Interpellation Hess Otto
2237
95.3208
Interpellation Kühne Landwirtschaftsgesetz. Umlagerungsprinzip Loi sur l'agriculture. Transfert des subventions
Wortlaut der Interpellation vom 6. Juni 1995 Das Parlament hat beschlossen, dass die frei werdenden Mittel aus dem Gatt-bedingten Abbau der internen Stützung in Gatt-rechtlich erlaubte Massnahmen umgelagert werden. Nachdem die im geltenden Finanzplan vorgesehene Aufstok- kung der Direktzahlungen aufgrund der zu erwartenden Teuerung und der Entwicklung der Agrarpolitik aus innenpo- litischen Gründen (bewusste Förderung des ökologischen Landbaus, Entwicklung der Produktionskosten und der bäu- erlichen Einkommen gemäss Art. 29 LwG, Erhaltung des realen Wertes der heute eingesetzten Mittel usw.) bemessen wurde, wird eine Erhöhung der Finanzplanzahlen mit dem Beginn der Gatt-Umsetzung am 1. Juli 1995 erforderlich. Wir ersuchen den Bundesrat aufzuzeigen, wie er das vom Parlament beschlossene Umlagerungsprinzip praktisch um- zusetzen gedenkt.
Texte de l'interpellation du 6 juin 1995
Le Parlement a décidé que les moyens libérés par le déman- tèlement, requis par le Gatt, des mesures de soutien interne, doivent être utilisés pour financer des dispositions que le droit découlant de l'accord en question autorise.
Étant donné que l'augmentation des paiements directs, pré- vue dans l'actuel plan financier, a été calculée en fonction du renchérissement attendu et de l'évolution de la politique agri- cole en raison de facteurs internes (encouragement ciblé de la culture biologique, développement des coûts de la produc- tion et des revenus agricoles conformément à l'art. 29 LAgr, maintien de la valeur réelle des moyens actuellement enga- gés, etc.), il sera nécessaire de relever les chiffres indiqués dans le plan financier lorsque l'accord du Gatt commencera à produire ses effets, c'est-à-dire à partir du 1er juillet 1995. Nous demandons au Conseil fédéral de dire comment il en- tend réaliser la décision du Parlement de procéder au trans- fert des subventions.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Binder, Bürgi, Dormann, Engler, Fischer-Sursee, Gobet, Gros Jean-Michel, Hari, Hess Otto, Iten Joseph, Jaggi Paul, Leu Josef, Maurer, Philipona, Ruckstuhl, Rutishauser, Stamm Judith, Tschup- pert Karl, Wanner, Wick, Wittenwiler, Wyss William (23)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. September 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 septembre 1995
Im Rahmen der Beratungen über die Gattlex hat das Parla- ment im Dezember 1994 beschlossen, in die Übergangsbe- stimmungen des Landwirtschaftsgesetzes folgende Garantie aufzunehmen: «Während der Übergangsperiode gemäss Artikel 1 Buchstabe f des Gatt-Übereinkommens vom 15. April 1994 über die Landwirtschaft werden die Mittel, die in- folge der schweizerischen Gatt/WTO-Verpflichtungen im Be- reich der internen Stützung abzubauen sind, bei der Anwen- dung der Landwirtschaftsgesetzgebung auf die Finanzierung Gatt/WTO-rechtlich nicht abzubauender Massnahmen verla- gert. Dabei sind die allgemeine Wirtschaftslage sowie die ge- sellschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zu be- rücksichtigen.»
Die im Finanzplan vorgesehenen Mittel bezwecken aller- dings nicht ausschliesslich die bewusste Förderung des öko- logischen Landbaus, den Ausgleich der Teuerung auf den Produktionsmitteln und die Sicherung des bäuerlichen Ein- kommens, wie es der Interpellant erwähnt. Sie sind vielmehr bereits eingeplant worden, um die Auswirkungen der sowohl aus internen als auch externen Gründen notwendig geworde- nen Preisreduktionen auszugleichen, welche klar in die Rich- tung der im Rahmen des Gatt/WTO-Vertrages eingegange- nen Verpflichtungen gehen.
In seinem Bericht vom Juni 1994 an die WAK-NR über die Auswirkungen des Gatt-Abkommens auf die schweizerische Landwirtschaft kommt der Bundesrat zum Schluss, dass der Ausgleich des Gatt-bedingten Abbaus der internen Stützung während der Übergangsphase eine jährliche Erhöhung der Mittel für Direktzahlungen um 150 Millionen Franken nötig macht. Es muss aber daran erinnert werden, dass dieser Stützungsabbau auch aus anderen Gründen nötig ist, insbe- sondere wegen dem Einkaufstourismus und der Lage auf den Märkten. Der Bundesrat hatte damals diesen Zuwachs der Mittel eingeplant. Angesichts seiner beiden bedeutenden Entscheide in diesem Jahr (Senkung des Milchgrundpreises um 10 Rappen pro Kilo auf den 1. Februar 1996 und Bereit- stellung von Nachtragskrediten im Zuge der bäuerlichen Be- gehren) ist er sich aber bewusst, dass der Finanzplan in be- zug auf die Direktzahlungen überprüft werden muss. Darüber hinaus müssen diese Überlegungen in einen grösseren Zu- sammenhang gestellt werden, da die Landesregierung in die- sem Jahr ihre Legislaturplanung 1996-1999 festlegt. Dabei wird sie sowohl der Lage der Bundesfinanzen als auch jener der bäuerlichen Einkommen Rechnung tragen müssen. Der Bundesrat wird die Auswirkungen des internen Stützungs- abbaus mit zusätzlichen Mitteln für Ökobeiträge gemäss Artikel 31b des Landwirtschaftsgesetzes im Rahmen der Ausarbeitung des Voranschlages 1996 sowie des Finanzpla- nes 1997-1999 angemessen kompensieren.
Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait
95.3209
Interpellation Hess Otto Landwirtschaftliche Produkte und Nahrungsmittel. Gebrauchszolltarife Produits agricoles et alimentaires. Tarifs d'usage des douanes
Wortlaut der Interpellation vom 6. Juni 1995 Der Bundesrat hat sich immer auf den Standpunkt gestellt, es sei nur das vom Gatt verlangte Minimum innenpolitisch um- zusetzen. Er hat ebenfalls versichert, die Gatt-bedingten Ein- kommensausfälle der Landwirtschaft auszugleichen. Auf- grund dieser Zusicherungen stellen sich folgende Fragen:
Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass wegen der be- grenzten finanziellen Möglichkeiten des Bundes die Ge- brauchszolltarife nicht tiefer als die Generalzolltarife für Landwirtschaftsprodukte und Nahrungsmittel angepasst wer- den dürfen, nachdem die zu erwartenden zusätzlichen Ein- kommensausfälle in der Landwirtschaft durch Gebrauchs- zollansätze, die tiefer als der Generalzolltarif sind, nicht aus- geglichen werden können?
Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass ebenfalls wegen der für den Bundeshaushalt kaum verkraftbaren Verpflichtun- gen der Landwirtschaft gegenüber auch die Zollkontingente nicht über das vom Gatt verlangte Mass erweitert werden können?
Interpellation Hari
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N
6 octobre 1995
Teilt der Bundesrat zudem die Auffassung, dass sowohl tiefere Gebrauchszölle als der Generaltarif wie auch die Er- weiterung der Zollkontingente dem Grundsatz widerspre- chen, wonach nur die vom Gatt verlangten minimalen Anpas- sungen vorgenommen werden sollen?
Ist der Bundesrat bereit, dem politischen Druck gewisser Kreise auf tiefere Gebrauchszölle und höhere Zollkontin- gente als vom Gatt verlangt standzuhalten und sich für eine produzentenorientierte Umsetzung des Gatt stark zu ma- chen?
Texte de l'interpellation du 6 juin 1995
Le Conseil fédéral a toujours affirmé que seules les exigen- ces minimales du Gatt seraient réalisées sur le plan intérieur. Il a également assuré que les pertes de revenu dans le sec- teur agricole seraient compensées. Compte tenu de ces pro- messes, il y a lieu de répondre aux questions suivantes:
Le Conseil fédéral est-il aussi d'avis qu'en raison des moyens financiers restreints de la Confédération, les tarifs d'usage des douanes ne doivent pas être inférieurs au tarif général pour les produits agricoles et alimentaires, étant donné que les pertes supplémentaires de revenus du secteur agricole ne pourront être compensées si les taux des tarifs d'usage sont inférieurs au tarif général?
Le Conseil fédéral est-il aussi d'avis qu'en raison des char- ges imposées à l'agriculture, charges qui ne sont guère sup- portables compte tenu du budget de la Confédération, les contingents tarifaires ne sauraient dépasser les limites fixées par le Gatt?
Le Conseil fédéral est-il aussi d'avis que des tarifs d'usage inférieurs au tarif général et l'extension des contingents tari- faires sont incompatibles avec le principe selon lequel seules les adaptations minimales exigées par le Gatt doivent être réalisées?
Le Conseil fédéral est-il prêt à résister aux pressions de certains groupes qui veulent imposer des tarifs d'usage infé- rieurs et des contingents tarifaires supérieurs à ceux exigés par le Gatt, et est-il disposé à s'engager pour que la réalisa- tion de l'accord du Gatt se fasse en prenant en considération les producteurs?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Binder, Blocher, Bortoluz- zi, Fehr, Fischer-Hägglingen, Frey Walter, Früh, Gadient, Gros Jean-Michel, Hari, Jäggi Paul, Kühne, Leu Josef, Mau- rer, Mühlemann, Müller, Neuenschwander, Reimann Maxi- milian, Ruckstuhl, Schmid Samuel, Seiler Hanspeter, Tschuppert Karl, Vetterli, Weyeneth, Wittenwiler (25)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. September 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 septembre 1995
Die seit dem 1. Juli gültigen Gebrauchszolltarife sind vom Bundesrat nach dem auch vom Parlament begrüssten Prin- zip festgelegt worden, die im WTO-Agrarabkommen vorge- sehene Tarifizierung aller Grenzschutzmassnahmen bezüg- lich der Höhe des Grenzschutzes neutral umzusetzen. Die Gebrauchszölle entsprechen für alle sensiblen Produkte dem Generalzolltarif, also dem WTO-rechtlich zulässigen Maxi- mum. Die Zollreduktionen werden deshalb nicht oder nur sehr beschränkt zu Einkommensausfällen in der Landwirt- schaft führen. Der gegenwärtige Druck auf die bäuerlichen Einkommen hat, unabhängig von der WTO, zahlreiche an- dere Gründe wie beispielsweise den Zuwachs der Inlandpro- duktion trotz stagnierender Nachfrage für die meisten Nah- rungsmittel, hohe Produktionskosten, zunehmende Umwelt- auflagen oder den Einkaufstourismus im grenznahen Aus- land.
Eine allfällige Erweiterung der WTO-vertraglich festge- setzten Zollkontingente erfolgt stets aufgrund von agrar- und volkswirtschaftlichen Überlegungen. Die fiskalischen Überle-
gungen spielen bei einem solchen wirtschaftspolitischen Ent- scheid eine untergeordnete Rolle. Der Bundesrat hat übri- gens von dieser Möglichkeit bisher nur in Einzelfällen (z. B. für Schnittblumen) und stets in besonderer Berücksichtigung der Inlandangebotssituation Gebrauch gemacht. Er wird sich weiterhin an diese Praxis halten.
Die Gatt-Umsetzung hat mit Bezug auf die Höhe des Grenzschutzes wirkungsneutral zu erfolgen (s. Punkt 1). Eine Erhöhung des gegenwärtigen Grenzschutzes ist auch dann abzulehnen, wenn die aufgrund der Situation während der Basis-Verhandlungsperiode (1986-1988) erstellten Zoll- und Zollkontingentslisten der Schweiz in der WTO dies zulas- sen würden. Um der Angebots- und Nachfrageentwicklung seit dieser Periode Rechnung zu tragen, hat der Bundesrat deshalb in einigen wenigen Fällen Zölle zusätzlich gesenkt (z. B. für Futtermittel) oder Zollkontingente erhöht. Er wird dies auch weiterhin tun, wenn es die Situation erfordert, und dabei stets sowohl die Interessen der Landwirtschaft als auch der anderen Wirtschaftszweige und der Konsumenten berücksichtigen.
Die Abwägung der Interessen von Produzenten, Handel und Konsumenten durch den Bundesrat bei der Festsetzung von Zollansätzen und -kontingenten erfolgt aufgrund der in der landwirtschaftlichen Gesetzgebung festgelegten Grund- sätze. Hauptleitplanke dazu ist Artikel 23 Absatz 1 des Land- wirtschaftsgesetzes (SR 910.1): «Die Einfuhrzölle auf land- wirtschaftlichen Erzeugnissen sind, unter Rücksichtnahme auf die anderen Wirtschaftszweige, so festzusetzen, dass der Absatz gleichartiger inländischer landwirtschaftlicher Er- zeugnisse zu Preisen, die nach den Grundsätzen dieses Ge- setzes angemessen sind, nicht gefährdet wird.»
Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait
95.3207
Interpellation Hari Sicherstellung eines funktionierenden Fleischmarktes
Marché de la viande. Assurance d'un bon fonctionnement
Wortlaut der Interpellation vom 6. Juni 1995 Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen: 1. Hat der Bundesrat das Problem der Nachfragemacht auf dem Fleischmarkt erkannt, und ist er bereit, möglichen nega- tiven Entwicklungen vorzubeugen?
Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die Schlachtung das beste Kriterium für die Bemessung der Inlandleistung als Voraussetzung für die Importberechtigung ist?
Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass eine Verteilung der Zollkontingente nicht mehr nach historischen Gesichts- punkten vorgenommen werden kann?
Was gedenkt der Bundesrat vorzukehren, um spekulative Marktbeeinflussungen unattraktiv zu machen?
Was gedenkt der Bundesrat vorzukehren, damit auf den nachgelagerten Stufen zu Lasten der Schlachtviehpreise - also zu Lasten der Bauern - und auch zu Lasten der Konsu- menten keine Überkapazitäten finanziert werden?
Texte de l'interpellation du 6 juin 1995 Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivan- tes:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Hess Otto Landwirtschaftliche Produkte und Nahrungsmittel. Gebrauchszolltarife Interpellation Hess Otto Produits agricoles et alimentaires. Tarifs d'usage des douanes
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1995
Année
Anno
Band
IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.3209
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 06.10.1995 - 08:00
Date
Data
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2237-2238
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