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gnatures, dans notre Chambre, sont considérées comme proposant quelque chose qui doit être rejeté, on prend une partie du peuple et on lui dit non. Je ne crois donc pas qu'il soit catastrophique, avec tout le respect qu'on a pour un can- ton, de ne pas donner suite à une initiative «populaire» can- tonale. C'est un moyen choisi librement par le canton: il choi- sit les moyens, il choisit aussi leurs conséquences.
Je ne me sens pas du tout irrespectueux envers le peuple d'un canton quand je propose de ne pas donner suite à une initiative cantonale.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission (Folge geben) Für den Antrag Plattner (keine Folge geben)
24 Stimmen
11 Stimmen
An den Nationalrat - Au Conseil national
94.426
Parlamentarische Initiative (Delalay) Allgemeine Steueramnestie Initiative parlementaire (Delalay) Amnistie fiscale générale
Wortlaut der Initiative vom 7. Oktober 1994
Gestützt auf Artikel 93 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes reiche ich die folgende Initiative in der Form des ausgearbeiteten Entwur- fes ein:
Artikel 9 der Übergangsbestimmungen der Bundesverfas- sung
Der Bund kann in den Jahren 1995-1999 eine einmalige Steueramnestie durchführen, die sich auf die Steuern von Bund, Kantonen und Gemeinden erstreckt.
Die Bundesgesetzgebung legt den Zeitpunkt der Amnestie fest und bestimmt deren Voraussetzungen und Wirkungen.
Texte de l'initiative du 7 octobre 1994
En vertu des articles 93 alinéa 1er de la Constitution fédérale et 21bis de la loi sur les rapports entre les Conseils, je dé- pose l'initiative suivante conçue sous forme d'un projet ré- digé de toutes pièces:
Article 9 des dispositions transitoires de la constitution
Pendant les années 1995-1999, la Confédération peut instituer une amnistie fiscale unique, ayant effet pour les im- pôts fédéraux, cantonaux et communaux.
La législation fédérale fixera le moment de cette amnistie et elle en définira les conditions ainsi que les effets.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bisig, Bloetzer, Bühler Ro- bert, Büttiker, Cavadini Jean, Cavelty, Cottier, Coutau, Da- nioth, Delalay, Frick, Gadient, Huber, Küchler, Kündig, Mor- niroli, Reymond, Rhyner, Roth, Ruesch, Salvioni, Schmid Carlo, Schule, Seiler Bernhard, Uhlmann, Ziegler Oswald, Zimmerli (27)
Salvioni Sergio (R, TI) unterbreitet im Namen der Kommis- sion für Rechtsfragen (RK) den folgenden schriftlichen Be- richt:
Wir unterbreiten Ihnen gemäss Artikel 21ter des Geschäfts- verkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kommission über die von Herrn Delalay am 7. Oktober 1994 in der Form eines ausgearbeiteten Entwurfes eingereichte parlamentari-
sche Initiative. Die Kommission hat am 2. März 1995 den in- itianten angehört.
Schriftliche Begründung des Initianten
Die Steueramnestie ist eine Rechtshandlung, die auf der Souveränität des Staates beruht. Eine Steueramnestie ge- hört in den Bereich der Ausnahmegesetzgebung, die erlas- sen werden muss, wenn Umstände vorliegen, welche sie rechtfertigen. Die Gründe für eine Steueramnestie sind heute offensichtlich:
Das jährliche Defizit der öffentlichen Haushalte in der Schweiz von insgesamt rund 17 Milliarden Franken ist der- massen beunruhigend, dass alle legalen Mittel eingesetzt werden müssen, mit denen die Einkünfte erhöht werden kön- nen.
Mit der Änderung der direkten Bundessteuer, der Harmo- nisierung der kantonalen Gesetzgebungen, mit der Anpas- sung der Stempelsteuer und der Einführung der Mehrwert- steuer ist eine grundlegende Steuerreform eingeleitet worden. 3. Dem Wirtschaftskreislauf werden durch eine Steueramne- stie grosse Kapitalbeträge zugeführt, was die Investitionen, den Wirtschaftsaufschwung und die Schaffung neuer Ar- beitsplätze begünstigt.
Wird das Geld, das im Ausland angelegt ist und damit der Verrechnungssteuer entgeht, in die Schweiz zurückgeholt und hier investiert, dann fördert dies die Entspannung bei den Zinssätzen.
Die jüngsten Debatten im Parlament über die Motion für eine generelle Steueramnestie sowie über die Standesinitia- tiven zum gleichen Thema haben zur Annahme des Prinzips einer allgemeinen Steueramnestie geführt.
Wenn Steuerpflichtige, beispielsweise infolge Erbschaft, ohne eigenes Verschulden in eine illegale Steuersituation geraten, ist es im Interesse der Öffentlichkeit, dass sie diese Illegalität bereinigen können.
Die 1969 vom Volk beschlossene Amnestie war in der Durchführung und im Ergebnis ein voller Erfolg.
Aus diesen Gründen sollte die allgemeine Steueramnestie unbedingt so bald wie möglich erlassen und damit den Be- schlüssen des National- und Ständerates Folge geleistet werden. Das Argument, man solle das Ergebnis der Initiative zur Abschaffung der direkten Bundessteuer abwarten, ist nicht stichhaltig. Die allgemeine Steueramnestie betrifft in der Tat nicht nur den Bund, sondern auch die Kantone und die Gemeinden. Zudem ist der Vorschlag zur Abschaffung der direkten Bundessteuer von den eidgenössischen Räten noch nicht behandelt worden, und seine Erfolgschancen sind ungewiss.
Erwägungen der Kommission Beurteilung des Regelungsbedarfs
Die Motion Delalay (92.3249), die eine allgemeine Steueram- nestie verlangt, wurde vom Ständerat am 1. März 1993 und vom Nationalrat am 18. März 1994 überwiesen. Die Standes- initiativen Jura und Wallis zum gleichen Thema wurden des- halb abgeschrieben.
Anlass zur Einreichung einer parlamentarischen Initiative gab die zögerliche Haltung des Bundesrates bei der Um- setzung der Parlamentsbeschlüsse und schliesslich die Ant- wort des Vorstehers des EFD in der Fragestunde vom 26. September 1994 im Nationalrat: Nach seinem Dafürhal- ten muss zuerst über die Initiative zur Abschaffung der direk- ten Bundessteuer entschieden werden, da im Falle einer Ab- schaffung der direkten Bundessteuer eine Steueramnestie auf Bundesebene hinfällig würde.
Die parlamentarische Initiative Delalay übernimmt - unter Anpassung der Jahreszahlen (damals ging es um die Jahre 1969 bis 1973) - den Wortlaut der letzten Steueram- nestie vom Jahre 1969.
Die Mehrheit der Kommission ist der Auffassung, dass eine Steueramnestie sich positiv auf die Konjunktur und die Fi- nanzlage von Bund, Kantonen und Gemeinden auswirken würde. Die Amnestien von 1945 (Verrechnungssteuer) und 1969 zeigten positive Ergebnisse und haben beträchtliche Vermögensmassen zutage gefördert.
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Eine Amnestie scheint insbesondere dann gerechtfertigt, wenn ein besonderer Anlass dafür besteht, d. h. eine grund- legende Änderung in der Steuergesetzgebung, wie etwa die Einführung der Mehrwertsteuer, die auf den 1. Januar 1995 in Kraft gesetzt worden ist.
Im weiteren würde eine Amnestie dazu führen, bisher unver- steuerte «alte Substanz» und im Ausland angelegtes Vermö- gen, bzw. dessen Ertrag, die der Verrechnungssteuer nicht unterliegen, aufzudecken.
Schliesslich ist die Mehrheit der Kommission der Meinung, dass eine allgemeine Steueramnestie mehr und nicht weni- ger Steuergerechtigkeit bringt. Sie befürwortet eine allge- meine Steueramnestie nicht zuletzt auch aufgrund von Ver- schiebungen zugunsten der Kantone, für die die Rückerstat- tung der Verrechnungssteuer, die durch die Durchführung der Amnestie ermöglicht würde, eine wesentliches Element darstellt.
Auch wären nach einer Amnestie viel striktere Steuerkontrol- len möglich, weil den Steuerhinterziehern die Gelegenheit gegeben würde, ihre Situation offenzulegen.
Weiteres Vorgehen
Gemäss Artikel 21ter GVG hat die Kommission insbeson- dere zu berichten über allfällige bisherige Arbeiten von Par- lament und Verwaltung zum aufgeworfenen Thema, über Zeitplan und Aufwand der parlamentarischen Arbeit und über die Möglichkeit, das angestrebte Ziel mit einem an den Bun- desrat gerichteten Vorstoss zu erreichen.
Was die Arbeiten in der Verwaltung betrifft, hat der Bundes- rat am 29. März 1995 einen Entwurf zu einem Verfassungs- artikel in die Vernehmlassung gegeben, in dem der Bund er- mächtigt wird, für das Jahr 1997, 1999 oder 2001 eine ein- malige allgemeine Steueramnestie anzuordnen. Demnach sollen jene Steuerhinterzieher und -betrüger straffrei ausge- hen, welche die verheimlichten Einkommen und Vermögen dem Fiskus offenlegen. Die Modalitäten dieser Amnestie sol- len auf Verfassungs- und nicht wie 1969 auf Gesetzesstufe umschrieben werden. Amnestiert werden Strafen wegen Steuerdelikten (insbesondere Steuerhinterziehung und Steu- erbetrug). Ausgenommen sind jedoch Strafen, für welche das entsprechende Verfahren bei Inkrafttreten der Amnestie abgeschlossen oder mit Wissen des Steuerpflichtigen schon eingeleitet worden war. Ebensowenig soll auf Nacherhebung der hinterzogenen Steuer (Nachsteuer) mit Einschluss der Verzugszinsen verzichtet werden. Das Vernehmlassungs- verfahren läuft am 30. Juni 1995 ab. Es ist vorgesehen, dass der Bundesrat nach der Auswertung der Vernehmlassungs- ergebnisse seine Vorlage Ende 1995 oder Anfang 1996 dem Parlament vorlegen wird.
Wird dieser Zeitplan eingehalten, so könnte das Ziel des Ini- tianten erreicht werden, insbesondere wenn die Steueram- nestie für 1997 beschlossen würde. Unter dieser Annahme würde der Beschluss, der Initiative Folge zu geben, keinen Mehraufwand mit sich bringen, weil die Initiative abgeschrie- ben werden könnte, sobald das Parlament die Vorlage des Bundesrates angenommen hätte. Auch im Falle, dass der Bundesrat innerhalb der gesetzten Frist keine entsprechende Vorlage unterbreiten sollte, würde sich kein übermässiger Arbeitsaufwand ergeben, da die mit der Erarbeitung eines Gesetzeserlasses beauftragte Kommission sich weitgehend auf den Text der Steueramnestie 1969 stützen könnte.
Wenn der Rat der Initiative Folge gibt und wenn der Bundes- rat die Vorlage des Entwurfes über Gebühr verzögern sollte, so kann die Kommission die vorliegende Initiative in Form ei- ner eigenen Vorlage realisieren. Durch Artikel 21quater Absatz 5 GVG ist die Kommission gehalten, spätestens nach zwei Jahren eine Vorlage zu unterbreiten oder dem Rat An- trag zu stellen, die Initiative abzuschreiben oder die Frist zu verlängern.
Salvioni Sergio (R, TI) présente au nom de la Commission des affaires juridiques (CAJ) le rapport écrit suivant:
Conformément à l'article 21ter de la loi sur les rapports entre les Conseils, nous vous soumettons le rapport établi par la commission chargée de l'examen préalable de l'initiative par-
lementaire, conçue sous la forme d'un projet rédigé de toutes pièces, déposée le 7 octobre 1994 par M. Delalay. La com- mission a entendu l'auteur de l'initiative le 2 mars 1995. Développement de l'auteur de l'initiative
L'amnistie fiscale est un acte qui relève de la souveraineté de l'Etat. C'est une loi d'exception qui doit être décrétée lorsque existent des circonstances qui la justifient. Actuellement les raisons de l'accorder sont évidentes:
L'état des finances publiques dans l'ensemble du pays avec un déficit annuel de l'ordre de 17 milliards de francs est inquiétant de sorte que tous les moyens légaux doivent être mis en oeuvre pour augmenter les ressources.
Une réforme fiscale fondamentale se met en place par la modification de l'impôt fédéral direct, l'harmonisation des lé- gislations cantonales, l'adaptation des droits de timbre et la mise en vigueur de la TVA.
La remise dans le circuit économique d'importants capi- taux favorise l'investissement, la reprise économique et la création de places de travail.
Le rapatriement et l'investissement en Suisse de capitaux placés à l'étranger et échappant à l'impôt anticipé contribue aussi à favoriser la détente sur les taux d'intérêts.
Les récents débats parlementaires sur la motion relative à l'amnistie fiscale générale et sur des initiatives cantonales sur le même objet ont abouti à l'adoption du principe d'une amnistie fiscale générale.
Des contribuables sont mis sans que ce soit de leur faute dans une situation fiscale illégale à la suite, par exemple, d'une succession, de sorte qu'il est dans l'intérêt public de leur permettre, à long terme, de se mettre en ordre.
L'amnistie fiscale de 1969 acceptée en votation populaire fut un succès dans son exécution et dans son résultat.
Il est dès lors important que l'amnistie fiscale générale soit mise en application dans un délai relativement court et qu'il soit donné suite aux décisions parlementaires prises au Con- seil des Etats et au Conseil national. L'argument selon lequel il y a lieu d'attendre le résultat de l'initiative populaire tendant à la suppression de l'impôt fédéral direct (IFD) n'est pas per- tinent. L'amnistie fiscale générale touche en effet non seule- ment la Confédération, mais aussi les cantons et les commu- nes et, d'autre part, le projet d'abolition de l'IFD n'a pas en- core été traité par les Chambres fédérales et ses chances d'aboutir sont incertaines.
Considérations de la commission
Evaluation de la nécessité de légiférer
La motion Delalay (92.3249) demandant une amnistie fiscale générale a été transmise par le Conseil des Etats le 1er mars 1993 et par le Conseil national le 18 mars 1994. Deux initia- tives cantonales concernant le même sujet - l'une du canton du Jura, l'autre du canton du Valais - ont de ce fait été clas- sées.
Les motifs qui ont poussé l'auteur à déposer cette initiative sont les hésitations et la lenteur du Conseil fédéral à mettre en oeuvre les décisions du Parlement, ainsi que la réponse du chef du DFF lors de l'heure des questions au Conseil national du 26 septembre 1994: celui-ci affirma en effet que l'initiative pour l'abolition de l'impôt fédéral direct (IFD) aurait des incidences sur l'amnistie fiscale du fait qu'en cas d'abolition de l'IFD, une amnistie sur le plan fédéral serait caduque.
L'initiative parlementaire Delalay propose le même texte que celui de la dernière amnistie fiscale en 1969, seules chan- gent les dates, puisqu'il s'agissait alors des années 1969 à 1973.
La majorité de la commission est d'avis qu'une amnistie fis- cale aboutira à des conséquences positives pour la conjonc- ture et pour le redressement des finances fédérales, canto- nales et communales. Les amnisties de 1945 (impôt anticipé) et de 1969 ont donné des résultats positifs et ont permis de mettre à jour des fortunes considérables.
Une telle mesure parait justifiée lorsqu'une circonstance spé- ciale existe, c'est-à-dire lorsque des réformes fiscales fonda- mentales se mettent en place, comme par exemple la TVA qui est entrée en vigueur le 1er janvier 1995.
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En outre, une amnistie fiscale amènerait à déclarer des for- tunes non déclarées depuis quelque temps et des fortunes, ou leurs revenus, déposées à l'étranger et non soumis à l'im- pôt anticipé.
Finalement, la commission estime qu'une amnistie fiscale générale amènerait à plus d'égalité devant les impôts. Elle se prononce également pour une telle amnistie en raison de la redistribution en faveur des cantons, qui profiteraient du rem- boursement de l'impôt anticipé rendu possible par cette am- nistie. Cet élément est un fait non négligeable aux yeux de la commission.
Les contrôles fiscaux peuvent être beaucoup plus stricts après une amnistie fiscale parce que l'occasion a été donnée aux fraudeurs de se mettre en règle avec l'administration fis- cale.
Marche à suivre
Selon l'article 21ter LREC, la commission doit notamment faire rapport sur l'état des travaux sur le même objet dans l'Assemblée fédérale et dans l'administration, sur l'ampleur et le calendrier du travail parlementaire qu'imposerait l'initia- tive, et sur la possibilité de transformer l'initiative en motion ou postulat pour atteindre le but visé.
En ce qui concerne les travaux dans l'administration, le 29 mars 1995, le Conseil fédéral a mis en consultation un projet d'article constitutionnel qui permettra à la Confédéra- tion d'arrêter, pour 1997, 1999 ou 2001, une amnistie fiscale unique et générale. Cet article vise à exempter de toute peine les personnes déclarant les éléments de leurs revenus ou de leur patrimoine précédemment fraudés ou soustraits au fisc. Les modalités de cette amnistie seront définies dans la constitution et non pas dans la législation fédérale, contrai- rement à l'amnistie de 1969. L'amnistie supprimerait les pei- nes encourues pour des délits fiscaux (en particulier la sous- traction et la fraude fiscales). Elle ne s'appliquerait pas aux peines résultant d'une procédure achevée ou inachevée, mais dont le contribuable aurait déjà eu connaissance lors de l'entrée en vigueur de l'amnistie. En outre, l'autorité ne re- noncera pas à la perception des impôts soustraits (le rappel d'impôts), ni aux intérêts moratoires qui resteront dus. La procédure de consultation s'achèvera le 30 juin 1995. La Conseil fédéral devra ensuite analyser les prises de position et le projet du Conseil fédéral pourra être soumis au Parle- ment à la fin de 1995 ou au début de 1996.
Si ce calendrier est respecté, l'objectif visé par l'auteur de l'initiative pourrait être atteint, d'autant plus si l'amnistie fis- cale est arrêtée pour 1997. Dans cette hypothèse, donner suite à l'initiative ne donnerait pas de travail supplémentaire, puisqu'il sera possible de classer l'initiative dès que le Parle- ment aura adopté le projet que lui soumettra le Conseil fédé- ral. Si, toutefois, le Conseil fédéral ne devait pas soumettre un projet correspondant dans les délais requis, le volume de travail ne sera pas excessif, car la commission chargée d'élaborer un projet d'acte législatif pourra largement s'ap- puyer sur les textes élaborés lors de l'amnistie fiscale de 1969.
En donnant suite à l'initiative, le Conseil permettrait à la com- mission de présenter son propre projet, pour le cas où le Conseil fédéral tarderait trop à soumettre le sien au Parle- ment. Selon l'article 21quater alinéa 5 LREC, la commission a deux ans pour présenter son projet après quoi elle doit pro- poser au Conseil, soit de classer l'initiative, soit de prolonger le délai.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt mit 7 zu 4 Stimmen bei 1 Enthaltung, der Initiative Folge zu geben.
Proposition de la commission
La commission propose, par 7 voix contre 4 et avec 1 abstention, de donner suite à l'initiative.
Coutau Gilbert (L, GE), rapporteur: Nous avons déjà eu l'oc- casion de nous prononcer à plusieurs reprises sur la ques- tion et surtout le principe de l'amnistie fiscale. J'aimerais très brièvement vous rappeler le calendrier qui a été celui des pé-
ripéties de cette proposition, depuis de longues années, de- vant le Parlement.
Tout d'abord, M. Delalay a présenté une motion, qu'il a dé- posée en juin 1992. Cette motion n'a pu être traitée qu'en mars 1993. Il a fallu une année pour qu'elle soit traitée éga- lement par le Conseil national qui l'a fait en mars 1994. En 1992, quasi simultanément avec la motion Delalay, deux cantons ont déposé une initiative cantonale allant dans le même sens et demandant que soit décrétée une amnistie fiscale. En juin 1994, lors d'un débat au Conseil national, M. Stich, chef du Département fédéral des finances, a mani- festement exprimé une fois encore l'opposition de principe du Conseil fédéral à toute amnistie fiscale. Finalement, c'est seulement devant l'inertie du Conseil fédéral à traiter la de- mande pressante présentée sous forme de motion dans les deux Conseils que M. Delalay a choisi de relancer la procé- dure avec le dépôt d'une initiative parlementaire, ce qu'il a fait en octobre 1994.
La commission a traité de cette affaire le 29 mai dernier. Elle a entendu l'auteur, et la commission vous propose de donner suite à l'initiative parlementaire Delalay.
Je ne reviens pas longuement sur les motifs de fond qui nous ont poussés, à l'époque, à transmettre la motion Delalay. Je voudrais simplement rappeler qu'il ne s'agit pas ici de décré- ter périodiquement une amnistie fiscale. Il s'agit bien davan- tage de tenir compte d'un certain nombre de modifications lé- gislatives touchant la fiscalité, qui légitiment que, lors de ces modifications ou après, on puisse envisager une amnistie fis- cale. Je rappelle en particulier que des réformes importantes ont touché la fiscalité fédérale: d'abord, naturellement, l'intro- duction de la taxe à la valeur ajoutée, également la loi fédé- rale sur l'impôt fédéral direct et, simultanément, la loi fédé- rale sur l'harmonisation des impôts directs des cantons et des communes; ensuite, une augmentation sensible de l'im- pôt sur les carburants. Bref, il y a eu toute une série de mo- difications des lois fiscales qui légitiment l'introduction d'une amnistie fiscale.
D'autre part, il y a aussi une certaine injustice à augmenter la pression sur les seuls contribuables honnêtes. En effet, à partir du moment où une certaine masse fiscale doit être pré- levée sur les contribuables, plus nombreux seront ces contri- buables et plus grande sera la masse fiscale sur laquelle les impôts sont prélevés, moins la charge sera considérable pour chacun.
A partir du moment où on facilite les déclarations d'impôt honnêtes grâce à une amnistie fiscale décrétée, on aug- mente le nombre des contribuables, la masse fiscale, et, par conséquent, on peut réduire, dans une certaine mesure, la pression fiscale exercée sur chaque contribuable. Il y a là une question de justice aussi.
Il y a également l'intérêt de certains cantons, sinon de tous les cantons, qui attendent de cette amnistie fiscale un rende- ment important, à la mesure de ce que l'amnistie fiscale de 1969 avait rapporté. Enfin, une amnistie fiscale peut entraî- ner, par la suite, un renforcement des contrôles fiscaux, ce qui me paraît personnellement tout à fait légitime.
Une fois encore, la question de fond n'est pas posée aujourd'hui par l'initiative parlementaire Delalay. Nous l'avons déjà résolue en transmettant la motion Delalay, mais nous devons aujourd'hui - c'est l'avis de la commission - confirmer cette volonté de préparer une amnistie fiscale, et nous devons pousser le Conseil fédéral à le faire de façon correcte par rapport à l'intention que nous avons manifestée. Le 25 mars dernier, le Département fédéral des finances a déposé un avant-projet; il l'a soumis à la procédure de con- sultation. Cette dernière arrive à échéance à la fin de ce mois-ci, un certain mouvement est ainsi créé. Est-ce que le dépôt de cet avant-projet rend caduque l'initiative parlemen- taire Delalay? La commission a estimé que ça n'était pas le cas, mais qu'au contraire il s'agissait d'exercer et de mainte- nir une pression sur le Conseil fédéral qui reste extrêmement réticent. Il suffit de lire l'avant-projet qu'il a mis en consulta- tion pour se rendre compte à quel point le Conseil fédéral a présenté ce projet de mauvaise grâce, avec des réticences importantes.
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Je ne pense pas que c'est de cette façon-là que l'on créera la confiance nécessaire entre le fisc d'une part, et les contri- buables d'autre part, pour assurer la réussite d'une amnistie fiscale, car une amnistie fiscale demande un élément essen- tiel, c'est la confiance. Cette confiance avait été créé en 1969, elle avait produit le résultat positif que vous savez. Cette confiance risque d'être ébranlée si le projet du Conseil fédéral n'est pas profondément modifié par rapport à l'avant- projet qu'il vient de présenter.
C'est précisément dans l'esprit d'exercer une pression dans ce sens sur le gouvernement, et surtout d'affirmer une cer- taine logique dans notre démarche et une certaine continuité dans notre volonté affirmée en 1993 déjà, que je vous pro- pose, au nom de la commission, de donner suite à l'initiative parlementaire Delalay.
Si le projet du Conseil fédéral amendé est déposé dans les délais annoncés, c'est-à-dire d'ici la fin de l'année, devant notre Parlement, il sera possible, à ce moment-là, de consi- derer l'initiative parlementaire Delalay comme sans objet, et elle sera simplement classée. En revanche, si de nouveaux délais devaient intervenir, cette initiative parlementaire aurait précisément l'effet de pression que nous lui donnons aujourd'hui.
Ce sont les raisons pour lesquelles la commission vous invite à y donner suite.
Schoch Otto (R, AR): Ich beantrage Ihnen, es sei der parla- mentarischen Initiative Delalay keine Folge zu geben, ma- che mir aber über die Chancen dieses Antrages - ich will Ihnen das ganz offen sagen - keinerlei Illusionen. Ich tue dies um so weniger, als bereits die Motion Delalay (92.3249) im März 1993 in diesem Rat mit dem respektablen - oder bedauerlichen, wie Sie wollen - Verhältnis von 22 zu 10 Stimmen überwiesen worden ist und um so weniger, als sich dann in der Folge auch der Nationalrat dazu entschlos- sen hat, allerdings mit einem wesentlich dürftigeren Ergeb- nis, die gleiche Motion an den Bundesrat zu überweisen. Die Positionen, insbesondere in diesem Rat, sind also offenkun- dig bezogen. Trotzdem bin ich der Meinung, bin ich über- zeugt davon, dass auch die Stimme jener, die mit der Idee einer Steueramnestie die grösste Mühe haben, hier zum Ausdruck kommen muss. Das ist der Grund dafür, dass ich Ihnen Ausführungen machen möchte, dass ich Ihnen in fünf Punkten darlegen will, aus welchen Überlegungen ich Ihnen empfehlen möchte, der parlamentarischen Initiative Delalay keine Folge zu geben.
Wer Steuern hinterzieht, begeht Unrecht. Wer einen Steu- erhinterzieher amnestiert, legitimiert Unrecht. Dieser Legiti- mation von Unrecht kann und will ich nicht zustimmen.
Es ist nun allerdings richtig, dass unser Rechtssystem das Institut der Amnestie und damit bis zu einem gewissen Grad auch die Legitimierung von Unrecht kennt. Es gibt die Amne- stie in unserer Rechtsordnung. Unser Parlament hatte schon bei verschiedenen Gelegenheiten Amnestiegesuche zu be- handeln. Ich erinnere beispielsweise an die Amnestiegesu- che im Zusammenhang mit den Jugendunruhen von 1982, die Amnestiegesuche für Spanienkämpfer, an Amnestiege- suche, die im Zusammenhang mit dem Jurakonflikt hier ein- gebracht worden sind. Ich erinnere an das Amnestiebegeh- ren, mit dem Nationalrat Fischer-Sursee aus Anlass des 700jährigen Bestehens der Schweizerischen Eidgenossen- schaft leichte Straffälle amnestieren wollte. Wir hatten uns also mit anderen Worten schon verschiedentlich mit Amne- stiefragen zu beschäftigen; es gibt zur Amnestie auch eine reiche Literatur und eine breite Praxis. Mit Bezug auf die Li- teratur möchte ich Sie beispielsweise nur auf das verweisen, was die Sekretärin unserer Geschäftsprüfungskommission, Frau Mariangela Wallimann, in der Schweizerischen Juri- stenzeitung im Jahre 1985 geschrieben hat und was immer noch gültig ist.
Es gibt also, ich habe es gesagt, im Zusammenhang mit frü- heren Gesuchen eine Praxis zum Institut der Amnestie. Und diese Praxis ist nun ganz eindeutig. Die eidgenössischen Räte haben die Gewährung einer Amnestie bisher - abgese- hen von Steueramnestien, aber in allen anderen Fällen - im-
mer von der Voraussetzung abhängig gemacht, dass a. ein öffentliches Interesse am Verzicht auf die Ahndung der Wi- derhandlung besteht und dass b. diesem öffentlichen Inter- esse ein ganz besonderer Stellenwert zukommt, ein Stellen- wert, der höher sein muss als das Interesse des Staates an der Verhängung und der Vollstreckung der gesetzlich vorge- sehenen Sanktionen. Das sind die zwei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit einer Amnestie zugestimmt, damit eine Amnestie gewährt werden kann. Wenn diese bei- den Fragen nicht ausdrücklich und vorbehaltlos bejaht wer- den können, dann darf nach der geltenden Praxis mit Rück- sicht auf die Grundsätze der Rechtssicherheit und der Rechtsgleichheit nicht amnestiert werden.
Es gilt nun also zu prüfen, ob mit Bezug auf das, was Herr Delalay mit seiner parlamentarischen Initiative beantragt, die beiden Voraussetzungen bejaht werden können, oder ob das nicht möglich ist. Mit anderen Worten: Es ist zu prüfen, ob ein öffentliches Interesse gegeben ist und ob diesem öffentli- chen Interesse ein Stellenwert zukommt, der höher ist als das Interesse des Staates an der Verhängung und Vollstrek- kung der gesetzlich vorgesehenen Sanktionen.
Das einzige öffentliche Interesse, von dem Herr Delalay spricht, ist ein fiskalisches Interesse. Wenn wir es etwas we- niger akademisch ausdrücken wollen: der schnöde Mam- mon. Dieses fiskalische Interesse kann - das ist meiner Mei- nung nach eine ganz klare Sache - niemals höher sein als das Interesse des Staates an der Durchsetzung der gesetz- lichen Ordnung, also an der Verhängung und Vollstreckung der gesetzlich vorgesehenen Sanktionen. Das ist eine wei- tere wesentliche Überlegung, die mich zur eindeutigen Ab- lehnung der parlamentarischen Initiative Delalay führt.
Die Amnestie begünstigt die Falschen. Sie begünstigt nämlich die Grossen, jene, die überhaupt Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung haben. Es ist heute in diesem Rat schon einmal von «Tricheurs» die Rede gewesen; Herr Petitpierre hat das Wort gebraucht. Ich möchte darauf hinweisen, dass Leute, die mit Steuerausweisen Steuern bezahlen müssen, keine Chancen haben, hinterzogenes Vermögen zu bilden. Die Amnestie trifft also jene, die meines Erachtens und si- cher auch nach der Auffassung einer überwiegenden Mehr- heit unserer Bevölkerung gar nicht Anspruch darauf erheben können, von einer Amnestie bevorzugt zu werden.
Die Amnestie bringt gar nichts - vor allem oder allerminde- stens dem Bund nicht. Wenn sie jemandem etwas bringen würde, dann höchstens den Kantonen oder Gemeinden. Nachdem aber auch die kantonalen Finanzdirektoren dezi- diert gegen die Amnestie Stellung bezogen haben, besteht kein Grund zur Annahme, dass die Amnestie den Kantonen oder Gemeinden zusätzliche Einnahmen bringen würde.
Wenn wir uns daran gewöhnen, dass laufend - vielleicht im Abstand von 20 bis 25 Jahren - immer wieder eine Amne- stie kommt, führt das auch zur Gewöhnung daran, dass Un- recht nicht mehr die gesetzlich vorgesehenen Folgen nach sich zieht, dass Unrecht nicht mehr geahndet wird. Wir dür- fen dieser Gewöhnung keinen Platz einräumen, sondern müssen darauf achten, dass gesetzliche Strafdrohungen im Interesse der Rechtssicherheit und der Rechtsgleichheit in unserem Staat noch in die Tat umgesetzt werden können. Ich meine, dass es aus all diesen Gründen richtig wäre, der parlamentarischen Initiative betreffend Amnestie keine Folge zu geben.
Plattner Gian-Reto (S, BS): Entschuldigen Sie, dass ich noch einmal zu einem Thema das Wort ergreife, welches auch - wenn Sie so wollen - einen populistischen Unterton haben könnte. Ich möchte das Votum, das Kollege Schoch nun in sehr trockener juristischer Manier gehalten hat, mit ei- ner politischen Stellungnahme ergänzen:
Wenn Sie sich vorstellen, dass diese Initiative gerade etwa im Jahre 1998 zum Tragen kommt, könnte man in der Tat et- was populistisch formulieren: ein schönes Jubiläumsge- schenk für die Unehrlichen, die sich nicht nur der Strafe ent- ziehen können, wenn sie die Amnestie benützen, sondern gleich auch noch die hinterzogenen Steuern behalten dürfen - wahrlich eine schöne Sache für 200 Jahre Helvetik
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und 150 Jahre Bundesstaat! Die Ehrlichen aber, die ihre Steuern immer bezahlt haben, wären die Dummen.
Nun ist auch mir klar, dass gegen eine Amnestie, sagen wir alle 50 Jahre, nichts einzuwenden wäre. Hin und wieder - das sehe ich ein - muss man reinen Tisch machen können, müssen Erben aus den Sünden der Vorfahren entlassen werden, für die sie nichts können. Seltene Amnestien - ich sage noch einmal: seltene Amnestien - können hinterzogene Vermögen ans Licht bringen, können mithelfen, die Staats- kasse zu füllen, können mithelfen, die Steuern der Steuer- ehrlichen niedriger zu halten. Das ist, wie es Kollege Schoch schon ausgeführt hat, das einzige Argument für eine Amne- stie. Es ist allerdings ein Argument, das man nicht überbe- werten darf, wenn man an die Verrechnungssteuer denkt, die je nachdem ja schliesslich auch bei hinterzogenen Vermö- gen fliessen kann.
Was wir jetzt vorschlagen, ist aber keine seltene, sondern schon wieder eine Amnestie. Die Schweiz hat in den letzten 50 Jahren bereits drei Steueramnestien durchgeführt: 1940, 1945 und 1969. Dazu kamen 16 kantonale Amnestien, an denen sich der Bund jeweils auch beteiligt hat. 16 Kantone haben also noch ihre eigenen Amnestien durchgeführt. Wenn sich die Steuerzahler darauf verlassen können, dass ihnen ihr Betrug alle zehn bis zwanzig Jahre vergeben wird, dann müssen sie schon ziemlich blöd sein, um dort, wo sie es vermeiden können, überhaupt noch zu bezahlen. Häufige Amnestien - das ist meine Überzeugung - fördern deshalb geradezu die Steuerhinterziehung. Sie muntern einen dazu auf, Steuern zu hinterziehen. Als solche sind sie kontrapro- duktiv. Auch das Argument der Erhöhung der Staatseinnah- men fällt dann ins Wasser. Die Amnestie 1998 kommt nach dieser Liste von fast 20 Amnestien in der Schweiz in den letz- ten 50 Jahren einfach zu früh, viel zu früh.
Ich bin auch dafür - um wiederum keine Zweifel aufkommen zu lassen -, dass wie bei andern Gesetzesübertretungen auch beim Steuerbetrug eine Verjährungsfrist gelten darf, nach deren Ablauf keine Strafe mehr fällig wird. Das heisst aber nicht, dass gleichzeitig auch auf die hinterzogenen Steuern verzichtet werden soll. Sowenig ein Dieb nach Ab- lauf der Verjährungsfrist für sein Delikt das gestohlene Ei- gentum behalten darf oder gar zum rechtmässigen Eigentü- mer des Diebesgutes wird, sowenig hat ein Steuerbetrüger Anspruch, dass ihm durch eine grosszügige Amnestie nicht nur die Strafe erlassen, sondern gleich noch das gestohlene, hinterzogene Geld belassen wird.
Eine vernünftige Steueramnestielösung besteht also nicht in dem, was Kollege Delalay vorschlägt und was wir vor knapp 25 Jahren schon einmal gemacht haben, sondern sie müsste darin bestehen, laufend jene Steuersünder von der Strafe zu befreien, welche sich selbst anzeigen, welche aber auch be- reit sind, die geschuldeten Steuern nachzuzahlen. Das wäre so etwas wie eine permanente Amnestie, die sich aber nur auf die Strafe bezieht und nicht auf die geschuldeten Steu- ern. Dann dürfte man auch jene um so härter anpacken, die sich nicht anzeigen, die es darauf ankommen lassen, ob man sie erwischt oder nicht, die den Betrug einfach begehen wol- len, und das mit dem Gefühl, ja nur einen Betrug an der Ge- meinschaft zu begehen, die das schon vertrage. Dann hätte man eine saubere Lösung. Diese laufende Amnestie, diese permanente Amnestie, wie sie in andern Ländern im übrigen gang und gäbe ist, das ist die Lösung, die man allenfalls vor- schlagen müsste, aber nicht diese missbräuchliche Amne- stie, die Kollege Delalay vorschlägt.
Ich bitte Sie, seiner parlamentarische Initiative keine Folge zu geben.
Meier Josi (C, LU): Im Gegensatz zu den Sprechern, die eben das Wort hatten, bin ich für diese Amnestie zu haben. Ich möchte, dass mindestens die Argumente, die dafür ins Feld geführt werden können, in Erinnerung gerufen werden. Es gibt eine ganze Reihe von höheren Interessen - das wurde hier eben zu Unrecht bezweifelt -, die uns sehr wohl dazu bringen, für eine Amnestie zu sein.
Das erste ist, dass ich der Überzeugung bin, dass eine Am- nestie in der Folge mehr Steuergerechtigkeit bringt, und das
ist für mich das oberste Prinzip beim Erheben von Steuern: die Suche nach Steuergerechtigkeit. Wenn nämlich diese amnestierten Mittel in den normalen Fluss hereinkommen, bedeutet das weniger Steuern für die, die heute in den unte- ren Stufen so stark belastet sind. Die Besserbemittelten kom- men schon zurecht, aber die einfachen Leute, die werden eben entlastet, wenn mehr Mittel zur Verfügung stehen. Das heisst mehr Steuergerechtigkeit.
Zum zweiten heisst Amnestie: Verfassungskonformere Ver- teilung der Mittel zwischen Bund und Kantonen. Den Kanto- nen sollen nämlich endlich wieder die ihnen zukommenden Mittel aus der Verrechnungssteuer zufliessen. Denn sämtli- che Verrechnungssteuern von hinterzogenen Kapitalien ge- hen an den Bund; die Kantone bekommen nichts von diesem Substrat und haben auch nichts von diesen Verrechnungs- steuern. Deshalb verstehe ich, dass sich der Bund gegen eine Amnestie wendet, denn er gewinnt kaum viel, bei ihm geht die Rechnung jeweils etwa auf. Aber in den Kantonen und Gemeinden - das wurde von den Gegnern richtig er- kannt - kommen Mittel dazu, und diese Mittel möchte ich auch bei den Kantonen und Gemeinden sehen.
Ein Weiteres: Wenn ich die Praxis anschaue, so sind es nicht nur die Grossen, die sündigen. Das Gesetz der grossen Zahl spielt daneben eine riesige Rolle. Wenn viele Kleine etwas auf der Seite lassen, macht das unter Umständen sehr schnell auch sehr viel aus.
Ich erlebe in der täglichen Steuerpraxis genau das, was Sie offenbar in Ihrer «Heiligkeit» nicht wissen, dass nämlich die kleinen Leute sehr wohl finden, die Steuerbelastung sei un- gerecht, und sie müssten etwas unversteuert auf die Seite le- gen. Dabei gewinnen sie oft gar nichts, weil sie dann ihre Verrechnungssteuern verpassen. Ich habe Fälle von ganz einfachen Handwerkern oder Buezern erlebt: Einmal war es zum Beispiel ein Maurer - das war schon vor zwanzig Jah- ren, um Ihnen die Grössenordnung zu zeigen -, der 64 Spar- büchlein à 1000 Franken hatte, denn auf die 1000fränkigen Büchlein musste er keine Verrechnungssteuern bezahlen. Als er beim Tod seiner Frau merkte, dass das vielleicht bei der nächsten Runde doch einmal schiefgehen könnte, wollte er ins Reine kommen, war aber nicht bereit, irgendeine Nachsteuer zu zahlen. «Nein, mache ich nicht! Kommt nicht in Frage!»
Ich habe dann versucht, ihm den Weg aufzuzeigen, wie er bei seiner Einstellung so schnell wie möglich in die Legalität kommt. Diese Aufgabe bleibt uns dann immer noch.
Ich weiss auch, wie es bei den Grossen geht. Diese werden sich überhaupt nicht durch Mahnungen bewegen lassen. Sie werden weiterhin «legal» Kapitalien im Ausland versteuern, dort, wo sie ein fiktives Domizil haben. Wenn sie für Liegen- schaften in der Schweiz steuerpflichtig bleiben, lassen sie dem Kanton gestützt auf niedrige Gesamtangaben wenig zukommen.
Dann kommt plötzlich der Moment, wo sie vielleicht etwas investieren möchten. Sie können die Mittel nicht ohne Schwierigkeiten hervorholen. Es liegt im allgemeinen Inter- esse, in einem jetzt etwas ausgetrockneten Markt diese Kapitalien für Investitionen in unser Land zurückzuholen. Eine solche Amnestie ist eben ein Anreiz dazu, und es liegt im höheren Interesse unseres Staates, dass er das Geld bekommt.
Steuern werden leicht hinterzogen, das zeigt die Praxis. Als Anwälte sehen wir viel, und was ich da sehe und nicht her- vorholen kann, das tut mir manchmal sehr weh. Ich kann nur versuchen, die Leute zu überzeugen. Ich habe unseren kan- tonalen Finanzdirektor einmal gefragt: «Weshalb stellen Sie nicht mehr Leute an, Sie wissen doch ganz genau, dass je- der zusätzliche Beamte ein paar von diesen Sündern er- wischt? Die Mittel fliessen dann dem Kanton zu.» Darauf ant- wortete er mir: «Das stimmt zwar genau, aber der gleiche Steuerbeamte wird vier Jahre später privater Steuerberater, dann ist das Geld wieder weg.»
In der Praxis sind die Kinder des Lichtes schlau, das steht schon in der Bibel. Sie wollen Geld der Steuer entziehen, und wir müssen dann im öffentlichen Interesse wieder den richti- gen Moment finden - das hat Herr Plattner genau erkannt -,
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Parlamentarische Initiative. Allgemeine Steueramnestie
in dem eine solche Amnestie die im höheren Interesse liegenden Ziele erreichen kann.
Ich finde es bedauerlich, dass wir solche Vorschläge machen wollen. Aber das Geld bewegt die Leute zu Verhaltenswei- sen, die ich nur auf pragmatische Art wieder korrigieren kann. Es nützt mir nichts, wenn ich selbst die schönsten Mo- ralvorstellungen habe. Wenn ich kein schwarzes Geld ans Licht bringe, wird sich auch die Steuergerechtigkeit nicht ver- bessern.
Mich dünkt, dass jetzt wieder Zeit für eine Amnestie sei. Denn wir haben in den letzten rund 25 Jahren enorme Ver- schiebungen von Geldmengen und von Geldwerten erlebt.
Bis die Steueramnestie dann kommt, geht es auch wieder ein paar Jahre. Ich glaube, dass man deswegen in guten Treuen und ohne amoralisch zu sein im Interesse einer höheren Steuergerechtigkeit für eine Amnestie einstehen kann. Ich sage das aus meiner ganz praktischen Erfahrung, die mich Tag für Tag immer wieder schmerzt.
Morniroli Giorgio (D, TI): Capisco le riserve formulate a pro- posito dei principi del nostro ordinamento giuridico e la loro messa in discussione da un'amnistia fiscale generale. Capi- sco pure le preoccupazioni di chi ritiene che un simile passo favorisca unilateralmente gli evasori fiscali. Ma l'occulta- mento di parte del reddito o di capitali da parte di persone fi- siche e giuridiche è pur sempre una realtà risaputa e da nes- suno contestata.
Wenn es keine Steuerhinterzieher gäbe, dann würde man ja gar nicht von einer Steueramnestie sprechen.
Ich glaube behaupten zu dürfen, dass dieser «Sport» welt- weit praktiziert wird. Der italienische Ministerpräsident hat kürzlich in einer Rede ausgesagt, dass es dem Staat viel besser gehen würde, wenn die Italiener etwas weniger Steu- ern hinterziehen würden, also nicht keine, sondern - er be- gnügt sich damit - etwas weniger Steuern hinterziehen. Ich will mich keinen Spekulationen hinsichtlich mehr Steuerge- rechtigkeit und mehr Einnahmenbeschaffung hingeben.
Ich möchte einen anderen Aspekt aufzeigen: Die versteckten Schwarzgelder liegen in den Banken mehr oder weniger brach herum, werden schwarz in sehr riskante Projekte inve- stiert und oft stillschweigend abgeschrieben oder eben - es wurde schon gesagt - im Ausland angelegt. Wir können uns das bei der gegenwärtigen Lage unserer Wirtschaft nicht leisten.
Wir dürfen hier nicht zimperlich sein. Ich verstehe, dass man unglücklich sein kann, wenn Steuerhinterzieher auch noch belohnt werden. Eine Steueramnestie würde es aber gestat- ten, erhebliche finanzielle Mittel zu mobilisieren, also für In- vestitionen in unserem Lande freizumachen. Die Bedeutung der Auswirkungen für unsere Wirtschaft brauche ich nicht zu unterstreichen. Ich denke hierbei nicht nur an grosse Investi- tionsprojekte, sondern auch an die vielen mittleren und klei- nen, also an Kleinbetriebe oder auch an die Bereiche des Wohnungsbaus. Eine Steueramnestie stellt somit auch ein Mittel zur Erreichung von Ziel 33 der Legislaturplanung 1991-1995 des Bundesrates dar, welches die Förderung von Wohneigentum anstrebt. Auch viele einfache Leute haben - seien wir ehrlich - etwas Schwarzgeld auf der Seite, wobei es sich sicherlich um relativ kleine Beträge handelt. Ich denke auch an Leute, die Schwarzgeld geerbt haben und die Situation mit der Steuerbehörde gerne bereinigen möchten. Ich unterstütze deshalb die parlamentarische Initiative Delalay, die ich übrigens auch mitunterzeichnet habe.
Bisig Hans (R, SZ): National- und Ständerat haben der Überweisung einer Motion auf Erlass einer generellen Steu- eramnestie klar zugestimmt, nachdem zuvor die Kantone Wallis und Jura ähnlich lautende Standesinitiativen einge- reicht hatten. Die fehlende Bereitschaft zur sinngemässen Umsetzung dieses Beschlusses seitens des Bundesrates und vor allem des zuständigen Departementschefs ist allge- mein bekannt. Zwischenzeitlich haben sich noch verschie- dene kantonale Finanzdirektoren in das Abwehrgefecht mit- einbeziehen lassen.
Es geht dabei um Geld, um viel Geld, aber auch um die Mo-
ral, um die Steuermoral. Es liegt durchaus im Interesse des ehrlichen Steuerzahlers, dass dem - absichtlich oder zufällig - unehrlichen Steuerzahler nach 25 Jahren zur Ehrlichkeit zurückverholfen wird. Eine Redimensionierung des Pro- blems auf das rein fiskalische Interesse, wie es unser Vize- präsident gemacht hat, ist für mich etwas zu einfach. Es geht durchaus auch um das Vertrauen in unseren Staat. Staat und Bürger sind zweifelsohne an einer möglichst vollständigen Ausschöpfung des Steuersubstrats interessiert. Diesem Ziel dienen in erster Linie die Steuergesetze und namentlich die Steuerstrafbestimmungen. Daneben hat der Souverän in un- serem Land in grösseren Zeitabständen auch immer wieder das Instrument der Steueramnestie bewilligt. Aus der Er- kenntnis heraus, dass in der Praxis keine noch so rigorosen Steuerstrafvorschriften eine lückenlose Besteuerung garan- tieren, hat er dabei den umgekehrten Weg eingeschlagen und die Pflichtigen durch den Verzicht auf jede Sanktion zur Selbstdeklaration motiviert. Die Erfahrung lehrt, dass der Steuerertrag durch eine solche einmalige Aktion nachhaltig verbessert werden kann, indem die amnestierten Vermögen und Erträge für gewöhnlich als Steuersubstrat verbleiben und über Jahre hinweg fiskalisch erfasst werden. Davon pro- fitieren nicht nur die öffentlichen Haushalte auf allen Stufen, vor allem die Kantons- und Gemeindehaushalte; auch der ehrliche Steuerzahler ist Nutzniesser, indem die vermehrten Steuereinnahmen tendenziell zur Verringerung seiner Bela- stung führen. Die letzte Amnestie 1969 hat gemäss amtli- chem Bericht zu keinerlei Verschlechterung der Steuermoral geführt, im Gegenteil. Durch die bedeutende Zunahme der Steuerehrlichen wurde eine Verstärkung der gegenseitigen Selbstkontrolle prophezeit - im Dienste der Hebung der durchaus beachtlichen Steuermoral. Nach den damaligen Analysen haben denn auch gerade ausserordentlich viele Pflichtige mit relativ kleinem Vermögen - prozentual etwa gleichmässig auf Selbständig- und Unselbständigerwer- bende sowie Rentner verteilt - die Amnestie benützt und sauberen Tisch gemacht.
Kollegin Josi Meier hat uns realistische Beispiele vor Augen geführt. Letztlich werden ja Volk und Stände selbst über den Erlass einer Amnestie befinden können und damit das Vor- haben legitimieren oder ablehnen. Am 18. Februar 1968 ha- ben rund 62 Prozent der Stimmbürger und sämtliche Stände den Bundesbeschluss über die Amnestie gutgeheissen. Es darf davon ausgegangen werden, dass eine baldige und echte Amnestievorlage auch diesmal gute Chancen hat, die Volksabstimmung zu bestehen, denn was damals recht war und gar mit einer staatlichen Informationskampagne im Be- trag von über 700 000 Franken forciert wurde, kann heute nicht so falsch sein. Ein Abwägen aller Vor- und Nachteile spricht auch heute zugunsten einer Steueramnestie als Akt der Realpolitik.
Ich stimme darum mit der Kommission dafür, der parlamen- tarischen Initiative Delalay Folge zu geben, und verbinde dies mit der Erwartung, dass uns eine echte Steueramnestie- vorlage und keine Alibiübung vorgelegt wird.
Rüesch Ernst (R, SG): Man kann in guten Treuen für oder gegen eine Steueramnestie sein. Es lassen sich Gründe da- für und dagegen aufzählen. Es ist nachher eine Frage der Wertung.
Herr Kollege Schoch wertet den fiskalischen Grund, das fis- kalische Interesse des Staates geringer als das Interesse der Rechtsdurchsetzung. Das ist seine Auffassung.
Ich möchte einfach daran erinnern, dass wir schon mehrmals in diesem Saale die Rechtsauffassung niedriger und andere Güter höher eingestuft haben. Ich erinnere an unsere Kapi- tulation vor Kaiseraugst. Damals hielt man den Aufwand, der notwendig gewesen wäre, um das Recht polizeilich durchzu- setzen, für viel zu hoch. Man hat lieber kapituliert, als die Rechtsordnung durchzusetzen. Man hat zwei Rechtsgüter gegeneinander abgewogen. Hier ist es auch wieder so, und im Ermessen, im Abwägen, bin ich zur Überzeugung gekom- men, dass die Steueramnestie ein tunliches Mittel sei. Bei zwei Argumenten möchte ich Kollege Schoch widerspre- chen:
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Initiative parlementaire. Amnistie fiscale générale
Er sagt, es bringe den Kantonen offenbar doch nichts, weil die Mehrheit der Finanzdirektoren dagegen sei. Die Mehrheit der Finanzdirektoren hat ebenfalls moralische Skrupel, und Skrupel des Ermessens haben auch hie und da Finanzmini- ster. Aber dass es den Kantonen nichts brächte, das ist doch nicht richtig. Die Steueramnestie wird vor allem die Finanzen der Kantone entlasten, und zwar ganz massiv. Die Kantone haben ja längstens nach Mitteln gesucht, ihre Finanzen zu verbessern. Wir sind ja auch für die Kantone verantwortlich. Denken wir nur, welch grossen Anteil das Bundesbudget an die Kantone abliefert. Je besser die Kantone dastehen, desto mehr wird auch der Bund entlastet.
Frau Meier Josi hat bereits der These widersprochen, es treffe nur die Grossen. Ich bin auch der Überzeugung, es treffe auch die Kleinen. Wer im Bankwesen zu tun hat, weiss, wie viele Steuerhinterzieher es bei den kleinen Leuten gibt. Leute, die ein Vermögen zwischen 20 000 und 50 000 Fran- ken haben, hinterziehen dieses Vermögen noch und noch, weil sie sich sagen, sie versteuern das gleiche nicht viermal: das erste Mal beim kargen Einkommen, Herr Plattner; das zweite Mal als Vermögenssteuer von dem, was man erspart hat, wenn man Selbstvorsorge betreibt; das dritte Mal, indem man die Zinsen auf diesen Vermögen wieder als Einkommen versteuert; das vierte Mal versteuert man das gleiche, wenn man stirbt, d. h., die Erben versteuern es dann mit der Erb- schaftssteuer. Das unterhöhlt dann vor allem bei den kleinen Leuten die Steuermoral. Diese Leute sind sehr zahlreich. Ich könnte solche Fälle aus der Praxis anführen.
Nun ist immer wieder die Steuermoral angesprochen wor- den, und Herr Plattner hat das Gefühl, dass die Steuermoral kaputtgeht, wenn wir nachgeben. Dann sage sich jeder, jetzt kannst du hinterziehen, alle 25 Jahre wirst du begnadigt. Meines Erachtens geht die Steuermoral nicht dadurch ka- putt; sie geht dadurch kaputt, dass wir das Steuerklima ver- schlechtern und weil die Steuerbelastung für die breiten Volkskreise zu gross wird. Im «Wörterbuch des Teufels» des Amerikaners Pierce ist der Obdachlose definiert als «ein Mensch, der alle Steuern bezahlt hat». Das mag wohl etwas übertrieben sein, aber wir haben früher schon im Rahmen der Budgetdebatte darauf hingewiesen, dass die Steuerbela- stung ihre Grenzen hat. Wenn sie einmal so weit geht wie in Schweden, dann hört die Gemütlichkeit auf. Die Leistungs- bereitschaft wird zerstört, die Bereitschaft zur Selbstvorsorge für das Alter verschwindet und das, was einem noch bleibt, wird dann erst recht so weit als möglich hinterzogen. Wir müssen ein gutes Steuerklima fördern, wir dürfen die Steuer- belastung nicht zu hoch anwachsen lassen. Dann bekom- men wir eine gute Steuermoral, und nicht, wenn wir langsam einen Steuerstaat errichten, der dem Bürger jegliches Inter- esse an einer Leistung nimmt.
In diesem Sinne bin ich dafür, der parlamentarischen Initia- tive Folge zu geben.
Präsident: Ich ergreife die Gelegenheit, um unseren alt Prä- sidenten, Luregn Mathias Cavelty, hier in unserem Saale zu begrüssen. (Beifall)
Piller Otto (S, FR): Als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei muss ich zu diesem Geschäft etwas sagen: Nachdem ich Frau Josi Meier, Herrn Morniroli und Herrn Ruesch zuge- hört habe, muss ich nun fast meine Tränen zurückhalten: Ih- nen geht es um all die vielen «kleinen Sünderlein», die man jetzt amnestieren muss. Die Sache ist aber nicht so einfach. Schauen wir doch die Realität an!
Glauben Sie wirklich, es gehe hier um die «kleinen Sünder- lein»? Es geht doch um etwas ganz anderes!
Erstens einmal wissen wir ganz genau, dass die kleinen Spa- rer, der Mann und die Frau mit dem kleinen Einkommen, wenn sie ihr Bankbüchlein bei den Steuerbehörden nicht an- geben, eine Verrechnungssteuer entrichten, die höher ist, als es der geschuldete Steuerbetrag wäre. Sie bezahlen mehr, als sie eigentlich müssten. Das heisst, sie haben das längst bezahlt.
Wenn Sie aber unsere heutige Steuerstatistik ansehen, dann wissen Sie auch, wie viele Vermögensmillionäre wir in der
Schweiz haben, die keine Steuern bezahlen. Neueste Unter- suchungen zeigen das. Ich möchte hier deutlich sagen: Wenn ich als Sozialdemokrat gegen diese parlamentarische Initiative bin - ich war schon gegen die Motion, Herr Delalay -, dann mit Überzeugung. Ich bin nämlich der Mei- nung, dass jemand, der eine Steuerhinterziehung begeht - da bin ich mit Herrn Schoch einverstanden -, im Prinzip den Staat betrogen hat. Es geht daher nicht an, dass man mit ei- ner Amnestie einen Federstrich unter die Sache macht, die «Steuergerechtigkeit» anruft und sagt, die anderen Steuer- zahler würden dadurch entlastet.
Frau Josi Meier, ich schätze Sie sehr. Das wissen Sie. Wenn aber jemand während zwanzig Jahren Steuern hin- terzogen hat, dann schuldet er diese Steuern im Grunde ge- nommen noch. Ich sehe nicht ein, dass man dann mehr Steuergerechtigkeit herstellt, indem man einfach alles am- nestiert.
Vom Staat her betrachtet, der etwas mehr Geld erhält, und auch vom Wirtschaftskreislauf her gesehen, der - wie es in der Begründung heisst - neu einen notwendigen Impuls be- kommt, mag zwar eine Steueramnestie als wünschenswert erscheinen. Für mich aber ist die Gerechtigkeit höher einzu- stufen. Ich habe hier, als es um die Drogenpolitik ging, ein- mal die Aussage «der Staat als Dealer» gehört. Nun geht es um «den Staat als Hehler». Auch diesbezüglich stellen sich Fragen. Muss und darf man dem zustimmen? Ich bin mit Herrn Rüesch einverstanden, dass es hier um eine Rechts- güterabwägung geht. Ich bin aber in diesem Punkt eindeutig der Meinung von Herrn Schoch.
Noch eine Bemerkung zu Herrn Rüesch: Sie wissen ganz ge- nau - Sie sind ja ein alter Fuchs -, dass wir in der Schweiz verglichen mit dem Ausland sehr tiefe Steuern haben. Wir haben schon dreimal Amnestien beschlossen. Was heute passiert, geht auf 25 Jahre zurück. Diejenigen, die Steuern hinterzogen haben, haben sie nicht hinterzogen, weil die steuerliche Belastung zu hoch ist. Vielmehr geht es um Leute, die den Staat betrügen, wo immer es nur geht. Sie zahlen zum Teil überhaupt keine Steuern.
Letzte Bemerkung, Frau Josi Meier: Sie wissen, dass wir in diesem Rate immer wieder Anträge des Bundesrates, insbe- sondere des Finanzministers, gehabt haben, um mehr Steu- erfahnder anzustellen. Die gleichen Kollegen, die hier nun so vehement für diese Amnestie eintreten, haben dem Bundes- rat die nötigen Mittel unter Anrufung des Personalstopps ver- weigert und gesagt, es brauche nicht mehr Beamte. Ich bin davon überzeugt, dass wir heute in einer Zeit der Arbeitslo- sigkeit gute Leute für die Steuerfahndung finden würden. Wenn man Steuerfahndung betreiben will, kann man das! Ich bin für diesen Weg. Der Staat soll die Gesetze durchsetzen. Das Steuergesetz soll für alle gelten, wirklich für alle. Die Steuerbetrüger sollen hart angefasst werden und ihre Schul- den zurückbezahlen.
Darum kann ich aus innerster Überzeugung dieser Amnestie nicht zustimmen. Natürlich wurde die Motion überwiesen, es handelt sich um eine Frage der Verzögerung, auch durch den Bundesrat. Ich verstehe Herrn Delalay, dass er nachge- doppelt hat. Ich war aber schon gegen die Motion. Als Sozi- aldemokrat habe ich mir doch noch erlaubt, das richtigzustel- len, was die «kleinen Sünderlein» anbetrifft.
Ich kann Ihnen versichern, dass ich ähnlich wie Frau Josi Meier denke, wenn es wirklich um die «kleinen Sünderlein» geht. Hier aber geht es nicht um die «kleinen Sünderlein»!
Meier Josi (C, LU): Ich möchte Herrn Piller bestätigen, dass mir diese «kleinen Sünderlein» immer am Herzen gelegen sind. Aber das Verrückte ist ja, dass ausgerechnet sie von den Steuerfahndern zuerst erwischt werden. Und sie gelten dann nicht, wie sie selbst meinen, als Leute, die die Steuern bezahlt haben, weil ihnen hohe Verrechnungssteuern abge- zogen wurden, sondern sie gelten als Leute, die dem Kanton und den Gemeinden Steuern hinterzogen haben; sie haben dann eben Strafsteuern und Nachsteuern zu bezahlen. Auch sie möchten sich mit Amnestien von diesen Problemen ent- lasten, und das finde ich sehr gut. Ich versuche ja, wie wir alle, diesen Leuten den Weg in die Legalität aufzuzeigen.
S
Parlamentarische Initiative. Allgemeine Steueramnestie
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Der Unsinn des Systems ist aber, dass gerade sie die am schnellsten erwischten Sünder sind. Voilà!
Schmid Carlo (C, Al): Nur ein kurzes Wort: Es geht nicht nur um die kleinen Sünder. Es geht um die kleinen Leute insge- samt. Frau Meier Josi hat darauf hingewiesen, und diesen Gedanken möchte ich noch einmal unterstreichen. Herr Delalay hat den Gedanken einer Amnestie nicht gefasst, weil er in seinem Treuhandbüro einen Kunden hat, dem er in die- ser Hinsicht gefällig sein muss. Das war eine Finanzbeschaf- fungsaktion. Wir sind nun in einer Zeit, in der wir jährlich De- fizite produzieren, in der uns das Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Zum Teil sparen wir, zum Teil haben wir zu we- nig Einnahmen. Wenn wir mit einer Amnestie dafür sorgen können, dass hinreichend Milliardenbeträge zum Vorschein kommen und damit das Steuersubstrat vergrössert wird, dann tun wir etwas für die kleinen Leute, denen wir minde- stens auf ein paar Jahre ersparen können, mit Abgabenerhö- hungen rechnen zu müssen, ob das nun auf dem Weg der di- rekten Bundessteuer, auf dem Weg der Mehrwertsteuersatz- erhöhung, weil man es anders finanzieren kann, oder auf an- derem Weg ist.
Selbstverständlich habe ich den grössten Respekt vor den Überlegungen von Herrn Schoch. Was er uns dargelegt hat und was Herr Piller uns darlegt: Es braucht doch jemanden, der hier nein sagt. Damit will ich nicht bestreiten, dass Sie an sich recht haben. Aber: es gibt den Spruch «Summum jus, summa injuria» oder auch «Fiat justitia, pereat mundus». Sie können den Rechtsanspruch des Staates bis zum bitteren Ende durchziehen. Was nützt es den kleinen Steuerzahlern, wenn sie zusehen können, wie die grossen Hinterzieher zwar bestraft werden, sie selber aber trotzdem weiter die grossen Steuerlasten tragen müssen?
Es ist unter dem Titel einer verteilenden Gerechtigkeit gera- deso gut, wenn man hie und da einmal fünfe gerade sein lässt, wenn man damit den Kleinen helfen kann.
Das ist der tiefere Sinn, weswegen ich einer solchen Amne- stie zustimme.
Delalay Edouard (C, VS): Le large débat auquel vous avez participé et auquel je m'apprête aussi à apporter ma con- tribution devrait même me dispenser d'intervenir, mais je suis un peu comme M. Piller, je ne peux pas ne pas interve- nir dans ce débat, ne serait-ce que pour motiver la raison pour laquelle j'ai déposé cette initiative parlementaire après la transmission de ma motion par notre Conseil et par le Conseil national. Je vous rappelle tout de même que ma motion avait été cosignée par 27 conseillers aux Etats et qu'elle a été transmise par notre Conseil par 22 voix contre 10.
Je ne veux pas répéter tout ce qui a été dit tout à l'heure, et je vais essayer de trouver quelques arguments originaux. Ce qui m'a essentiellement incité à déposer cette initiative parlementaire, c'est tout simplement les lenteurs du Conseil fédéral à réaliser les buts de la motion transmise par les deux Conseils. Faut-il rappeler que la motion a été traitée dans no- tre Conseil en 1993, alors qu'elle a été déposée déjà en 1992? Ça fait déjà trois ans maintenant que la motion a été déposée et on n'est pas plus avancé aujourd'hui que ce que vous constatez. Il y a donc quelques raisons de manifester un peu d'impatience, d'autant plus que je dois dire que ce qui a déclenché la décision de déposer une initiative parlemen- taire, c'est une réponse que notre ministre des finances, M. Stich, a faite au Conseil national à une question qui lui a été posée. Je lui dis en toute amitié que je considère sa ré- ponse comme un peu désinvolte quand il a dit qu'il fallait d'abord attendre de voter sur l'initiative populaire proposant la suppression de l'impôt fédéral direct, parce qu'il est évi- dent que si ce dernier était supprimé, il n'y aurait plus besoin d'une amnistie fiscale. Je ne peux pas admettre un tel raison- nement. C'est une attitude contraire à l'application correcte des règles écrites ou non écrites qui régissent les rapports entre les Conseils, et c'est la raison pour laquelle j'ai engagé cette nouvelle procédure.
On peut, à juste titre, se poser la question aujourd'hui de sa-
voir si l'initiative parlementaire ne fait pas double emploi avec le projet du Conseil fédéral qui, tout d'un coup, a été sorti du tiroir après le dépôt de l'initiative parlementaire. Je ne crois pas qu'il y a double emploi, et cela pour les raisons suivantes: 1. Les retards accumulés dans le passé en cette affaire m'incitent à penser que, malgré la consultation ouverte aujourd'hui auprès des cantons, des partis, des associations, etc., par le Conseil fédéral, des retards seront encore accu- mulés dans la suite de la procédure parce qu'on voit très bien qu'il y a une mauvaise volonté du Département fédéral des finances concernant cette question.
Enfin, on a évoqué la récente prise de position des directeurs cantonaux des finances qui, je dois le dire, se soignent, parce que dans une première décision la majorité contre l'amnistie fiscale était beaucoup plus forte que lors de la dé- cision qui a été prise il y a quelques jours où la majorité qui rejette cette amnistie fiscale était très faible.
Je vous invite donc à mettre fin d'une manière ferme à cette valse-hésitation qui prévaut, en suivant la Commission des affaires juridiques, et en donnant suite à l'initiative parlemen- taire.
Je comprends parfaitement que, sur le fond, on puisse émet- tre des réserves à l'égard d'une amnistie fiscale générale pour des motifs éthiques ou moraux. Il s'agit aujourd'hui non pas de discuter sur le fond - on l'a déjà fait lors du dévelop- pement des motions -, mais de signifier au Conseil fédéral que nous entendons que les décisions du Parlement soient appliquées, et qu'il ne saurait tenir le Parlement et le peuple dans un état de sujétion peu compatible avec les exigences de la démocratie.
Je répète que j'ai beaucoup de compréhension et que je res- pecte les motifs qui animent MM. Schoch, Plattner ou Piller qui s'opposent à une amnistie fiscale générale. Mais je vou- drais tout de même relativiser ce sentiment de bonne cons- cience que les défenseurs de la morale affichent volontiers en disant que la Confédération elle-même n'a pas tellement de scrupules à vivre actuellement, année après année, des recettes de l'impôt anticipé. Or, chacun sait très bien que ce qui reste à la Confédération de l'impôt anticipé est constitué par ce que les contribuables ne déclarent pas de leur fortune ou de leurs revenus et cela au détriment des cantons et des communes. Je suis prêt à accorder à chacun la présomption de bonne foi, mais je ne voudrais pas que l'on pousse trop loin l'argument de la droiture fiscale, alors que la Confédéra- tion encaisse aujourd'hui sans état d'âme et conserve le pro- duit de ce que l'on appelle la fraude fiscale. Je voudrais donc à cet égard rassurer ceux d'entre nous qui font aujourd'hui une espèce de crise de conscience démesurée, en leur di- sant qu'il faut savoir raison garder et ne pas prendre en compte des arguments au-delà de leur valeur.
Je vous invite à donner votre appui à cette amnistie fiscale générale qui est à même - il faut le dire aussi - d'apporter quelques fonds aux cantons, aux communes et même à la Confédération. Or, toutes ces collectivités publiques en ont bien besoin.
Coutau Gilbert (L, GE), rapporteur: La discussion que nous venons d'avoir ressemble à s'y méprendre à celle que nous avons tenue le 1er mars 1993. A cette date, nous avions transmis la motion Delalay et tous les arguments qui ont été
Initiative parlementaire. Examen de rapports
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développés aujourd'hui l'avaient été déjà il y a trois ans, ou peu s'en faut. C'est la raison pour laquelle il me semblait que le débat n'avait pas tellement comme objet le fond et le prin- cipe d'une amnistie fiscale, question que nous avions résolue en transmettant la motion Delalay le 1er mars 1993, mais bien plutôt une question de forme et de calendrier dans l'exé- cution de cette demande que nous avions formulée d'une façon expresse.
C'est la raison pour laquelle, à la fin de ce débat, je ne revien- drai pas sur les arguments qui ont déjà été tout à fait claire- ment énoncés il y a trois ans, et qui ont été répétés pour la plupart aujourd'hui. Un seul, me semble-t-il, devrait quand même être démenti une fois encore: c'est l'idée fallacieuse qu'une amnistie fiscale ne profite qu'aux «gros». Cette idée est démentie par l'expérience pratique, quotidienne, profes- sionnelle dont Mme Meier Josi a fait état. Elle est démentie également par le rapport que le Conseil fédéral avait présenté à la suite de la dernière amnistie fiscale, où il avait très net- tement indiqué que ses produits avaient été très largement répartis entre les différentes catégories de contribuables.
En ce qui concerne la suite de la procédure - MM. Delalay et Bisig l'ont indiqué - si le Conseil fédéral respecte son propre calendrier, si l'on tient compte à partir de la fin du mois de juin des réponses à la consultation, et si le Conseil fédéral fait une synthèse et présente un projet définitif d'ici la fin de l'an- née, nous pourrions voter ce projet au courant de 1996. De toute façon, le projet que nous aurons accepté et qui impose une modification de la constitution sera soumis au vote du peuple et des cantons. Puis, nous aurons à résoudre le pro- blème de la loi d'application à la suite de laquelle un éventuel référendum pourrait être encore demandé, si bien qu'il y a une certaine urgence si l'on veut respecter les dates indi- quées dans la motion transmise le 1er mars 1993.
C'est la raison pour laquelle il faut maintenir une certaine pression sur le Conseil fédéral, et, après la répétition du dé- bat de 1993, je vous demande au nom de la commission de répéter votre vote de 1993 et de donner suite à l'initiative parlementaire Delalay, de façon à maintenir une certaine lo- gique dans notre décision et à ce que le Conseil fédéral se rende compte que malgré sa mauvaise volonté, il doit nous présenter un projet conforme à notre décision expresse.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission (Folge geben) Für den Antrag Schoch (keine Folge geben)
28 Stimmen
7 Stimmen
94.430
Parlamentarische Initiative (Büro-NR) Behandlung von Berichten. Anderung des Geschäftsverkehrsgesetzes
Initiative parlementaire (Bureau-CN) Examen de rapports. Modification de la loi sur les rapports entre les Conseils
Bericht und Gesetzentwurf des Büros-NR vom 11. November 1994 (BBI 1995 Il 651) Rapport et projet de loi du Bureau-CN du 11 novembre 1994 (FF 1995 || 614)
Stellungnahme des Bundesrates vom 30. Januar 1995 (BBI II 655) Avis du Conseil fédéral du 30 janvier 1995 (FF II 618)
Beschluss des Nationalrates vom 2. Februar 1995 Décision du Conseil national du 2 février 1995
Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière
Schmid Carlo (C, Al), Berichterstatter: Sie haben einen Be- richt des Büros des Nationalrates ausgeteilt erhalten, wel- cher eine Art Botschaft bildet. Nachdem der Nationalrat die- ser Initiative zugestimmt hatte, nahm Ihre Kommission die- sen Bericht ebenfalls als Grundlage der Beratung und hatte nicht die Auffassung, es sei nötig, noch einmal eine eigene Botschaft auszuarbeiten.
Das Anliegen geht auf eine Anregung von Herrn Nationalrat Dettling zurück, wonach bei der Beratung der bundesrätli- chen Berichte eine Qualifikation eingeführt werden soll. Be- richte sollen in zustimmendem oder in ablehnendem Sinne zur Kenntnis genommen werden können. Das Büro des Na- tionalrates hat diese Anregung aufgenommen und sie durch eine Änderung des Geschäftsverkehrsgesetzes gesetzes- technisch umgesetzt. Der Bundesrat hat in seiner Stellung- nahme zugestimmt und lediglich eine gesetzessystemati- sche Anregung gemacht. Der Nationalrat hat diese Vorlage in der Sondersession vom Januar 1995 diskussionslos ange- nommen und eine systematische Anregung an die Redakti- onskommission weitergegeben.
Es geht hier um die Frage, ob - ich nenne das Beispiel des Berichts des Bundesrates über die Aussenpolitik der Schweiz in den neunziger Jahren - bei der Kenntnisnahme solcher Berichte eine positive oder eine negative Haltung zum Ausdruck gebracht werden soll. Diese Frage stellt sich vor allem deswegen, weil einige Vorkommnisse in letzter Zeit gezeigt haben, dass Bundesräte nicht ungern eine gemäss Geschäftsverkehrsgesetz schlichte Kenntnisnahme sehr weit als zustimmende Kenntnisnahme interpretiert haben.
Wenn dem schon so ist, soll das Parlament tatsächlich die Fähigkeit haben zu sagen, ob es positiv oder negativ zu ei- nem Bericht steht. Zur Kenntnis zu nehmen hat es ihn, wenn es ihn nicht zurückweisen will.
Wir haben dieses Geschäft am 3./4. April in der Kommission behandelt. Wir haben es in kurzen Zügen behandelt und ha- ben diese Ergänzung als eine mögliche und sinnvolle Ergän- zung betrachtet. Sehr viel Herzblut ist nicht geflossen.
Wir empfehlen Ihnen, dieser Initiative ebenfalls zuzustim- men.
Noch eine Bemerkung zur Bezeichnung von Artikel 45quater (neu): Die formelle Seite der Geschichte, zu der ich Ihnen kurz Bericht erstattet habe, hat zu folgendem Brief der Re- daktionskommission geführt: «Anlässlich der Behandlung der eingangs erwähnten Vorlage im Nationalrat am 2. Februar 1995 wurde die Frage aufgeworfen, ob der neue
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Parlamentarische Initiative (Delalay) Allgemeine Steueramnestie Initiative parlementaire (Delalay) Amnistie fiscale générale
In
Dans
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1995
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.426
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
14.06.1995 - 08:00
Date
Data
Seite
610-618
Page
Pagina
Ref. No
20 026 012
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