101
Bundesverfassung. Reform
Fünfte Sitzung - Cinquième séance
Mittwoch, 21. Januar 1998 Mercredi 21 janvier 1998
15.00 h Vorsitz - Présidence: Leuenberger Ernst (S, SO)/Heberlein Trix (R, ZH)
Begrüssung - Bienvenue
Präsident: Bevor wir mit der Detailberatung der Bundesver- fassung weiterfahren, begrüsse ich einen Gast auf der Diplo- matentribüne.
Je salue à la tribune diplomatique la présence de M. Sté- phane Dion, président du Conseil privé de la Reine pour le Canada et ministre des affaires intergouvernementales. (Ap- plaudissements)
En tant que ministre chargé des rapports entre le Gouverne- ment fédéral et les gouvernements des provinces canadien- nes, M. Dion est particulièrement intéressé par le débat sur la réforme de la Constitution fédérale.
Je lui souhaite une cordiale bienvenue dans la salle du Con- seil national et j'exprime des voeux pour la poursuite des liens amicaux entre nos deux pays.
96.091 Bundesverfassung. Reform Constitution fédérale. Réforme
Fortsetzung - Suite Siehe Seite 76 hiervor - Voir page 76 ci-devant
A2. Bundesbeschluss über eine nachgeführte Bundesverfas- sung (Art. 127-184) (Fortsetzung)
A2. Arrêté fédéral relatif à une mise à jour de la Constitution fédérale (art. 127-184) (suite)
Art. 143 Anträge der Kommissionen: BBl Propositions des commissions: FF
Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: Très rapidement, à l'article 143, l'idée de la Commission des institutions politi- ques qui est à l'origine de la proposition est de renforcer le pouvoir de la présidence. Vous permettrez à un ancien prési- dent de dire que l'idée fondamentale est évidemment très sympathique, mais nous devons néanmoins rester dans le cadre de la mise à jour.
Dans le cadre de la mise à jour, la commission s'est autorisé une innovation, qui est très modeste, à vrai dire. Elle consiste à prévoir non seulement un vice-président, mais un second vice-président, de manière à renforcer la présidence et à per- mettre au second vice-président de devenir premier vice-pré- sident, puis président, et ainsi d'acquérir encore mieux - les présidents actuels l'ont cependant très bien fait - les compé- tences pour présider la Chambre. C'est la seule innovation que nous introduisons. Bien entendu, l'interdiction d'être réélu à la même fonction s'étend au deuxième vice-prési- dent, qui ne peut pas être réélu deuxième vice-président,
mais qui peut seulement gravir une à une les marches qui mènent à la marche supérieure. Pour le surplus, dans le ca- dre de la mise à jour, il n'y a pas d'autres innovations possi- bles.
C'est la raison pour laquelle nous vous proposons cette lé- gère modification.
Angenommen - Adopté
Art. 144 Anträge der Kommissionen: BBl Propositions des commissions: FF
Antrag Bonny Abs. 4
Die Kommissionen verfügen zur Erfüllung ihrer Aufgaben über die vom Gesetz bezeichneten Auskunftsrechte, Ein- sichtsrechte und Untersuchungsbefugnisse.
Proposition Bonny AI. 4
Afin que les commissions puissent accomplir leurs tâches, la loi leur attribue un droit particulier d'obtenir des renseigne- ments, de consulter des documents et de mener des enquê- tes.
Bonny Jean-Pierre (R, BE): In Übereinstimmung mit einer deutlichen Mehrheit der ständerätlichen Kommission und auch - glaube ich zu wissen - des Bundesrates beantrage ich Ihnen, die Fassung der ständeratlichen Kommission zu Artikel 144 Absatz 4 zu übernehmen. Der Antrag ist also nicht meine Erfindung, sondern es ist die Konklusion der ständerätlichen Kommission.
Es geht hier um etwas sehr Grundsätzliches, nämlich um das Verhältnis - ich möchte noch präziser sagen: um die Machtbalance - zwischen Bundesrat und Parlament. Wir alle - ich glaube, da gibt es keine Unterschiede in diesem Rat - sind für ein starkes Parlament. Wir alle - ich hoffe es wenigstens - sind auch für eine starke Regierung. Und ge- rade in den letzten Jahren und letzten Monaten hat es ja nicht an Forderungen nach einer starken Regierung gefehlt, und es war damit auch eine gewisse Kritik wegen mangeln- der Führung verbunden - im einen oder anderen Fall war auch ich bei den Kritikern.
Nun geht es hier nicht darum, dass wir der Regierung etwas mehr geben, sondern darum, ihr die Mittel geben, damit sie ihre verfassungsmässigen Kompetenzen, Verpflichtungen und Verantwortungen übernehmen kann. Die Regierung hat einfach - das hat nichts mit Geheimniskrämerei zu tun - einen gewissen Spielraum, eine gewisse Vertraulichkeit, bei ihren Beratungen nötig, um effizient zu sein. Denken Sie nur an das jetzt so aktuelle Thema der internationalen Verhandlungen. Nun sind wir mit einer sicher gutgemeinten, aber ausseror- dentlich weiten Fassung der Kommission des Nationalrates konfrontiert. Ich gestatte mir, kritisch anzumerken, dass diese Fassung das Gleichgewicht zwischen Regierung und Parlament empfindlich stören würde. Schauen wir uns einmal den Text an: «Die Kommissionen haben Anspruch .... >> Mit «Kommissionen» sind alle ständigen Kommissionen ge- meint. Ich muss jedoch annehmen, dass auch die Ad-hoc- Kommissionen darunterfallen würden, sofern wir noch solche haben, nicht nur die Aufsichtskommissionen; ich komme noch darauf zurück. Das Wort «Anspruch» ist für uns alle klar Ausdruck einer rechtlich zwingenden Verbindlichkeit.
Dann kommt: « .... Anspruch auf alle Informationen, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben» notwendig sind. Die Formulierung «alle Informationen» geht sehr weit, wird aber scheinbar ein- geschränkt durch die Worte «die zur Erfüllung ihrer Aufgaben geeignet und erforderlich sind». Mit dieser Formulierung wird nämlich bewirkt, dass in den Kommissionen jeweils interpre- tiert werden muss, was jeweils für die Aufgabenerfüllung not- wendig ist. Wir wollen uns nichts vormachen. Dass da auch Gründe der politischen Opportunität hineinspielen werden, ist jedem klar. Die Formulierung ist jedenfalls nicht ausgereift und führt zu unmöglichen Konsequenzen. Welches ist dabei
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Mitteilungen des Präsidenten Communications du président
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
Année
1998
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Januarsession
Session
Session de janvier
Sessione
Sessione di gennaio
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.01.1998 - 15:00
Date
Data
Seite
101-101
Page
Pagina
Ref. No
20 043 483
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.