Complaint inadmissible for lack of standing against dismissal

BB.2014.161Tribunal pénal fédéral / Chambre des recours16 déc. 2014Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Criminal Appeals Chamber held that A., a former co-accused, had no standing to challenge the Federal Prosecutor's Office's definitive dismissal of the proceedings against B. The alleged disadvantage that A. could no longer confront B. in a confrontation hearing did not amount to the required legally protected interest, especially since B. could still be heard as a witness or informed person. The complaint was therefore manifestly inadmissible and was not entered into without a written exchange. A. was ordered to pay a court fee of CHF 200.

Regeste Omnilex

Art. 382 Abs. 1 StPO; Beschwerdelegitimation gegen die Einstellung eines Strafverfahrens betreffend eine mitbeschuldigte Person setzt eine eigene, rechtlich geschützte Beschwer voraus. Ein Beschuldigter ist durch den Einstellungsentscheid bezüglich eines Mitbeschuldigten grundsätzlich nicht beschwert. Das Fehlen der Möglichkeit einer Konfrontationseinvernahme begründet für sich allein keine Beschwer, da die betreffende Person im Bedarfsfall als Zeuge oder Auskunftsperson einvernommen werden kann (consid. 2). Ist die Beschwerde offensichtlich unzulässig, ist auf sie ohne Schriftenwechsel nicht einzutreten (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario).

Texte intégral

Beschluss vom 16. Dezember 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Andreas J. Keller, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

  1. BUNDESANWALTSCHAFT,

  2. B., vertreten durch Advokat Jörg Honegger,

Beschwerdegegner

Gegenstand Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: B B . 201 4.1 61

  • 2 -

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 20. November 2014 die gegen B. wegen des Verdachts des Betrugs, eventualiter der Veruntreuung, sube- ventualiter der ungetreuen Geschäftsbesorgung, und der Geldwäscherei im Teil-Sachverhalts- und Vorwurfsbereich "Anlagebetrügereien / Anschluss- geldwäscherei" geführte Strafuntersuchung definitiv einstellte (act. 1.1);

  • der (vormals) Mitbeschuldigte A. mit Beschwerde vom 6. Dezember 2014 beantragt, die Bundesanwaltschaft sei anzuweisen die Einstellungsverfü- gung aufzuheben und unter Berücksichtigung des Rechtsgrundsatzes in dubio pro duriore den Beschuldigten B. in einem gemeinsamen, fairen Ver- fahren mit den anderen Beschuldigten vor das ordentliche Gericht zu brin- gen, damit dieses rechtskonform entscheiden könne (act. 1).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Parteien die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft innert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts anfechten können (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);

  • jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen kann (Art. 382 Abs. 1 StPO);

  • die Beschwerdeführung mit anderen Worten auf Seiten des Beschwerde- führers eine Beschwer voraussetzt (siehe GUIDON, Die Beschwerde ge- mäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Berner Diss., Zürich/St. Gal- len 2011, N. 232 m.w.H.);

  • es an einer solchen Beschwer fehlt, wenn ein Beschuldigter mit einem Ent- scheid bezüglich einer mitbeschuldigten Person nicht einverstanden ist (SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zü- rich/St. Gallen 2013, N. 1461);

  • die Ausführungen des Beschwerdeführers, er sei insofern beschwert, als ihn die Einstellung der Möglichkeit beraube, sich gegen die von B. gegen ihn erhobenen Vorwürfe – zumindest in einer Konfrontationseinvernahme – zu wehren, nicht zu überzeugen vermögen;

  • 3 -

  • eine solche Einvernahme von B. gegebenenfalls auch als Zeuge oder Aus- kunftsperson durchgeführt werden kann;

  • sich die Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich unzulässig er- weist, weshalb auf diese ohne Durchführung eines Schriftenwechsels nicht einzutreten ist (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario);

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichts- gebühr zu tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO);

  • diese vorliegend auf Fr. 200.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. Au- gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundes- strafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 16. Dezember 2014

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.
  • Advokat Jörg Honegger
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Mots-clés

standinginadmissibilitydismissal of proceedingsco-accusedconfrontation hearingcourt costscriminal complaint

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether A. had standing to complain against the dismissal of the proceedings against B.

Solution extraite

A. lacked a legally protected interest and therefore had no standing to appeal the dismissal decision concerning a co-accused.

Motifs extraits

Standing under Art. 382(1) StPO requires personal prejudice; disagreement with a decision concerning a co-accused is insufficient. The asserted need to confront B. did not establish prejudice, since B. could still be examined as a witness or informed person.

Question juridique clé

Whether the complaint could be examined without exchanging written submissions.

Solution extraite

Because the complaint was manifestly inadmissible, the court refused to enter into the matter without a written exchange.

Motifs extraits

Art. 390(2) StPO e contrario permits non-entry when inadmissibility is obvious.

Question juridique clé

Who bears the court fee.

Solution extraite

A. must bear the court fee.

Motifs extraits

Costs follow the outcome of the proceedings.

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