Krankenversicherung, Festsetzung TARMED-Taxpunktwert ab 1. Januar 2013, RR-Beschluss vom 1. Mai 2024 (Nr. 2024-000504).
Entscheiddatum: 30.09.2025Publikationsdatum: 13.10.2025
Bundesverwaltungsgericht Tribunal administratif fédéral Tribunale amministrativo federale Tribunal administrativ federal Abteilung III C-3619/2024
Abschreibungsentscheid vom 30. September 2025 Besetzung Einzelrichter Philipp Egli, Gerichtsschreiberin Julia Pandey. Parteien 1. Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Baden, 2. Einsiedler Krankenkasse, Kronenstrasse 19, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 3. Sumiswalder Krankenkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald, 4. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg, Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg, 5. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG, Bundesplatz 15, 6002 Luzern, 6. Atupri Gesundheitsversicherung AG, Zieglerstrasse 29, Postfach, 3001 Bern, 7. Avenir Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel, 8. Krankenkasse Luzerner Hinterland, Luzernstrasse 19, 6144 Zell LU, 9. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart, 10. Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel, 11. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung, Abläsch 8, Postfach, 8762 Schwanden GL, 12. Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Postfach 41, 7144 Vella, 13. KLuG Krankenversicherung,Gubelstrasse 22, 6300 Zug, 14. EGK Grundversicherungen AG, Birspark 1, 4242 Laufen, 15. sanavals Gesundheitskasse, Valléstrasse 146E, Postfach 18, 7132 Vals, 16. Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK, Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich, 17. sodalis gesundheitsgruppe, Balfrinstrasse 15, 3930 Visp, 18. vita surselva, Bahnhofstrasse 33, Postfach 217, 7130 Ilanz, 19. Verein Krankenkasse Visperterminen,Dorfstrasse 66, 3932 Visperterminen, 20. Caisse-maladie de la vallée d'Entremont société coopérative, Place centrale 5, 1937 Orsières, 21. Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Industriestrasse 15, 8820 Wädenswil, 22. Krankenkasse Birchmeier, Hauptstrasse 22, 5444 Künten, 23. SWICA Krankenversicherung AG, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, 24. Galenos AG, Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich, 25. rhenusana, Widnauerstrasse 6, 9435 Heerbrugg, 26. Mutuel Assurance Maladie SA, Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel, 27. AMB Assurances SA, Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel, 28. Philos Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel, 29. Assura-Basis AG, Avenue Charles-Ferdinand-Ramuz 70, 1009 Pully, 30. Visana AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16, 31. Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG, 32. sana24 AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16, 33. vivacare AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16, alle vertreten durch tarifsuisse ag, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 4500 Solothurn, alle vertreten durch MLaw Andreas Miescher, Rechtsanwalt, Aarejura Rechtsanwälte Solothurn AG, Bielstrasse 9, Postfach 130, 4502 Solothurn, Beschwerdeführerinnen, gegen Aargauischer Ärzteverband, Im Grund 12, 5405 Dättwil AG, vertreten durch Thierry Wunderlin, Rechtsanwalt, Bürgi Bulaty Wunderlin Rechtsanwälte, Bahnhofstrasse 42, 5401 Baden, Beschwerdegegner, Regierungsrat des Kantons Aargau, Staatskanzlei, 5001 Aarau, vertreten durch Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau, Bachstrasse 15, 5001 Aarau, Vorinstanz. Gegenstand Krankenversicherung, Festsetzung TARMED-Taxpunktwert ab 1. Januar 2013, RR-Beschluss vom 1. Mai 2024 (Nr. 2024-000504).
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass der Regierungsrat des Kantons Aargau (nachfolgend: Vorinstanz) mit Beschluss vom 1. Mai 2024 den TARMED-Taxpunktwert (TPW) zwischen den vom Aargauischen Ärzteverband vertretenen Ärztinnen und Ärzten (nachfolgend: Beschwerdegegner) und den von der tarifsuisse ag vertretenen Versicherern (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) ab dem 1. Januar 2013 auf Fr. 0.92 festgesetzt (Dispositiv Ziff. 1) und die Nachzahlung der Differenz zum vorsorglich festgesetzten TARMED-TPW (Arbeitstarif) von Fr. 0.89 angeordnet hat (Dispositiv Ziff. 2) (BVGer-act. 1 Beilage 2),
dass die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe vom 7. Juni 2024 Beschwerde gegen den am 13. Mai 2024 zugestellten Beschluss der Vorinstanz vom 1. Mai 2024 erhoben und beantragt haben, der Beschluss sei aufzuheben und der definitive TARMED-TPW zwischen den Parteien sei ab dem 1. Januar 2013 auf Fr. 0.89 festzusetzen (BVGer-act. 1),
dass der von den Beschwerdeführerinnen mit Zwischenverfügung vom 12. Juni 2024 einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 5'000.- am 17. Juni 2024 bei der Gerichtskasse eingegangen ist (BVGer-act. 2 und 4),
dass die Vorinstanz und der Beschwerdegegner mit Eingaben vom 24. Juli 2024 und 25. Juli 2024 die Abweisung der Beschwerde beantragt haben (BVGer-act. 7 und 8),
dass die Preisüberwachung und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf entsprechendes Ersuchen hin mit Eingaben vom 30. August 2024 und 8. Oktober 2024 Stellung genommen haben (BVGer-act. 10 und 17),
dass die Vorinstanz mit Eingabe vom 24. Oktober 2024 auf die Einreichung von Schlussbemerkungen verzichtet hat (BVGer-act. 22),
dass der Beschwerdegegner und die Beschwerdeführerinnen mit Eingaben vom 12. November 2024 und 19. November 2024 Schlussbemerkungen eingereicht haben (BVGer-act. 23 und 24),
dass die Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegner nach Abschluss des Schriftenwechsels mehrmals zu den jeweils vorangehenden Eingaben der Gegenpartei im Rahmen des unbedingten Replikrechts Stellung genommen haben (BVGer-act. 25-46),
dass die Parteien dem Instruktionsrichter mit Eingaben vom 11. August 2025 mitgeteilt haben, dass sie sich betreffend die Tarifjahre 2013-2025 aussergerichtlich geeinigt haben, und übereinstimmend beantragt haben, das Beschwerdeverfahren bis zur Genehmigung der Vereinbarung durch die Vorinstanz zu sistieren (BVGer-act. 48 und 49),
dass die Vorinstanz dem Gericht mit Eingabe vom 7. August 2025 die Vereinbarung vom 22. Juli 2025 betreffend TARMED-TPW für ambulante ärztliche Leistungen (Tarifjahre 2013-2025) zwischen den Parteien eingereicht und keine Einwände gegen die Sistierung erhoben hat (BVGer-act. 50),
dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 15. August 2025 das vorliegende Beschwerdeverfahren sistiert hat (BVGer-act. 51),
dass das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau am 27. August 2025 eine Kopie des Genehmigungsentscheids vom 27. August 2025 (berichtigte Fassung) eingereicht hat (BVGer-act. 54),
dass die Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegner mit Eingaben vom 8. September 2025 und 9. September 2025 übereinstimmend die Aufhebung der Sistierung, die Abschreibung des Verfahrens infolge Gegenstandslosigkeit, die hälftige Auferlegung der Verfahrenskosten und das Wettschlagen der Parteikosten beantragt haben (BVGer-act. 55 und 56),
dass der autonomen Gestaltung der Tarife in Verträgen zwischen Leistungserbringern und Krankenversicherern Vorrang gegenüber behördlichen Tariffestsetzungen zukommt (Art. 43 Abs. 4 KVG; BVGE 2019 V/5 E. 6.4.1; 2014/37 E. 3.5.1; 2012/18 E. 7.3; RKUV 3/2002 KV 215 E. II/2) und ein hoheitlich festgesetzter Tarif rechtsprechungsgemäss gegenstandslos wird, sobald ein neuer Tarif vereinbart und genehmigt wird (Urteil des BVGer C-1918/2018 vom 9. Juli 2019 E. 5.9 mit Hinweis auf BVGE 2011/61 E. 6.10.4 m.w.H.),
dass die Vorinstanz mit Entscheid vom 27. August 2025 die zwischen den Beschwerdeführerinnen und dem Beschwerdegegner pendente lite geschlossene Vereinbarung betreffend TARMED-TPW für ambulante ärztliche Leistungen (Tarifjahre 2013-2025) rückwirkend ab 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2025 genehmigt hat (BVGer-act. 54 Beilage), womit für den streitbetroffenen Zeitraum und bis zur Einführung der neuen Einzelleistungs- und Patientenpauschaltarifstruktur per 1. Januar 2026 vertraglich vereinbarte und behördliche genehmigte TARMED-TPW vorliegen, die den hoheitlich festgesetzten Taxpunktwerten vorgehen,
dass daher die Sistierung des vorliegenden Verfahrens aufzuheben und das vorliegende Beschwerdeverfahren im einzelrichterlichen Verfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 lit. a VGG),
dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 VGKE [SR 173.320.2]), wobei Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG),
dass die Verfahrenskosten gemäss Art. 6 lit. a VGKE ganz oder teilweise erlassen werden können, wenn das Rechtsmittel ohne erheblichen Auf-wand für das Gericht durch Rückzug oder Vergleich erledigt wird,
dass die Verfahrenskosten mit Blick auf das Instruktionsverfahren mit dem vollständig durchgeführten Schriftenwechsel (inklusive Einholen von Fachberichten und Sistierung) sowie mehreren Anträgen und Eingaben in Ausübung des Replikrechts nur teilweise erlassen werden können,
dass die reduzierten Verfahrenskosten auf Fr. 1'500.- festzusetzen sind,
dass die Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens Folge der zwischen den Beschwerdeführerinnen und dem Beschwerdegegner erzielten Einigung ist und damit von beiden Tarifparteien bewirkt worden ist, weshalb ihnen die Verfahrenskosten gemäss den übereinstimmenden Anträgen je zur Hälfte aufzuerlegen sind,
dass der von den Beschwerdeführerinnen zu tragende Anteil an den Verfahrenskosten von Fr. 750.- dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.- zu entnehmen und der Restbetrag von Fr. 4'250.- zurückzuerstatten ist,
dass bei diesem Verfahrensausgang die Parteikosten antragsgemäss wettgeschlagen werden, wobei der Vorinstanz keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE),
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r BGG unzulässig und der vorliegende Entscheid somit endgültig ist.
Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
Die Sistierung des vorliegenden Verfahrens wird aufgehoben.
Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.- werden je zur Hälfte den Beschwerdeführerinnen und dem Beschwerdegegner auferlegt.
Der von den Beschwerdeführerinnen zu tragende Anteil an den Verfahrenskosten von Fr. 750.- wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.- entnommen. Der Restbetrag von Fr. 4'250.- wird zurückerstattet.
Der Beschwerdegegner hat innert 30 Tagen ab Erhalt des vorliegenden Entscheids Fr. 750.- zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
Dieser Entscheid geht an die Beschwerdeführerinnen, den Beschwerdegegner, die Vorinstanz und das BAG.
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Philipp Egli Julia Pandey
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