1159
150 Jahre Schweizerischer Bundesstaat
Schnider, Schweingruber, Sieber, Singeisen, Spielmann, Steiner Rudolf, Suter, Theubet, Thür, Tschopp, Tschuppert Karl, Wanner, Wick, Wiederkehr, Wittenwiler, Zbinden, Zieg- ler Jean, Zisyadis, Zwygart, vakant I, vakant II (74)
Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Frey Claude (1)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Ordnungsantrag - Motion d'ordre
Le président: Je vous propose de ne pas traiter maintenant la motion de la commission (95.3196). M. le Conseiller fédé- ral Delamuraz doit nous quitter très vite. Nous traiterons cette motion lundi après-midi.
Mauch Rolf (R, AG): Ich stelle Ihnen den Antrag, die Motion der Kommission (95.3196) jetzt zu behandeln. Sie wurde auch in der Kommission unmittelbar nach dem Geschäft Bin- nenmarktgesetz verabschiedet. Was wir an Gesetzgebung leisten, dürfen wir der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Ich beantrage, diese Motion jetzt zu behandeln.
Abstimmung - Vote Für den Ordnungsantrag Mauch Rolf Dagegen
48 Stimmen 68 Stimmen
89.476
Binnenmarkt Schweiz. Bericht
Marché intérieur suisse. Rapport
Bericht des Bundesamtes für Konjunkturfragen vom Juni 1993 Rapport de l'Office fédéral des questions conjoncturelles de juin 1993
Bezug bei der Eidgenössischen Drucksachen- und Materialzentrale, 3000 Bern S'obtiennent auprès de l'Office central fédéral des imprimés et du matériel, 3000 Berne
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt dem Rat, vom Bericht Kenntnis zu nehmen und das Postulat 89.476 der christlichdemokrati- schen Fraktion vom 12. Juni 1989 abzuschreiben (das Po- stulat wurde am 28. April 1993 abgeschrieben, AB 1993 N 811).
Proposition de la commission
La commission propose au Conseil de prendre connaissance du rapport et de classer le postulat 89.476 du groupe démo- crate-chrétien du 12 juin 1989 (le postulat a été classé le 28 avril 1993, BO 1993 N 811).
Angenommen - Adopté
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
95.020
150 Jahre Schweizerischer Bundesstaat und 200 Jahre Helvetische Republik. Gestaltung und Finanzierung
150e anniversaire de l'Etat fédéral suisse et 200e anniversaire de la République helvétique. Organisation et financement
Botschaft und Beschlussentwürfe vom 1. März 1995 (BBI II 942) Message et projets d'arrêté du 1er mars 1995 (FF II 903) Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
Antrag der Kommission Eintreten
Antrag der SD/Lega-Fraktion Nichteintreten
Proposition de la commission Entrer en matière
Proposition du groupe DS/Ligue Ne pas entrer en matière
Gross Andreas (S, ZH), Berichterstatter: Ein Mensch, der seinen Geburtstag vergisst, verdrängt oder gar bewusst ab- weist, ist mit sich selber nicht unbedingt im reinen. Im besten Falle hat er Probleme mit dem Älterwerden, verdrängt das Al- ter oder wehrt sich dagegen, im Tagestrott einmal innezuhal- ten, hat Angst, sein Leben einmal aus der Ruhe, aus der Di- stanz zu beleuchten und sich zu fragen, was gutgeht und wo die Knöpfe sind, die aufzulösen wären. Verdrängen, was ist, hilft nichts auf dem Weg der Besserung. Probleme können nicht einfach ausgesessen werden, ganz im Gegenteil. Sie zu lösen wird mit den Jahren nicht einfacher, sondern schwieriger.
Was für einen Menschen gilt, gilt noch viel mehr für eine Ge- sellschaft, für einen Staat: Eine Gesellschaft, die sich mit ih- rer eigenen Geschichte nicht auseinandersetzt, die sich ihrer nicht immer wieder neu bewusst zu werden versucht und sich auch nicht immer wieder mit neuen, aus der Gegenwart gewonnenen Fragen konfrontieren und befragen lässt, sich nicht über mögliche Antworten verständigt, beginnt sich sel- ber aufzugeben. Eine Gesellschaft, die die Auseinanderset- zung mit der Geschichte verliert, verliert eigentlich auch ihre Zukunft. Für sie wird die Vergangenheit zum Stolperstein, zum Mythos, zur Last, statt zum Fundament, auf dem ge- meinsame neue Lasten besser getragen werden und die not- wendigen Konflikte fruchtbar ausgetragen werden könnten. Geschichte wird so zum Knüppel, den man den Andersden- kenden um den Kopf schlägt, statt daraus für eine gemein- same Bewältigung der Zukunft zu lernen.
Die Gründung eines Staates ist nicht einfach ein natürlicher Prozess, sondern Ausdruck und Folge eines gemeinsamen Willens und einer riesigen Anstrengung vieler Beteiligter, sie hängt aber auch von Faktoren und Prozessen ab, die sich der Handlungsreichweite der Beteiligten manchmal entzie- hen, und von historischen Konstellationen, welche Chancen bieten, die man nicht selber schafft; aber man hat vielleicht das Glück, diese Chancen richtig zu ergreifen. Für die Schweiz gilt dies alles ganz besonders.
Die Schweiz entstand 1848, wie Sie wissen, nicht einfach na- turwüchsig rund um eine gemeinsame Sprache, Religion, Kultur oder Geschichte, sie war ganz besonders eine Wil- lensleistung. Sie entstand aus einem Bürgerkrieg, aus gros- sen und vielfältigen Konflikten, rund um einen revolutionären Entwurf, der ganz verschiedene Sprachen, Religionen, Mi- lieus, Lebenswelten, Zukunftsvorstellungen zusammenzu- führen vermochte. Es wuchs nicht einfach zusammen, was
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Binnenmarkt Schweiz. Bericht Marché intérieur suisse. Rapport
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1995
Année
Anno
Band
III
Volume
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Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.476
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
08.06.1995 - 15:00
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Data
Seite
1159-1159
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