N
647
Interpellation Vollmer
1er novembre et au 1er décembre 1991 déjà. Dans ces can- tons a été supprimée, simultanément, la dégressivité des in- demnités journalières.
Le Conseil fédéral est d'avis que la mise en oeuvre de pro- grammes d'occupation proprement dits ne serait pas appro- priée. Il y a notamment deux raisons à cela: premièrement, les pouvoirs publics soutiennent d'ores et déjà la conjoncture par leur pratique en matière de dépenses; deuxièmement, l'expé- rience a montré que, souvent, les programmes d'occupation ne déploient leurs effets qu'avec un certain décalage dans le temps.
Le Conseil fédéral voit l'actuelle récession également comme une chance de mettre sur pied une économie plus résistante aux aléas de la conjoncture et, partant, offrant une sécurité ac- crue en matière d'emploi. Il convient, à moyen et à long terme, de renforcer la compétitivité de l'économie suisse - parti- culièrement dans les branches tournées vers l'économie inté- rieure - et d'assurer l'attrait de la Suisse en tant que lieu d'im- plantation et d'investissement. Une importance de premier or- dre est accordée à la libéralisation de la politique à l'égard des étrangers ainsi qu'au développement du système de forma- tion professionnelle par l'introduction de la maturité profes- sionnelle et par la réforme des écoles professionnelles supé- rieures et, ainsi, également à l'accroissement de l'attrait de l'apprentissage. En termes de politique régionale, cela signifie que les instruments dont elle dispose devront, dorénavant, être utilisés encore davantage pour faciliter les mutations structurelles et, par là, pour améliorer durablement les structu- res. Dans cette optique, le Conseil fédéral examine aussi la forme sous laquelle il conviendra de reconduire l'arrêté fédéral sur l'aide financière en faveur des régions dont l'économie est menacée. Il y aura lieu cependant à cet égard de tenir aussi compte des moyens financiers de la Confédération.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes befriedigt.
91.3412
Interpellation Vollmer Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages bei der Swissair Dénonciation par Swissair de la Convention collective de travail
Wortlaut der Interpellation vom 12. Dezember 1991
Im Zusammenhang mit der Kündigung des Gesamtarbeitsver- trages (GAV) für das Swissair-Bodenpersonal durch die Swiss- air stellen sich angesichts der Vertretung des Bundes im Ver- waltungsrat und weiterer Einflussmöglichkeiten folgende Fra- gen an den Bundesrat:
Wie beurteilt der Bundesrat die Kündigung des GAV durch die Swissair?
Wie und mit welcher Stellungnahme nahmen die Vertreter des Bundes Einfluss auf die erwähnte GAV-Kündigung?
Ist der Bundesrat bereit, durch seine Vertreter im Verwal- tungsrat der Swissair seinen Einfluss für den Abschluss eines neuen GAV geltend zu machen?
Wie schätzt der Bundesrat die Auswirkungen eines mögli- chen vertragslosen Zustandes bei der Swissair bezüglich der sozial-, verkehrs- und unternehmungspolitischen Dimensio- nen sowie des Ansehensverlusts seiner nationalen Fluggesell- schaft ein?
Gerät die Swissair durch einen möglicherweise vertragslo- sen Zustand nicht in Gefahr, die ihr erteilte Konzession zu ver- letzen?
Texte de l'interpellation du 12 décembre 1991
La Confédération étant représentée au Conseil d'administra- tion de Swissair et pouvant exercer son influence par d'autres moyens, le Conseil federal est invite à répondre aux questions suivantes en rapport avec la dénonciation par Swissair de la Convention collective de travail applicable au personnel au sol de la compagnie:
Comment le Conseil fédéral juge-t-il le fait que Swissair a dénoncé cette convention collective?
Comment et en défendant quelle position les représentants de la Confédération ont-ils influé sur cette dénonciation?
Le Conseil fédéral est-il prêt, par l'intermédiaire de ses re- présentants au Conseil d'administration de Swissair, à exercer son influence en vue de la conclusion d'une nouvelle conven- tion collective?
Comment le Conseil fédéral juge-t-il les conséquences qu'entraînerait une éventuelle absence de contrat collectif chez Swissair, sous l'angle de la politique sociale, de la politi- que des transports et de la politique d'entreprise ainsi qu'en rapport avec l'atteinte portée à l'image de la compagnie natio- nale helvétique?
En cas d'absence de contrat, Swissair ne risque-t-elle pas de violer la concession qui lui a été octroyée?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bodenmann, Borel François, Brunner Christiane, Bundi, Danuser, de Dardel, Eg- genberger, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Jeanprêtre, Jöri, Ledergerber, Leemann, Leuen- berger Ernst, Rechsteiner, Ruffy, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Züger (22)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Am 21. Oktober 1991 hat die Swissair dem Verband des Perso- nals öffentlicher Dienste (VPOD) sowie dem Schweizerischen Kaufmännischen Verband (SKV) per 30. Juni 1992 den Ge- samtarbeitsvertrag für das Bodenpersonal gekündigt. Davon sind rund 11 500 Beschäftigte betroffen.
Als Begründung wurden die Uneinigkeiten zwischen den Ver- tragsparteien betreffend die Gewährung des vollen Teue- rungsausgleichs und weitere für das Personal einschnei- dende Sparmassnahmen geltend gemacht.
In seiner Botschaft vom 13. November 1991 bezüglich des Teuerungsaugleichs für das Bundespersonal für die Jahre 1993-1996 hält demgegenüber sogar der Bundesrat fest, dass der Grundsatz des vollen Teuerungsausgleichs als wich- tiges Element des Arbeitsfriedens zu betrachten sei.
Es gibt zu ernsthafter Besorgnis Anlass, wenn ein bisher als fortschrittlich bekannter (halböffentlicher) Arbeitgeber die bis- herigen Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern in Zukunft offensichtlich nicht mehr respektieren will. In Artikel 107f. der Luftfahrtverordnung sind die sogenannte Flugplan- und Tarifpflicht, die Betriebspflicht sowie die Beför- derungspflicht statuiert. Ein möglicherweise vertragsloser Zu- stand könnte - wie verschiedene ausländische Beispiele zei- gen - dazu führen, dass die aus der Konzession erwachsen- den Pflichten nicht mehr ohne weiteres eingehalten werden könnten.
Der Eidgenossenschaft als wichtigem Aktionär stehen im Ver- waltungsrat statutengemäss immerhin mindestens vier Vertre- ter zu, und sie ist im weiteren für die Erteilung, Aufsicht und den Entzug der Konzession zum betrieblichen Linienverkehr zuständig.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 février 1992
Der Bund ist am Aktienkapital der Swissair mit rund 7 Prozent beteiligt. Weitere 15 Prozent der Aktien sind im Besitze der öf- fentlichen Hand (insbesondere der Flughafenkantone und -städte). Die Swissair ist demnach ein mehrheitlich privates Unternehmen. Es muss den nötigen unternehmerischen Spielraum besitzen, um die Eigenwirtschaftlichkeit bewahren zu können. Dies liegt auch im Interesse des Bundes, der schweizerischen Wirtschaft und einer weiteren Oeffentlichkeit
55-N
N 20 mars 1992
648
Interpellation du groupe démocrate-chrétien
Die Swissair ist - wie der Interpellant zu Recht festhält - als fort- schrittlicher Arbeitgeber bekannt. Ihre Personalpolitik zeich- net sich dadurch aus, dass in guten Geschäftsjahren den Per- sonalbegehren grosszügig entsprochen wird. Gemäss den Angaben der Swissair-Geschäftsleitung wurden beispiels- weise 1989, in einem guten Jahr, bei einem vollen Teuerungs- ausgleich von 1,8 Prozent im Durchschnitt insgesamt 4 Pro- zent Salärerhöhung gewährt. Für das Jahr 1990 wurden bei ei- nem vollen Teuerungsausgleich von 3,6 Prozent insgesamt 9,9 Prozent für Verbesserungen der Anstellungsbedingungen aufgewendet, inbegriffen eine Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde von 42 auf 41 Stunden. Dabei ist zu beachten, dass die Aktionäre für das Geschäftsjahr 1990 auf die Ausschüttung einer Dividende verzichten mussten.
Die Jahre 1990/1991 waren für die Zivilluftfahrt wirtschaftlich sehr schwierige Jahre. Trotzdem konnten die Saläre 1991 bei einer Teuerung von 6,4 Prozent im Durchschnitt um 3,5 Pro- zent angehoben werden. Nachträglich musste dann die Swissair wegen der Kündigung der Gesamtarbeitsverträge dem Kabinen- und dem Bodenpersonal für 1991 den vollen Teuerungsausgleich bis 6,4 Prozent ausrichten, was den wirt- schaftlichen Möglichkeiten der Unternehmung in keiner Weise entsprach.
Die Swissair sieht sich aber auch einer harten internationalen Konkurrenz ausgesetzt. Die Personalkosten machen heute rund 40 Prozent der Gesamtaufwendungen des Unterneh- mens aus, während sie bei qualitativ vergleichbaren Konkur- renten um 10 und mehr Prozente tiefer liegen. Die Swissair muss die Kosten im Griff behalten, um den Fortbestand der Unternehmung und die Arbeitsplätze zu sichern.
Eine Personal- und Lohnpolitik, die sich am Unternehmungs- ergebnis orientiert, verdient grundsätzlich Verständnis.
Im übrigen konnte in der Zwischenzeit bereits für das Kabinen- personal ein neuer (Uebergangs-)GAV ausgehandelt werden. Mit den Verbänden des Bodenpersonals haben die Verhand- lungen Mitte Januar 1992 begonnen. Für das Jahr 1992 konnte mit allen Verbänden eine Lösung getroffen werden. Zu den einzelnen Fragen:
2./3. Die Vertreter des Bundes haben sich primär am Gesamt- wohl der Unternehmung zu orientieren. Dazu gehört auch eine der wirtschaftlichen Trag- und Leistungsfähigkeit entspre- chende Personalpolitik, deren Grundzüge nach Möglichkeit in einem GAV festzuschreiben sind.
Der Bundesrat hofft, dass es den Sozialpartnern gelingen wird, einen neuen GAV auszuhandeln, welcher sowohl der Un- ternehmungs- und Arbeitsplatzsicherung als auch berechtig- ten Anliegen des Personals Rechnung trägt
Der Bundesrat vermag zwischen möglicher Konzessions- verletzung und vertragslosem Zustand keinen direkten Zu- sammenhang zu erkennen. Er geht davon aus, dass die Kon- zession auch künftig in jeder Beziehung erfüllt wird. Das Bun- desamt für Zivilluftfahrt überwacht die Einhaltung der Pflich- ten, welche der Swissair durch die Konzession auferlegt sind.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt
91.3406
Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Informationstätigkeit des Bundesrates zur EWR-Abstimmung
Interpellation du groupe démocrate-chrétien Votation populaire sur l'EEE. Informations dispensées par le Conseil fédéral
Wortlaut der Interpellation vom 11. Dezember 1991
Der Informationsstand der schweizerischen Bevölkerung über den Inhalt und die Auswirkungen des EWR ist gering. Dement- sprechend gross ist das Bedürfnis der Bevölkerung, über den Inhalt des EWR-Vertrages und dessen Auswirkungen auf die Schweiz informiert zu werden.
Die Informationstätigkeit des Bundes, wie sie üblicherweise für Sachvorlagen vor Abstimmungen geführt wird, genügt für diese komplexe und weitreichende Materie nicht.
Wie gedenkt der Bundesrat in Anbetracht der Wichtigkeit des Geschäftes formell und materiell vorzugehen
beim Erfassen der grössten und wichtigsten Informationsbe- dürfnisse;
in der Erhebung der Fragen aus der Bevölkerung;
bezüglich einer umfassenden, für Nicht-Fachleute verständ- lichen Information in allen Sachbereichen mittels klaren Aus- sagen;
um eine flächendeckende Informationstätigkeit zu gewähr- leisten?
Texte de l'interpellation du 11 décembre 1991
La population suisse étant peu informée au sujet du contenu du traité sur l'EEE et de ses effets pour notre pays, elle a d'au- tant plus besoin d'être renseignée sur ces questions.
Vu la complexité et l'ampleur de la matière, il n'est pas suffisant que le Conseil fédéral se contente des informations qu'il a cou- tume de dispenser à propos des objets soumis en votation po- pulaire.
Étant donné l'importance que revêt cet enjeu, que pense faire le Conseil fédéral sur les plans formel et matériel
pour recenser les principaux besoins en matière d'informa- tion;
pour prendre en compte les questions que se pose la popu- lation;
pour dispenser dans tous les domaines spécifiques des in- formations claires, complètes et compréhensibles pour les profanes; et
pour garantir une campagne d'information touchant l'en- semble du pays?
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Februar 1992
Der Bundesrat teilt die Auffassung der Interpellanten, wonach die Information über die schweizerische Haltung zur europäi- schen Integration als Daueraufgabe zu betrachten ist. Diese Informationstätigkeit entspricht auch einem Wunsch, der von Parlamentarierseite wiederholt geäussert worden ist.
Im Hinblick auf die Volksabstimmung werden selbstverständ- lich verstärkte Informationsanstrengungen notwendig sein, damit die Oeffentlichkeit in der Lage ist, die Tragweite des Ent-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Vollmer Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages bei der Swissair Interpellation Vollmer Dénonciation par Swissair de la Convention collective de travail
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3412
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
20.03.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
647-648
Page
Pagina
Ref. No
20 021 089
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