Revision for omitted party-cost request in federal appeal

9F_1/2013Tribunal fédéral / IIIe division de droit public22 févr. 2013Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court partially granted the company's revision request against its judgment of 6 November 2012. It held that the earlier decision had left undecided the company's claim for party compensation for the federal appeal proceedings, which could be corrected under Art. 121 lit. c BGG. The Court supplemented dispositive item 3 by ordering the appellant to pay CHF 2,300 to Z.________ GmbH. The request was dismissed insofar as it concerned compensation for the earlier proceedings, because that issue had already been remitted to the Federal Administrative Court. No court costs were levied, and the company received CHF 500 from the Court's funds for the revision proceeding.

Regeste Omnilex

Art. 121 lit. c BGG, Art. 124 Abs. 1 lit. b BGG; omission of a request in the operative part justifies revision only insofar as the claim was actually left undecided. A party compensation request that was not addressed in the judgment may be added by way of revision if the party was, in principle, entitled to costs under Art. 68 BGG. By contrast, no supplementation is required where the judgment has already remitted the relevant costs issue to the lower court. Revision proceedings are costs-free under Art. 66 Abs. 1 BGG; party compensation may be awarded ex officio under Art. 68 Abs. 2 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
9F_1/2013

Urteil vom 22. Februar 2013
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Kernen, Präsident,
Bundesrichter Borella, Bundesrichterin Glanzmann,
Gerichtsschreiberin Keel Baumann.

Verfahrensbeteiligte
Z.________ GmbH,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stephan K. Nyffenegger,
Gesuchstellerin,

gegen

  1. Ausgleichskasse scienceindustries,
    Viaduktstrasse 42,
    4051 Basel,
  2. R.________,
    vertreten durch X.________ AG,
    Gesuchsgegner.

Gegenstand
Alters- und Hinterlassenenversicherung,

Revisionsgesuch gegen das Urteil
des Schweizerischen Bundesgerichts 9C_648/2011
vom 6. November 2012.

In Erwägung,
dass R.________ gegen den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 2011 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhob,
dass sich zur Beschwerde auch die zum Verfahren beigeladene, anwaltlich vertretene Arbeitgeberin, die Z.________ GmbH, vernehmen liess und die Abweisung der Beschwerde sowie die Zusprechung einer Parteientschädigung beantragte,
dass das Bundesgericht die Beschwerde mit Urteil vom 6. November 2012 teilweise guthiess, den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 2011 sowie den Einspracheentscheid der Ausgleichskasse scienceindustries vom 15. September 2009 aufhob und die Sache an die Ausgleichskasse zurückwies, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre, und die Beschwerde im Übrigen abwies,
dass das Bundesgericht nur dem Beschwerdeführer (nach Massgabe seines Obsiegens) und nicht auch der beigeladenen Arbeitgeberin eine Parteientschädigung für das bundesgerichtliche Verfahren zusprach und die Sache zur Neuverlegung der Parteientschädigung des vorangegangenen Verfahrens an das Bundesverwaltungsgericht zurückwies,
dass die Z.________ GmbH am 15. Januar 2013 ein Revisionsgesuch stellen liess mit dem Antrag, das Urteil vom 6. November 2012 sei bezüglich des Entscheides über die Parteientschädigung in Revision zu ziehen und es sei ihr eine Parteientschädigung für das bundesgerichtliche und die vorangehenden Verfahren zuzusprechen,
dass nach Art. 121 lit. c BGG die Revision eines bundesgerichtlichen Entscheids verlangt werden kann, wenn einzelne Anträge unbeurteilt geblieben sind,
dass die Z.________ GmbH entsprechend dem Ausgang des Prozesses 9C_648/2011 als teilweise obsiegende Beigeladene grundsätzlich (nach Massgabe ihres Obsiegens) Anspruch auf eine Parteientschädigung für das bundesgerichtliche Verfahren hat (Art. 68 Abs.1 und 2 BGG), ihr Entschädigungsbegehren im Urteil vom 6. November 2012 jedoch unbeurteilt blieb,
dass die beantragte Urteilsergänzung angesichts dieses Mangels insoweit begründet ist und dem (fristgerecht gestellten; Art. 124 Abs. 1 lit. b BGG) Revisionsgesuch, soweit es sich auf die Parteientschädigung im letztinstanzlichen Verfahren bezieht, zu entsprechen ist,
dass demgegenüber hinsichtlich der Parteientschädigung des vorangegangenen Verfahrens kein Anlass zu einer Ergänzung besteht, weil das Bundesgericht die Sache diesbezüglich in Dispositiv-Ziffer 4 an das Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen hat,
dass aus Gründen der Prozessökonomie auf einen Schriftenwechsel verzichtet wird, weil die Kostenverlegung von Amtes wegen erfolgt (Urteil 5A.6/2006 vom 18. Juli 2006 E. 5.2 in fine) und die Einholung einer Vernehmlassung einem Leerlauf gleichkäme und nur weitere Kosten verursachen würde,
dass für das Revisionsverfahren keine Kosten zu erheben sind (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass es sich rechtfertigt, der Gesuchstellerin für das Revisionsverfahren eine Parteientschädigung aus der Gerichtskasse zu bezahlen (Art. 68 Abs. 2 BGG; Seiler/von Werdt/Güngerich, Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2007, N. 10 zu Art. 68 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils des Bundesgerichts vom 6. November 2012 (9C_648/2011) wird insofern ergänzt, als der Beschwerdeführer verpflichtet wird, die Z.________ GmbH für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'300.- zu entschädigen. Im Übrigen wird das Revisionsgesuch abgewiesen.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dem Gesuchsteller wird für das Revisionsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 500.- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Bundesverwaltungsgericht und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.

Luzern, 22. Februar 2013

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Kernen

Die Gerichtsschreiberin: Keel Baumann

Mots-clés

revisionparty compensationomitted requestsocial insurancefederal appeal costscost allocation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether revision was warranted because the judgment of 6 November 2012 left the company's request for party compensation undecided.

Solution extraite

Yes, the omitted request justified supplementary revision for the federal proceedings.

Motifs extraits

Under Art. 121 lit. c BGG, revision is available when individual requests were not adjudicated. The company, as a partially successful intervening party, was entitled in principle to party compensation under Art. 68 BGG, but this claim had been overlooked.

Question juridique clé

Whether the judgment also had to be supplemented regarding party compensation for the earlier proceedings.

Solution extraite

No, because the prior costs issue had already been remitted to the Federal Administrative Court for a new allocation.

Motifs extraits

There was no omission to correct as to the prior-instance compensation, since the earlier judgment had expressly remitted that issue to the Federal Administrative Court in dispositive item 4.

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