No disability pension despite psychological impairment

I 356/99Tribunal fédéral22 août 2000Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The insured person challenged the Bern IV office’s denial of disability benefits and sought, primarily, a half disability pension. The Federal Insurance Court held that as of the relevant assessment date there was still a prospect of improving earning capacity and that a psychiatric impairment did not yet justify a pension. The later medical certificate was not relevant to that date. The court also upheld the cantonal remittal for examination of vocational rehabilitation measures and confirmed the reduction of the cantonal party compensation. No court costs were imposed.

Regeste Omnilex

Art. 4 Abs. 1 IVG, Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG; disability pension despite pending rehabilitation measures and assessment date. The decisive moment for entitlement is the date of the administrative decision. A pension is excluded where, notwithstanding a psychically conditioned impairment, there remains a realistic prospect that the insured person can regain earning capacity through reasonable effort and medical or vocational measures. Later medical evidence is not decisive unless it sheds light on the condition at the assessment date. If the partial success before the cantonal court is limited to a remittal for rehabilitation inquiries while the pension refusal remains intact, only a modest cost indemnity is justified under the applicable cost rules; the cantonal assessment is reviewed only for arbitrariness.

Texte intégral

[AZA 7]
I 356/99 Vr

IV. Kammer

Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger;
Gerichtsschreiber Grünvogel

Urteil vom 22. August 2000

in Sachen

O.________, 1953, Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecherin
Christine Schibig, Aarbergergasse 40, Bern,

gegen

IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, Bern, Beschwerdegegnerin,

und

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern

Mit Verfügung vom 30. Oktober 1998 verneinte die IV- Stelle Bern mangels Invalidität einen Anspruch des 1953 geborenen O.________ auf Versicherungsleistungen.
Die hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 27. April 1999 insofern gut, als die Sache zur Prüfung der zu ergreifenden beruflichen Eingliederungsmassnahmen an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde; im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen. Sodann wurde dem Versicherten eine um 2/3 reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1232. - zugesprochen.

O.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen und beantragen, der vorinstanzliche Entscheid sei insoweit aufzuheben, als er die Rentenfrage umfasse und es sei ihm eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei die Angelegenheit in diesem Punkt für ergänzende Beweismassnahmen an die Vorinstanz oder die IV-Stelle zurückzuweisen; subeventuell sei ihm für das vorinstanzliche Verfahren die volle Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3696. - zuzusprechen. Weiter legt er ein Arztzeugnis des Dr. B.________ vom 11. Mai 2000 ins Recht.
Während die IV-Stelle auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, hat sich das Bundesamt für Sozialversicherung nicht vernehmen lassen.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1.- a) Das kantonale Gericht hat die gesetzliche Bestimmung über den Invaliditätsbegriff (Art. 4 Abs. 1 IVG) zutreffend dargelegt. Ergänzend ist auf die nach der Rechtsprechung erforderlichen Voraussetzungen zur Annahme eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens (BGE 102 V 165; AHI 1996 S. 302 Erw. 2a, S. 305 Erw. 1a, S. 308 Erw. 2a; ZAK 1992 S. 170 Erw. 2a mit Hinweisen) hinzuweisen. Sodann gilt es BGE 121 V 190 zu beachten, wonach einer versicherten Person, die nach Ablauf der einjährigen Wartefrist gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist, eine Rente zusteht, selbst wenn in Zukunft Eingliederungsmassnahmen beabsichtigt sind.

b) Das kantonale Verwaltungsgericht hat in seinem Entscheid, auf den verwiesen wird, zutreffend erkannt, dass zum Verfügungszeitpunkt (30. Oktober 1998) - worauf nach ständiger Rechtsprechung abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (noch) Aussicht auf Besserung der Erwerbsfähigkeit bestand. Trotz der psychischen Störung war es ihm zuzumuten, bei Aufbietung allen guten Willens und Inanspruchnahme beruflicher und/oder medizinischer Eingliederungsmassnahmen, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Entsprechend stand zu diesem Zeitpunkt ein die Massnahmen der Invalidenversicherung abschliessender Rentenentscheid nicht in Frage.
In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nichts vorgebracht, was zu einer abweichenden Beurteilung zu führen vermöchte. Im Wesentlichen werden die bereits im vorinstanzlichen Verfahren erhobenen, im angefochtenen Entscheid mit zutreffender Begründung entkräfteten Einwendungen wiederholt. Sodann lässt das letztinstanzlich ins Recht gelegte Arztzeugnis des Dr. B.________ vom 11. Mai 2000 keine Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zum Verfügungszeitpunkt zu.
Sollte sich in der Zwischenzeit der Gesundheitszustand erheblich verschlechtert haben, wird die IV-Stelle bei den durch die Vorinstanz angeordneten Abklärungen auch diesen Punkt einbeziehen. Im Übrigen wird die Verwaltung bei der Überprüfung des Anspruchs auf berufliche Eingliederungsmassnahmen auch den Fragen nachgehen, ob der Versicherte nach Ablauf der einjährigen Wartezeit eingliederungsfähig war und in welcher Form er gegebenenfalls ein Taggeld beanspruchen kann oder ob er im Sinne von BGE 121 V 190 einen Rentenanspruch hat. Insoweit gilt es den vorinstanzlichen Rückweisungsentscheid zu ergänzen.

2.- Es bleiben der Anspruch und die Bemessung der im kantonalen Gerichtsverfahren zugesprochenen Parteientschädigung zu prüfen.
Der teilweise obsiegende Versicherte hat im Rahmen von Art. 85 Abs. 2 lit. f AHVG in Verbindung mit Art. 69 IVG bloss Anspruch auf eine Teilvergütung der Parteikosten (BGE 110 V 57 Erw. 3a; ZAK 1980 S. 124 Erw. 5; vgl. BGE 117 V 407 Erw. 2c). Von einem wesentlichen Teilerfolg, der gestützt auf die erwähnten Bestimmungen Anspruch auf eine wesentliche Teilvergütung begründen würde (ZAK 1980 S. 124 Erw. 5), kann vorliegend nicht die Rede sein. Die Anordnung des kantonalen Gerichts an die IV-Stelle, berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen, liess nämlich den in erster Linie strittig gewesenen negativen Rentenentscheid unberührt. Da die Bemessung der Parteientschädigung im Übrigen dem kantonalen Recht angehört, dessen Anwendung praktisch nur auf Willkür hin zu überprüfen ist (BGE 125 V 409 Erw. 3a mit Hinweisen), lässt sich die von der Vorinstanz vorgenommene Reduktion der Parteientschädigung um 2/3 nicht beanstanden.

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt.

Luzern, 22. August 2000

Im Namen des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Präsident der IV. Kammer:

Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

disability insurancepsychiatric impairmentassessment datevocational rehabilitationpension entitlementparty costspartial successremittal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the insured person was entitled to a disability pension as of the assessment date.

Solution extraite

No disability pension was due because, at the relevant date, there was still a prospect of improved earning capacity and the insured person could be expected to overcome the incapacity with good will and rehabilitation measures.

Motifs extraits

The court reaffirmed that the relevant time is the date of the administrative decision and that a psychiatric impairment qualifies only under the strict criteria of the case law. The later medical certificate did not speak to that date.

Question juridique clé

Whether the cantonal remittal for assessment of vocational rehabilitation measures had to be set aside.

Solution extraite

No. The remittal for vocational measures remained in place; the appeal did not show reasons to disturb that part of the judgment.

Motifs extraits

At the decision date, the office still had to clarify whether vocational measures were appropriate and whether, after the waiting period, the insured person could be integrated or was instead entitled to daily allowances or a pension under the case law.

Question juridique clé

Whether the reduction of the cantonal party compensation to one third had to be increased to the full amount.

Solution extraite

No. The insured person had only achieved a limited procedural success and therefore had only a partial entitlement to costs.

Motifs extraits

Under the applicable provisions, a merely partial success does not justify a substantial or full indemnity; the cantonal reduction was not arbitrary.

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