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11 mars 1992
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Logement. Interventions personnelles
90.934
Interpellation Reimann Maximilian Förderung des privaten Wohneigentums Accès à la propriété du logement
Diskussion - Discussion
Siehe Jahrgang 1991, Seite 1389 - Voir année 1991, page 1389
90.786 Postulat Jaeger Hypotheken-Amortisierung. Steuerlicher Anreiz Amortissement des hypothèques. Deductions fiscales
Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten eine Vorlage über steuerliche Anreize zur Amortisierung von Hypotheken zuzuleiten.
Insbesondere ist eine Variante zu prüfen, wonach der vollstän- dige steuerliche Abzug der Hypothekarzinsen nur möglich ist, wenn die Amortisation einen Minimalsatz erreicht. Wird dieser Minimalsatz nicht erreicht, verringert sich der Steuerabzug für Hypothekarzinsen entsprechend. Uebersteigt die Amortisa- tion den Minimalsatz, so können zusätzlich zu den Hypothe- karzinsen die - den Minimalsatz übersteigenden - Amortisa- tionen bis zu einem Maximalsatz ganz oder teilweise abgezo- gen werden.
Texte du postulat du 3 octobre 1990
Le Conseil fédéral est invité à présenter aux Chambres fédéra- les une proposition visant à instaurer des incitations fiscales en vue de l'amortissement des hypothèques.
Il examinera notamment une solution qui n'autorise la déduc- tion fiscale intégrale des intérêts hypothécaires que lorsque l'amortissement atteint un taux minimal. Dans le cas contraire, la déduction fiscale est réduite en conséquence. Si l'amortis- sement dépasse le taux minimal, la part des amortissements dépassant ce taux peut donner lieu - en totalité ou en partie, et jusqu'à concurrence d'un taux maximal - à une déduction qui s'ajoute aux intérêts hypothécaires.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Dünki, Günter, Kuhn, Mül- ler-Aargau, Weder Hansjürg, Widmer, Zwygart (7)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Unbestritten ist, dass eine schnellere Amortisierung von Hypo- theken wünschbar wäre, um Mittel für die Finanzierung von Neuhypotheken zu beschaffen und ganz allgemein eine Ent- spannung am Hypothekenmarkt herbeizuführen.
In diesem Zusammenhang könnten steuerliche Anreize eine wichtige Rolle spielen. Bisher wurde bereits die Idee in die Dis- kussion geworfen, die steuerliche Abzugsfähigkeit für Hypo- thekarzinsen auf die Höhe des Eigenmietwertes zu beschrän- ken. Diese Idee ist auf den ersten Blick bestechend, aber sie weist einige Schwächen auf. Vor allem besteht kein Anreiz zu einer weiteren Amortisation mehr, wenn die Hypothekarzinsen dem Eigenmietwert entsprechen. Die Anwendung des Kon- zepts auf Wohnungen, die vermietet werden, ist überdies pro- blematisch.
Wir schlagen deshalb eine andere Variante vor:
Hypothekarzinsen sollen nur dann steuerlich in Abzug ge- bracht werden, wenn eine minimale Amortisationsrate erreicht wird. Wird diese Amortisationsrate nicht erreicht, so ist der Ab- zug entsprechend zu kürzen.
Denkbar wäre z. B. eine Lösung, bei der der Minimalsatz für die Amortisation auf 2 Prozent der Gesamtschuld festgelegt wird. Werden nun 2 Prozent oder mehr der Gesamtschuld amortisiert, so können die Hypothekarzinsen voll abgezogen werden. Betragen die Amortisationen dagegen nur 1 Prozent der Gesamtschuld, so könnte z. B. nur noch die Hälfte der Hy- pothekarzinsen in Abzug gebracht werden. (Der im Beispiel verwendete proportionale Tarif ist selbstverständlich nicht zwingend.)
Zudem wäre ein Teil der Amortisation, sofern er die minimale Amortisationsrate übersteigt, steuerlich - bis zu einem be- stimmten Prozentsatz - ebenfalls abzugsfähig zu erklären.
Ein Beispiel mit willkürlich gewählten Zahlen soll den Mecha- nismus verdeutlichen. Die minimale Amortisationsrate be- trage 2 Prozent, der Hypothekarzinssatz 6 Prozent, die Hypo- thekarschuld 300 000 Franken und der Hypothekarzins somit 18 000 Franken. Amortisationen, die 2 Prozent übersteigen, sollen bis zur Höhe von 3 Prozent der Schuld zur Hälfte eben- falls abzugsfähig sein.
Amortisiert der Schuldner 2 Prozent oder weniger, so kann er die Amortisationen steuerlich nicht abziehen.
Amortisiert der Schuldner aber 4 Prozent seiner Schuld (12 000 Franken), so kann er die Amortisationskosten, sofern sie 6000 Franken (2 Prozent) übersteigen, zur Hälfte abziehen. Für die Amortisation kann er somit einen zusätzlichen Abzug von 3000 Franken (12 000 minus 6000 = 6000 geteilt durch 2 = 3000) geltend machen. Dieser zusätzliche Abzug wäre auf 9000 Franken (3 Prozent der Hypothekarschuld) beschränkt Es versteht sich von selbst, dass es sich hier um rein fiktive Zahlen handelt. Die effektiven Werte müssten aufgrund der konkreten steuerlichen Auswirkungen festgelegt werden. Es sollte auch versucht werden, das System aufkommensneutral auszugestalten.
Selbstverständlich müssten Barrieren gegen eine Neuver- schuldung festgelegt werden, damit der Steuervorteil nicht wiederholt ausgenützt werden kann, indem ohne wirtschaftli- che Notwendigkeiten neue Hypothekarschulden eingegan- gen würden.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Februar 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 février 1991
An ihrer Sitzung vom 9. November 1990 trat die Kommission indes auf diesen Antrag nicht ein; in der Folge wurde er weder im Plenum des Nationalrates noch in jenem des Ständerates aufgenommen. Ein in die gleiche Richtung zielender Vor- schlag war übrigens schon in einem früheren Stadium von der vorberatenden Kommission des Nationalrates diskutiert und abgelehnt worden.
Damit ist es in der am 14. Dezember 1990 vom Parlament ver- abschiedeten Harmonisierungsgesetzgebung bei der heute geltenden Rechtslage geblieben: Der Eigenmietwert wird auf- gerechnet, und die Hypothekarzinsen sowie die Unterhaltsko- sten werden zum Abzug zugelassen. Ebenso gilt weiterhin der
Wohnungswesen. Persönliche Vorstösse
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Grundsatz, dass die Schuldentilgung nie zu einem Abzug vom Einkommen berechtigt.
Auf dieser massgeblichen Grundlage einer vom Parlament erst vor wenigen Wochen verabschiedeten Gesetzgebung er- weist sich das vorliegende Postulat als undurchführbar: So sind die Schuld- bzw. Hypothekarzinsen stets in vollem Um- fang abziehbar, unabhängig davon, ob die Amortisation einen bestimmten Minimalsatz erreicht oder nicht. Andererseits blei- ben Amortisationsquoten, also Aufwendungen für die Schul- dentilgung, in jedem Fall vom Abzug vom steuerbaren Ein- kommen ausgeschlossen, unbesehen darum, ob sie einen Minimalsatz übersteigen oder nicht.
Der Verzicht auf den Abzug von Hypothekarzinsen auf dem steuerbaren Einkommen und der ebenfalls vom EFD seiner- zeit vorgeschlagene Verzicht auf die Aufrechnung des Eigen- mietwertes zielen auf mehr Transparenz und die Förderung der steuerlichen Gleichbehandlung ab. Das Steuersystem wäre wirksamer, wenn die Abzüge auf ein Minimum be- schränkt und lediglich die Roheinkommen besteuert würden; vor allem aber könnten dadurch die Steuersätze erheblich ge- senkt werden.
Obschon wir Massnahmen, die in diese Richtung zielen, be- grüssen, sehen wir angesichts der kürzlich vom Parlament ge- fassten Beschlüsse keine Möglichkeit, sie zu verwirklichen. Deshalb kann das Postulat nicht angenommen werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
90.978 Postulat Gysin Ueberhöhte Eigenmietwerte Valeurs locatives surfaites
Wortlaut des Postulates vom 14. Dezember 1990
Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat für die direkte Bun- dessteuer erneut eine massive Erhöhung der Eigenmietwerte verfügt. In Baselland zum Beispiel macht sie 30 Prozent des bisherigen Wertes aus.
Die Steuerverwaltung beruft sich auf eine Erhebung über ver- mietete Einfamilienhäuser und Wohnungen. Zahlenmässig sind dabei die Einfamilienhäuser ausschlaggebend. Deren Vermietung ist jedoch ein Sonderfall, indem die Miete mei- stens den mittleren Mietwert eines vom Eigentümer bewohn- ten Hauses übersteigen wird. Wer sein Haus z. B. seit fünfzehn Jahren bewohnt, gelangt nach normaler Bewertung kaum auf einen Mietwert in der Nähe der neuen Verfügung der Eidge- nössischen Steuerverwaltung.
Diese Verfügung überhöht künstlich die effektiven Eigenmie- ten, dies erst noch zu einer Zeit, da die Hauseigentümer durch höhere Hypothekarzinse belastet sind. Eine neue Erhöhung ist vollends unangebracht, nachdem der Bund pro 1987/1988 die Eigenmieten schlagartig um nicht weniger als 35 Prozent hinaufgesetzt hat.
Daher ist dem Bundesrat folgender Auftrag zu erteilen: In der direkten Bundessteuer sind für die Veranlagungsperi- ode 1990/1991 die bisherigen Eigenmietwerte beizubehalten.
Texte du postulat du 14 décembre 1990
L'Administration fédérale des contributions a, une nouvelle fois, décidé de procéder à une hausse importante des valeurs locatives pour le calcul de l'impôt fédéral direct. Cette hausse est de 30 pour cent par exemple à Bâle-Campagne.
L'Administration fédérale des contributions se fonde sur une enquête sur les appartements et les maisons familiales loués. En chiffres, les maisons familiales pèsent d'un poids plus
lourd. Lorsque par exception elles sont louées, leur loyer dé- passe en général la valeur locative moyenne d'une maison ha- bitée par son propriétaire. Selon une estimation normale, la valeur locative de celui qui habite sa maison depuis 15 ans est loin, par exemple, d'atteindre la valeur fixée par la décision de l'Administration fédérale des contributions.
Cette décision provoque une hausse artificielle des valeurs lo- catives réelles à une époque où les propriétaires souffrent déjà de la montée des taux hypothécaires. Une nouvelle augmenta- tion est donc tout à fait malvenue, la Confédération ayant déjà procédé à une brusque hausse des valeurs locatives d'au moins 35 pour cent pour la période fiscale 1987/1988.
Le Conseil fédéral est donc prie de maintenir les valeurs locati- ves actuelles qui serviront à calculer l'impôt fédéral direct de la période 1990/1991.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Feigenwinter, Nebiker (3)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. April 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 avril 1991
Nach dem Beschluss über die direkte Bundessteuer (BdBSt) gehört der Eigenmietwert zum steuerbaren Einkom- men (Art. 21 Abs. 1 Bst. b). Er gilt als Naturalbezug und ist als solcher zum Marktwert zu bemessen (Art. 21 Abs. 2), d. h., es ist derjenige Betrag einzusetzen, den der Steuerpflichtige auf- zubringen hätte, wenn er das gleiche Wohnobjekt von einem Dritten mieten würde. Die Besteuerung des Eigenmietwertes bildet das Korrelat zur steuerlichen Nichtabziehbarkeit der Wohnungsmiete (Art. 23). Auf diese Gleichbehandlung der Mieter und der Eigentümer legt bekanntlich auch das Bundes- gericht grossen Wert. So hat es in einem kürzlich publik ge- wordenen Entscheid vom 9. November 1990 betreffend die bernische Staatssteuer festgehalten, dass der Mieter eines Einfamilienhauses seinen - grundsätzlich nicht abzugsfähi- gen - Mietzins steuerlich insoweit in Abzug bringen könne, als eine krasse Differenz zum steuerlich massgeblichen Eigen- mietwert besteht, der dem Eigentümer eines gleichen Einfami- lienhauses aufgerechnet wird.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat als Auf- sichtsbehörde für eine einheitliche Veranlagung der direkten Bundessteuer durch die Kantone zu sorgen. Zu diesem Zweck führt sie periodisch Erhebungen über die Bemessung der Mietwerte in den Kantonen durch. Dabei werden die bei der Vermietung von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnun gen erzielten Mietzinsen erfasst; sie entsprechen 100 Prozent des Marktwertes. Sodann werden diese Mietzinsen den Miet- werten gegenübergestellt, die bei Selbstnutzung der gleichen Objekte in der kommenden Steuerperiode der Veranlagung zugrunde gelegt worden wären. Wenn sich aufgrund dieser Erhebung herausstellt, dass in einem bestimmten Kanton die Eigenmietwerte erheblich unter dem Marktwert liegen, muss die ESTV eingreifen. Nach der Praxis ist dies der Fall, wenn die Marke von 70 Prozent unterstritten wird.
Genau diese Situation war auch im Kanton Basel-Land- schaft gegeben, weshalb die ESTV zu handeln gezwungen war. Mit dem von ihr auf den 1. Januar 1991 verfügten Zu- schlag werden die durchschnittlichen Eigenmietwerte im Kan- ton Basel-Landschaft gleichwohl nur 70 Prozent der Markt- werte betragen, sich also immer noch im unteren Bereich der tolerierbaren Marge bewegen. Ohne diesen Zuschlag auf den Eigenmietwerten wäre jedoch die Rechtsgleichheit im Verhält- nis zu den Hauseigentümern zahlreicher anderer Kantone, de- ren Eigenmietwerte gesetzeskonform festgelegt sind, in star- kem Masse verletzt; die Hauseigentümer dieser Kantone müssten sich zu Recht als benachteiligt vorkommen. Das- selbe würde auch gegenüber den Mietern im eigenen Kanton gelten. Der von der ESTV verfügte Zuschlag ist daher ebenfalls ein Gebot der Rechtsgleichheit.
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1992
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Anno
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II
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Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.786
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Datum 11.03.1992 - 08:00
Date
Data
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