295
Motion APK-NR (95.091)
Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l'ensemble, nominatif (Ref .: 0258)
Für Annahme des Entwurfes stimmen - Acceptent le projet: Aeppli, Aguet, Alder, von Allmen, Banga, Bangerter, Bau- mann Alexander, Baumann Ruedi, Baumann Stephanie, Baumberger, Bäumlin, Béguelin, Berberat, Bezzola, Binder, Bircher, Blaser, Blocher, Bonny, Borel, Borer, Bortoluzzi, Bosshard, Brunner Toni, Buhlmann, Bührer, Caccia, Carob- bio, Cavalli, Christen, Columberg, Couchepin, Deiss, Dett- ling, Dormann, Dreher, Ducrot, Dünki, Dupraz, Durrer, Eberhard, Egerszegi, Eggly, Engelberger, Engler, Epiney, Eymann, Fankhauser, Fehr Hans, Fehr Lisbeth, Filliez, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Föhn, Freund, Frey Claude, Friderici, Gadient, Giezendanner, Goll, Grendel- meier, Grobet, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Gross Jost, Grossenbacher, Guisan, Günter, Gusset, Gysin Hans Rudolf, Gysin Remo, Haering Binder, Hafner, Hammerle, Hasler, Heberlein, Hegetschweiler, Herczog, Hess Otto, Hess Peter, Hilber, Hochreutener, Hollenstein, Jans, Jean- prêtre, Jutzet, Keller, Kofmel, Kühne, Kunz, Langenberger, Lauper, Leemann, Leu, Loeb, Loretan Otto, Lötscher, Maitre, Maspoli, Maurer, Maury Pasquier, Meier Samuel, Meyer Theo, Moser, Mühlemann, Müller Erich, Müller-Hemmi, Nab- holz, Nebiker, Ostermann, Pelli, Philipona, Pidoux, Pini, Raggenbass, Randegger, Ratti, Rechsteiner Paul, Renn- wald, Roth, Ruckstuhl, Ruf, Ruffy, Sandoz Marcel, Sandoz Suzette, Schenk, Scherrer Jürg, Scherrer Werner, Scheurer, Schlüer, Schmid Odilo, Schmid Samuel, Schmied Walter, Seiler Hanspeter, Semadeni, Speck, Spielmann, Stamm Luzi, Steffen, Steinegger, Steinemann, Steiner, Straumann, Stucky, Stump, Suter, Teuscher, Thanei, Theiler, Thür, Tschäppät, Tschopp, Tschuppert, Vallender, Vermot, Vet- terli, Vogel, Vollmer, Weber Agnes, Weigelt, Widrig, Wieder- kehr, Wittenwiler, Wyss, Zapfl, Zisyadis, Zwygart (167)
Stimmen nicht - Ne votent pas: Aregger, Bodenmann, Cavadini Adriano, Chiffelle, Comby, de Dardel, David, Diener, Ehrler, Fasel, von Felten, Frey Walter, Fritschi, Gonseth, Hubacher, Hubmann, Imhof, Jöri, Lachat, Ledergerber, Leuenberger, Marti Werner, Meier Hans, Oehrli, Rechsteiner Rudolf, Rychen, Simon, Stamm Judith, Strahm, Weyeneth, Zbinden, Ziegler (32)
Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Leuba (1)
F. Bundesbeschluss über die Anpassung des General- tarifs an die geänderte Liste LIX-Schweiz-Liechtenstein F. Arrêté fédéral portant approbation de l'adaptation du tarif general aux modifications de la Liste LIX-Suisse- Liechtenstein
Detailberatung - Examen de détail
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1, 2 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l'ensemble, nominatif (Ref .: 0259)
Für Annahme des Entwurfes stimmen - Acceptent le projet: Aeppli, Aguet, Alder, Banga, Baumann Alexander, Baumann Ruedi, Baumann Stephanie, Baumberger, Bäumlin, Bégue-
lin, Berberat, Bezzola, Binder, Bircher, Blaser, Blocher, Bonny, Borel, Borer, Bortoluzzi, Bosshard, Brunner Toni, Bühlmann, Bührer, Caccia, Carobbio, Cavalli, Christen, Columberg, Couchepin, de Dardel, Deiss, Dettling, Dor- mann, Dreher, Ducrot, Dünki, Dupraz, Durrer, Eberhard, Egerszegi, Eggly, Engelberger, Engler, Epiney, Eymann, Fankhauser, Fehr Hans, Fehr Lisbeth, von Felten, Filliez, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Föhn, Freund, Frey Claude, Friderici, Gadient, Giezendanner, Goll, Grendel- meier, Grobet, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Gross Jost, Grossenbacher, Guisan, Günter, Gusset, Gysin Hans Rudolf, Gysin Remo, Haering Binder, Hafner, Hämmerle, Heberlein, Hegetschweiler, Herczog, Hess Otto, Hess Peter, Hilber, Hochreutener, Imhof, Jans, Jeanprêtre, Jutzet, Keller, Kofmel, Kühne, Kunz, Langenberger, Lauper, Ledergerber, Leemann, Leu, Loeb, Loretan Otto, Lotscher, Maitre, Maspoli, Maurer, Maury Pasquier, Meier Samuel, Meyer Theo, Moser, Mühlemann, Müller Erich, Müller-Hemmi, Nab- holz, Nebiker, Ostermann, Pelli, Philipona, Pidoux, Pini, Raggenbass, Randegger, Ratti, Rechsteiner Paul, Renn- wald, Roth, Ruckstuhl, Ruf, Ruffy, Sandoz Marcel, Sandoz Suzette, Schenk, Scherrer Jürg, Scherrer Werner, Scheurer, Schlüer, Schmid Odilo, Schmid Samuel, Schmied Walter, Seiler Hanspeter, Semadeni, Simon, Speck, Spielmann, Stamm Judith, Stamm Luzi, Steffen, Steinegger, Steine- mann, Steiner, Straumann, Stucky, Stump, Suter, Teuscher, Thanei, Theiler, Thur, Tschappat, Tschopp, Tschuppert, Val- lender, Vermot, Vetterli, Vogel, Vollmer, Weber Agnes, Weigelt, Widrig, Wiederkehr, Wittenwiler, Wyss, Zapfl, Zbin- den, Zisyadis, Zwygart (170)
Stimmen nicht - Ne votent pas:
von Allmen, Aregger, Bangerter, Bodenmann, Cavadini Adriano, Chiffelle, Comby, David, Diener, Ehrler, Fasel, Frey Walter, Fritschi, Gonseth, Hasler, Hollenstein, Hubacher, Hubmann, Jöri, Lachat, Leuenberger, Marti Werner, Meier Hans, Oehrli, Rechsteiner Rudolf, Rychen, Strahm, Weye- neth, Ziegler (29)
Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Leuba (1)
An den Standerat - Au Conseil des Etats
96.3006
Motion APK-NR (95.091) (Minderheit Frey Walter) Freihandelsabkommen mit den USA Motion CPE-CN (95.091) (minorité Frey Walter) Accord de libre-échange avec les Etats-Unis d'Amerique
Wortlaut der Motion vom 13. Februar 1996 Die Kommission bittet den Bundesrat, mit den USA bezüglich eines Freihandelsabkommens Verhandlungen aufzunehmen und den Ausbau von Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit anderen Regionalzusammenschlussen einschliesslich der EU voranzutreiben.
Texte de la motion du 13 février 1996
La commission prie le Conseil fédéral d'entrer en négociation avec les Etats-Unis d'Amérique concernant un accord de li-
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
N
13 mars 1996
296
Motion CPE-CN (95.091)
bre-échange et de promouvoir l'extension des relations eco- nomiques et commerciales avec d'autres organisations ré- gionales, y compris avec l'Union européenne.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Fehr Hans, Moser, Schmied Walter (3)
Schriftliche Begründung
Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit
Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 4. März 1996
Freihandelsabkommen (FHA) sind, unter bestimmten Vor- aussetzungen, durch Gatt/WTO anerkannte traditionelle In- strumente, welche zur Handelsliberalisierung eingesetzt wer- den.
Diese Instrumente gelangen im Rahmen der fortschreitenden Liberalisierung, als Folge der Globalisierung der Weltwirt- schaft, sei es auf regionaler Ebene, wie beispielsweise die Verwirklichung der Nordamerikanischen Freihandelszone (Nafta), oder sektoriell, wie dies unter anderem bei pharma- zeutischen Erzeugnissen und landwirtschaftlichen Ausrü- stungsgütern im Rahmen der Uruguay-Runde der Fall war, vermehrt zur Anwendung.
Die Schweiz ist bereits heute mit einer ganzen Reihe von Ländern durch Freihandelsabkommen verbunden (Konven- tion von Stockholm, FHA von 1972 mit der EWG, weitere FHA mit der Türkei, Israel, Bulgarien, Polen, Rumänien, Un- garn, Tschechien, der Slowakei, Estland, Lettland, Litauen und mit den Färöer Inseln). Diese Abkommen erlauben unse- ren Unternehmen, sich einen zusätzlichen Zugang zu diesen Aussenmärkten zu verschaffen, Diskriminierungen zu über- winden bzw. vorzubeugen. Der Abschluss von FHA ist somit kein neues Instrument der schweizerischen Aussenwirt- schaftspolitik.
Was die USA anbelangt, muss die Möglichkeit eines allfälli- gen FHA mit diesem Partner im gleichen Sinne auf folgende Kriterien hin untersucht werden:
das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer solchen Übung in An- betracht des durchschnittlich relativ niedrigen amerikani- schen Tarifs;
die Möglichkeit einer speziellen Behandlung des Agrarsek- tors;
die Notwendigkeit, den Diskriminierungen entgegenzutre- ten, welche durch ein präferentielles Abkommen zwischen den USA und einem bestehenden regionalen Wirtschafts- block, beispielsweise der Europäischen Union entstehen könnten. In diesem Zusammenhang sei die politische Erklä- rung erwähnt, welche kürzlich an einem Gipfeltreffen USA- EU unterzeichnet worden ist. Diese sieht einen gemeinsa- men Aktionsplan für verschiedene Kooperationsbereiche und die Ausarbeitung verschiedener Studien im Zusammenhang mit der schrittweisen Aufhebung der Investitions- bzw. Han- delshemmnisse vor.
Der Abschluss eines solchen Abkommens müsste auch den amerikanischen Interessen entsprechen. Bis heute wurde von keiner Seite eine konkrete Initiative in diesem Sinne er- griffen.
Im übrigen sieht der Bundesrat zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Widerspruch zwischen seiner Europapolitik und der möglichen Unterzeichnung von FHA mit Ländern, welche für die Schweiz von Interesse sind. Abkommen dieser Art kön- nen sich sogar, als Vorbeugung einer allfälligen Diskriminie- rung gegenüber schweizerischen Unternehmen, als sinnvoll erweisen, wenn Konkurrenzländer der Schweiz bevorzugte wirtschaftliche Beziehungen zu den USA oder anderen Län- dern bzw. Wirtschaftsblöcken aufbauen, die für die Schweiz bedeutende Absatzmärkte darstellten.
Der Bundesrat behält sich vor, zu gegebenem Zeitpunkt, wenn es den Interessen der schweizerischen Wirtschaft ent-
spricht, Verhandlungen über den Abschluss eines FHA mit den USA oder einem anderen Land aufzunehmen.
Rapport écrit du Conseil fédéral
du 4 mars 1996
Les accords de libre-échange (ALE) constituent des instru- ments traditionnels de libéralisation du commerce et sont, sous certaines conditions, reconnus comme tels par le Gatt/ OMC.
Le processus de libéralisation dicté par la globalisation de l'économie mondiale se traduit par un recours accru à ces instruments, que ce soit sur un plan régional, à l'exemple de l'Accord de libre-échange nord-américain (ALENA), ou sec- toriel, comme ce fut le cas notamment des produits pharma- ceutiques et des équipements agricoles dans le cadre de l'Uruguay Round.
La Suisse est d'ores et déjà liée par des accords de libre- échange avec une large gamme de pays (convention de Stockholm, ALE de 1972 avec la CEE, ALE subsequents avec la Turquie, Israël, la Bulgarie, la Pologne, la Roumanie, la Hongrie, la Tchéquie, la Slovaquie, la Slovenie, l'Estonie, la Lettonie, la Lituanie ainsi qu'avec les îles Féroé). Ces ac- cords permettent à nos entreprises de s'assurer un accès ad- ditionnel à des marchés extérieurs, de surmonter des discri- minations et d'éviter de devoir éventuellement en subir. La conclusion d'ALE n'est donc pas un nouvel instrument de la politique commerciale extérieure suisse.
En ce qui a trait aux Etats-unis, l'opportunité de conclure un ALE avec ce partenaire doit être évaluée dans ce même es- prit, sur la base des éléments suivants:
rapport coût/bénéfice de l'exercice étant donné la moyenne relativement basse du tarif américain;
possibilité d'un traitement spécifique pour le secteur agri- cole;
nécessité de contrer des discriminations qui résulteraient d'un arrangement préférentiel entre les Etats-Unis et un pays ou groupement préférentiel existant, par exemple l'Union européenne (UE); à ce propos, il convient de mentionner la déclaration politique signée lors d'un récent sommet Etats- Unis-UE, portant sur l'adoption d'un plan d'action conjoint dans divers domaines de coopération ainsi que sur le lance- ment d'une série d'études visant l'élimination progressive de barrières à l'investissement et au commerce.
Il va sans dire que la conclusion d'un tel accord devrait éga- lement répondre à un intérêt américain. A ce jour, aucune dé- marche concrète n'a été entreprise de part et d'autre.
Au demeurant, le Conseil fédéral estime qu'il n'y a pas de contradiction entre sa politique européenne et l'éventuelle conclusion d'ALE avec tout pays d'intérêt pour la Suisse. De tels accords pourraient même se révéler nécessaires, pour éviter la discrimination que subiraient les entreprises suisses, dans le cas où des pays concurrents de la Suisse devraient eux-mêmes développer des relations économiques préféren- tielles avec les Etats-Unis ou avec tout autre pays ou groupe de pays dont le marché constitue un débouché important pour l'industrie d'exportation suisse.
Le Conseil fédéral se réserve donc d'engager, le cas échéant, des négociations visant la conclusion d'un ALE avec les Etats-Unis ou tout autre pays si un tel accord devait répondre à l'intérêt de l'économie suisse.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil federal propose de transformer la motion en pos- tulat.
Blocher Christoph (V, ZH), Sprecher der Minderheit: Die Kommissionssprecher haben erstens gesagt, die Motion renne offene Türen ein. Die Motion hat nicht den Sinn, dass die Türen geöffnet werden sollen, sondern dass man durch sie hindurchgeht.
Bulletin officiel de l'Assemblée federale
297
Delegation Efta/Europäisches Parlament
Zweitens wurde gesagt, man sei «im Prinzip einverstanden». Ich habe etwas Angst vor dieser Formulierung. Das heisst, grundsätzlich sei man einverstanden. In der Politik habe ich aber gelernt, dass die grundsätzliche Zustimmung oft eine höfliche Form der Ablehnung ist.
Aus diesem Grunde muss ich mich an die Erklärung des Herrn Bundespräsidenten halten, der gesagt hat, die Not- wendigkeit und Richtigkeit des Anliegens sei anerkannt. Er möchte sich aber noch den Zeitpunkt und die besten Voraus- setzungen ausbedingen. Darum sei er für ein Postulat.
Damit bin ich zusammen mit den anderen Unterzeichnern des Vorstosses mit der Umwandlung in ein Postulat einver- standen. Ich möchte Ihnen nur sagen, Herr Bundespräsident, dass ich meine, die Zeit sei reif. Le moment est venu.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
95.086
Delegation Efta/Europäisches Parlament. Bericht
Délégation AELE/Parlement européen. Rapport
Kategorie II/III, Art. 68 GRN - Catégorie II/III, art. 68 RCN
Loeb François (R, BE) unterbreitet im Namen der Delegation Efta/Europäisches Parlament den folgenden schriftlichen Be- richt:
Die Delegation Efta/Europäisches Parlament berichtet im folgenden über ihre Tätigkeiten im Jahre 1995. Im ersten Teil orientieren wir Sie über die Sitzungen des Gemeinsa- men Parlamentarischen EWR-Ausschusses und des Efta- Parlamentarierkomitees. Anschliessend erfolgt die Bericht- erstattung über die Sitzung mit der Delegation des Europäi- schen Parlamentes für die Beziehungen mit der schweizeri- schen Bundesversammlung vom Frühjahr 1995 in Neuen- burg.
1995 verringerte sich die Zahl der Efta-Länder nach den Bei- tritten von Finnland, Österreich und Schweden zur Europäi- schen Union auf vier Mitgliedländer (Liechtenstein, Island, Norwegen und die Schweiz). Mit diesem Verkleinerungspro- zess ist auch die Frage nach der künftigen Rolle der Efta ak- tuell geworden. Wir möchten uns dieser Frage, welche an- lässlich der Sitzung des Efta-Parlamentarierkomitees in Va- duz vom 20./21. November 1995 eingehend erörtert wurde, einleitend kurz stellen.
1.1 Die künftige Rolle der Efta
Nachdem Finnland, Österreich und Schweden am 1. Januar 1995 der Europäischen Union beigetreten sind und sich alle verbleibenden Efta-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwe- gen, Schweiz) mit Ausnahme unseres Landes dem EWR an- geschlossen haben, muss die Efta ihre künftige Rolle in Eu- ropa neu definieren.
Im Vordergrund steht nach wie vor die ursprüngliche Auf- gabe, den freien Handel unter den Mitgliedern zu gewähr- leisten und weiter zu verbessern. Neu dient die Efta aber auch als Rahmen für die Koordination der Tätigkeiten jener Mitgliedstaaten, die dem EWR beigetreten sind. Bei dieser Tätigkeit nimmt die Schweiz einen Beobachterstatus an.
Von besonderer Bedeutung für die künftige Stellung der Efta ist die Diskussion über den Abschluss von Freihandelsab- kommen mit Drittländern und die allfällige Aufnahme von neuen Mitgliedern in die Efta. Diese Frage stellt sich speziell im Hinblick auf die Beziehungen mit zentral- und osteuropäi- schen Ländern, welche nach dem Fall des Eisernen Vor-
hangs den Anschluss an Europa suchen. Obwohl Vorbehalte gegen eine Erweiterung der Efta in der aktuellen Situation bestehen, spricht sich das Efta-Parlamentarierkomitee grundsätzlich für eine Intensivierung der Beziehungen zu in- teressierten Drittstaaten aus. Die Efta sollte gegenüber neuen Partnern offen bleiben und institutionelle Arrange- ments flexibel so gestalten, dass sie den Interessen beider Seiten gerecht werden. Diese Haltung wird von der Schwei- zer Delegation nachdrücklich unterstützt.
Das Efta-Parlamentarierkomitee will darauf hinwirken, dass sich auch der Efta-Ministerrat vertieft mit der Frage der künf- tigen Rolle der Efta in Europa befasst. Die Efta darf sich nicht mit einer passiven Rolle begnügen, sondern muss ihre Funk- tion im Rahmen der Integration in einem erweiterten Europa definieren und wahrnehmen.
Wenn auch unterschiedliche Ansichten bezüglich einer allfäl- ligen Aufnahme von neuen Mitgliedern in die Efta bestehen, so besteht doch Einigkeit darüber, dass das bestehende Netz der Freihandelsbeziehungen zu Drittländern ausgebaut werden muss. Anlässlich der Sitzung des Efta-Ministerrates in Zermatt vom 7. Dezember 1995 erfolgte mit der Unter- zeichnung von Freihandelsabkommen mit Estland, Lettland und Litauen ein konkreter Schritt in diese Richtung. Am glei- chen Tag unterzeichneten die Efta-Minister mit den zustandi- gen Ministern Ägyptens, Marokkos und Tunesiens Zusam- menarbeitsvereinbarungen mit der Efta. Damit wurde die Grundlage für einen weiteren Ausbau der Beziehungen mit diesen Ländern geschaffen, welcher später ebenfalls zum Abschluss von Freihandelsabkommen führen kann.
1.2 Zusammensetzung der Delegation
Die Schweizer Delegation setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen (kursiv: Mitglieder des Efta-Parlamentarier- komitees):
Nationalrat: Loeb François, Beguelin, Bundi, Frey Claude, Nabholz, Oehler, Reimann Maximilian, Segmüller, Vollmer Ständerat: Cavadini Jean, Brändli, Jagmetti, Onken, Petit- pierre, Prongué
Subkommission Efta:
Präsident: Loeb François; Vizepräsident: Vollmer
Subkommission Europäisches Parlament:
Präsident: Cavadini Jean; Vizepräsident: Petitpierre
2.1 Tätigkeiten des Gemeinsamen Parlamentarischen EWR- Ausschusses
Der Gemeinsame Parlamentarische EWR-Ausschuss (im fol- genden EWR-Parlamentarierausschuss), in welchem die Schweiz den Beobachterstatus hat, setzt sich aus dem Efta- Parlamentarierkomitee und einer Delegation des Europäi- schen Parlamentes zusammen. Der EWR-Parlamentarier- ausschuss ist nicht direkt in das Beschlussfassungsverfah- ren einbezogen, weil die Parlamente der Efta-Staaten ihre Zuständigkeiten bewahren. Er übt aber eine demokratische Kontrolle im Rahmen des EWR mittels Berichten und Ent- schliessungen sowie über seine Befugnis zur Abgabe von Stellungnahmen zum Jahresbericht des Gemeinsamen EWR-Ausschusses aus. Der Gemeinsame EWR-Ausschuss ist für Umsetzung und das Funktionieren des EWR-Abkom- mens verantwortlich. Die Schweizer Delegation hat im EWR- Parlamentarierausschuss den Beobachterstatus.
Der EWR-Parlamentarierausschuss trat 1995 zweimal zu- sammen. Die Funktionsweise des EWR-Vertrages nach ei- nem Jahr praktischer Erfahrungen war das Haupttraktandum der Sitzung vom 29. Mai 1995 in Brüssel. Das EWR-Abkom- men funktioniere im allgemeinen gut, doch könne die Effi- zienz bei der Beschlussfassung noch verbessert werden. Die Europäische Kommission wurde aufgefordert, künftig klar darzulegen, welche Gesetzgebungsentwürfe in den Zustän- digkeitsbereich des EWR fallen. Begrüsst wurde auch die Absicht des EWR-Rates für eine Verstärkung des politischen Dialoges im Bereich der Aussenpolitik.
Weitere Diskussionsschwerpunkte bildeten die Wettbe- werbspolitik und die staatlichen Beihilfen, wobei die Notwen- digkeit einer einheitlichen Anwendung der Regeln in diesen
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Jahr
1996
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
08
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 96.3006
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 13.03.1996 - 08:00
Date
Data
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295-297
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Pagina
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20 039 939
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