haftbaren Ehemann der Versicherten, F.________, dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 22. September 2010 abwies,
dass F.________ mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die aerosana zu verpflichten, erst ab 21. Januar 2010 (Verfügungsdatum) Kostenbeteiligungen für Leistungen aus dem Unfall von 1992 zu erheben,
dass die Vorinstanz die gesetzliche Grundlage der umstrittenen Kostenbeteiligungspflicht (Art. 64 KVG) und die Voraussetzungen einer erfolgreichen Berufung auf den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 BV; SVR 2010 UV Nr. 28 S. 1, 8C_475/2009 E. 2.2 mit Hinweisen; 131 I 472 E. 5 S. 180; 129 I 161 E. 4.1 S. 170) zutreffend dargelegt hat, weshalb darauf verwiesen wird,
dass dem Beschwerdeführer nach der letztinstanzlich unbestritten gebliebenen, unter dem Blickwinkel von Art. 105 Abs. 2 BGG nicht zu beanstandenden Feststellung des kantonalen Gerichts bereits mit Schreiben der progrès Versicherungen AG vom 22. Oktober 2007 mitgeteilt wurde, dass in jenem Zeitpunkt die tatsächlichen Voraussetzungen für das (allein regressrechtlich begründete) Absehen des Krankenversicherers von der Erhebung der Kostenbeteiligung für das Unfallereignis aus dem Jahre 1992 (längst) dahingefallen waren und somit seither eine entsprechende Leistungspflicht der versicherten Person bestand,
dass das kantonale Gericht weiter festgestellt hat, aus Vereinbarungen und kulanten Verhaltensweisen der früheren Krankenversicherer (Verzicht auf die Einforderung von Kostenbeteiligungen bis Oktober 2008) sei für das hier in Frage stehende Versicherungsverhältnis mit der Beschwerdegegnerin keine Ausnahme von der gesetzlichen Kostenbeteiligungspflicht abzuleiten, und eine unter dem Titel von Art. 9 BV schützenswerte Vertrauensgrundlage für die Befreiung von der Kostenbeteiligungspflicht insbesondere fehle deshalb, weil eine solche dem Beschwerdeführer und seiner Ehegattin für den hier strittigen Zeitraum ab 1. Januar 2009 nie - namentlich auch nicht mit der widerspruchslosen Akzeptanz des Versicherungs-Übertrittsformulars vom 16. November 2008 - durch die Beschwerdegegnerin zugesichert worden sei,
dass sich die Einwände des Beschwerdeführers - soweit nicht einen früheren Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 9. November 2009 betreffend und damit ausserhalb des Streitgegenstandes liegend - weitgehend in einer im Rahmen der geltenden Überprüfungsbefugnis des Bundesgerichts (Art. 105 BGG) unzulässigen appellatorischen Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung erschöpfen,
dass den Vorbringen wie auch den Akten namentlich nichts zu entnehmen ist, das die vorinstanzlichen Tatsachenfeststellungen als offensichtlich unrichtig oder sonst mangelhaft im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG und die rechtlichen Schlussfolgerungen als bundesrechtswidrig (Art. 95 lit. a BGG) qualifizieren liesse,
dass die vorinstanzlich zu Recht bejahte Leistungspflicht gegenüber dem obligatorischen Krankenpflegeversicherer es dem Beschwerdeführer resp. dessen Ehegattin nach den zutreffenden Erwägungen des kantonalen Gerichts nicht verwehrt, entsprechende Kostenbeteiligungen auf dem Zivilrechtsweg direkt bei der für das Unfallereignis aus dem Jahre 1992 zuständigen Haftpflichtversicherung als Schaden geltend zu machen,
dass die im Sinne von Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG offensichtlich unbegründete Beschwerde im vereinfachten Verfahren und ohne Durchführung eines Schriftenwechsels erledigt wird,
dass die Gerichtskosten dem Verfahrensausgang entsprechend dem unterliegenden Beschwerdeführer zu auferlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, G.________, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 9. Dezember 2010

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Meyer Amstutz

Mots-clés

health insurancecost sharingaccident follow-up treatmentreliancesuccessor insurerfactual reviewcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the insurer had to refrain from charging cost sharing for post-2009 follow-up treatment of a 1992 accident.

Solution extraite

No. The insured person was liable for statutory cost sharing from the start of the new insurance relationship on 1 January 2009.

Motifs extraits

Art. 64 KVG applied. Any earlier waiver by former insurers was based on then-existing recourse rules and did not bind the new insurer. No protected reliance under Art. 9 BV was established for the period from 1 January 2009, because no assurance by aerosana existed.

Question juridique clé

Whether the appeal should be admitted despite the appellant's objections to the factual findings.

Solution extraite

No. The objections were largely inadmissible appellatory criticism and did not show manifestly incorrect findings or federal-law errors.

Motifs extraits

The Federal Supreme Court was bound by the cantonal findings absent manifest error under Art. 105 BGG; none was demonstrated.

Question juridique clé

Who bears the court costs.

Solution extraite

The losing appellant must bear the court costs.

Motifs extraits

Costs follow the outcome of the proceedings under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.