Criminal complaint: substantiation and arbitrariness review

PKG 2004 19Autre juridiction14 juil. 2004Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Criminal Complaint Chamber held that a criminal complaint must identify the challenged points and explain why the decision is unlawful or inappropriate. Review of factual findings and evidentiary assessment is limited to arbitrariness. The complainant must specifically demonstrate obvious inaccuracy or incompleteness; vague or general assertions are insufficient. If such substantiation is lacking, the court will not enter on the complaint.

Regeste Omnilex

Art. 138 StPO; criminal complaint against factual findings and evidentiary assessment; admissibility and scope of review. The complaint must designate the contested points and set out, in a substantiated manner, whether unlawfulness or disproportionality is alleged. Unlawfulness comprises violation of law and arbitrariness; arbitrariness in the assessment of facts exists only where the findings are manifestly incorrect, based on an obvious oversight, incomplete or in clear contradiction with the actual situation. Review of facts is limited to arbitrariness; the complainant must specifically demonstrate the alleged defect. Mere general objections do not suffice and lead to non-entry (consid. 4a-b).

Texte intégral

PKG 2004

19 – Strafrechtliche Beschwerde; Beschwerdegründe und Ko- gnitionder Beschwerdekammer(Art. 138StPO). Zuden

**Beschwerdegründen der Rechtswidrigkeit und Unange- messenheit (Erw.4 a).Sachverhaltsfeststellungen werdenvon derBeschwerdekammer nurauf Willkürüberprüft; dieoffensichtliche Unrichtigkeit beziehungsweise Unvoll- ständigkeit der Sachverhaltsfeststellung und Beweiswür- digungist vomBeschwerdeführer imEinzelnen aufzuzei- gen,ansonsten aufdie Beschwerdenicht eingetretenwird (Erw.**4 b).

Aus den Erwägungen:

4. a) Die Beschwerde muss begründet werden. Es ist zu sagen, wel- che Punkte angefochten und worin Rechtswidrigkeit oder Unangemessen- heit erblickt wird (Padrutt, Kommentar zur StPO des Kantons Graubünden,

2. Aufl., Chur 1996, S. 343, Ziff. 6). Rechtswidrigkeit ist der Oberbegriff für Gesetzeswidrigkeit und Willkür. Unter Gesetzeswidrigkeit fällt jede unrich- tige Anwendung einer Rechtsnorm. Willkür ist eine qualifizierte Unrichtig- keit.Willkür im Sinne von Art. 9 BV liegt bei der Auslegung und Anwendung von Gesetzesnormen nicht schon dann vor, wenn eine andere Auslegung ebenfalls vertretbar oder sogar zutreffender erscheint, sondern erst dann, wenn eine Entscheid offensichtlich unhaltbar ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn er zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (Häfelin/ Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2002, N 524). Sachverhaltsfeststellungen und Beweiswürdigung sind dann willkür- lich, wenn sie offensichtlich falsch sind oder auf einem offenbaren Versehen beruhen beziehungsweise offensichtlich unvollständig oder unrichtig sind, oder wenn sie mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen (Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, Bern 1994,

S. 171). Unangemessenheit liegt vor, wenn ein Ermessensentscheid nicht mit

triftigen sachlichen Gründen vertreten werden kann (Padrutt, a.a.O., S. 341 und S. 342 mit weiteren Hinweisen). Ein Entscheid ist unangemessen, wenn er zwar innerhalb des Ermessensspielraumes liegt, aber das Ermessen nicht richtig, unzweckmässig gehandhabt wurde. Eine Rechtsverletzung liegt nicht vor (Häfelin/Müller, a.a.O., N 460).

b) Wie noch zu zeigen sein wird, betreffen die Rügen der Beschwer- deführerin fast ausschliesslich den Sachverhalt, dessen Feststellung und Würdigung die Beschwerdekammer nur unter dem Gesichtspunkt der Will- kür überprüft. Willkür liegt, wie bereits ausgeführt, dann vor, wenn die Sach- verhaltsfeststellung und Beweiswürdigung offensichtlich falsch sind oder auf

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PKG 2004

einem offenbaren Versehen beruhen beziehungsweise offensichtlich unvoll- ständig oder unrichtig sind, oder wenn sie mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch stehen (Walter Kälin, a.a.O., S. 171). Dabei hat die Beschwerdeführerin im Einzelnen aufzuzeigen, worin die offensichtliche Unrichtigkeit beziehungsweise Unvollständigkeit besteht. Bloss pauschale Hinweise genügen nicht. Mangels Substantiierung kann diesfalls auf die Be- schwerde nicht eingetreten werden. Es ist nicht Aufgabe der Beschwerde- kammer, in den Akten zu forschen, ob konkrete Anhaltspunkte (Beweise) für eine willkürliche Beweiswürdigung durch die Staatsanwaltschaft vorlie- gen.

BK 04 24Entscheid vom 14. Juli 2004

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Mots-clés

criminal complaintinadmissibilitysubstantiationarbitrarinessevidentiary assessmentfactual findingsstandard of review

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

What grounds must a criminal complaint state to be admissible?

Solution extraite

The complaint must specify which points are challenged and in what respect unlawfulness or disproportionality is alleged.

Motifs extraits

The court explains that unlawfulness is the broader concept covering legal error and arbitrariness, and that a complaint must identify the contested points with sufficient precision.

Question juridique clé

How are factual findings and evidentiary assessment reviewed?

Solution extraite

They are reviewed only for arbitrariness; the complainant must show in detail the obvious inaccuracy or incompleteness of the findings.

Motifs extraits

The court states that factual determinations are arbitrary only if manifestly wrong, based on an obvious oversight, incomplete or incorrect, or in clear contradiction with the facts; mere general allegations are insufficient.

Question juridique clé

Whether unsubstantiated complaints on facts can be heard

Solution extraite

If the complainant does not substantiate the alleged obvious errors in detail, the court will not enter on the complaint.

Motifs extraits

The court emphasizes that it is not for the complaint chamber to search the file for indications of arbitrary assessment; lacking substantiation leads to non-entry.

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