Postulat (Leutenegger Oberholzer-)Baumann
632
N
20 mars 1992
Eine Mehrbelastung der Konsumenten würde dadurch nicht resultieren, da es lediglich darum geht, Preissenkungen zu kompensieren. Die Erhebung einer Umsatzsteuer auf den Le- bensmitteln erfolgt in den EG-Staaten schon seit vielen Jah- ren. Das System hat sich bewährt und ist Gatt-konform.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 février 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis
91.3393
Postulat Züger Liberalisierung bei öffentlichen Auftragsvergaben. Studie Libéralisation des marchés publics. Etude des incidences
Wortlaut des Postulates vom 4. Dezember 1991 Ich bitte den Bundesrat, mittels einer Studie prüfen zu lassen, welche Folgen bei einer grösseren Liberalisierung der öffentli- chen Auftragsvergaben für Bauten, Güter und Dienstleistun gen sich einerseits in bezug auf Kosten- und Preisreduktionen zugunsten der Steuerzahler, andererseits in bezug auf be- schäftigungs- und regionalpolitische Faktoren ergeben, ebenso auf das Lohnniveau in den betreffenden Branchen.
Texte du postulat du 4 décembre 1991 J'invite le Conseil fédéral à faire une étude afin d'examiner quelles conséquences aurait une libéralisation des marchés publics dans le secteur du bâtiment, des biens et des services, d'une part en relation avec des réductions de coûts et de prix au profit des contribuables, d'autre part en relation avec des facteurs d'emploi et de politique régionale, ainsi qu'avec le ni- veau des salaires dans ces diverses branches.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Boden- mann, Brunner Christiane, Bundi, Caspar, Danuser, Dünki, Eggenberger, Fankhauser, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Hämmerle, Herczog, Hubacher, Leder- gerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Marti Werner, Matthey, Meyer Theo, Rechsteiner, Ruffy, Steiger, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Vollmer (29)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit In der Strukturberichterstattung der Studienreihe des Bundes- amtes für Konjunkturfragen (BFK) ist von Richard Senti und Jürg Baltensperger eine Studie «Binnenmarkt Schweiz, wett- bewerbsverzerrende Bestimmungen im öffentlichen Bereich» veröffentlicht worden. Auf Seite 136, zweitletzter Absatz, heisst es dort, dass für den Schweizer Binnenmarkt bisher keine Stu- die erstellt worden ist, aus der eine Quantifizierung der mögli- chen Kosten- und Preisreduktionen durch eine grössere Libe- ralisierung der öffentlichen Auftragsvergebung bei Bund, Kan- tonen und Gemeinden für Bauten, Güter und Dienstleistungen ersichtlich wäre.
Dies empfinde ich als echten Mangel, und daher bitte ich den Bundesrat, diese Lücke zu schliessen. Wobei ich ausdrücklich darauf hinweise, dass auch die beschäftigungs- und regional- politischen Auswirkungen zu untersuchen seien; nicht zu ver- gessen diejenigen auf das Lohnniveau der betreffenden Bran- chen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 26. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 26 février 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
90.546
Postulat (Leutenegger Oberholzer-)Baumann Kartellrecht CH-EG. Bericht Droit cartellaire Suisse-CE. Rapport
Wortlaut des Postulates vom 12. Juni 1990
Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament einen Bericht über die Wettbewerbspolitik der Europäischen Gemeinschaf- ten im Vergleich zu der Schweiz vorzulegen. Der Bericht soll insbesondere auch einen Rechtsvergleich bezüglich der massgebenden Kartellgesetzgebungen enthalten. Er soll auch darüber Auskunft geben, inwieweit das schweizerische Kartellrecht, das anders als die EG nicht von einem Kartellver- bot, sondern von der Missbrauchsbekämpfung ausgeht, im Hinblick auf den EWR dem europäischen Recht angepasst werden müsste.
Texte du postulat du 12 juin 1990
Le Conseil fédéral est invité à soumettre au Parlement un rap- port comparant la politique des Communautés européennes à celle de la Suisse en matière de concurrence, et plus précisé- ment sur le plan législatif (comparaison des législations en vi- gueur sur les cartels). Alors que le droit européen interdit d'emblée la formation de cartels, le droit suisse cherche à lut- ter contre les abus. A la veille de la réalisation de l'EEE, le Conseil fédéral est prié de préciser dans son rapport dans quelle mesure la législation suisse sur les cartels devrait être alignée sur le droit européen.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Baerlocher, Diener, Fierz, Gardiol, Hafner Rudolf, Herczog, Meier Hans, Rebeaud, Schmid Peter, Stocker, Thür (12)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 février 1992
Die Verhandlungen über den Vertrag zur Errichtung des Euro- päischen Wirtschaftsraumes (EWR) sind am 22. Oktober 1991 in Luxemburg auf politischer Ebene abgeschlossen worden. Mit dem EWR-Vertrag soll die Freizügigkeit für Waren, Dienst- leistungen, Personen und Kapital verwirklicht werden. Zur Ge- währleistung der Chancengleichheit der Marktteilnehmer sind im Vertrag Wettbewerbsregeln vorgesehen, die weitgehend denen des EG-Wettbewerbsrechts nachgebildet sind. Einer Forderung der EG entsprechend werden die Efta-Staaten im Wettbewerbsbereich ein eigenes, unabhängiges Ueberwa- chungsorgan schaffen, das praktisch über die gleichen Kom- petenzen verfügen wird, wie sie die EG-Kommission besitzt Ueber die Ausgestaltung der EWR-Wettbewerbsregeln sei auf die Ausführungen in der Botschaft über die Genehmigung be- treffend den EWR-Vertrag verwiesen.
Im Hinblick auf die EWR-Verhandlungen hat die Kartellkom- mission eine rechtsvergleichende Analyse zum Wettbewerbs- recht EG-CH erstellt, welche im Jahresbericht 1990 der Kartell-
Postulat Seiler Rolf
633
kommission (Heft 1a/1991, S. 93ff.) publiziert worden ist. Wett- bewerbsrechtliche Publikationen rechtsvergleichender Art lie- gen auch von der Wissenschaft vor. Die EG-Kommission gibt jährlich einen «Bericht über die Wettbewerbspolitik» heraus, dem ein Verzeichnis der Einzelentscheidungen und der Ur- teile beigefügt ist (zuletzt: Zwanzigster Bericht über die Wett- bewerbspolitik, Brüssel/Luxemburg 1991). Auch die OECD publiziert regelmässig Berichte über die Entwicklungen der Wettbewerbspolitik in ihren Mitgliedländern (zuletzt: Politique de la concurrence dans les pays de l'OCDE 1988-1989, Paris 1991). Ueber die schweizerische Wettbewerbspolitik informie- ren die jeweiligen Jahresberichte der Kartellkommission (zu- letzt: Jahresbericht 1990 der Kartellkommission, EDMZ Bern). Das EWR-Wettbewerbsrecht wird sich auf Praktiken beziehen, die den Handel zwischen den Efta-Staaten unter sich oder zwi- schen ihnen und der EG beeinträchtigen. Demgegenüber wird auf wettbewerbsbeschränkende Praktiken, die sich aus- schliesslich in der Schweiz auswirken, nach wie vor das schweizerische Kartellgesetz anwendbar sein. Die beiden Re- gelungsbereiche werden somit nebeneinander Anwendung finden. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Wettbewerbsgesetzgebungen in mehreren Mitglied- staaten der EG anders als diejenige der Gemeinschaft ausge- staltet sind. Eine Aenderung des schweizerischen Kartellge- setzes wird nicht nötig sein. Die Wettbewerbsbestimmungen des EWR-Vertrags bedingen indessen Vorkehren verfahrens- rechtlicher Natur, für welche beim heutigen Wissensstand der Erlass einer Ausführungsverordnung genügen dürfte.
Die erwähnten Publikationen lassen die Erstellung eines neuen Berichts als überflüssig erscheinen. Der Bundesrat ist deshalb bereit, das Postulat entgegenzunehmen und gleich- zeitig abzuschreiben.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzuschreiben. Abgeschrieben - Classé
91.3308
Postulat Wiederkehr Missstände in Schlachthöfen Pratiques révoltantes dans les abattoirs
Wortlaut des Postulates vom 25. September 1991 Der Bundesrat wird ersucht, die Ueberprüfung der Betäu- bungs- und Tötungsmethoden und -anlagen in den schweize- rischen Schlachtanlagen zu veranlassen.
Wo Methoden und Apparate keine schonende Behandlung und schmerzfreie Tötung der Schlachttiere gewährleisten, sind sie zu ändern oder zu ersetzen (z. B. durch Hochdruck- Wasserstrahl-Tötung).
Der Bund unterstützt zu diesem Zweck Erforschung und Ent- wicklung von entsprechenden Methoden und Anlagen.
Texte du postulat du 25 septembre 1991
Le Conseil fédéral est prié de faire examiner les méthodes par lesquelles les animaux de boucherie sont étourdis et sacrifiés, ainsi que les installations des abattoirs où ces opérations ont lieu.
Il fera modifier les méthodes ou remplacer les appareils faisant souffrir inutilement les animaux (p. ex. en imposant l'étourdis- sement au jet d'eau à haute pression).
La Confédération soutient à cet effet la recherche et la mise au point d'installations et de méthodes de ce type.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 février 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
91.3323
Postulat Seiler Rolf Verbot des Coupierens von Hunderuten Interdiction d'écourter les chiens
Wortlaut des Postulates vom 30. September 1991
Der Bundesrat wird eingeladen, in der Tierschutzverordnung ein Verbot für das Coupieren von Hundeschwänzen vorzuse- hen. Ebenfalls zu untersagen sind die Einfuhr, das Anpreisen, Verkaufen und Ausstellen von Hunden mit coupierten Schwänzen.
Texte du postulat du 30 septembre 1991
Le Conseil fédéral est prié de prévoir l'introduction, dans l'or- donnance sur la protection des animaux, d'une disposition interdisant qu'on coupe la queue des chiens. En outre, il est invité à faire en sorte qu'il soit interdit d'importer, d'offrir, de vendre ou d'exposer des chiens écourtés.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Nach wie vor werden die Schwänze verschiedener Hunderas- sen coupiert. Kurz nach der Geburt wird den Welpen der uner- wünschte Teil des Schwanzes abgeschnitten. Als Gründe für diese «kosmetischen Operationen» werden von Hundezüch- tern vielfach die Tradition, das «gewohnte Rassenbild» ange- führt. Ohne Zweifel werden den Tieren unnötig Schmerzen zu- gefügt, und sie werden in ihrem artgerechten Verhalten behin- dert Leider lässt die Tierschutzverordnung diese Verstümme- lung von Hunden immer noch zu. In verschiedenen europäi- schen Ländern ist denn bereits ein Rutencoupierverbot einge- führt. Ein solches Verbot sieht angeblich auch die Europäi- sche Konvention zum Schutze der Heimtiere vor. Es würde der Schweiz gut anstehen, sich hier anzuschliessen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 février 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat (Leutenegger Oberholzer-)Baumann Kartellrecht CH-EG. Bericht Postulat (Leutenegger Oberholzer-)Baumann Droit cartellaire Suisse-CE. Rapport
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.546
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
20.03.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
632-633
Page
Pagina
Ref. No
20 021 070
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.