IV pension revocation set aside for incomplete medical facts

c-976-2010Tribunal administratif fédéral / 3e division30 sept. 2010Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court partially upheld the appeal against the IVSTA's decision revoking the appellant's invalidity pension. It found that the psychiatric condition and its impact on work capacity had not been sufficiently established and that the file did not support a reliable medical assessment. The court therefore annulled the decision and remanded the case for a multidisciplinary expert report. No court costs were charged, the CHF 300 advance was to be refunded, and the appellant was awarded CHF 800 in party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 49 lit. b and Art. 61 Abs. 1 VwVG; revocation of an IV pension requires a sufficiently established factual basis, in particular where psychiatric impairments and work capacity are concerned. If the record does not permit a reliable assessment and a multidisciplinary expert opinion is indicated, the contested decision is to be annulled and the matter remitted for further investigation. Incomplete establishment of the legally relevant facts constitutes a valid ground of appeal (consid. 1 ff.).

Texte intégral

BVGer C-976/2010

Entscheiddatum: 30.09.2010Publikationsdatum: 08.10.2010

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung III

C-976/2010/mes/str

{T 0/2}

Urteil vom 30. September 2010

Besetzung

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richter Francesco Parrino,

Richter Vito Valenti,

Gerichtsschreiber Roger Stalder.

Parteien

X._______,

vertreten durch Gojko Reljic, Rechtsberatung für Ausländer, Go-Re-Ma, Quaderstrasse 18/2, 7000 Chur,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,

avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,

Vorinstanz.

Gegenstand

Invalidenversicherung, Verfügung vom 27. Januar 2010.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer am 17. Februar 2010 die Verfügung der Eidgenössischen Invalidenversicherung, IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, im Folgenden auch: Vorinstanz), vom 27. Januar 2010 betreffend revisionsweiser Aufhebung der Rente der Invalidenversicherung (IV) beim Bundesverwaltungsgericht angefochten hat,

dass der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm weiterhin eine ganze IV-Rente zu gewähren, eventuell sei die Sache erneut abzuklären,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2006 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass die IVSTA als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten hat und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszumachen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]), so dass das Gericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,

dass der Beschwerdeführer ohne Zweifel zur Beschwerdeführung legitimiert ist, so dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist,

dass nach Eingang der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 17. Juni 2010 und der Replik des Beschwerdeführers vom 28. Juli 2010 die Vorinstanz in ihrer Duplik vom 14. September 2010 beantragt, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass die Vorinstanz zur Begründung dieses Antrages auf eine Stellungnahme von Dr. med. A._______, Regionaler Ärztlicher Dienst Rhone, vom 7. September 2010 verweist, in welchem die Einholung eines multidisziplinären Gutachtens vorgeschlagen wird,

dass daraus zu schliessen ist, dass aus fachärztlicher Sicht der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht ausreichend sicher bestimmt werden kann,

dass damit feststeht, dass die angefochtene Verfügung vom 27. Januar 2010 auf einer mangelhaft ermittelten tatbeständlichen Grundlage beruht und im Widerspruch zu Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) steht,

dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass daher die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur Einholung eines multidisziplinären ärztlichen Gutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG) und dem Beschwerdeführer der bereits geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 300.- zurückzuerstatten ist,

dass dem obsiegenden Beschwerdeführer eine von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) mangels Kostennote aufgrund der Akten zu bestimmen ist,

dass die Parteientschädigung für den nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer pauschal auf Fr. 800.- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer) festzusetzen ist (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 9 und Art. 10 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur Einholung eines multidisziplinären ärztlichen Gutachtens an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der bereits geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 300.- wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 800.- zugesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist.

Dieses Urteil geht an:

den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Doppel der Duplik vom 14. September 2010 samt Stellungnahme von Dr. med. A._______ vom 7. September 2010 in Kopie)

die Vorinstanz (Ref-Nr. ________________)

das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Stefan Mesmer Roger Stalder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Mots-clés

invalidity pensionmedical evidencepsychiatric assessmentremandfactual investigationcostsparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the pension revocation decision was based on a sufficiently established medical record

Solution extraite

No. The medical facts, especially the psychiatric condition and its impact on work capacity, were not sufficiently clarified.

Motifs extraits

The respondent itself relied on a medical statement recommending a multidisciplinary expert report, showing that the existing file did not allow a reliable assessment. The contested decision therefore rested on an incomplete factual basis and conflicted with the duty to establish the facts ex officio.

Question juridique clé

Whether the appeal should result in annulment and remand for further medical investigation

Solution extraite

Yes. The decision had to be set aside and the case remanded to obtain a multidisciplinary medical opinion.

Motifs extraits

Incomplete establishment of legally relevant facts is a ground of appeal; remand under the Administrative Procedure Act was appropriate.

Question juridique clé

Court costs and party compensation

Solution extraite

No court costs were charged; the appellant received a party compensation of CHF 800 payable by the respondent.

Motifs extraits

Because the appellant succeeded, no procedural costs were imposed and compensation was awarded based on the file despite no cost note.

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