25 septembre 1995 N
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Interpellation Iten Joseph
lich didaktischer Begleitmaterialien für die Lehrkräfte in Auf- trag zu geben, gegebenenfalls zu unterstützen, das den Leh- rerinnen und Lehrern hilft, in der Schule Rassismus zu the- matisieren, ausländerfeindliche Einstellungen abzubauen und einen Beitrag zu leisten für das bessere interkulturelle Verständnis der Schweizer Jugendlichen.
Texte du postulat du 6 octobre 1993
On est consterné de voir qu'un nombre toujours plus grand d'élèves des écoles moyennes suisses font preuve de ra- cisme et ignorent fréquemment nos liens et engagements in- terculturels.
C'est pourquoi nous prions le Conseil fédéral de faire le né- cessaire, le cas échéant d'allouer une aide, pour que soient mis à la disposition des écoles moyennes de tous les degrés des ouvrages pédagogiques appropriés ainsi que du matériel didactique spécial à l'intention des enseignants. Ce matériel aura pour but d'aider les enseignants à traiter à l'école le thème du racisme et à éliminer les comportements racistes; il fournira également une contribution en vue d'améliorer la compréhension interculturelle des jeunes Suisses.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Fankhauser, Zbinden (2)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 10. November 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 10 novembre 1993
In den verschiedensten Lebensbereichen trifft man leider zu- nehmend auf ausländerfeindliche oder gar rassistische Ein- stellungen. Dies und vor allem auch die Tatsache, dass in un- seren Schulen solche Tendenzen feststellbar sind, muss uns sehr beunruhigen.
Der Bundesrat teilt die Auffassung des Urhebers, dass gegen solche Tendenzen generell und besonders in den Schulen anzukämpfen ist. Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sind in der Tat zu thematisieren, derartige Einstellungen sind ab- zubauen, und Toleranz und Verständnis für das Anderssein sind zu fördern. Dass dies bei unserer Jugend besonders wichtig ist, braucht nicht betont zu werden.
Aufklärung und Diskussion im Elternhaus und in der Schule sind sicher die wichtigsten Stützen im Kampf um ein besse- res interkulturelles Verständnis. Sie allein genügen aber wohl nicht. Geeignete Unterrichtshilfen für Lehrende und Ler- nende können hier ohne Zweifel wichtige Hilfen leisten. Ein Blick in die Kataloge der kantonalen, interkantonalen, aber auch ausländischen Lehrmittelverlage zeigt, dass zu dieser Thematik schon etliche gute Unterrichtsmittel vorhanden sind. Wichtig ist, dass sie im Schulalltag auch benützt wer- den.
Mit Ausnahme des Turn- und Sportunterrichts hat sich der Bund bisher aus dem eigentlichen Lehrmittelbereich heraus- gehalten. Er überlässt somit die Sorge für die Lehrmittel - vor allem im obligatorischen Schulbereich sowie im Mittelschul- bereich - verfassungskonform den Kantonen. Mangels ent- sprechender rechtlicher und damit auch finanzieller Grundla- gen kann deshalb das vorliegende Postulat nicht angenom- men werden.
Hingegen soll es auch künftig nicht ausgeschlossen sein, dass bestimmte Materialien, die für einen breiteren Adressa- tenkreis erarbeitet werden und sich gut für die Schulen eig- nen, auch diesen abgegeben werden. Der Bundesrat hat dies im übrigen auch in seiner Antwort auf die Einfache An- frage Stamm Judith vom 18. Juni 1993 betreffend die Kom- mission für Rassismusfragen festgehalten.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
Le président: M. Gross Andreas n'est pas dans la salle.
Abstimmung - Vote Für Überweisung des Postulates Dagegen
31 Stimmen 56 Stimmen
94.3530
Interpellation Iten Joseph Forum für Schweizer Geschichte in Schwyz Forum de l'histoire suisse de Schwytz
Diskussion - Discussion Siehe Seite 983 hiervor - Voir page 983 ci-devant
Iten Joseph (C, NW): Die Interpellation datiert vom Dezem- ber 1994. Ich habe damals den Bundesrat gebeten, die Ant- wort noch vor Einweihung des Forums der Schweizer Ge- schichte in Schwyz zu erstatten. Die schriftliche Antwort auf die Interpellation ist erfolgt. In der Zwischenzeit hat auch die Eröffnung dieses Forums stattgefunden. Ich durfte bei der Er- öffnung Gast sein und konnte feststellen, dass die Vorberei- tung und auch die Durchführung dieser Eröffnungsfeierlich- keiten einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben. Jeden- falls haben sie den Eindruck hinterlassen, man sei bei die- sem Forum seit der Eröffnung sehr kostenbewusst.
Ich habe mich von der Antwort des Bundesrates nur teilweise befriedigt erklärt, weil ich in der schriftlichen Antwort des Bun- desrates die klaren Massnahmen und die Ankündigung von Sicherheitsvorkehren vermisst habe, dass sich solche Fehl- leistungen bei neuen Projekten nicht wiederholen. Ich denke oder hoffe jedenfalls, dass das Departement aus den Vor- kommnissen beim Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz die nötigen Konsequenzen gezogen hat oder noch ziehen wird. Vielleicht kann Frau Bundesrätin Dreifuss heute dazu noch etwas sagen. Unter dem Vorbehalt, dass wir zur Kenntnis nehmen können, dass sich diese Vorkommnisse nicht mehr wiederholen, dass Massnahmen getroffen werden in bezug auf die personellen Verflechtungen und auf die Pro- jektierung der bevorstehenden grossen Bauvorhaben aus dem EDI, könnte ich mich von der Antwort des Bundesrates gänzlich befriedigt erklären.
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Je réponds volontiers à M. Iten Joseph pour l'assurer que nous avons tiré les conclu- sions des difficultés que nous avons rencontrées pendant les deux ans qui ont précédé l'ouverture du «Forum de l'histoire suisse». Nous avons réagi en fait par une enquête confiée à M. Hans Dürst en lui demandant d'examiner les raisons, à la fois des difficultés du projet lui-même, et de l'organisation de ce projet.
Sur la base de cette enquête administrative que nous avions commandée, nous avons immédiatement tiré les conséquen- ces sous forme d'un catalogue de mesures spéciales de mise en place d'une structure de projets efficaces. Je remercie M. Iten d'avoir souligné que, grâce à ces mesures, l'inaugu- ration s'est bien passée; depuis, le musée remporte un franc succès auprès du public, et les échos dans la presse sont lar- gement positifs.
Chaque projet est bien sûr un peu différent, mais, dans ce do- maine, ce sont surtout deux types de problèmes que nous avons rencontrés, et la leçon est bien comprise:
la difficulté d'aménager des musées dans des bâtiments qui ont été construits à d'autres fins. Nous avons eu aussi le problème à Prangins, nous l'avons eu à Schwytz. Il n'est pas facile d'utiliser des bâtiments, souvent en mauvais état ou qui ont été construits à d'autres fins, pour les besoins d'un mu-
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Interpellation Weder Hansjürg
sée. Tout le soin sera apporté à l'avenir à ce type de problè- mes si nous devions nous trouver dans la même situation. 2. L'autre problème concerne le projet lui-même et la struc- ture administrative et scientifique nécessaire pour la réalisa- tion d'un tel projet. Là, je précise que non seulement Schwytz a prouvé que les mesures que nous avons prises étaient bon- nes, mais que nous avons, pour Prangins comme pour d'autres projets, des systèmes et des structures qui permet- tent de régler les problèmes administratifs, tout en laissant à ceux qui sont chargés de la transposition scientifique des problèmes ce qu'il leur faut de liberté pour y arriver.
J'aimerais donc dire que depuis l'inauguration, les choses se poursuivent bien. Nous avons également pu, en août 1995, mettre en place la «Betriebskommission». Ce qui nous paraît peut-être le plus important, c'est que non seulement nous avons réussi à former une structure qui a permis la mise en place du «Forum de l'histoire suisse», mais que, maintenant, nous avons aussi créé des conditions de fonctionnement nor- mal avec les personnes chargées de la direction, et surtout, avec cette «Betriebskommission» qui doit les appuyer. Je crois donc pouvoir affirmer que les leçons ont effectivement été tirées de cette expérience.
93.3627
Interpellation Weder Hansjürg Zerfall schützenswerter Denkmäler in der Schweiz Monuments historiques en péril
Diskussion - Discussion
Siehe Jahrgang 1994, Seite 642 - Voir année 1994, page 642
Weder Hansjürg (U, BS): Ich bin mit der erhaltenen Antwort nicht zufrieden, Frau Bundesrätin. Sie können sich das sicher vorstellen, nachdem wir in der Finanzkommission schon über Denkmal- und Heimatschutzprobleme geredet haben. Ich will Ihnen aber gerne sagen, warum ich nicht einverstanden bin und möchte den Rat ermuntern, sich dieses Problems anzu- nehmen.
Vor allem möchte ich meine Freunde in der Finanzkommis- sion bitten: Hören Sie auf, in der Abteilung Kultur Ihre Ab- neigung gegen alles, was Kultur bedeutet, auszuleben. Die Kultur, und in diesem Falle der Denkmalschutz, hat für die Schweiz eine viel höhere Bedeutung, als Sie annehmen. Wer nämlich die Schweiz mit wachen Sinnen bereist oder Jürg Frischknechts Buch «Wandert in der Schweiz, solange es sie noch gibt» liest, stellt mit Erschrecken fest, dass das Aus- mass der Heimatzerstörung Dimensionen angenommen hat, die nach Gegenoffensiven rufen, um nicht zu sagen, schreien. Eine einzige Generation hat in wenigen Jahrzehn- ten die reiche Kultur- und Naturlandschaft der Schweiz in eine über weite Strecken trostlose Zivilisationslandschaft ver- schandelt, indem sie althergebrachte Bausubstanz dem Ab- bruchhammer überantwortete, unersetzliche Baudenkmäler vernichtete und entstellte und hässliche Veränderungen an Orts- und Stadtbildern zuliess.
Basel z. B. - ich nehme dieses Beispiel, weil es mir selber schrecklich weh tut - hat in den fünfziger, sechziger und sieb- ziger Jahren mehr an kulturhistorisch bedeutender Bausub- stanz freiwillig, d. h. via Spekulation, vernichtet, als Freiburg in Breisgau im letzten Weltkrieg durch die Bombardements verloren hat. Andere Schweizer Städte sind mit ihrem Kultur- gut ähnlich verfahren und umgesprungen.
Das Bild der trostlosen Stadtlandschaft ist uns allen bekannt. Denkmäler früherer Zeiten sind keine Reliquien oder Schau- stücke für versponnene Träumer oder für weltfremde Liebha-
ber, es sind vielmehr Urkunden unserer Vergangenheit, Ver- mächtnisse unserer Ahnen und lebendige Zeugen unserer Heimat. Indem wir aber die bauliche und landschaftliche Um- gebung blindlings verwüsten, bedrohen wir nach Professor Konrad Lorenz uns selbst am meisten. Man merkt kaum, dass bei diesem barbarischen Prozess selbst unsere Seelen Schaden nehmen. Vor allem verlieren die Heranwachsenden den Respekt vor der baulichen und landschaftlichen Umge- bung. Woher soll denn dem heranwachsenden Menschen Ehrfurcht vor irgend etwas kommen, wenn alles, was er sieht, billiges und hässliches Menschenwerk darstellt?
Denkmalschutz und Heimatschutz heisst Bewahrung von Landschaften, von Einzelwerken und Ensembles, die für die Schönheit unseres Landes stehen. Denkmalschutz heisst aber auch Kreativität im Bemühen, Städte und Dörfer in ih- rem ursprünglichen Zustand zu erhalten und zu pflegen und in einem gesunden Mass zu ergänzen.
Im europäischen Jahr für Denkmalpflege und Heimatschutz wurde seinerzeit - ich habe das in der Interpellation erwähnt - die Deklaration von Amsterdam auch von der Schweiz unter- zeichnet. Ich wiederhole das gerne, Frau Bundesrätin, weil wir Mitunterzeichner sind. Unser Land als Mitunterzeichner- staat trägt eine höhere Verantwortung, und ich sehe nicht ganz ein, warum wir diese nun den Kantonen zuschieben. Wir müssen in irgendeiner Form für unser Land, für unsere überlieferten Kulturschätze auch vermehrt Gelder vom Bund flüssigmachen, auch wenn das im Moment weh tut.
Die Charta von Amsterdam postulierte unter anderem: «Die überlieferten Kulturschätze sind gemeinsamer Besitz.» Dar- aus erwächst allen europäischen Völkern eine gemeinsame Verantwortung, diesen Besitz gegen die wachsende Bedro- hung vor Vernachlässigung und Verfall, absichtlicher Zerstö- rung, massstabfremden Neubauten und Beeinträchtigungen durch übermässigen Verkehr zu schützen.
In diesem Zusammenhang bringe ich Ihnen gerne zur Kennt- nis, was Professor Binswanger kürzlich postuliert hat. Er er- wähnte folgendes: «Wer ein wertvolles Gebäude abbricht oder ein hässliches aufstellt, verletzt Eigentumsrechte der Allgemeinheit.» Daraus entwickelte Binswanger das kon- krete Postulat, den Abbruch alter Häuser durch eine erwei- terte Heimatschutzgesetzgebung zu erschweren; das würde dann den Bund betreffen. Generell hätte zu gelten, dass nicht der Wert eines älteren Gebäudes bewiesen werden muss, um seine Erhaltung zu rechtfertigen, sondern umgekehrt müssten der allfällige Unwert, die Baufälligkeit oder Belang- losigkeit eines älteren Hauses nachgewiesen werden, um seine Vernichtung zu rechtfertigen. Dieser Gedanke wäre zu verfolgen; ich sage das hier gerne, weil ich vermute, dass dies hier nach zwölf Jahren mein Schwanengesang ist. Ich vermute es; es könnte auch sein, dass noch etwas anderes kommt. Ich sage es nochmals, um Ihnen den Denkmalschutz ans Herz zu legen. In diesem Rat hat der kulturelle Teil doch immer ein wenig Nachholbedarf.
Eine immer grössere Rolle spielt beim Denkmalschutz auch die ständig zunehmende Luftverpestung. Die aggressiven Gifte zerfressen den Stein und mit ihm die Skulpturen und Or- namente. Hier auch wieder ein Beispiel aus Basel: Am Mün- ster befinden sich praktisch keine Originalplastiken mehr; sie stehen, soweit noch erhalten, im Augenblick noch im Mün- stermuseum. Ich sage «im Augenblick noch», weil in Basel die Regierung beschlossen hat, das Münstermuseum zu schliessen. Die Ersatzplastiken sind teuer und bleiben trotz- dem Plagiate, und auch sie werden nach 30 bis 40 Jahren wieder kaputt sein. So setzt sich der Teufelskreis fort, bis auch den letzten Ignoranten klarwerden wird, dass die Luft- reinhaltung von allergrösster Dringlichkeit ist.
Unser bauliches Erbe kann nur überleben, wenn sein Wert auch von Politikern und zuständigen Instanzen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene erkannt wird. Ich bin Ihnen dankbar, Frau Bundesrätin Dreifuss, dass Sie mir darin zu- stimmen, dass die Baudenkmäler in der Schweiz wirklich be- droht sind.
Es ist unsere Pflicht, diese Kulturgüter zu erhalten. Wir ste- hen in der Verantwortung gegenüber kommenden Generatio- nen, aber auch gegenüber vergangenen Generationen, denn
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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05
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25.09.1995 - 14:30
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