Late court advance led to non-entry

H 409/01Tribunal fédéral / IIe division de droit social16 mai 2002Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Insurance Court held that the appellant’s court advance had not been paid in time because the EZAG transfer reached Postfinance only after the deadline and the due date indicated on the data carrier was also late. No grounds for restoration of the missed time limit were shown. The court therefore did not enter into the administrative appeal against the Bern compensation fund’s contribution assessments. It ordered no court costs and directed that the CHF 500 advance be refunded to the appellant. The judgment was also sent to the cantonal administrative court and the Federal Office for Social Insurance.

Regeste Omnilex

Art. 32 OG, Art. 35 OG; timeliness of a court advance paid by EZAG and consequences of late payment. A procedural time limit is met only if the required act is completed within the period. For payment orders transmitted electronically, the advance is timely only if the data carrier is delivered to the post before expiry of the period and the due date stated thereon is not later than the last day of the period. Actual crediting to the recipient account within the period is not required (consid. 1). Where the advance is paid late and no grounds for restoration are alleged or apparent, the appeal is not entered into; such proceedings are ordinarily concluded without court costs, and the advance is refunded (consid. 2-3).

Texte intégral

[AZA 0]
H 409/01 Bl

II. Kammer

Präsident Schön, Bundesrichter Ursprung und Frésard;
Gerichtsschreiber Grünvogel

Urteil vom 16. Mai 2002

in Sachen
B.________ 1949, Beschwerdeführer,

gegen
Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Beiträge und Zulagen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern, Beschwerdegegnerin,

und
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern

A.- Mit Entscheid vom 23. November 2001 trat das Verwaltungsgericht des Kantons Bern auf eine von B.________ gegen die Verfügungen der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 28. August 2001 über die Beiträge der Jahre 1997 bis 2000 erhobene Beschwerde nicht ein.

B.- B.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem sinngemässen Antrag, der vorinstanzliche Entscheid wie auch die Verfügungen vom 28. August 2001 seien aufzuheben.

Mit Verfügung vom 17. Januar 2002 hat der Präsident des Eidgenössischen Versicherungsgerichts B.________ aufgefordert, innert 14 Tagen einen Kostenvorschuss von Fr. 500.- zu bezahlen. Die Verfügung wurde B.________ am 21. Januar 2002 ausgehändigt. Nebst dem Hinweis, bei Nichtleistung des Kostenvorschusses innert der gesetzten Frist werde auf die Rechtsvorkehr nicht eingetreten, enthielt die Kostenvorschussverfügung u.a. den Hinweis, dass bei Zahlungsauftrag an eine Bank dafür zu sorgen sei, der Postfinance den Auftrag rechtzeitig innert der gesetzten Frist zu übergeben; bei elektronischen Zahlungsaufträgen mit Datenträgern EZAG (werde von den meisten Banken benützt) gelte das für die Postfinance eingesetzte Fälligkeitsdatum; dabei sei zu beachten, dass der Datenträger spätestens einen Postwerktag vor Ablauf der Zahlungsfrist und dem angegebenen Fälligkeitsdatum bei der Postfinance eintreffen müsse.
Der verlangte Kostenvorschuss ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht am 7. Februar 2002 gutgeschrieben worden. Nach Angaben der Postfinance (Bestätigung vom 11. März 2002) trafen die Daten am 6. Februar 2002 beim Rechenzentrum ein; als Fälligkeitsdatum für die Zahlung war der 6. Februar 2002 angegeben.

C.- Am 14. März 2002 erhielt B.________ Gelegenheit, sich zur Rechtzeitigkeit der Bezahlung des Kostenvorschusses zu äussern. Mit Eingabe vom 25. März 2002 weist er darauf hin, dass ihm die Bank den Betrag am 4. Februar 2002 belastet habe.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1.- a) Gemäss Art. 32 Abs. 3 OG gilt eine Frist als eingehalten, wenn die Handlung innerhalb derselben vorgenommen wird. Schriftliche Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist an die Stelle, bei der sie einzureichen sind, gelangen oder zu deren Handen der schweizerischen Post übergeben sein. Diese Regelung gilt analog für die fristgemässe Einzahlung eines Kostenvorschusses. Der Kostenvorschuss gilt bei Benützung des elektronischen Zahlungsauftrages (EZAG) nur dann als rechtzeitig geleistet, wenn der Datenträger vor Ablauf der Zahlungsfrist der Post übergeben wurde und darauf als Fälligkeitsdatum spätestens der letzte Tag der Frist vermerkt ist. Nicht erforderlich ist, dass die Gutschrift auf dem Empfängerkonto noch innert der Zahlungsfrist erfolgen kann (BGE 117 Ib 220; bestätigt in BGE 118 Ia 12; StR 2000 S. 353; RKUV 1997 Nr. U 279 S. 270; RDAT 1994 I Nr. 57 S. 270).

b) Die Verfügung vom 17. Januar 2002 mit der Aufforderung zur Leistung des Kostenvorschusses hat der Beschwerdeführer am 21. Januar 2002 gegen unterschriftliche Bestätigung entgegengenommen. Der folgende Tag (22. Januar 2002) zählt als erster Tag der 14tägigen Frist (Art. 32 Abs. 1 OG), welche am Montag, 4. Februar 2002, endete (Art. 32 Abs. 2 OG). Die vom Beschwerdeführer beauftragte Bank hat unter Benützung des EZAG die Daten nach Angaben der Postfinance vom 11. März 2002 nach Ablauf der Zahlungsfrist der Postfinance übermittelt (Eingangsdatum beim Rechenzentrum
6. Februar 2002), als Fälligkeitsdatum war der 6. Februar 2002 eingesetzt. Damit ist der Kostenvorschuss im Lichte der erwähnten Rechtsprechung verspätet geleistet worden.

2.- Tatsachen, welche gemäss Art. 35 Abs. 1 OG eine Wiederherstellung der versäumten Frist zu begründen vermöchten, werden weder vom Beschwerdeführer geltend gemacht noch sind solche ersichtlich.

3.- Verfahren, in denen die Beschwerde führende Partei nach Erhalt der Kostenvorschussverfügung den Vorschuss nicht bezahlt oder die Eingabe zurückzieht, werden praxisgemäss kostenfrei erledigt. Dies muss konsequenterweise auch für jene Fälle gelten, in denen der Kostenvorschuss zwar entrichtet ist, aber eine materielle Beurteilung der Angelegenheit an der verspäteten Zahlung scheitert.

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I.Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.

II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
III. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

IV.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherung

zugestellt.
Luzern, 16. Mai 2002

Im Namen des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Präsident der II. Kammer:

Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

court advancetime limitnon-entryelectronic paymentrestoration of deadlinesocial insurancecostsrefund

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal had to be entered into despite late payment of the court advance

Solution extraite

No. The advance payment was made after expiry of the payment period, so the appeal was time-barred from a procedural standpoint and could not be considered.

Motifs extraits

Under Art. 32 OG, the advance is timely only if the payment order is handed to the post before the deadline and the stated due date is within the period. Here the EZAG data reached Postfinance only on 2002-02-06, after the deadline of 2002-02-04.

Question juridique clé

Whether the missed time limit for paying the advance could be restored

Solution extraite

No grounds for restoration were shown or apparent.

Motifs extraits

The appellant did not invoke any facts under Art. 35 OG that could justify restoration of the missed time limit.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged despite non-entry

Solution extraite

No court costs were imposed.

Motifs extraits

In practice, proceedings ending because the advance was not paid are handled without costs; this also applies where payment was made too late for a merits review.

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