Incompétence du tribunal de commerce pour l’action en contestation de l’état de collocation

HG.2007.1Autre juridiction22 janv. 2007Droit civilRejeté

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

La demanderesse a intenté contre la défenderesse une action en contestation de l’état de collocation concernant une créance dans la faillite de C. AG et a demandé l’inscription de celle-ci à l’état de collocation. Le tribunal de commerce a soulevé la question de sa propre compétence et invité les parties à se déterminer. Après que les parties eurent convenu que le Kreisgericht X. devait statuer sur l’affaire, le tribunal de commerce a retenu que sa compétence spéciale fondée sur l’ancien renvoi au droit bancaire à l’Art. 15(3) ZPO ne s’appliquait plus, que le litige ne relevait pas de l’Art. 14 ZPO et qu’une transmission était inutile, une action identique ayant déjà été déposée devant le Kreisgericht X. La cause a dès lors été rayée du rôle.

Regeste Omnilex

Art. 14 ZPO, Art. 15 Abs. 3 ZPO, Art. 77 Abs. 1 ZPO ; compétence du tribunal de commerce pour les actions en contestation de l’état de collocation dans une faillite bancaire et transmission en cas d’action identique déjà pendante. L’ancienne compétence spéciale du tribunal de commerce, fondée sur l’ancien BankG, est devenue caduque après la révision de l’Art. 33 ff. BankG. Les actions en contestation de l’état de collocation dans une faillite bancaire sont régies par l’Art. 250 SchKG en relation avec l’Art. 36 BankG et la BKV ; elles ne relèvent en principe pas de l’Art. 14 ZPO, sauf si elles sont liées à une activité commerciale réciproque. La compétence fondée sur l’Art. 14 ZPO suppose en outre une valeur litigieuse d’au moins CHF 30'000. Si l’action identique a déjà été déposée auprès du tribunal compétent, il n’y a pas lieu de transmettre la cause ; la procédure doit être rayée du rôle comme étant devenue sans objet.

Texte intégral

Erwägungen:

  1. Am 29. Dezember 2006 reichte der Kläger die vorliegende Klage beim Handelsgericht ein mit dem Rechtsbegehren, es sei der Kläger mit seiner Forderung von Fr. 33'238.65 in den Kollokationsplan des Konkursverfahrens über die C. AG aufzunehmen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten. Dabei wies er darauf hin, dass er, um die Klagefrist zu wahren, eine identische Klage auch beim Kreisgericht X. eingereicht habe, nachdem die Zuständigkeit des Handelsgerichts nicht zweifelsfrei feststehe.

  2. Mit Schreiben vom 9. Januar 2007 wies der Handelsgerichtspräsident die Parteien darauf hin, dass erhebliche Gründe zur Annahme bestünden, dass nicht das Handelsgericht sondern das Kreisgericht X. zur Beurteilung der vorliegenden Kollokationsklage zuständig sei. Dabei wies er auf folgendes hin:

Gemäss Art. 15 Abs. 3 ZPO ist das Handelsgericht Stundungs- und Konkursgericht sowie Nachlassbehörde für Banken und Sparkassen. In einer Anmerkung des Gesetzestextes wird auf Art. 29 ff. und Art. 36 ff. des Bundesgesetzes über Banken und Sparkassen (SR 952.0) verwiesen (vgl. Leuenberger/Uffer-Tobler, Kommentar zur Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen, Bern 1999, N 9 zu Art. 15 ZPO). Die Hinweise auf die Gesetzesbestimmungen des BankG sind nicht mehr zutreffend, nachdem insbesondere der zwölfte Abschnitt über die Liquidation insolventer Banken (Bankenkonkurs) revidiert und am 1. Juli 2004 in Kraft gesetzt worden war. Nachdem gemäss Art. 33 Abs. 1 i.V.m. Art. 34 Abs. 1 BankG die Bankenkommission (EBK) einer Bank die Bewilligung entzieht und die Liquidation anordnet, welche die Wirkung einer Konkurseröffnung nach Art. 197-220 SchKG hat, ist die erwähnte Zuständigkeitsnorm der ZPO obsolet. Unter dem alten Recht (Art. 36 f. aBankG) gab es zwei Möglichkeiten der Zwangsliquidation: Entweder wurde ein Konkursverfahren nach den Regeln des SchKG oder ein Nachlassverfahren nach den Regeln des SchKG und der Verordnung des Bundesgerichts vom 11. April 1935 betreffend das Nachlassverfahren von Banken und Sparkassen durchgeführt. Dabei ernannte im Konkursverfahren das zuständige kantonale Konkursgericht (d.h. im Kanton St. Gallen das Handelsgericht) die Konkursverwaltung (vgl. R. Schwob, in: Bodmer/Kleiner/Lutz, Kommentar zum Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen, 17. Nachlieferung 2006, N 2 Vorbem. vor Art. 33 BankG). Mit der Revision von Art. 33 ff. BankG wurden alle behördlichen Kompetenzen im Zusammenhang mit Bankeninsolvenzen der EBK übertragen (Schwob, N 3 Vorbem. vor Art. 33 BankG). Die Kollokation der Forderungen ist in Art. 36 BankG und Art. 24 ff. der Verordnung der Eidgenössischen Bankenkommission zum Konkurs von Banken und Effektenhändlern vom 30. Juni 2005 (Bankenkonkursverordnung, BKV; SR 952.812.32) geregelt (vgl. Schwob, N 3 ff. zu Art. 36 BankG). Die Gläubiger können entsprechend Art. 250 SchKG während mindestens 20 Tagen den Kollokationsplan einsehen (Art. 36 Abs. 2 BankG, Art. 27 BKV; Schwob, N 9 ff. zu Art. 36 BankG). Die Kollokationsklage richtet sich nach Art. 250 SchKG (Art. 28 Abs. 1 BKV). Die Klagefrist beginnt in dem Zeitpunkt zu laufen, ab welchem die Möglichkeit besteht, in den Kolloktionsplan Einsicht zu nehmen (Art. 28 Abs. 2 BKV). Nachdem eine Zuständigkeit des Handelsgerichts gemäss Art. 15 Abs. 3 ZPO obsolet ist, kann dessen Zuständigkeit ausschliesslich aufgrund von Art. 14 ZPO in Frage kommen. Dabei ist eine Zuständigkeit des Handelsgerichts nur gegeben, sofern die Streitigkeit mit der gegenseitigen geschäftlichen Tätigkeit zusammenhängt. Dies ist jedoch meistens bei den betreibungs- und konkursrechtlichen Klagen wie insbesondere Kollokations- und Anfechtungsklagen nicht der Fall (Leuenberger/Uffer-Tobler, N 2 und 4d zu Art. 14 ZPO). Vorliegend führt der Kläger zudem selber aus, dass der Streitwert höchstens Fr. 15'000.-- beträgt und damit die Grenze von Fr. 30'000.-- gemäss Art. 14 Abs. 1 ZPO nicht erreicht.

Mit Schreiben vom 10. und 19. Januar 2007 teilten die Parteien mit, sie seien damit einverstanden, dass die eingereichte Kollokationsklage vom Kreisgericht X. beurteilt werde. Das vorliegende Verfahren ist damit als erledigt abzuschreiben. Eine Überweisung des Verfahrens gestützt auf Art. 77 Abs. 1 ZPO entfällt, nachdem der Kläger die identische Klage bereits beim Kreisgericht X. eingereicht hat.

Mots-clés

jurisdictioncollocation actionbank insolvencytransfer of proceedingsmootness

The Handelsgericht was not the proper court; jurisdiction lay with Kreisgericht X.

The former special jurisdiction under Art. 15(3) ZPO had become obsolete after the revision of the Banking Act. Collocation actions in bank insolvency follow the rules of SchKG and the banking bankruptcy ordinance, and the dispute did not fall under Art. 14 ZPO because it was not connected with mutual commercial activity and the stated amount in dispute did not reach CHF 30,000.

No transfer was ordered because the plaintiff had already filed an identical action with Kreisgericht X.

Since an identical suit was already pending before the competent court, a transfer of the present file was unnecessary; the proceedings were therefore to be written off.

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