N 19 mars 1993
566
Motion Zisyadis
92.3313
Motion Wick Kostenübernahme für wissenschaftlich anerkannte Heilmethoden und Diätetika Traitements et produits diététiques scientifiquement reconnus. Prise en charge par les caisses-maladie
Wortlaut der Motion vom 24. August 1992
Der Bundesrat wird gebeten, gesetzliche Bestimmungen aus- zuarbeiten, damit wissenschaftlich anerkannte Heilmethoden inklusive wissenschaftlich anerkannte Diätetika, welche schon jetzt im Rahmen der Invalidenversicherung zur Behandlung von Geburtsgebrechen übernommen werden, subsidiär auch von den Krankenkassen übernommen werden müssen, wenn nach Erreichen des 20. Lebensjahres die Leistungspflicht der Invalidenversicherung erlöscht.
Texte de la motion du 24 août1992
Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer des dispositions léga- les prévoyant que les thérapies, ainsi que les produits diététi- ques scientifiquement reconnus, qui sont déjà pris en charge dans le cadre de l'assurance-invalidité pour le traitement d'in- firmités congénitales, le soient aussi subsidiairement par les caisses-maladie, lorsque l'obligation de fournir des presta- tions au titre de l'assurance-invalidité s'arrête quand le bénéfi- ciaire atteint l'âge de 20 ans.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Baumberger, Bircher Peter, Blocher, Bühler Simeon, Columberg, Cotti, Da- nuser, Darbellay, David, Dettling, Dormann, Dünki, Engler, Epiney, Eymann Christoph, Fasel, Fischer-Sursee, Gobet, Grossenbacher, Hafner Rudolf, Hari, Hildbrand, Iten Joseph, Jaeger, Jöri, Keller Anton, Kühne, Leemann, Leu Josef, Leuen- berger Moritz, Loeb François, Maitre, Marti Werner, Meier Sa- muel, Meyer Theo, Müller, Rebeaud, Rutishauser, Sandoz, Scheidegger, Schnider, Segmüller, Seiler Rolf, Stamm Judith, Steffen, Strahm Rudolf, Theubet, Tschopp, Tschuppert Karl, Vollmer, Wanner, Weder Hansjürg, Wittenwiler, Wyss Paul, Zwahlen (56)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. Oktober 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 octobre 1992 In seiner Antwort auf die Interpellation Wick (92.3109) hat der Bundesrat anerkannt, dass Versicherte, die an einem Geburts- gebrechen leiden, welches die Einnahme von Spezialnährmit- teln erfordert, nach Erreichen des 20. Altersjahres «zwischen Stuhl und Bank» fallen. Da die Spezialdiätetika weder in der Arzneimittelliste mit Tarif (ALT) noch in der Spezialitätenliste (SL) aufgeführt sind, müssen sie nicht von der Krankenkasse übernommen werden.
Deshalb wird durch die Motion gefordert, gesetzliche Bestim- mungen auszuarbeiten, damit eine solche Spezialernährung kassenpflichtig wird. Erfahrungsgemäss benötigt eine Geset- zesrevision eine geraume Zeit bis zum Inkrafttreten. Damit je- doch eine möglichst rasche Lösung für die betroffenen Versi- cherten gefunden werden kann, hat das Bundesamt für Sozial- versicherung (BSV) bereits Verhandlungen mit dem Konkor- dat Schweizerischer Krankenkassen sowie der Schweizeri- schen Interessengemeinschaft Phenylketonurie in die Wege geleitet, um ohne Gesetzesrevision eine Kostenübernahme für Spezialnährmittel durch die Krankenkassen zu ermögli- chen. Als erster Schritt wird im Herbst 1992 das Verfahren zur
Aufnahme in die Spezialitätenliste für die drei wichtigsten Spe- zialdiätetika eingeleitet.
Was die Heilmethoden betrifft, ergeben sich aus dem gelten- den Krankenversicherungsrecht keine grundsätzlichen Pro- bleme. Es besteht diesbezüglich somit kein Bedarf nach einer neuen Regelung. Die Geburtsgebrechen sind in der Kranken- versicherung den Krankheiten gleichgestellt (Art. 14 Vo III über die KV; SR 832.140). Die Krankenversicherung über- nimmt also für Geburtsgebrechen, die nicht mehr von der Inva- lidenversicherung abgedeckt sind, die Kosten von wissen- schaftlich anerkannten diagnostischen und therapeutischen Massnahmen, die zweckmässig und wirtschaftlich sind. Falls umstritten ist, ob eine Massnahme die genannten Kriterien er- füllt, prüft die zuständige Fachkommission diese Frage zuhan- den des EDI. Dieses entscheidet dann, ob die Massnahme als Pflichtleistung zu übernehmen ist (Art. 21 Vo Ill über die KV).
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
92.3594
Motion Zisyadis Ergänzungsleistungen zur IV für Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter Prestations complémentaires Al pour les immigrés
Wortlaut der Motion vom 18. Dezember 1992 Ich ersuche den Bundesrat, eine Aenderung des Bundesge- setzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse- nen- und Invalidenversicherung (ELG) zu veranlassen. Zahlreiche invalid gewordene Gastarbeiter haben ihre Bei- träge für die IV, die obligatorische Unfallversicherung und die zweite Säule bezahlt, zweifellos oftmals in der Annahme, damit der Pflicht Genüge getan zu haben. Indessen werden eine ge- wisse Anzahl von ihnen keine Ergänzungsleistungen zur AHV und IV erhalten, weil sie nicht mindestens 15 Jahre ununter- brochen in der Schweiz wohnhaft waren. Diese sehr strenge Regelung steht im Widerspruch zur Arbeitsrealität des Gastar- beiters, dessen Leben weniger linear verläuft, als dies vom Ge- setz vorgesehen ist. Daraus ergeben sich Situationen von schreiender Ungerechtigkeit.
Der Bundesrat wird aufgefordert, im Rahmen einer Gesetzes- revision dafür zu sorgen, dass die Gastarbeiter früher Ergän- zungsleistungen erhalten (schon nach fünf Jahren), dass das Beitrittsalter der Versicherten im Zeitpunkt der Beitragszahlun- gen berücksichtigt wird und dass die Kriterien für die Berech- nung der Leistungen so geändert werden, dass diese den tat- sächlichen Lasten der Betroffenen entsprechen.
Solche Probleme werden sich mit der zunehmenden Mobilität innerhalb von Europa verschärfen. Eine ausreichende soziale Einbettung des ärmsten Teils unserer Gesellschaft und unse- res Kontinents wird unumgänglich.
Texte de la motion du 18 décembre 1992
J'invite le Conseil fédéral à engager une modification de la loi sur les prestations complémentaires Al.
Nombre de travailleurs immigrés rendus invalides ont cotisé à l'Al, à l'assurance-accident obligatoire, au 2e pilier, souvent sans aucune erreur d'imprévoyance; cependant, certains d'entre eux n'auront pas de rente complémentaire d'invalidité, parce qu'ils n'ont pas été domiciliés en Suisse de manière ininterrompue depuis au moins 15 ans. Ces règles très strictes
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Wick Kostenübernahme für wissenschaftlich anerkannte Heilmethoden und Diätetika
Motion Wick Traitements et produits diététiques scientifiquement reconnus. Prise en charge par les caisses-maladie
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Jahr
1993
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Band
I
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Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
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Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3313
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.03.1993 - 08:00
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566-566
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20 022 423
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