Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
Jugendsession - Session des jeunes
1991
Einzige Sitzung - Séance unique
Mittwoch, 25. September 1991 Mercredi 25 septembre 1991
14.00 h
Vorsitz - Présidence: Sonja Wälti
Stimmen:
Session in Bern! Session à Berne! Sessione a Berna! Ach ja, Session .... Die in Bern machen ja doch, was sie wollen! Ils ne font que lire des journaux, ils se plaignent de leur salaire! Ma io sarei volentieri un consigliere nazionale!
On dort au Palais fédéral!
Ein Filz! Söihäfeli - Söideckeli!
Ma quando uno è parlamentario, ha molta potenza e autorità!
Jugendsession! Session des jeunes! Sessione dei giovani! Session des jeunes ?! Mais qu'est-ce que c'est? Esattamente non lo sappiamo neanche noi. Vedremo! Certa- mente sarà qualcosa di diverso.
Meinst Du, die Jungen machen es anders als die Alten? Ben, j'espère qu'ils sont un peu plus vifs, les jeunes! Und Sie, was meinen Sie dazu?
Arthur Hänsenberger, Präsident des Ständerates: «Was den- ken Sie über die Jugendsession?» Diese Frage habe ich jetzt vernommen. Aber ich bin nicht hier, um Ihnen zu sagen, was ich darüber denke, sondern ich möchte von Ihnen eine Ant- wort. Ich freue mich darauf, und meine Neugier ist gleich gross wie Ihre.
Avec la langue française, c'est comme avec ma femme. Je l'aime bien, je l'adore même, mais je n'arrive pas à la maîtriser! (Applaudissements)
Je vous salue, chers hôtes, dans cette salle du Conseil natio- nal, vous, jeunes gens venus de toute la Suisse. Vous qui oc- cupez cet après-midi les sièges confortables des conseillers nationaux et, dans le demi-cercle au fond de la salle, les stra- pontins inconfortables des conseillers aux Etats, vous allez dé- battre dans cette salle tous ensemble, vous les 240 Suisses, ce qui ne se fait pas en réalité. En tant que président de la pe- tite Chambre, soit du Conseil des Etats, j'ai le devoir de vous indiquer que les deux Chambres délibèrent séparément.
Dieses Zweikammersystem - die Schweiz hat es 1848 von den USA kopiert - hat mitgeholfen, in unserem Land den Frieden zu erhalten. Das nicht nur, weil ein kleiner Kanton, weil eine kleine Gegend unseres vielgestaltigen Landes die Möglichkeit hat, eine gewichtige Stimme im Ständerat darzustellen. Es ist
auch der Zwang, dass alle Gesetzesvorlagen in zwei ganz un- terschiedlich zusammengesetzten Kammern beraten werden, und beide Kammern sind gleichwertig. Kein Text erlangt Ge- setzeskraft, ohne von beiden Kammern genehmigt worden zu sein. Sie und viele Schweizer mit Ihnen empfinden das Hin und Her zwischen den beiden Räten vielleicht als langweilig, als bremsend, als nicht zeitgemäss. Versuchen Sie, es anders zu sehen: Beschlüsse brauchen Ueberlegungsfristen.
Die Jugend möchte alles sofort, subito. Aber auch wir Erwach- sene können stöhnen: Herr, gib uns Geduld, aber sofort! Ge- wöhnen Sie sich rechtzeitig daran, dass es lange gehen kann, bis in der schweizerischen Politik etwas erreicht ist, dass viele Anläufe nötig sein können, dass manche Enttäuschung ge- schluckt werden muss!
Wir haben in der Schweiz eingebaute Bremsen vor zu raschen Entschlüssen, und diese können manchmal lästig sein. Sie können aber auch recht heilsam sein: Sie können auch verhin- dern, dass einzelne Politiker oder Politikerinnen zuviel Macht erhalten. Ich will damit nur sagen: Vergessen Sie auch als Ju- gendliche nicht, dass es für einen wirksamen Ratsbetrieb nicht nur gute Redner, gescheite und unabhängige Frauen und Männer, Zivilcourage und Hilfsbereitschaft braucht, sondern auch Zeit und Geduld, viel Geduld! Wir haben in der Politik nicht Sprinter nötig, sondern Langstreckenläuferinnen und -läufer.
Ich wünsche ihnen im Namen beider Räte, die mitten in einer hektischen Session stehen - der letzten dieser Legislatur- periode -, eine gute Debatte. Und wenn ich Ihnen zum Schluss einen Rat erteilen darf, den ich hie und da auch gerne im Ständerat anbringen würde: Meine sehr verehrten Damen und Herren, halten Sie sich an ein Wort Martin Luthers: «Tritt frisch auf, tu 's Maul auf, hör' bald auf!» (Beifall)
Stimme: Ja, aber - wann fängt nun das Ganze an?
Präsidentin: Jetzt! On commence maintenant!
Stimme: Und Du ?! Wer bist Du?
Präsidentin: Ich heisse Sonja und soll hier ein bisschen moderieren. Sono Sonja e questo pomeriggio cercherò di condurre la sessione. Je m'appelle Sonja et je suis là pour pré- sider la session.
Stimme: Et ce monsieur ?!
Präsidentin: Ach so! Bitte, Herr Ständeratspräsident Hänsen- berger: Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier sind heute auf der Tribüne! Ich danke allen für ihre Anwesenheit (Beifall) et je vous remercie beaucoup de céder la place à la jeunesse d'aujourd'hui.
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Jugendsession
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Session des jeunes
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Sessione dei giovani
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25.09.1991
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65-65
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