7 octobre 1994
N
1914
Interpellation Gysin
Par le passé, au cours des années 1987 et 1988, le Sénégal a déjà vécu une situation politique tendue, mettant en péril le fonctionnement démocratique des institutions gouvernemen- tales. Bien que le président ait dû décréter l'état d'urgence en mai 1988, la classe politique est toutefois parvenue à dépasser la crise par l'élargissement de la majorité présidentielle et l'en- trée de l'opposition au gouvernement.
Les incidents plus récents, en particulier l'assassinat en mai 1993 de Me Babacar Sèye, vice-président du Conseil constitu- tionnel, et la manifestation orchestrée par la Coordination des forces démocratiques en février 1994, peuvent être considérés comme un nouveau test de la maturité de la culture démocrati- que au Sénégal. Pourvu que les organes compétents s'enga- gent à éclaircir les circonstances des incidents et qu'ils en identifient les responsables, il est possible, comme en 1988, que la crise débouche sur un important progrès démocra- tique.
Face à la complexité de la situation, il est légitime de se de- mander si une intervention directe de la Suisse serait oppor- tune. Le Conseil fédéral constate toutefois que jusqu'ici l'indé- pendance de la justice s'est manifestée et que des procédures judiciaires ont été engagées dans les deux cas. Il est d'avis qu'avant qu'elles n'aient toutes abouti il serait prématuré de dénoncer la violation des principes démocratiques au Sénégal.
Les relations entre la Suisse et le Sénégal sont bonnes. Elles sont entretenues sur une base de confiance qui permet- trait d'entamer un dialogue approfondi sur le fonctionnement de la démocratie et le respect des droits de l'homme au Séné- gal, si les tensions préoccupantes constatées devaient appa- raître comme constituant effectivement un recul démocratique durable, et non des contrecoups fâcheux dans le cadre du processus de maturation de la culture démocratique au Sénégal.
Le 18 juillet 1994, les parlementaires de l'opposition séné- galaise et 142 de ses membres ont été libérés. Ils ne font plus l'objet de poursuites judiciaires.
La justice sénégalaise s'est semble-t-il sciemment abstenue d'exiger la levée de l'immunité parlementaire des députés in- carcérés. Par ce moyen, elle a voulu éviter de conférer un poids politique excessif à cette affaire. Le parti socialiste, grâce à la majorité dont il bénéficie, n'aurait en effet rencontré aucune difficulté à induire le Parlement à voter la levée de l'immunité.
Par contre, des poursuites de la chambre d'accusation seront engagées contre environ 70 autres personnes arrêtées lors de la manifestation. Une intervention en leur faveur n'est toutefois pas opportune à ce stade. En effet, les autorités sénégalaises sont conscientes de l'attention que la communauté internatio- nale, y inclus la Suisse, porte au déroulement de cette affaire. Aussi longtemps qu'il paraît acquis que la justice fonctionne, dans les pays africains comme dans les autres, il est particuliè- rement important de respecter la procédure judiciaire et d'ac- corder aux tribunaux la confiance nécessaire au fonctionne- ment de l'Etat de droit.
Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait
94.3090
Interpellation Gysin Künstlich aufgeblähte Teuerung Renchérissement. Gonflement des chiffres
Wortlaut der Interpellation vom 10. März 1994
Will der Bundesrat es dulden, dass den Arbeitnehmern wei- terhin eine künstliche Teuerung vorgerechnet wird, obwohl viele von ihnen überhaupt keinen Teuerungsausgleich erhal- ten haben?
Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass in der poli- tisch brisanten Mietzinsfrage nur tatsächliche Preisverände- rungen ausgewiesen werden sollten und dass jede auf frag- würdigen theoretischen Annahmen beruhende Aufblähung zu unterbleiben hat?
Texte de l'interpellation du 10 mars 1994
Le Conseil fédéral tolérera-t-il qu'on continue à présenter aux salariés une inflation artificielle alors que nombre d'entre eux n'ont reçu absolument aucune compensation du renché- rissement?
N'est-il pas lui aussi d'avis qu'en matière de loyers, do- maine politiquement sensible, on devrait tenir compte unique- ment des modifications réelles des prix, autrement dit éviter tout gonflement reposant sur des suppositions théoriques, su- jettes à caution?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumberger, Bezzola, He- getschweiler, Kühne, Raggenbass, Stamm Luzi, Steiner Ru- dolf (7)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Gemäss Mitteilung des Bundesamtes für Statistik ist das Miet- preisniveau zwischen November 1993 und Februar 1994 prak- tisch stabil geblieben. Trotzdem erhöhte sich der Mietpreisin- dex infolge der Berechnungsweise um 0,9 Prozent.
Aufgrund des grossen Gewichtes der Wohnungsmiete im Wa- renkorb (etwa 25 Prozent) bedeutet dies, dass der Landesin- dex der Konsumentenpreise automatisch um rund 0,2 Pro- zentpunkte steigt, obwohl sich die Mietpreise nicht verändert haben, wie das Bundesamt für Statistik selber feststellt.
Das Bundesamt begründet dies damit, dass die altersbe- dingte Wertminderung des Wohnungsbestandes künstlich ausgeglichen werden müsse. Die Altersentwertung über- steige den Einfluss wertvermehrender baulicher Mass- nahmen.
Diese Behauptung widerspricht jeder Erfahrung. In der Schweiz kann in keiner Weise von der Verslummung des Woh- nungsbestandes die Rede sein. Vielmehr befinden sich die Schweizer Mietliegenschaften aufgrund der gewaltigen An- strengungen der vorwiegend privaten Eigentümer in bezug auf Renovationen und Modernisierungen in einem - im welt- weiten Vergleich - exzellenten Zustand.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 30. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 mai 1994
Die im Rahmen des Landesindexes der Konsumentenpreise ausgewiesene Teuerung wird nach international anerkannten Methoden sowie nach von der vormaligen Kommission für Konjunktur- und Sozialstatistik (Kokos) erarbeiteten und vom Bundesrat gutgeheissenen Grundsätzen berechnet.
Damit im Landesindex die reine Preisentwicklung gemessen werden kann, müssen die einbezogenen Waren und Dienstlei- stungen im Zeitablauf qualitativ vergleichbar sein, denn Quali- tätsveränderungen sind «versteckte» Preisänderungen, die bei der Indexberechnung nicht ausser acht gelassen werden
Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion
1915
dürfen. Dieser Grundsatz der Indexberechnung gilt für alle im Landesindex einbezogenen Waren und Dienstleistungen. Der als Teil des Landesindexes berechnete Mietpreisindex soll die Entwicklung des gesamtschweizerischen Mietpreisni- veaus messen. Diese Entwicklung wird einerseits beeinflusst durch Mietzinsanpassungen bei den bestehenden Wohnun- gen, anderseits durch das kostenbedingt veränderte Niveau der Anfangsmieten von neuerstellten Wohnungen. Neben die- sen beiden Einflussfaktoren ist auch allfälligen Qualitätsverän- derungen Rechnung zu tragen.
Bei den meisten im Index-Warenkorb enthaltenen, gekauften Gütern handelt es sich um neuwertige und damit qualitativ ver- gleichbare Produkte. Die Qualität von (gemieteten) Wohnun- gen indessen ist einer ständigen Veränderung unterworfen. Einerseits nimmt sie in Folge fortschreitender Alterung ab, an- dererseits wird sie durch Renovationen, Um- und Neubauten verbessert.
Um den Einflüssen der sich verändernden Anfangsmieten von neuerstellten Wohnungen und der altersbedingten Wertver- minderung Rechnung zu tragen, werden im Zeitablauf nicht die Mieten der einzelnen Wohnungen, sondern von Wohnun- gen gleicher Grösse und gleichen Alters verglichen. Einmal im Jahr, jeweils am Jahresanfang, werden die Wohnungen den Altersgruppen neu zugeteilt. Mit dieser Neuzuteilung werden die Einflüsse der im Zeitablauf sich verändernden Anfangs- mieten und der im jeweils vergangenen Jahr aufgelaufenen Qualitätsverminderungen indexwirksam. Das hat dazu ge- führt, dass der Mietindex im Februar 1994 um 0,9 Prozent an- gestiegen ist, obschon die Situation bezüglich expliziten Miet- zinsanpassungen praktisch stabil war. Aufgrund der Tatsa- che, dass sich die Anfangsmieten für neue Wohnungen we- gen steigender Erstellungs- und Unterhaltskosten in den letz- ten Jahren stets erhöht haben (Anstieg des allgemeinen Miet- preisniveaus), wird dieser Effekt noch einige Zeit eine indexer- höhende Wirkung haben. In Perioden mit sinkenden Kosten und entsprechend tieferen Anfangsmieten wird sich eine in- dexsenkende Wirkung einstellen.
Wertvermehrende bauliche Massnahmen werden im Index ebenfalls berücksichtigt, indem die Mieten solcher Wohnun- gen mit Mieten von Wohnungen neuerer Baujahre verglichen werden, was in der Regel mit einem Indexrückgang verbun- den ist.
Das Bundesamt für Statistik hat sich in diesem Zusammen- hang nie dahin gehend geäussert, dass die Altersentwertung den «Einfluss wertvermehrender baulicher Massnahmen» übersteige, wie in der Begründung der Interpellation ausge- führt wird. Auch ist dem für die Berechnung angewandten methodischen Ansatz keine solche Annahme unterstellt, da Qualitätsveränderungen in beide Richtungen berücksichtigt werden.
In diesem Sinne lassen sich die beiden Fragen der Interpella- tion wie folgt beantworten:
Die Messung und die Bekanntgabe der Teuerung durch das Bundesamt für Statistik erfolgen nach den geltenden, vom Bundesrat gutgeheissenen Methoden und Grundsätzen. Sie sind unabhängig davon, ob die Arbeitnehmer einen Teue- rungsausgleich erhalten haben oder nicht. Es soll nichts Künstliches vorgemacht, aber auch nichts Tatsächliches ver- schwiegen werden. Das Messinstrument «Landesindex» darf nicht aus politischen Motiven verändert oder gar manipuliert werden, weil damit der objektive Charakter verlorenginge. Aus diesem Grunde sind die Messung der Teuerung (Berechnung des Landesindexes) und die Anwendung des Indexes, welche im Verantwortungsbereich der jeweiligen Vertragspartner liegt, streng auseinanderzuhalten.
Die Berechnung des «alten» Mietpreisindexes (gültig bis Mai 1993) ist in der Vergangenheit wiederholt kritisiert worden. Es wurde unter anderem beanstandet, dass die angewandte Berechnungsmethode für den Einbezug neuerstellter Woh- nungen sowie die methodische Behandlung von Qualitätsun- terschieden bzw. Qualitätsveränderungen Mängel aufweisen und die tatsächlichen Verhältnisse nicht wirklichkeitsgetreu wiedergeben würden. Wegen der erheblichen politischen Be- deutung der Mietpreise und ihrer Entwicklung wurde deshalb der Verbesserung der Berechnungsmethode für den Miet-
preisindex im Rahmen der kürzlich abgeschlossenen Indexre- vision grosse Beachtung geschenkt. Der erarbeitete Lösungs- vorschlag wurde von der Kokos gutgeheissen und dem Bun- desrat zur Annahme empfohlen.
Es ist ein methodischer Ansatz gefunden worden, der gleich- zeitig für den Einbezug neuerstellter Wohnungen wie für die Behandlung von Qualitätsveränderungen eine Lösung anbie- tet. Dabei ist unbestritten, dass es sich hier nicht um den einzig richtigen und idealen, sondern um einen bestmöglichen und praktikablen Ansatz handelt. Eine auch in der Erhebungspra- xis anwendbare Methode zur wissenschaftlich exakten Quanti- fizierung von Qualitätsunterschieden bei Wohnungen steht lei- der zurzeit nicht zur Verfügung.
Dass nicht nur die bei bestehenden Wohnungen vorgenom- menen Mietzinsanpassungen, sondern auch die sich verän- dernden Anfangsmieten und die Qualitätsveränderungen ei- nen Einfluss auf den berechneten Mietpreisindex haben, ent- spricht der erklärten Zielsetzung, die Entwicklung des gesamt- schweizerischen Mietpreisniveaus zu messen. Die verwen- dete Methode entspricht auch den allgemeinen Berechnungs- grundsätzen des Landesindexes.
Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait
94.3110
Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Überprüfung der Sozialausgabenstatistik
Interpellation du groupe socialiste Dépenses de caractère social. Examen des statistiques publiées
Wortlaut der Interpellation vom 16. März 1994
Wir bitten den Bundesrat, zur häufig zitierten und ebenso häu- fig missbrauchten Gesamtaufstellung der Sozialausgaben der Schweiz in der Nationalfondsstudie von M. Wechsler und M. Savioz Stellung zu nehmen. (Wechsler/Savioz: Soziale Si- cherheit nach 2000. Finanzielle Perspektiven und Szenarien für die Schweiz. Zürich 1993).
Insbesondere bitten wir um die Überprüfung und Analyse fol- gender Fragen:
Wie beurteilt der Bundesrat die Statistik von Wechsler/ Savioz über die Sozialausgaben? Ist die Vermischung von So- zialversicherungsbeiträgen (Einzahlungen) und Sozialausga- ben zulässig?
Welche Korrekturen hält der Bundesrat an der Statistik von Wechsler/Savioz für angebracht? Wie sieht die entsprechende Sozialausgabenstatistik des Bundesrates aus?
Ist der Bundesrat bereit, eine im Vergleich zum heutigen BSV-Zahlenspiegel vervollständigte, standardisierte Statistik über die Sozialleistungen und die Soziallasten nachzuführen und diese periodisch zu publizieren?
Wie verhält sich die Sozialleistungsquote der Schweiz im in- ternationalen Vergleich (Ländervergleiche)?
Welche Folgerungen zieht der Bundesrat aus den berech- neten Szenarien zur sozialen Sicherung von 1994 bis 2040?
Texte de l'interpellation du 16 mars 1994
Le Conseil fédéral est prié de prendre position sur l'étude du Fonds national de la recherche réalisée par Wechsler et Sa- vioz et présentant une vue d'ensemble des dépenses sociales en Suisse (Wechsler/Savioz, Soziale Sicherheit nach 2000. Finanzielle Perspektiven und Szenarien für die Schweiz,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Gysin Künstlich aufgeblähte Teuerung Interpellation Gysin Renchérissement. Gonflement des chiffres
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1994
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Anno
Band
III
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3090
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Numero dell'oggetto
Datum
07.10.1994 - 08:00
Date
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