Interpellation Miville
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Je pose dès lors la question au Conseil fédéral de savoir s'il sera disposé à augmenter, pour la prochaine période législa- tive, soit à partir de l'année prochaine, le montant de ces cré- dits.
M. Cotti, président de la Confédération: M. Cottier souligne un problème concret. Je dois toutefois vous faire remarquer, Monsieur Cottier, que depuis 17 ans communes et cantons auraient eu la possibilité de réaliser les travaux dont vous par- lez. Il est donc inexact que seul le problème financier résultant de l'attitude actuelle de la Confédération soit responsable des retards accumulés dans votre canton. Mais je dois reconnaître que ces retards existent et touchent en particulier les cantons devant encore réaliser leurs infrastructures. D'autres cantons, en revanche, ont pratiquement terminé la réalisation de leur ré- seau.
Lors de l'élaboration du budget 1991, le Conseil fédéral a dû fournir des efforts particuliers en ce qui concerne les écono- mies. Une motion de la Commission des finances du Conseil national transmise par les Chambres demandait également de tels efforts. Et malheureusement, le secteur qui nous occupe a subi les conséquences de cette politique. D'autre part, le Par- lement, qui ne s'est pas complètement tenu aux lignes directri- ces de sa motion, a bien voulu augmenter les moyens de la Confédération pour d'autres secteurs, mais pas pour celui des installations d'épuration des eaux. Par conséquent, le pro- blème existant, il faudra tenter de rattraper ces retards.
Je ne vous cache pas, Monsieur Cottier, que face à l'évolution escomptée du budget de la Confédération - on parle souvent de chiffres rouges imminents - des problèmes existeront éga- lement à l'avenir. Cependant, je tâcherai de faire en sorte qu'au cours de la période 1992-1995 les graves retards accu- mulés puissent être comblés. Le Conseil fédéral compte à ce sujet sur la compréhension du Parlement.
M. Cottier: Je me déclare satisfait dans la mesure où, à partir de 1992, le montant pourra être augmenté.
90.701
Interpellation Miville Kosten schweizerischer Arzneimittel Coût des médicaments suisses
Wortlaut der Interpellation vom 19. September 1990
Der Anteil der Medikamente an den Kosten des schweizeri- schen Gesundheitswesens beträgt 14,1 Prozent. Gemessen an der Kaufkraft oder an geleisteten Arbeitsstunden liegen die Schweizer Arzneimittelpreise im unteren Drittel des europäi- schen Durchschnitts. Im absoluten Vergleich liegen sie unter jenen Japans und der USA. Stieg der schweizerische Index der Konsumentenpreise von 1977 bis 1989 auf 144,3, so blieb jener der Medikamentenpreise mit 141,3 im gleichen Zeitraum unter diesem Wert.
Die drei Basler Grossbetriebe der chemischen Industrie, dank denen jeder dritte bis vierte Einwohner der Nordwestschweiz mittelbar oder unmittelbar sein Einkommen findet, realisieren bloss 2 Prozent ihres Pharma-Umsatzes in der Schweiz, inve- stieren aber 40 Prozent ihrer Aufwendungen für Forschung, nämlich über 1 Milliarde Franken jährlich, in unserem Lande. Ausgehend von diesen Zahlen und in der Ueberzeugung, dass die forschende Pharma-Industrie der Schweiz auch in Zukunft ihren Beitrag zur hochstehenden Gesundheitsversor- gung und unserer Volkswirtschaft leisten sollte, frage ich den Bundesrat:
ob es nicht genügt, wenn das Bundesamt für Sozialversiche rung die Preise von Medikamenten der Spezialitätenliste - richtigerweise auch unter sozialpolitischen Aspekten - über- prüft;
inwiefern das Bundesamt dabei die Kosten der Forschung und Entwicklung von neuen Arzneimitteln berücksichtigt;
wie der Bundesrat die internationale Stellung der schweizeri- schen Pharma-Industrie beurteilt und was er zu tun gedenkt, um für ihre Forschung auch in Zukunft positive Rahmenbedin- gungen sicherzustellen.
Texte de l'interpellation du 19 septembre 1990
La part des médicaments aux coûts de la santé publique en Suisse s'élève à 14,1 pour cent. Proportionnellement au pou- voir d'achat ou aux heures de travail fournies, les prix suisses des médicaments se situent dans le tiers inférieur de la moyenne européenne. En comparaison absolue, ils sont infé- rieurs à ceux du Japon et des Etats-Unis. Si l'indice suisse des prix à la consommation est passé à 144,3 points de 1977 à 1989, celui des médicaments, avec 141,3 points, est resté en dessous de cette valeur dans la même période. Les trois gran- des entreprises bâloises de l'industrie chimique, grâce aux- quelles un habitant sur trois ou sur quatre dans le Nord-Ouest de la Suisse gagne directement ou indirectement sa vie, ne réalisent en Suisse que 2 pour cent de leur chiffre d'affaires sur les produits pharmaceutiques, mais consacrent 40 pour cent de leurs dépenses, soit plus d'un milliard de francs par an, à la recherche dans notre pays.
Compte tenu de ces chiffres et du fait que la recherche effec- tuée par l'industrie pharmaceutique suisse doit continuer de fournir sa contribution au niveau élevé des soins et de l'écono- mie de notre pays, je prie le Conseil fédéral de bien vouloir ré- pondre aux questions suivantes:
N'est-il pas suffisant que l'Office fédéral des assurances so- ciales contrôle - à juste titre en tenant compte d'aspects de politique sociale - les prix des médicaments figurant sur la liste des spécialités?
Ce faisant, dans quelle mesure ledit office prend-il en consi- dération le coût de la recherche et du développement de nou- veaux médicaments?
Comment le Conseil fédéral évalue-t-il la position de l'indu- strie pharmaceutique suisse sur le marché international et que pense-t-il faire pour assurer à cette branche, à l'avenir égale- ment, des conditions générales favorables pour sa recher- che?
Mitunterzeichner - Cosignataire: Rhinow (1)
Miville: Ich danke Ihnen dafür, Herr Präsident, dass Sie mich nicht übersehen. Dass Sie mich nicht übersehen, zeigt mir, dass ich es in der Politik doch zu etwas gebracht habe. (Heiter- keit)
Herr Bundespräsident, mit meiner Interpellation unterbreite ich Ihnen ganz bestimmte Sorgen um einen Industriezweig, von dem man vielleicht annehmen möchte, um ihn habe man sich keine Sorgen zu machen. Aber die Ursache meiner Sorge werde ich im folgenden darstellen.
Es handelt sich - das sei zugegeben - um einen Industrie- zweig, der im Interesse des Ganzen unseres Landes vorläufig noch floriert. Wir haben andere Beispiele der industriellen Tä- tigkeit in unserem Lande erlebt, in denen es schlechter gegan- gen ist: Textil, zeitweise die Uhren, zeitweise Bereiche des Ma- schinenbaus, neuerdings der Stahlguss; Branchen, die uns Sorgen machten und wohl noch weiterhin Sorgen machen werden.
Die Branche, auf die ich mich heute beziehe, die chemische Industrie, trägt noch zum Wohlstand und zur Vollbeschäfti- gung in der Schweiz bei.
Ich beziehe mich im folgenden ja besonders auf die Arzneimit- tel, also auf die Pharma-Produktion, eine Produktion, von der zwei Prozent in unserem Lande abgesetzt werden. Aber 40 Prozent der Forschung, die auf diesem Gebiet insbeson- dere von den drei Basler Konzernen betrieben wird, werden in der Schweiz getätigt, und dafür werden jährlich über eine Milli- arde Franken aufgewendet, fast viermal soviel, wie der
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23 janvier 1991
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Interpellation Miville
Pharma-Umsatz in der Schweiz beträgt. Und über 45 000 Be- schäftigte, das heisst 23 Prozent des weltweit tätigen Perso- nals dieser Firmen, arbeiten in der Schweiz zu Schweizer Löh- nen. Sie kaufen hier ein, sie zahlen hier ihre Steuern.
Ich habe die Leistungen dieser Branche hervorgehoben, und ich sage Ihnen nun, das braucht nicht per se immer so zu blei- ben.
In den Leitungen der drei grossen Basler Konzerne sitzen zum kleinsten Teil noch Basler. Was sie leiten, sind multinationale Konzerne. Ihr Blick darf sich nicht einfach auf den Kanton Ba- sel-Stadt, auf die Regio Basiliensis richten. Ihr Blick hat sich auf den Weltmarkt zu richten, und von da her sind die Ent- scheidungen zu treffen.
. Es finden seit geraumer Zeit mehr und mehr Verlagerungen, insbesondere der Forschung, ins Ausland statt. Darüber wird wenig gesprochen und publiziert, aber sie finden statt. Für mich ist es ein vielsagendes Signal, dass der Roche-For- schungsleiter, Professor Jürgen Drews, nach Nutley, USA, geht, um von dort aus und nicht mehr von Basel aus die ge- samte Roche-Forschungstätigkeit zu leiten.
Ich muss nun leider sagen - als Basler sage ich das besonders ungern -: Wir machen ja dieser Industrie auch alle erdenkba- ren Schwierigkeiten. Wir hindern die Ciba-Geigy an der Erstel- lung eines Bio-Technikums, des Verbrennungsofens, der im Interesse der Umwelt gelegen wäre. Wir legen der Hoff- mann-La Roche Schwierigkeiten in den Weg in bezug auf ein Lokal für Pharma-Forschung und -Produktion. Was haben wir nicht alles angestellt gegen die spezielle Pharma-Produktion unter dem Titel Projekt «Ramses» der Sandoz, mit dem Erfolg, dass jetzt «Ramses» zum Teil in Irland gebaut und durchge- führt wird?
Mir kommt es manchmal vor, als ob die Chemie-Industrie in Basel keinen Schopf mehr ohne Einsprachen und haufen- weise administrative Schwierigkeiten und Verhinderungen bauen könne. Die Gentechnologie lassen wir offenbar auch nur noch im Ausland betreiben. Von da her, von diesen Er- scheinungen, die ich seit Jahren aufmerksam und besorgt ver- folge, komme ich zu den Forderungen meiner Interpellation.
Jedes Mal gibt es dieses Theater, wenn ein Schweizer oder eine Schweizerin dem Preisüberwacher oder der Presse mit- teilt, er oder sie habe für ein Medikament im Ausland weniger bezahlt als in der Schweiz, und jedes Mal erfolgen dann sofort diese Rufe nach dem Preisüberwacher, nach der Kartellge- setzgebung und all dem, womit man unsere Chemie-Industrie «beglücken» will. Dabei ist doch ganz einfach zu sagen, dass, gemessen an der Kaufkraft, unsere Schweizer Pharma-Preise im Mittel des EG-Raums liegen; gemessen an den Stunden- löhnen liegen sie im unteren Drittel.
Ich habe Verständnis für die Tätigkeit des Bundesamtes für Sozialversicherung auf diesem Gebiet. Das möchte ich deut- lich betonen. Aber über die Pharma-Industrie lässt sich die Ko- stenexplosion des Gesundheitswesens natürlich nicht be- kämpfen oder nur zum kleinsten Teil, denn deren Medika- mente machen 14 Prozent des gesamten Aufwandes für die Gesundheitskosten in unserem Lande aus.
Hierzu kommt folgendes: Die Medikamentenpreise in der Schweiz haben sich von 1977 bis 1990 um 26 Prozent erhöht, die Konsumentenpreise um 45 Prozent, und die Gesundheits- kosten insgesamt haben sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Wenn da und dort das Ausland die Preise staatlich drückt, kann das nicht unser Vorbild sein. In einigen EG-Ländern kommt die Pharma-Industrie gerade aus diesem Grunde nicht vom Fleck; in Frankreich hat sie den Anschluss an die interna- tionale Entwicklung verpasst.
Pharmaforschung kostet Geld. Die Entwicklung eines neuen Moleküls oder eines neues Wirkstoffs, z. B. im Rahmen der Forschung gegen Aids und Krebs, kostet über 300 Millionen Franken. Es wäre falsch, hier zu drücken, und es wäre falsch - das sage ich noch einmal -, die positive Rolle dieser Industrie in unserem Lande als etwas Selbstverständliches und per se Immerwährendes zu betrachten.
Schauen Sie die neuesten Signale an! Ciba-Geigy: Umsatz minus 4 Prozent im letzten Jahr, Sandoz-Umsatz minus 1 Pro- zent, Roche-Umsatz plus 3 Prozent - warum hier positiv? Ge- rade weil sich Roche mehr und mehr auf den Pharma-Markt
konzentriert -, Personalabbau um 10 Prozent bei Ciba-Geigy. Das muss ja doch alles zu denken geben.
Pharma-Preise haben ihre Bedeutung für die Sozial- und Sozi- alversicherungspolitik in unserem Lande, das wissen wir. Es ist daher gut, dass das BSV die Preise festsetzt für Produkte der Spezialitätenliste, die von den Krankenkassen vergütet werden. Aber darüber hinaus bitte keine Schikanen durch staatliche Preisfestsetzung! Die Chemie-Industrie muss ihre gewaltigen Forschungsaufwendungen in unserem Lande fi- nanzieren können, und oft handelt es sich dabei um eine Vorfi- nanzierung.
Den Stand der Chemie-Industrie, den ich versucht habe darzu- stellen, mit ihrer Leistungskraft - ich sage es noch einmal: im Interesse unseres Landes -, können wir nur halten mit dem Bekenntnis zu dieser Forschung und mit der Ermöglichung ih- rer Finanzierung.
Bundespräsident Cotti: Ich danke Herrn Miville für die Hymne, die er auf die chemische Industrie gesungen hat. Die Hymne ist mehr als berechtigt. Wer könnte das von verschiedenen Gesichtspunkten aus besser sagen als Ihr Bundespräsident? Herr Miville, Sie haben den Wohlstand erwähnt. Wer kann das bestreiten? Sie haben auch die Vollbeschäftigung erwähnt, ein wesentliches Element. In absoluter Sachlichkeit darf ich mindestens zwei weitere Elemente hinzufügen, die ich in den vier Jahren meiner Amtszeit aus persönlicher Wahrnehmung feststellen konnte:
Ein Element ist selbstverständlich, aber man vergisst es immer angesichts einer gewissen Opposition, die untergründig ge- gen die Entwicklung der Technik im allgemeinen und der neuesten Technik im besonderen schwelt - ich denke an die Biotechnologie, die Sie erwähnt haben -: Ich meine den enor- men Dienst, der von unserer Chemie im Dienste der Gesund- heit geleistet wird. Wenn ab und zu die kleinste Panne passiert - das wissen Sie besser als ich -, kommt diese Chemie auf die Anklagebank, ohne dass ihre enormen Dienstleistungen an die Gesundheit auch nur erwähnt werden.
Lassen Sie mich auch den Umweltbereich erwähnen, Herr Mi- ville, wo ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, dass in Basel in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte gemacht worden sind, und wo eine Sensibilität für diese Frage festzu- stellen ist, die ihresgleichen sucht. Das ist alles bekannt.
Wenn gewisse Massnahmen, Herr Miville, nicht gestattet sind oder nur mühsam vorangetrieben werden, bitte ich Sie, sich wenn möglich in Ihrem Kanton umzuschauen und nicht nach Bern zu blicken. Zum Beispiel kann ich Ihnen sagen, dass bei der sehr wichtigen und uns alle betreffenden Frage der Entsor- gung der Sonderabfälle, der industriellen Abfälle, der Bund die Firma Ciba-Geigy wenn nicht wöchentlich, so doch monatlich unterstützt hat; er hätte nicht mehr bieten können als diese ab- solute, uneingeschränkte Unterstützung. Ich hoffe aber, dass - nachdem wir in dieser Umweltsparte gegenüber gewissen anderen Staaten stark im Hintertreffen sind - die Leistung, die dort eindeutig vorangetrieben wird, im ganzen Land eine bei- spielhafte Wirkung ausüben wird. Denn mit der Anlage der Ciba-Geigy wird es in unserem Land nicht genügen. Wir brau- chen noch zwei ähnliche Anlage, deren Erstellung zeitlich weit im Rückstand ist. Die Voraussetzung, die Sie erwähnt haben, möchte ich somit uneingeschränkt bestätigen.
Im Problemkreis, den Sie erwähnen, möchte ich auf eine wei- tere Voraussetzung hinweisen. Im Bereich der Entwicklung der Gesundheitskosten in diesem Lande war die Steigerung der Arzneimittelpreise in den letzten Jahren ohne Zweifel un- terdurchschnittlich. Wir wissen, dass andere Sparten des Ge- sundheitswesens, die einen Anteil von viel mehr als den von Ihnen erwähnten 15 Prozent, ausmachen, weit über dem Durchschnitt an der Entwicklung dieser Preise beteiligt waren. Man muss also anerkennen, dass die Entwicklung der Arznei- mittelpreise relativ gedämpft war. Nachdem Sie das Loblied auf das BSV gesungen haben, ist zu sagen, dass diese Ent- wicklung möglicherweise der Beteiligung des BSV zu verdan- ken ist.
Als Letztes: Sie verstehen sicher, dass die Frage der Arzneimit- telpreise ohne Zweifel auch unter dem Gesichtspunkt der all- gemeinen Steigerung der Gesundheitskosten, die wir jetzt an-
Ausserparlamentarische Kommissionen 1989-1992
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packen möchten, im Sinne der Ihnen allen bekannten und - so hoffe ich - noch dieses Jahr erscheinenden Botschaft zur To- talrevision der Krankenversicherungsgesetzgebung ange- gangen werden soll. Wir befinden uns somit auf einer Grat- wanderung. Es sind hier verschiedene Interessen zu vertreten: die von Ihnen erwähnten Interessen und die Interessen einer einigermassen vernünftigen Gesundheitskostensteigerung. Das soll einmal der Rahmen sein.
Die Forschungstätigkeit, die Sie erwähnt haben, wird bei der Festlegung der Preise schon heute berücksichtigt, wobei ich hinzufügen möchte: Es werden nur die Preise jener Arzneimit- tel vom BSV kontrolliert, die kassenpflichtig erklärt werden. Die Zuständigkeit des BSV ist also auf jene Fälle beschränkt, wo die Kassenpflicht besteht.
Der Preisaufschlag wegen der Forschungskosten und der Notwendigkeit, diese anzuerkennen, schwankt nach gegen- wärtigen Schätzungen des BSV zwischen 10 und 20 Prozent. Es muss gesagt werden, dass unsere Pharmaindustrie ange- sichts ihres ausserordentlich kleinen Inlandmarktes ihre For- schungskosten weiterhin wesentlich durch den Auslandmarkt wird abdecken müssen. Darüber besteht kein Zweifel. Aber es ist auch klar, dass wir - nachdem, wie Sie mit Recht erwähnt haben, gewisse Staaten, die nicht einmal weit von uns entfernt sind, sehr künstlich die Preise drücken - nicht in der Lage sind, ähnlich vorzugehen; denn wahrscheinlich hätte das auch eine gewisse Sogwirkung zur Folge. Deshalb diese sy- stematische Abwägung, die notwendig ist und die Sie ohne weiteres auch anerkennen.
Zur Frage der Entwicklung der Gesundheitskosten habe ich mehrmals gesagt, dass eine glückliche Lösung der Kranken- versicherungsrevision nur möglich ist, wenn nicht nur der er- ste Gedanke - Herr Schoch ist ja hier und hört mir zu - der bun- desrätlichen Leitsätze verwirklicht wird, der Gedanke der Soli- darität, sondern wenn auch - im Rahmen des Möglichen - die Kostenfrage erarbeitet werden kann. Ich anerkenne mit Ihnen: Es gibt eine Reihe von Bereichen, die wichtiger sind als der Bereich der Arzneimittel. Ich habe aber gesagt und betone hier vor dem Ständerat: Wenn nicht alle Beteiligten bereit sind, ein kleines Opfer zu bringen - denn niemand möchte an einem an sich guten System rütteln -, dann werden wir kaum eine Revi- sion erhalten. Aber diese Revision wird ja von der schweizeri- schen Bevölkerung erwartet, denn die Klagen bezüglich der Entwicklung insbesondere der Krankenkassenprämien sind mehr als berechtigt.
Wenn wir nicht eingreifen - das habe ich oft gesagt -, wird ir- gendwann jemand eingreifen. Einige Volksinitiativen laufen ja, die dann ohne weiteres zu besseren Chancen kämen. Ich möchte Ihnen also sagen, dass Ihr Anliegen beim Bundesrat absolut erkannt ist. Es war es auch immer, und es wird es auch in der Zukunft bleiben.
Möglicherweise wird - man sollte es auf alle Fälle erwarten dürfen - von seiten der Industrie selber, mit deren Vertretern ich übrigens über diese Frage persönlich gesprochen habe, ein gewisses Entgegenkommen gezeigt: z. B. bei jenen Arz- neimitteln, die keine Innovation mehr darstellen, die schon seit vielen Jahren im Umlauf sind und für die die Forschungsinve- stitionen als abgeschrieben betrachtet werden können.
Ich möchte in der Schilderung der Problematik nicht weiterge- hen. Ich möchte Ihnen mit dieser Antwort eher zeigen, wie hier die Abwägung geschehen muss, wobei ohne Zweifel alle Ihre Anliegen uneingeschränkt in die eine Waagschale geworfen werden können.
Miville: Die Ausführungen des Herrn Bundespräsidenten wa- ren von einem solchen Verständnis erfüllt für die Belange der Industrie, von der ich hier gesprochen habe, dass man gar nicht anders als sich befriedigt erklären kann. Ich hoffe nur, dass diese Erläuterungen bis zu den Ohren aller staatlichen Instanzen vordringen, die mit Kartellwesen, Preisüberwa- chung, Zulassung von Nachahmerprodukten usw. zu tun ha- ben.
90.047
Ausserparlamentarische Kommissionen 1989-1992 Commissions extra-parlementaires 1989-1992
Bericht der Geschäftsprüfungskommissionen vom 22. und 31. August 1990 (BBI III 337) Rapport des Commissions de gestion du 22 et 31 août 1990 (FF III 320)
Iten, Berichterstatter: Als Präsident der Geschäftsprüfungs- kommission möchte ich zum Bericht über die ausserparla- mentarischen Kommissionen kurz Stellung nehmen und drei Punkte erörtern.
Zur Aufgabe und zur Legitimation der ausserparlamentari- schen Kommissionen: Das System der ausserparlamentari- schen Kommissionen gestattet der Verwaltung, Fachkennt- nisse zu gewinnen, die sie ansonsten durch Vergrösserung des Verwaltungsapparates beschaffen müsste oder nur durch kostspielige Expertenaufträge einkaufen könnte. Die Aufgabe der ausserparlamentarischen Kommissionen ist damit primär fachlicher Art. Daneben aber gestattet das System auch einer Vielfalt von Gruppierungen und Organisationen in Wirtschaft und Gesellschaft eine direkte Einflussnahme auf die Verwal- tung. Es erleichtert den Abstimmungsprozess zwischen Wirt- schaft und Verwaltung. Dieser ist nützlich und insoweit pro- blemlos, als es um den Vollzug von Aufgaben geht, deren Ziele demokratisch hinreichend bestimmt sind. Die Grenze ei- ner Verbindung von Verwaltung und Wirtschaft ist jedoch dort zu ziehen, wo Machtfragen zur Diskussion stehen. Solche soll- ten grundsätzlich durch das Parlament entschieden werden. Die Bundesversammlung und damit auch die Geschäftsprü- fungskommissionen haben darüber zu wachen, dass der Ein- fluss der ausserparlamentarischen Kommissionen nicht zu gewichtig wird. Dies ist die politische Bedeutung des vorlie- genden Berichtes, der sich im übrigen mit einer Reihe von Vor- schriften befasst, die bloss gewährleisten sollen, dass die Viel- falt der Kommissionen einer angemessenen Ordnung unter- stellt wird.
Zur Mitgliedschaft von Parlamentariern: Besonders bedeut- sam ist die Frage des Beizugs von Mitgliedern der Bundesver- sammlung in ausserparlamentarische Kommissionen. Nach den Richtlinien des Bundesrates stellt dies eine Ausnahme dar und ist besonders zu begründen. Die Praxis dazu scheint uns jedoch zu large. In keinem einzigen der 45 Ausnahmefälle ist eine hinreichende Begründung geliefert worden.
Nach unserer Ansicht sprechen grundsätzliche Erwägungen gegen die Mitgliedschaft von Ratsmitgliedern in ausserparla- mentarischen Kommissionen. Ihr Beizug widerspricht dem Gedanken der Fachberatung für Verwaltung und Bundesrat, denn Parlamentarier sollten als Mitglieder der staatspolitisch übergeordneten Bundesversammlung nicht zugleich als bera- tendes Instrument der Verwaltung dienen. Sie geraten anson- sten in einen Konflikt zwischen Kontrolle und Beratung. Sie werden in die Argumentation eingebunden, die unter ihrer Mit- wirkung von der Verwaltung entwickelt worden ist. Sie sind ins- besondere, wo sie Präsident einer ausserparlamentarischen Kommission sind, in der Ausübung ihres politischen Manda- tes nicht mehr ganz frei. Sie erlangen einen Wissensvorsprung gegenüber anderen Ratsmitgliedern und gelangen unwillkür- lich in die Rolle, in der Verwaltung das Parlament zu vertreten, ohne dazu legitimiert zu sein. Gerade dieser letzte Aspekt ist im Falle der beratenden Ausschüsse zum ausserordentlichen Nachrichtendienst und zur Widerstandsorganisation, P-26 und P-27, heftig kritisiert worden.
In weniger spektakulärer Form, aber grundsätzlich gleich stellt sich die Frage auch bei ausserparlamentarischen Kommissio- nen im allgemeinen. Die Geschäftsprüfungskommissionen sind daher zur Ueberzeugung gelangt, dass Ausnahmen nur in ganz seltenen Sonderfällen möglich sein dürfen. Auszu-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Miville Kosten schweizerischer Arzneimittel Interpellation Miville Coût des médicaments suisses
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Année
1991
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Session
Januarsession Session de janvier
Sessione
Sessione di gennaio
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
02
Séance Seduta
Geschäftsnummer 90.701
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.01.1991 - 16:00
Date
Data
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17-19
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20 019 621
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